— Im Voranschlag für das Finanzjahr 1878 sind die Einnahmen auf 42¼, die Aus; gaben auf 40⅜ Millionen Drachmen präliminirt, wonach sich also ein Ueberschuß von circa 2 Millionen herausstellt. In das Cxtraordinarium sind 11/8 Millionen für Rüstungen eingestellt.
— In ganz Griechenland finden kriegerische Volks Demonstrationen statt. In Lamia schloß sich das Militär unter Hochrufen auf den Krieg den Demonstrationen an.
Rußland. Petersburg, 24. December. Stundenlang nach des Kaisers Ankunft umwogte gestern eine zahllose Menschenmenge unter unauf⸗ hörlichen Hurrahrufen und dem Singen der Volks- hymne das Winterpalais. Der Enthusiasmus war geradezu unbeschreiblich. Am Abend fand eine Illumination statt, wie Petersburg sie noch selten gesehen. Trotz des heftigen Windes waren die Straßen von einer Kopf an Kopf gedrängten Menschenmasse erfullt, welche wiederholt in be⸗ geisterte Hochrufe ausbrach und von den aufge⸗ stellten Musik Corps immer wieder die Volks- Hymne verlangte. In den festlich erleuchteten Theatern wurden Fest⸗Cantaten und die Volks- Hymne intonirt. In der Hof Loge der großen Oper wohnten Deputationen der preußischen und österreichischen Regimenter, deren Inhaber der Kaiser ist, der Feier bei. Heute bringen alle Zeitungen begeisterte Artikel über den Einzug und Empfang des Kaisers. Alle bezeugen die gestern wiederum allseitig kundgegebene herzliche, hin- gebende Liebe, Anhänglichkeit und Dankbarkeit für den Zar⸗Befreier. Fürst Gortschakoff hat auf Besehl des Kaisers wieder die Leitung der aus— wärtigen Angelegenheiten übernommen. General Ignatieff ist zum Mitglied des Staatsrathes ernannt.
— Aus Boget vom 25. Dec. Bei der Brücke von Batin zeigte sich leichtes Eis. Bei Braila begann der Eisgang so unerwartet, daß die dortige Brücke weggerissen und 21 Pontons 3 Werst weit fortgetrieben wurden. Ein russischer Dampfer blieb im Eis stecken und konnte sich der Brücke nicht nähern. Großfürst Alexei meldet, daß die Verbindung zwischen beiden Donauufern bei Braila augenblicklich nicht hergestellt werden könne. Am 23. d. wurde bei klarem Wetter Fort Stukikolei heftig von den Türken bombardirt. Die Russen erlitten dabei nur geringfügigen Verlust. Bei Schipka war heute starkes Schneegestöber mit Frost. Die Fröste dauern überhaupt an und erreichen bis 18 Grad. Gefangene Türken sterben vor
dron Groelka'schen Husaren und eine Es cadron
Kälte. Hülfe ist unmöglich; die Gesammtzahl der bei Plewna Gefangenen ist 44,000, ungerechnet die Verwundeten; 3600 sind in Plewna geblieben.
— Officiell aus Bogot: General Arnoldi meldet: Nach der Besetzung von Berkowatz wurde auf der Straße nach Belgradschik eine Escadron der Manupol'schen Husaren vorgeschoben, welche am 21. December mit den Serben in Verbindung trat. Am 21. December marschirten eine Esca—
Charkow'scher Ulanen von Berkowatz über Tschip⸗ prowatz und Tschupren gegen Pirot, woselbst ste jetzt wahrscheinlich eingetroffen sind. General Arkas telegraphirt am 26. Dec.: Der unter dem Flügel- Adjutanten Baranoff stehende Dampfer „Rußland“ wurde zum Kreuzen vor dem Bosporus nach Penderaklia ausgesandt und kehrte an dem nämlichen Morgen um 11 Uhr nach Sebastopol
Bekanntmachung.
Einführung des Worttarifs im telegraphischen Ver⸗ kehr mit Frankreich.
Vom 1. Januar 1878 ab wird im telegraphischen Verkehr mit Frankreich der Worttarif eingeführt werden.
Bei den deutschen Telegraphenanstalten wird für das gewöhnliche Telegramm auf alle Ent- fernungen eine Wortlaxe von M. 0.16 für das Wort zur Erhebung gelangen. Bei den nach Algier(oder Tunis) gerichteten Telegrammen tritt dieser Taxe eine Zuschlaggebühr von M. 0, 12 für jedes Wort hinzu.
Bezüglich der Abrundung der Erhebungssätze gelten die allgemeinen Bestimmungen.
Der General-Postmeister. Stephan.
zurück. Derselbe„brachte einen bei Penderaklia erbeuteten dreimastigen Dampfer„Messina“ mit, auf welchem sich ein Stabsoffizier mit einem Tabor anatolischer Nizams, nämlich 700 Soldaten 2 5 10 Offiziere, befanden.
— Aus Tiflis, wird amtlich gemeldet: Am,
21. Dec. besetzten die Schützen des 154.(Derbent'- 8
einigen Sotnien Kosaken die Dörfer Ketschk, Tofta, Gins, Tuwantsch und Zitiwok. Bei der Besetzung von Tuwantsch hatten die Kosaken und Jufanleristen ein Geplänkel mit türkischer Cavallerie, welche, 500 Mann stark, sich in dem Felsen-Terrain ver— borgen hielt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Wie schon mehr wird auch in dieser Neujahrsnacht die Kapelle„Einiracht“ um 12 ÜUbr von den Fenstern des Rathhauesaales aus mehrere Choräle spielen. Wünschen wir dem freundlichen Unternehmen auch nur die nötdige Stille Seitens des Publikums!
Allerlei.
Frankfurt, 21. Dec. Von dem gestern Abend um 10½, Uhr von hier nach Mainz abgehenden Zuge der Hessischen Ludwigsbahn stürzte zwischen den Stationen Kelsterbach und Rüsselsheim ein Schaffner Namens Helfrich berab und wurde später, als⸗man ihn vermißte, mit zer— schmettertem Kopfe und zerbrochenem Arme todt aufge— funden. Der Verunglückte ist Vater von 5 Kindern.
Stuttgart, 24. Dec. Der berühmte Irrenarzt Ober— Medicinalrath Zeller in Winnenden ist beute gestorben.
Handel und Verkehr.
Mainz, 24. Dec. Produeten-Markt. Waizen per März M. 21.80. Korn per März M. 15.40. Hafer per März M. 14.95. Rüböl per Mai M. 37.70.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 27. December 1877.
20 Frankenstücke Mk. 16 20 24 Englische Sovereigns„ 20 32—37 Russische Imperiales.„ 16 65 70 Holländische fl. 10-Stücke„ 16 65 G ucaten. M 7 9 50 55 Ducaten al mareo„ 9 55-60
Der Schneefall eines einzigen Tages hatte hingereicht, die Natur in ihr Todtenkleid einzu⸗ hüllen. Feld und Flur sind weit und breit mit Schnee bedeckt, und unter demselben liegen die Körnlein, welche unseren Standvögeln zur Nahrung dienen; durch die bittere Noth getrie— ben, kommen sie zu den Wohnungen der Menschen und betteln um ein wenig Nahrung. Wir richten daher an Alle die dringende Bitte:
Füttert die nothleidenden Vögel!
Jedes Bröckchen Brod, jeder Abfall des Tisches, jedes Körnlein wird willkommen sein. Denke man nicht, daß man bei den schlechten Zeiten nichts zum Geben übrig habe. Gebe Jedes nach Ver⸗ mögen, und wenn es auch nur wenig ist, wenn es auch nur die Abfälle des Tisches, die doch weggeschüttet werden, sind, welche man auf einen gereinigten Platz streut, so wird dadurch doch, wenn Alle es thun, viel Gutes gewirkt.
Hosenträger
21 billigst bei K. Friedrich.
Proclam.
3936 Wird, nachdem der Güteversuch fehlgeschlagen ist, über das Vermögen der verstorbenen Wittwe des Oeco— nomen Jacob Gerlach, geb. Weinig, zu Hanau der förmliche Coneurs erkannt und Termin zur Liquidation der Forderungen gegen den bestellten Contradietor
auf den 10. Januar k. J., Vormittags 9— 10 Uhr, anberaumt.
In diesem Termin haben sämmtliche Gläubiger ihre Forderungen unter Vorlegung der Bewelsstücke anzu— melden und zu begründen, widrigenfalls sie auf den Antrag des Contradietors von der Masse ausgeschlossen werden.
Hanau den 14. Dezember 1877.
Königliches Amtsgericht II. Ce st er.
vdt. Winkler Proclam.
3935 Wird, nachdem der Güteversuch fehlgeschlagen ist, über des Vermögen des Metzgermeisters Wilhelm Adolph Nicolaus zu Hanau der förmliche Coneurs erkannt und Termin zur Liquidation der Forderungen gegen den bestellten Contradie or
auf den 17. Januar k. J., Vormittags 9—10 Uhr, anberaumt.
In diesem Termin haben sämmtliche Gläubiger ihre Forderungen unter Vorlage der Beweisstücke anzumelden und zu begründen, widrigenfalls sie auf den Antrag des Contradietors von der Masse ausgeschlossen werden.
Hanau den 14. Dezember 1877.
Königliches Amtsgericht II. C st e r. vdt. Winkler.
Feinster Leberthran,
fast geruch- und geschmacklos, in Flaschen mit Metall-
verschluss à 60 Pf., M. 1. und M. 1.70.
6% Eisenhaltig pr. Fl. à Mark 1.
„ J. A. Windecker, Hoflieferant in Friedberg, Ph. J. Weiss in Bad- Nauheim. 3854
0* Proclam.
Nachdem der Kaufmann Wilhelm Homburg und dessen Ehefrau Emma, geb. Pock, dahier ihre Insolvenz angezeigt haben, wird zur summarischen Anmeldung der Forderungen, sowie zum Güteversuch Termin auf
den 24. Januar k. J., Vormittags 9 bis 10 Uhr
Contumacirzeit,
anher anberaumt, was mit dem Bemerken veröffentlicht wird, daß die nicht erscheinenden Gläubiger als dem Beschluß der Mehrheit der Erschienenen beitretend an— gesehen werden. Zum vorläufigen Curator ist der Kauf— mann Andreas Dönch dahier bestellt. Vergleichsbescheid wird nur durch Anschlag am Gerichts— brett bekannt gemacht.
Hanau den 15. Dezember 1877.
Königliches Amtsgericht II. Cõ st e r.
3934 dt. Winkler.
Ein etwaiger
Bek ann tim ach ung,
3954 In den Vorstand des Spar- und Vorschußvereins zu Steinfurth, eingetragene Genossenschaft, ist an die Stelle des seitherigen Controleurs Lehrer Cristrian Müller in Steinfurth Johannes Steinhauer J. daselbst als provisorischer Controleur gewählt und ist, solches im Genossenschaftsregister unterm Heutigen ge⸗ wahrt worden. Bad⸗Nauheim den 12. Dezember 1877. Großherzogliches Landgericht Bad⸗Nauheim.
Hempel, Schnittspahn 925 Landrichter. Landgerichts⸗Assessor Proelam.
3955 Wird, nachdem der Güteversuch fehlgeschlagen ist, über das Vermögen des Melchior Röder, bei Schwarz⸗ schild& Glauberg dahier, der förmliche Coneurs erkannt und Termin zur Liquidation der Forderungen gegen den bestellten Contradietor auf den 23. Jannar k. J., Vor⸗
Versteigerungs-Anzeige.
mittags 9—10 Uhr, anberaumt. In diesem Termin haben sämmtliche Gläubiger ihre
Donnerstag den 3. Januar k. J., von Vormiitags Forderungen unter Vorlage der Beweisstücke anzumelden
9 Uhr ab, werden in der Behausung des Lohnkutschers Heinrich Schüßler, Reinhardstraße Nr. 380: e Pony, 1 Kuh, 1 Schwein(Springer), 1 Mutter⸗
schwein, 1 Landauer, 1 Korbwagen, 3 Oeconomie-
wagen, verschiedene Eggen und Pflüge, 1 Häcksel—⸗ maschine, 5 Paar Chaisen- und Wagengeschirre; sodann verschiedenes Mobiliar, als: Tische, Stühle, Schränke u. dgl., ferner eirea 400 Centner Stroh, 100 Centner Heu, 50 Centner Grummet, 50 Körbe Spreu und eine Quantität Dickwurz öffentlich an den Meistbietenden gegen Baarzahlung ver— steigert. Bad⸗ Nauheim am 20. Dezember 1877. Großherzogliches Ortsgericht Bad-Nauheim. 3923 Schutt.
8 Asphalt⸗Dachpappen⸗Fabrik. Bad⸗ Nauheim. W. Meyer, Niederlage bei Jean Huber in Friedberg.
und zu begründen, widrigenfalls sie auf den Antrag des
Contradietors von der Masse ausgeschlossen werden.
Hanau den 15. Dezember 1877. 5
Königliches Amtsgericht II. C st e r.
f dt. Winkler.
Vergebung von Planir⸗Arbeit.
3956 Freitag den 4. Januar k. J., Vormittags um 10 Uhr, soll auf dem Gemeindehause zu Groß Karben die Planirung des sog. Kaicherwegs, veranschlagt zu 1440 Mark, unter den daselbst bekannt gemacht werden⸗ den Bedingungen veraccordirt werden. Groß-Karben den 24. Dezember 1877. Großherzogliche Aae e Groß⸗Karben. ä r.
1
Spanischer und italienischer Unterricht wird ertheilt. Wo? sagt die Exped. d. Anz. 3748
———————


