Pest⸗ Der„Presse“ zufolge würde der un- garische Finanzminister zur Deckung der laufenden Ausgaben demnächst(abgesehen von dem füngst mit der Credit-Anstalt abgeschlossenen Vorschuß ⸗ Geschäft) eine Finanz Operation vornehmen, und zwar dem Vernehmen nach in Form einer schweben- den Schuld.
Frankreich. Versailles, 23. Febr. Deputirtenkammer. Laisant(Linke), stellte den Antrag, daß die militärische Dienstzeit auf drei Jahre herabgesetzt werde. Obwohl Seitens des Conseil ⸗Präsidenten Simon der Antrag bekämpft wurde, beschloß die Kammer doch die Jnbetracht— nahme desselben.
Großbritannien. London, 23. Febr. Im Oberhause kündigte Lord Stratheden für Montag die Vorlegung einer Resolution an, wo— nach Maßnahmen ergriffen werden sollen, welche geeignet seien, den Ausbruch von Feindseligkeiten in Europa zu verhindern, die Aufrechterhaltung der Verträge von 1856 so, pie solche 1871 er- neuert worden, zu sichern und die Wohlfahrt der der Pforte unterworfenen Völkerschaften zu fördern.
— Das Kriegsbudget für das nächste Finanz- jahr beziffert sich mit 14,538,700 Kstr., demnach werden im Vergleich mit dem Vorjahre 742,900 Lstr. weniger gefordert. Die Effeclivstärke der Armee wird zu 191,981 Mann angenommen.
Portugal, Lissabon. Die Regierung verbot die Einfuhr von Hornvieh aus England, Belgien und Deutschland.
Italien. Rom, 23. Febr. Sämmtliche Präliminar Bestimmungen zur Regelung von künftigen Conclaves sind festgesetzt und heute dem Papste vorgelegt worden; diese Bestimmungen be— rühren nicht das Wesen der Conclaves, modificiren aber die bisherige Förmlichkeiten vor dem Zu— sammentritt der Cardinäle.
Türkei. Constantinopel, 22. Febr. Heute fand ein außerordentlicher Ministerrath statt. In der hentigen zweiten Conferenz der serbischen Delegirten bei Sapfet Pascha, die drei Stunden dauerte, soll ein Einverständniß fast hergestellt worden sein. Die nächste Sitzung findet Sonn- abend statt. Es wird versichert, die Verzögerung der Ankunft der montenegrinischen Delegirten würde nicht eine förmliche Verlängerung des Waffenstill— standes nach sich ziehen, es seien indessen im Ein— vernehmen beiderseits Befehle ergangen, sich defensiy zu verhalten. a
— 23. Febr. Dem„National“ telegraphirt man von hier:„Will Rußland den gegenwärtigen Zustand bis Mai fortsetzen, so muß die Pforte losschlagen. In diesem Fall ist die Zurückberufung Midhat's gewiß. Der Brief Midhat's an den Sultan ist echt. Das Original befindet sich in den Händen Mahmud Damat's. Edhem bleibt vorläufig Großvezir.“ Die„Augsb. Allg. Zt.“ veröffentlicht dagegen eine Mittheilung aus Neapel vom 23. Febr., wonach das vom 4. Febr. datirte angebliche Schreiben Midhat Pascha's an den Sultan vollständig apokryph ist und nur tenten— ziöser Erfindung seinen Ursprung verdankt. Midhat habe dem Sultan stets in ehrerbietiger Weise ge— schrieben und an denselben auch nie seine Ent— lassung eingereicht, da er einen solchen Sckeitt mit Rücksicht auf die schwierige Lage des Staates als Landes⸗Verath betrachtet haben würde.
— 24. Febr. Heute hat die Schluß ⸗Redaction des serbischen Friedens-Protokolls stattgefunden.
. 24. Februar. Nach einer Meldung von „Havas“ wird heute das vollständige Einvernehmen zwischen Serbien und der Pforte erwartet. Die Serben acceptiren die letztbekannten Garantien, doch sollen die Punkte betreffs der Gleichberechtigung der Juden und die Bestellung eines bevollmächtigten Agenten Seitens der Türkei in der Convention nicht berührt werden. Zehn Tage nach der Ratification durch die Skupschtina würden die türkischen Truppen das serbische Gebiet räumen.
Numänien. Bukarest. Der Brüsseler „Nord“ veröffentlicht den Text einer Note Ru- mäniens an die Pforte vom 10. Januar, laut welcher an letztere das Ersuchen gerichtet wird, durch schriftliche Declaration sicherzustellen, daß
erwähnten Provinzen nicht mit einbegriffen sei. Wie der„Nord“ hinzufügt, sei die Note bis jetzt von der Pforte nicht beantwortet worden.
— 23. Febr. Eine Anzahl Türken, unter— stützt von türkischen Soldaten, erschien gestern auf der Insel Gouvanmei(?), woselbst sie plünderten. Ein denselben entgegengesandtes rumänisches De— tachement nahm 13 Mann, die auf frischer That ertappt wurden, gefangen, darunter einen Soldaten; ferner wurden zwei Türken getödtet, von denen der eine, ein Beamter aus Rustschuk, die Plünderung geleitet hatte.
Rußland. Kischeneff, 23. Febr. Nach in Odessa eingegangenen Nachrichten ist die Ein— fahrt in den Hafen von Balaklawa ohne vorher ergangene Anzeige den Schiffen untersagt. An der Küste zwischen Sukum-Kaleh und dem Fort Nikolai sind im Schwarzen Meere Torpedos gelegt; die russischen Lootsen sind angewiesen, herangehenden Schiffen das Fahrwasser zu zeigen.
— 23. Febr. Ueber den Pruth werden sieben Brücken geschlagen. Die Pontons für die Donau sind bereits abgegangen. Die rumänischen Be— hörden wurden davon verständigt, daß der Durch marsch der Russen nächstens erfolgen werde, Türkische Proviantdepots werden in Schumla und in Nisch centralisirt. Die Besatzung der Donau— festungen wurde abermals verstärkt.
Amerika. Washington, 23. Febr. Nachdem die Plaidoyers vor der Fünfzehner Com- missio; beendigt worden sind, wird letztere vor⸗ aussichtlich noch heute ihre Entscheidung über die Präsidenten-Wahl aussprechen.— Die Commission, welche über die Ausrustung einer neuen Nordpol⸗ Expedition und die Errichtung von Niederlassungen als Ausgangs Punfte von Polar- Forschungs⸗ Reisen in Berathung getreten war, hat einen günstigen Bericht erstattet.
— 24. Febr. In der gemeinsamen Sitzung beider Häuser erhoben die Demokraten Wider— spruch gegen die Entscheidung der Fünfzehner⸗ Commission, wonach die Wahlstimmen von Oregon Gunsten Hapes' gezählt werden sollen. Trotzdem wurde die Entscheidung bestätigt. Demnächst sprachen sich die Demokraten gegen die Gültigkeit der Abstimmung von Pennsylvanien aus.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Herrn Regierungsratih Dr. Btaden wurde von dem Kaiser der„Rothe Adlerorden“ 3. Classe verliehen.
—r— Friedberg. In der von dem„liberalen Wahlverein für den 2. Oberh. Reichstagswahlklreis“ ein⸗ berufenen Versammlung, welche am 22. d. M. in dem Steinbäußer'schen Garienfaale stattfand, wurden die Satz— ungen des Vereins berathen und, vorbehaltlich der Ge— nehmigung der Generalversammiung, vorläufig vereinbart. Nach§. 1 der Satzungen hat der Verein den Zweck„auf die Wähler des Kreises hinsichllich der Reichs- und Landes ⸗ Angelegenheiten durch Wort und Schrift auf— klärend und belehrend in freiheitlichem Sinne zu wirken und alle reichs- und staats feindlichen Be⸗ stirebungen zu bekämpfen.“ Für die Geschäftsführung des Vereins wurde als vorläufiger Vorstand C. Scriba, Advokat Seyd und C. Trapp gewählt und denselben das Recht zugestanden, sich durch Zuziehung geeigneter Kräste zu ergänzen. Die wichligste Aufgabe ist zunächst, Mit⸗ glieder an jedem Orte des Wahlkreises für den Verein zu gewinnen und dadurch einen festen Zusammenschluß aller Liberalen zu erreichen. Geringster Mitglieder beitrag sind 10 Pf. monatlich. Mögen an jedem Orte die Freunde der guten Sache bald zusammentreten, damit der liberale Wahlverein schon in Kurzem kräftig und ge⸗ nügend mit Mitteln versehen dasteht und zur Einberufung der Generalversammlung, welcher u. A. die endgültige Wahl des Vorstands obliegen wird, schreilen kann.
Offenbach. Der Plan des Baues einer stehenden Brücke über den Main schein! sich verwirklichen zu wollen. Nachdem der Bauunternehmer Holzmann von Frankfurt in der letzten Stablverordnetensitzung Pläne und Zeich⸗ nungen der Brücke und Kostenüberschläge über deren Aus⸗ führung an verschiebenen Stellen vorgelegt hatte, welche einer Commission zur Prüfung überwiesen wurden, fand eine Besprechung zwischen den Vertrelern der Propinzial⸗ Steuerdirektion in Kassel und dem Landrath, sowie dem hiesigen Bürgermeister und der städtischen Commisston stalt, um über das Projekt und dessen Aussührung weitere Berathung zu pflegen.
Dieburg, 24. Febr. Ein frecher Einbruch hat in der Muttergottes⸗Kapelle stattgesunden und befindet sich der muthmaßliche Thäter bereits in Haft. Mainz, 24 Febr. Die in Folge des Hochwassers unterbrochen gewesene Schifffahrt ist nunmehr nach Ab⸗
Allerlei. N Marburg. Der 51. Bericht der Oberhessischen Bibelgesellschaft dahier, vom Jahr 1876, ist im Druck er⸗ schieuen. Es sind 401(im Vorjahre 339) Bibeln aus⸗ gegeben und 1689 M. 79 Pi. vereinnahmt worden.
Hanau, 19. Febr. Gesiern Abend wurde in Oberau bei Aschaffendurg auf dem Boden dee dortigen Pfarthauses ein mii seinen Schwestern seither hier wohnendes Subject, Adam Sauer, sei vierzehn Jahren eine Zierde des Zucht- hauses, verhastet. Der Dieb hatie es bislang gewöhnlich auf katholische Pfarrhäuser abgesehen und bei der hier vorgenommenen Haussuchung wurde eine Masse Gegen⸗ stände gefunden, die darauf schließen lassen, daß man es hier mii demselben Subjecle zu thun hat, welches den . Z. gemeldeten frechen Einbruch im Pfarrhause zu Gloßkrotzenburg begangen hat. Bei der Verhaftung des ꝛc. Sauer soll eine große Summe Geldes bei demselben gefunden worden sein.
Stultgart, 23. Febr. Der„Schwäb. Merk.“ meldel aus Karlsruhe, daß Prälat Holtzmann daselbst heute ge⸗ storben ist.
Hüningen. Die künstliche Fischzucht, dieses Erzeugniß der Neuzeil, ist in steiem Fortschrut begriffen und Dank derselben füllen sich Flüsse und Teiche wieder mit den besten Fischarlen. Von den Fischzuchtanstalten dahier und zu Freiburg im Breisgau erhielt der deulsche Fischereiverein im abgelaufenen Jahre: 984,000 Salmeneier. Dieselven wurden wie folgt vertheill: Provinz Preußen 40,000, Pommern 61.000, Brandenburg 100,000, Schlesien 180,000, Hannover 170,000, Hessen-Nassau 164,000 und an die Rheinprovinz 126,000 Eier. Kleinere Bezüge von Fischeiern machte der Verein noch in Sachsen, zu Schwerin, Eutin, Kösen und Königsblück.
Berlin, 23. Febr. Gründer der Bank für Sprit- und Produkten Handel, Abel, Wrede und Genossen, hat heute das Kammergericht das in der ersten Instanz ergangene Er kenniniß bestätigt, wonach sämmtliche Angeklagte wegen Betrugs zu je sechs Monaten Gefängniß und 3000 Mark Geldbuße ver⸗ uriheilt sind.
Luzern, 24. Febr. Ein Pulver⸗Magazin, welches zum Zwicke der Arbeiten am Golthard⸗Tunnel errichtet war, in in die Luft geflogen, wodurch zwei Personen ums Leben kamen.
London. Ein neuer wüthender Sturm hat die englische Küste heimgesucht und vielen Schaden angerichiei. Die beiden Dampfer, welche die Regierung zur Aufsuchung der seit letztem Sturm vermißten sehr zahlreichen Fischer⸗ fahrzeuge aus Yarmouih aussandte, sind zurückgekehrt, leider unverrichteier Dinge.
Verloosung.
Nassauische fl. 25⸗Loose. Ziehung vom 1. bis 6. Febr. 1877. Die vollständige Ziehungsliste kann auf dem Bureau der Redaktion eingesehen werden.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 24. Febr. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war überfahren. Heu kostete je nach Qualitdt per Ceniner M. 4.50—6. Stroh per Ceniner M. 4—5.50, Butler 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1.10, 2. Qual. M. 1.—., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.20., 2. Qual. M. 1.10. Eier das Hundert gewöhnliche M. 5.—., ilalienische M. 7.—. Kartoffeln per 200 Zollpfund M. 5.—. Munz. 24. Febr. Producten-Markt. Wazzen per März 22.35. Korn per März 16.75. Hafer per März 16.70. Ruböl per Mal 36.95.
Marburg, 24. Februar. Wochenmarkt. Buttet tosteie pr. Pfund M. 1.30—40. Eier pr. Stück 5—7 Pl. Käse pr. Stück 9—12 Pi. Tauben pt. Stück 4050 Pf.
Literarisches.
Die Wellgeschichte in sangbaren Weisen von Karl Neopbilus und August Wagner(Königl. Musikdir. in Greisewald) können wir allen unsern geehrten Lesern wigen ihres guten Humors verbunden mit nützlicher Be⸗ lehrung aufs Angelegentlichste empfehlen. Preis 50 Pf. für das 1. Heft: Griechische Geschichte.
Geld: Cours. Frankfurt am 24. Februar 1877.
20-Frankenstücke. Mk. 16 28—32 Englische Sovereigns„ 20 37—42 kussische Imperiales„ 16 75—80 Holländische fl. 10-Stücke n.„ 16 65 G. Ducaten. 3 10 9 60—65 Ducaten al mareo. 1 9 64-69 Dollars in Gold* 416 19
Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Deblit des f
allein ächten Cölnischen Wassers
übertragen und empfehlen wir dasselbe
per Glas zu M. 1,50, „ J Dußend„„ 50, „ Dutzend 6,75
Die Exped. d. Anz. Wollene Hemden,
Rumänien unter die in der türkischen Verfassung
lauf des Wassers wieder eröffnet.
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