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Dienstag den 26. Juni.
M 73.
berhessischer Anzeiger.
Die Petitzetle. wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Aus dem Großherzoglichen Regierung
Amtlicher Theil.
sblatt ist zu publiciren:
Nr. 32. Sub 1. Bekanntmachung, die Eintheilung der Landwehr-Bataillons⸗Bezirke resp. der Kreise in Aushebungs- und Musterungsbezirke betreffend.
Fricoberg den 23. Juni 1877.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr Braden.
Betreffend: Die Wahlen der Gemeindevorstände.
Friedberg am 22. Juni 1877.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Wir machen Sie in Auftrag Großherzoglichen Ministertums des Innern vom 31. vorigen Monats, zur Ne. 12,335 von 1876, darauf auf merksam, daß dasselbe eine Sammlung der wichtigeren Entscheidungen über Gemeinderathswahlen auf Grund der Landgemeinde Ordnung gefertigt, welche von der Buchhandlung Großherzoglichen Staatsverlags zu 30 Pfennig bezogen werden kann.
Dr. Bra de
Deutsches Reich.
zur Erbauung einer stehenden Brücke über den
Darmstadt. Das Großberzogliche Regier- Main bei Offenbach zu bewilligen, ist die Aussicht
ungsblatt Nr. 31 enthält:
1. Bekanntmachung, die Abänderungen der Arzunci⸗ mitteltaxe betreffend.
II. Bekanntmachung, die Ausführung der Gefinde— Ordnung vom 28. April 1877 betreffend.
III. Uebersicht der für 1877 genehmigten Umlagen in den isr. Religsons⸗Gemeinden des Kreises Friedberg.
IV. Ertheilung von Erfindungspatenten.
V. Concurtenz⸗ Eröffnungen. Erledigt sind: Die Schulftelle zu Vadenrod, Gehalt 685 M. 71 Pf.; die 1. evangelische Schulstelle zu Neckar-Steinach, Gehalt 960 M.; die 1. evang. Schulstelle zu Westhofen, Gehalt 857 M. 14 Pf.; die Schulstelle zu Haarhausen, Gehalt 685 M. 71 Pf.; die Schulstelle zu Altenburg, Gehalt 800 M. Dem Fryrn. Riedesel zu Eisenbach fleht das Präsentationsrecht zu; die 2. Knabenschulstelle zu Michel⸗ stadt, Gehalt 942 M. 85 Pf., welcher bis zu 1371 M. 43 Pf. sieigt. Dem Grafen zu Erbach-Fütstenau steht das Präsentatlonsrecht zu; die 1. Diakonalsschulstelle zu Erbach, Gehalt 1658 M. 59 Pf. nebst freier Wohnung. Dem Grafen zu Erbach⸗Erbach steht das Präsentations— recht zu.
— Das Gr. Regierungsblatt Nr. 32 enthält:
I. Bekanntmachung über die Eintheilung der Land— wehr⸗Bataillons⸗Bezike, resp. der Kreise in Aushebungs⸗ und Musterunge⸗Bezirke.
II. Bekanntmachung, die Wahl der Geschworenen in der Provinz Rheinhessen für 1878 beireffend.
III. und IV. Bekanntmachung, die für 1877 ge⸗ nehmigten Umlagen in der Gemeinde Heusenstamm und in den Gemeinden des Kreises Erbach betreffend.
V. Dienstnachrichten. Seine Köuigliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: den Kammerdiener des verstorbenen Prinzen Carl, Dauch, zum Hofofficianten zu ernennen; dem eveng. Pfarramtskandidaten Schlosser gus Darmstadt die 2. Pfarrstelle zu Gießen zu übertragen; den Joh. Brück aus Erselden zum Kanzleidiener bei der Main⸗Neckar⸗Eisenbahn zu ernennen.
VI. Charakterertheilungen.
VII. Ruhestandsversetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: den Stations⸗ conttoleur zu Harburg, Zollinspector Mann, von dieser Stelle abzuberusen und mit Vorbehalt der Wiederanstellung in den Ruhestand zu versetzen.
Darmstadt. Am 20. Juni wurden die
Landgerichts- Assessoren Kösterus von Beerfelden nach Altenstadt und Wehner von Altenstadt nach Nidda versetzt.
Darmstadt, 21. Juni. Die Stadtverord— neten beschlossen heute einstimmig, die Bestrebungen gegen die Revision des Gesetzes über den Unter— stützungs⸗Wohnsitz zu unterstützen und mit allen Kräften dahin zu wirken, daß mindestens der gegenwärtige Zustand aufrecht erhalten werde. Aus den Details, welche gegeben wurden, ging hervor, daß seit dem Inkrafttreten des genannten Gesetzes sich die Ausgaben für Armen Unter- stützung dahier verdreifacht haben.
— Der seitherige Privatsecretär der Groß- herzogin Alice, Dr, Becker, ist interimistisch mit
uUucbernahme der Functionen eines Cabinetsdirectors
betraut worden. Offenbach. Durch den Beschluß des Kreis- tages zu Hanau, aus Kreismitteln keinen Zuschuß
auf Realistrung des Lieblings- Projektes der hiesigen läßlich der jüngsten Ereignisse auf dem orientalischen
Einwohner geschwunden, wenigstens für die nächsten Jahre. ob die beiderseitigen Staats-Regierungen im In- teresse der Hebung des Verkehrs aus Landes- mitteln Beiträge zu bewilligeß sich geneigt zeigen, was uns freilich auch sehr zweifelhaft erscheint.
Berlin. Das Kammergericht hat das stadt⸗
gerichtliche Urtheil, welches Guido Weiß wegen Majestäts Beleidigung durch einen Artikel über den Drei-Kaiser-Bund zu einer dreimonatlichen Festungshaft verurtheilte, bestätigt. Der„Reichs- Anzeiger“ schreibt: Die Zeitungs-Nachrichten, wonach zwischen der Staats- regierung und den Agnaten der Hessen-Philipps- thaler Linie über einen Vergleich wegen des sogenannten kurfürstlichen Hausfideicommisses Ver— handlungen schweben sollen, entbehren jedes that— sächlichen Anhaltes. Die Staatsregierung hat keinerlei Vergleichs⸗Vorschläge gemacht und ebenso⸗ wenig sind ihr solche von Seiten der Agnaten zugegangen.
— Die Minister Camphausen, Leonhard und Frank treten im Juli eine mehrwöchentliche Urlaubs- reise an, ebenso der Präsident des Reichskanzler Amts, Hofmann. Staatssecretär v. Bülow tritt seinen Urlaub Ende dieses Monats an und wird durch den wirklichen Geheimerath Philippsborn und die Legationsräthe Bucher und v. Radowitz vertreten werden.
Wilhelms hafen, 22. Juni. Das deutsche Panzer-Geschwader ist gestern Abend in Malta eingetroffen.
Gera. Staatsminister Harbou ist in Ruhe— stand versetzt, Geheimrath Beulwitz zum Staats- minister ernannt worden.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 21. Juni. Die Mobilisirungs- Gerüchte sind unbegründet. Nur soviel ist richtig, daß die an der dalma— tinischen und kroatischen Grenze stehenden Armee— korps, die höchstens 40,000 Mann stark sind, für alle Fälle in Bereitschaft gesetzt werden. Die Kosten hiefür können aus der laufenden Einnahme bestritten werden. Eine größere Finanzmaßregel wird nicht beabsichtigt, somit steht keinerlei Action unmittelbar bevor.
— 22. Juni. Im Abgeordnetenhause brachten Hofer und Genossen heute solgende Interpellation ein: Ist es richtig, daß von dem deutschen Reiche an Oesterreich-Ungarn die Anregung zu einem Schutz- und Trutz Bündnisse ausgegangen ist, wodurch der Ausbruch des kussisch-türkischen Krieges möglicherweise hintangehalten worden wäre? Bejahenden Falls, ist dasselbe mit Wissen und Willen der österreichischen Regierung abgelehnt
Vorerst wird der Versuch zu machen sein,
worden? Glaubt die österreichisch- ungarische Re— gierung, daß solche Ablehnung den Interessen der Monarchie entspricht? Gedenkt die Regierung an-
und besonders dem Montenegriner Kriegsschauplatze auf ein Festhalten der von ihr stets betonten Neu- tralität hinzuwirken, oder sind militärische Vor kehrungen in Aussicht oder bereits erfolgt?
— 22. Juni. Der in der heutigen Sitzung der ungarischen Regnicolar-Deputation vorgelegte Entwurf des zweiten Nuntiums hält bezüglich der Quote der Steuer-Restitutionen an den früheren Vorschlägen fest und beantragt die Entsendung des Subcomite's. Am Montag oder Dienstag wird das Nuntium der österreichischen Deputation zugestellt.
Schweiz. Bern. Das Schluß-Protokoll der Gotthardtbahn- Conferenz besagt: Die defini⸗ tiven Antworten der Regierungen über die Con- serenz-Beschlüsse müssen bis zum 31. Juli einlaufen. Im Falle die Antworten bejahend lauten, würden Deutschland, Italien und die Schweiz den Supplement Vertrag unterzeichnen. Deutschland würde von den nachzuzahlenden 10 Mill. Fres. jährlich eine fice Summe zum Baufonds zahlen.
Frankreich. Paris. Das„Journ. officiel“ veröffentlicht ein Decret, welches den Finanzminister zu der Veranstaltung einer Ausgabe von Schatz Obligationen mit langer Sicht ermächtigt. Diese Obligationen sollen auf 500 Frances lauten, 20 Francs in halbjährlichen Raten zahlbare Zinsen tragen und im Wege der Ziehung zurückgezahlt werden. Der Ertrag soll zur Einlösung der Verpflichtungen des Staats verwendet werden und die Ausführung von öffentlichen Arbeiten sicher stellen. Die Obligationen werden von heute ab zur Disposition des Publicums gestellt. Der Emissionscours ist 470. Die im Jahre 1870 creirten Schatzbons werden bei der Subscription in Zahlung genommen.
— Das Zuchtpolizei Gericht bestätigte das Erkenntniß erster Instanz gegen den Präsidenten des Pariser Gemeinde-Raths, Bonnet Duverdier, welches denselben wegen Beleidigung des Mar- schalls Mae Mahon zu 15monatlichem Gefängniß verurtheilte.
Versailles, 21. Juni. Senat. Bei Be- rathung des Antrags, betreffend die Auflösung der Kammer, weist der Minister-Prästdent, Herzog v. Broglie, auf die Fortschritte des Radikalismus hin und erklärt: Jules Simon war nicht mehr Herr der Majorität. Ihr Herr war ein viel Radikalerer, welcher Simon seinen Schutz ge— währte. Wenn es Simon gesiel, diesen Mann zum Berather zu wäblen, so gesiel das doch nicht dem Marschall Mae Mahon, welcher ein Recht habe, sich zu fragen, unter welchen Bedingungen er seine Gewalt seinem Nachfolger überliesern wolle, und sich in die Parteikämpfe zu mischen.


