Ausgabe 
29.11.1877
 
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Deputirtenkammer auegesprochen sei, solle in ver⸗ schiedenen Departements der Belagerungs⸗Zustand

proclamirt werden, namentlich in solchen, deren

Berliner maßgebende Militärs beurtheilen die Lage der Russen vor Plewna ungünstig wegen

der allzu großen Zersplitterung der Kräfte. Ueber in Folge des anbaltenden Regenwetters erfolgt sein;

Journale die Diseiplin der Armee besprechen. die Cooperatioy Mehemend Ali's glaubt man, daß sämmiliche Verunglückte wurden schwer verwundel in das

Versailles, 26. Nov. Sitzurg des Senats forderte Feray(Linke) die Dringlichkeit für seinen Antrag, wonach eine Commission zur Untersuchung der Ursachen des Daniederliegens von Handel und Industrie er- nannt werden soll. Pouyer⸗Ouertier wies darauf hin, daß die Handelsstockung nicht speciell auf Frankreich laste, sondern gleichmäßig alle Nationen treffe. Der Handels-Minister Ozenne empfahl ebenfalls die Dringlichkeit, die darauf mit Ein- stimmigkeit angenommen wurde. In der De- putirten⸗Kammer brachte der Minister des Innern, Welche, einen Gesetz⸗Entwurf ein, wonach in erster Linie die Capitel des Budgets der directen Steuern discutirt und notirt werden sollen, und beantragte für diesen Gesetz-Entwuf die Dringlich⸗ keit. Letztere wurde vorschriftsmäßig an die Budget Commission verwiesen. Bardoux(Linke) brachte zwei Vorlagen wegen Modiffkation des Gesetzes über den Belagerungs-Zustand bezw. des Preß-⸗Gesetzes ein. Für beide wurde die Dringlichkeit beschlossen.

Großbritannien. London. DerStan- dard meldet: Da der Einfluß Nordamerika's in Folge der Erwerbung eines Hafens mit Kohlen- Station auf den Sandwichs Inseln sich wesentlich gesteigert hat, so wurde es für rathsam gehalten, in der Nähe dieser Inseln permanent ein eng- lisches Kriegsschiff zu stationiren, um daselbst die englische Flagge zu repräsentixen.

Guten Quellen zufolge beabsichtigt England

seine Flotte in den Bosporus einlaufen zu lassen, sobald die Russen in Erzerum einziehen oder vor Adrianopel erscheinen. Es verlautet, die Be völkerung von Ostindien habe mit einem Aufstand

In der beutigen der Durchbruch Osman Pascha's in nordwestlicher Spital verbracht.

Richtung gelingen könnte. Mehemed Ali concentrirt seine Truppen jenseits Orkhanie. Dem Lebrer Ph. Reiß aus Geln⸗

üb ee aus Bogot folgende Details hausen macht jetzt Dr. Th. Clemens von hier die Ehre über die am. Nov. erfolgte Einnahme der der Erfindung des Telephons streitig. Litzterer hat bereits Prawga⸗ Stellung berichtet: Nachdem am 22. Nov. 1853 die Entdeckung gemacht, daß sich Töne durch Electri⸗ die Hauptkräfte unter Schuwaloff die Türken aus citäl auf weitere Entfernungen übertragen lassen.

i 5 5 Leipzig, 26. Nov. Der vor etwa 6 Wochen von der Position gegenüber Prawga verdrängt und hier nach Unterschlagung einer Summe von 11,000 M.

dieselbe besetzt hatten, begannen sie sich dort zu eniflohene Postunlerdeamte Pilz ist gestern im Släsd ichen befestigen und schleppten Artillerie auf fast unzu- Königslutter im Braunschweigischen von der Polizei. auf⸗ gängliche Höhen, um die Türken glauben zu gegriffen worden. Man hat noch etwa 9000 M. bei ihm

Allerlei.

Frankfurt.

machen, es werde ein Frontal Angriff beabsichtigt. vorgefunden.

Während des ganzen übrigen Tages, der Nacht und des folgenden Morgens wurde von den Truppen geplänkelt. der Türken in Orkhanie und Etropol durch

London, 26. Nov. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wüthete ein furchtberer Sturm an der englischen

Küste; die Zahl der zwischen Ramsgate und Deal ge⸗

Inzwischen wurde die Aufmerksamkeit scheiterten Schiffe wird auf 30 geschätzt; der Verlust an Menschen ist bedeutend.

New⸗Mork, 25. Nov. Der Kriegs ⸗Dampfei der

Demonstrationen abgelenkt, indem Detachements unionHuron i Samslags an der Küste von Nord⸗ aus Wratza einen Vormarsch gegen Orkhanie, Carolina gesunken; von der 15 Offiziere und 119 Mann

zwei Colonnen auf beiden Isker- Ufern einen solchen

gegen Etropol simulirten. Der Hauptschlag wurde gegen die linke Flanke und den Rücken der Türken vorbereitet. Am 21. Nov., Morgens, hatte nämlich die Colonne des Generals Rauch ihren Vormarsch angetreten, auf dem sie steile Bergklüfte durchschreiten und mehrmals den Weg durch Sprengungen mit⸗ telst Dynamit sich bahnen mußte, die Geschütze durch Mannschaften tragen lassend. Nach 49 Stunden des ununterbrochenen Kampfes mit unsäglichen Schwierigkeiten erreichte die Colonne am 23. Nov. Mittags die linke Flanke der für unzugänglich gehaltenen türkischen Position und verjagte die Türken daraus; dieselben flüchteten unter dem Granathagel, den die Artillerie Schuwaloff's aussendete. Die Colonne Rauch's verfolgte trotz

gedroht, falls England nicht baldigst den Türken helfe. Türkei. Constantinopell.

Kriegs Minister Mustapha Pascha sind ernstliche

führen dürften.

Montenegro. Cettinje, 26. Nov. Die Miriditen haben sich erhoben und sind bis in die Umgegend von Skutari vorgedrungen.

Die Montenegriner haben am 23. d. Nachts die den Ort und Hafen Spizza dominiren⸗ den Forts Hajnehaj und Golo-Brdo eingenommen, letzteres nach einem erbitterten, mehrere Stunden dauernden Kampfe. Dieselben halten nunmehr das ganze Gebiet bis zur Bojana besetzt, ausge- nommen die Citadelle von Antivari und Duleigno. Gleichzeitig kommt aus Cattaro die Kunde, daß am 25. d. Nachmittags mebrere türkische Kriegs- schiffe von Korfu norvwärts, wahrscheinlich zum Entsatz der albanesischen Küste, in Dampf gingen; dieselben hatten einen schweren Sirocco zu bestehen.

Serbien. Belgrad. Seitens des Corps⸗ Commandeurs wird übereinstimmend von der Grenze gemeldet, daß zahlreiche türkische Irreguläre aus Bosnien und vom Schipkapasse desertirt seien und sich

an der serbischen Grenze ansammelten. Die serbische

Grenzbevölkerung, die bisher gegen den Krieg ge wesen sei, verlange jetzt dringend nach Militär und Waffen. Die Betheiligung Serbiens am Kriege ist denn auch jetzt als entschieden anzusehen. Der Beginn der Feindseligkeiten findet wahrschein lich um Mitte Dec. statt. Das Hauptquartier des Fürsten Milan geht am 7. Dec. nach Parat⸗ schin ab und am Andreastage soll die Unabhängig⸗ leit Serbiens proclamirt werden.

Rußland. Petersburg. Officiell aus Bogot, 25. Nov.: Gestern Abend um 6 Uhr nahmen die Colonnen des Prinzen Alexander von Oldenburg und des Flügel- Adjutanten Oberst Lubowitzky unter dem Obertcommando Dandeville's die befestigte Stadt Etropol ein. Die Türken flüchteten in großer Unordnung, von Dragonern verfolgt. Der Verlust der Russen war sehr unbe⸗ deutend. Die russischen Truppen mußten unglaub; liche Schwierigkeiten, welche ihre Ursache in der gebirgigen Gegend haben, überwinden. Die Halt⸗

ung der Truppen war jedoch über alles Lob erhaben.

ö ihrer Ermattung die Fliehenden, bis gegen 5 Uhr M Zwischen Nachmittags Letztere durch Nebel den

Mahmud Damat Pascha und dem provisorischen entzogen wurden.

Blicken Die Russen besetzten nunmehr

die schwer errungene Position. Differenzen ausgebrochen, welche möglicherweise zum Rücktritte des Ersteren aus dem Kriegsrathe

Officiell aus Bogot: Unsere Vorposten auf der östlichen Front werden fortdauernd gestört. Am 25. d. Morgens verdrängten zwei Tabors mit Artillerie und einem Regiment Cavalerie unsere Vorposten von Opaka und Epolomirzi, wurden jedoch durch Verstärkungen, welche aus Schüswaf herbeieilten, hinter Karalitz zurückgeworfen. An demselben Morgen verdrängten zwei Compagnien mit einer Escadron Cavalerie unsere Husarenposten bei Kroptscha. Um 11 Uhr Vormittags wurde unsere Husaren⸗Patrouille bei Kroptscha umzingelt, schlug sich aber durch. Auf dem Schipka⸗-Passe wüthet seit drei Tagen stürmisches Wetter.

Amerika. New Nork. Anderweitigen Nachrichten aus Mexiko zufolge wünscht der Prä⸗ sident Porfitio Diaz die Erhaltung des Friedens und hat Truppen abgesendet, um im Verein mit Unions Truppen dies zu ermöglichen.

Aus Stadt und Land.

Butzbach, 26. Nov. Gestern brannte es in der hie⸗ sigen Apotheke. Glücklicherweise enideckse man dies sofort, so daß der Brand zu einer weiteren Ausdehnung nicht gelangte.

Darmstadt, 27. Nov. Gestern Abend wollte ein Fuhrmann welcher 50 Centner Traubenzucker, die dem Weinhändler Gulhmaan geyören, in die Hofraithe des Schwiegervaters des Letzteren fahren, hatte dabei aber das Unglück, daß er das Hofthor und einen Theil der an⸗ grenzenden Mauer mit dem Wigen zusammeneiß, un er deren Trümmern ein gerade anwesendes Dienstmädchen begraben wurde. Dasselbe wurde total zerschmeitert und als Leiche bervorgezogen. Die 26jährige Unglückliche ist aus Ober-Ramstadt gebürtig und soll ein sehr braves Mädchen gewesen sein.

Darmstadt. Gegen eine Anzahl von jungen Burschen in dem benachbarjen Nieder⸗Ramstadt soll gerichtliche Unter⸗ suchung eingeleitet worden sein, weil dieselben in einer dorugen Withschaft die kirchliche Abendmahlsfeier nach⸗ ahmten und auf diese Weise die Einrichtungen der pro⸗ lestantischen Kirche verhöynt haben sollen. Verhält sich die Sache wirklich so, wie sie uns geschildert wurde, so dürfte die Rohheit den Burschen iheuer zu stehen kommen, da §. 166 des Polizeistrafgesetzbuchs u. A. bestimmt:Wer dadurch, daß er öffenilsch in beschimpfenden Aeußerungen; Gott lästert, ein Aergerniß gibt, oder wer öffentlich eine

wird mit Gefängniß bis zu drei Jahren bestraft.

der gchristlichen Kirchen oder eine andere mit Co porations- rechten innerhalb des Bundesgebiets bestebende Religions- Ducaten gesellschaft oder ihre Einrichtungen oder Gebräuche beschimpft, Ducaten e eee,

ltarken Besatzung wurden nur 7 Offiziere und 30 Mann gerettet; auch der Capitän kam um's Leben.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 28 Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1 2025, Eier per Stück 8 Pf.

Friedberg, 27. Nov Waizen M. 22.., Korn M. 18, Gerste M. 18.50, Hafer M. 14.16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfund.

Gießen, 27. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfund M. 1.1525, Eier per Stück 7 8 Pf., Tauben das Paar 60 Pf., Hühner per Stück 80 Pf., Hahnen per Stück 70 Pf, Enten M. 1.90, Gänse per Pfd. 52 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 6.60. 0

Frankfurt, 26. Nov. Der heutlge Viehmarkt war nur in Hämmel und Schafen gut befahren. Angetrieben waren 360 Ochsen, 150 Kühe, 200 Kälber, 6 700 Hämmel und Schafe, die Preise hiefür hatten etwas angezogen. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. 73. 75. 2. Qual. M. 68.70. Kühe 1. Qual.

M. 66. 68, 2. Qual. M. 5860 Kälber 1. Qual. M. 68.70., 2. Oual. M. 60.63. Hämmel 1. Qual.

M. 58.60., 2. Qual. M. 50 52. Schafe 1. Qual. M 5052, 2. Qual. M. 42 44. Frankfurt, 26 Nov. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1

M. 42. Nr. 2 M. 38, Nr. 3 M. 34., Nr. 4 M. 30.,

Nr. 5 M. 24. Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 25., vo. II.(Berliner Marke) M. 21. Waizen eff. hiesiger ab Bahnhof hier M. 23. 24., ab unserer Umgegend M 22. 23, do. fremder je nach Qual. M. 23. 25.

Korn je nach Qual. M. 17 18 OGerste M. 18. 24.

Hafer M. 13 17. stoblsamen M. 36. 37. Erbsen

M. 21. 24. Wicken M. 17. Linsen M. 21. 30. Rüböl, detail

M. 83. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht= 100 Kilo. Mainz, 26. Nov. Producten⸗ Markt. Nov. M 22.65, per März M. 22.. Korn per Nov. M. 15.35, per März M. 15 30. Hafer per Nov. M. 15.35, per März M. 15.35. Rüböl per Ma! M. 37.75.

Waizen per

D. Frankfurt a. M., 27. Nov. Abgesehen von den politischen Verhälinissen, die weder im Westen noch im

Osien Europa's erfreulicher Naur sind, ist es haupisäch⸗

lich der in der Ultimol quidation hervortretende Sfücke⸗ üverfluß, weicher als Ursache der heutigen malen Tendenz zu bezeichnen ist. Das Feblen einer kräftigen Contremine, welche sonst durch ihre Deckungskäuse vor Ultimo das Niveau der Course befefligte, machte sich ziemlich stark bemerklich und andererseits hält sich auch die Haussepartei aus Mangel an Anregung sehr resecvirt, woraus natür⸗

lich ein Abbröckeln der Course resultiren muß. Was die

Haltung der auswärtigen Börsen anbettifft, so bekundeten Berlin, sowohl als Wien anfangs eine feste Haltung. Man folgte indeß hier den späteren nachgebenden Berliner Notirungen und schlossen daher die meisten Spekulations⸗ werthe unter ibrer E⸗öffnungsnotiz. Creditactien bewegten sich zwischen 175 175 ½173½ und 174, Stagtsbahn⸗ aclien 219219½ 218 und 219. Lombarden notirten 66. Von ausländischen Fonds österr. Goldrente fest, Silber⸗ rente ½0/ besser, Papierrenie etwas matter. Ungarische Schatzvons I. Em. gaben erheblich im Course nach, II. Em. behauptet. Ungariche Goldrente war à 78½ é im Umsatz. Neue Russen à 765¾ gefragt. Anlehensloose schwächer. Oesterr. Babnen waren zum Theil eiwas niedriger. Galizier gingen zu 206½ und 205 um. Elisabeih ½ fl. höher. Oeslerr. Prioruäten preishaltend. Banken eher matter⸗ Wechsel theurer, London schwächer. Privatdieconio 3/0.

Geld Cours. Frankfurt am 27. November 1877.

20 ⸗Frankenstückee Mk. 16 2125 Englische Sovereigang s 20 3742 Russische Imperiales[ 16 6873 Holländische fl. 10 Stücke 16 65 G. nn

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Dollars in Gold 0 417220

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Mainz, 24. Nov. Heute Nachmittag 4 Uhr stürzten an einem Neubau in der Neustadt 5 Dachdeckergehelsen von dem Gerüste. Der Zusammenbruch des Gerüstes soll

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