2 ö . etubeck
Weinel.
abgegeben.,
* Michel, 314
.
. —
* en
*
*
2
Wee —
Oberhessisch
M 140.
er Anzeiger.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Donnerstag den 29. November.
Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Areis Friedberg.
r——
Fur den Monat Dezember kann auf den„Oberhessischen Anzeiger“ bei der Verlags⸗Expedition mit 34 Pf., bei den Poststellen mit 50 Pf. abonnirt werden.
A itt tiicher Theil. Betreffend: Die Erhebung und Verrechnung der allgemeinen evangelischen Kirchensteuer für 1876. U Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Nach pos. 5 des Amtsblatts Großherzoglichen Ministersums des Innern vom 3. Mai laufenden Jahres, welches wir Ihnen durch Amtsblatt
vom 11. Mai laufenden Jahres Nr. 10 mitgetheilt haben, sollen die Gemeinde-Einnehmer, sobald die Gemeinderechnung gestellt worden
ist, Abschriften der die evangelische Kirchensteuer betreffenden Rechnungseinträge fertigen, und diese Abschriften, nachdem dieselben von der Bürger meisterei als mit der Rechnung in Uebereinstimmung stehend, bescheinigt sind, an den Rechner des Central Kirchenfonds einsenden. Da nach Mittheilung Großherzoglichen Ober Consistoriums vom 14. laufenden Monats die fraglichen Abschristen bis zu diesem Tage aus einer größeren Anzahl von Gemeinden des Kreises für 1876 noch nicht eingereicht waren, so geben wir Ihnen, insoweit der fraglichen Auflage noch nicht entsprochen worden ist, auf, die Gemeinde-Einnehmer an die unverzügliche Erledigung der Eingangs erwähnten Vorschrift zu erinnern, etwaige Anstände indessen sofort und spätestens binnen 14 Tagen anher anzuzeigen. Dr. Braden.
Betreffend: Die Sonntagsfeier, hier die Ausführung des Art. 228 des Polizeistrafgesetzbuchs.
Friedberg am 26. November 1877.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Es sindd Klagen darüber bei uns eingelaufen, daß von Schankwirthen vielfach Contessionen zur Geast wirthschaft lediglich zu dem Zweck
eingeholt würden, um die im Art. 228 des Polizeistrafgesetzes enthaltenen Vorschriften zu umgehen.
Dem gegenüber machen wir Sie darauf auf—
merksam, daß Concessionen zu Ga st wirtbschaften, abgeseben von den im§. 33 der Gewerbeordnung verzeichneten Erfordernissen, nur ertheilt werden können, wenn der Nachsuchende mindestens eine mit einem Gastbette versehene Freistube und disponible Stallung für zwei
Pferde besitzt.
Sie wollen dieser Vorschrift bei allen künftigen Gesuchen um Concession zu Gast wirthschaft besondere Aufmerksamkeit zuwenden,
vor allem aber uns in jedem Falle Vorlage machen, wenn eine solche Concession lediglich zur Umgehung der vorerwähnten Gesetzes bestimmung von
dem Inhaber derselben ausgenutzt wird.
Dr. Braden.
An die Großh. Bürgermeistereien in den Großh. Distriktseinnehmereien Friedberg und Nieder-Wöllstadt.
die 9 25 Friederg den 27. November 1877.
Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden durch die Schelle bekannt machen zu lassen, daß die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen für Periode 1877 bis zum 15. December dieses Jahres an den Zabltagen Dienstags und Donnerstags ohne Mahnung anher geschehen kann.
Großherzogliche Distriktseinnehmereien Friedberz und Nieder Wöllstadt.
Weigel.
Nieß.
Deutsches Reich. Darmstadt. Wir haben kürzlich mitgetheilt, daß der Thier schutzverein gegen die Verwendung der Hunde als Zugthiere agitire. längeren Aufsatze der Zeitschrift des genannten
wonach die Delegationen auf den 5. December nach Wien einberufen werden. — Der türkische Botschafter Essad Bey hat,
In einem seitdem er vor 14 Tagen in Pest anwesend war, densvertrags erlaubt hätte; die
den Grafen Andrassy nicht wieder gesehen. In
Gedanken einen bildlichen Ausdruck gebend, habe der Maschall geäußert, er habe einen Waffenstill— stand angeboten, der die Vorbereitung des Frie— ö Kammer habe darauf mit einer hestigen Kriegs-Erklärung geant—
Vereins ist darauf hingewiesen worden, wie türkischen Kreisen wird versichert, daß Essad weder wortet, die das Oberhaupt des Staats nicht an-
dringend es, im Hinblicke auf die zum Ziehen gar nicht eingerichtete körperliche Construction des
damals noch jetzt die Friedens-Vermittlung Oester- reichs nachgesucht habe, wie von anderer Seite
Hundes und die hieran sich knüpfenden grellen behauptet worden war.
1
1
9 1
beim Bundesrathe für eine baldige Abänderung
HOesterreich⸗ Ungarn. „Wiener Zeitung“ veröffentlicht kaiserliche Hand- screlben an Graf Andrassy, sowie die Minister-
Miß bräuche, sich empfehle, das Hundefuhrwerk ganz zu verbieten. in der zweiten Kammer demnächst ein hierauf ab- sielender Antrag eingebracht werden und ist dem selben bester Erfolg zu wünschen, damit diesem Unfug endlich einmal gesteuert werde.
München. An Stelle des erkrankten Mini- serial-Direktors v. Landgraf hat der König nun- mehr den Ministerial- Direktor von Riedel zum Finanzminister ernannt.
Stuttgart, 27. Nov.(Landtag.) Der Abg. Ober Staatsanwalt Lenz hat einen von 28 Abgeordneten unterstützten Antrag eingebracht, un Gesetz zu erlassen, das die Gemeinde Räthe trmächtigt, polizeiliche Straf- Verfügungen wegen Fälschung von Lebensmitteln 1c. öffentlich bekannt
zu machen. Sternberg, 22. Nov. Die mecklenburgische
Pest, 26. Nov. Bei Fortsetzung der Be—
Dem Vernehmen nach wird rathung des Entwurfs des Strafgesetzbuches be⸗
schloß das Unterhaus die Abschaffung der Hin— richtung durch den Strang und die Einführung der Guillotine.
— Der Szekler⸗Putsch stand dieser Tage vor dem obersten Gerichtshof zur Verhandlung. Das Ergebniß war, daß die Untersuchung gegen die Anstifter bezw. Theilnehmer zwar nicht eingestellt, aber auf freiem Fuß gegen die Beschuldigten fort— geführt werden soll. Daß in Ungarn Niemand mehr an irgend welches Ergebniß der weiteren Untersuchung glaubt, erhellt aus Bemerkungen, welche der„Pest. Lloyd“ an die Verhandlungen
vor dem obersten Gerschtshof knüpft.
— Von hier wird gemeldet, daß der britische Botschafter Buchanan ermächtigt sei, einen Meist— begünstigungs⸗ Vertrag abzuschließen.
Die dies
nehmen könne. Jede Conkession würde eine Capi⸗ tulation sein. Es sei für ihn eine Pflicht der Würde und der Ehre, seinen Posten im Kampfe und im Widerstande neuerdings einzunehmen,
— 26. Nov. Die Journale behandeln die Frage der Auflösung der Deputirten- Kammer. „Soleil“ äußert die Ansicht: durch die Auflösung würde die Lage noch mehr verwickelt, aber nicht gelöst werden. Die„République frangaise“ fordert auf das entschiedenste den Rücktritt des Ministeriums und die Einberufung des Congresses beider Kam- mern. Die Journale bestätigen, daß gegenwärtig die Frage erwogen werde, ob man den Senat ersuchen solle, sich offen zu Gunsten des Mini- steriums auszusprechen.
— Für die Wahl zweier lebenslänglicher Senatoren an Stelle der verstorbenen Marquis Franclieu und Lanfrey haben sich die Gruppen der Rechten auf Baron Lacey, gemäßigten Legiti— misten, und Ferdinand Barrot, Bonapartisten, geeignet. Die Wahl Dieser zu Senatoren wird
Ritterschaft beschloß, die Großberzoge zu ersuchen, bezügliche Declarations Ungarns sei bereits aus- die Majorität für die Kammer- Auflösung aber—
ö
pes Reichs ⸗Civilstands ⸗Gesetzes zu wirken im Sinne der Einführung der facultativen Civil-Ehe satt der obligatorischen.
Ausland.
Wien. Die
Prästdenten Fürst Auereperg und von Tisza,
gearbeitet.
Frankreich. Paris, 24. Nov. Der „Moniteur“ sagt, der Marschall Mae Mahon habe sich bei dem gestrigen Empfange im Elysée zu wiederholten Malen für die Rückkehr zur Politik des Widerstandes ausgesprochen und gesagt, daß er bei Bildung des neuen Cabinets sich von ver söhnlichen Absichten habe leiten lassen; ohne sich unterwerfen zu wollen, habe er sich zu einem Schritte der Nachgiebigkeit verstanden. Seinen
mals um zwei Stimmen vermehren. Fürst Hohen- lohe hatte am Sonntag Nachmittag auf dem aus- wärtigen Amte eine längere Besprechung mit dem neuen Minister Marquis Banneville.
— 27. Nov. Heute Nacht waren in ver- schiedenen Vierteln von Paris beleidigende und drohende Plakate gegen die Regierung angeschlagen. Gestern wurden mehrere Personen wegen Straßen— Lärms und aufrührerischer Rufe verhaftet.— „Figaro“ behauptet, sobald die Auflösung der


