Ausgabe 
25.1.1877
 
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1877.

Donnerstag den 25. Januar.

10.

Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Areis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für die

2

Monate Februar und März

kann auf denOberhessischen Anzeiger der Verlags-Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden.

bei

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Auefützrung des Gesetzes vom 6. Juni 1853, die Versicherung det Gebäude gegen Feuersgefahr

und die Vergütung der Brandschäden.

Friedberg den 22. Januar 1877.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Diejenigen von Ihnen, welche noch mit der Berichtserstattung in obigem Betreffs im Rückstande sind, werden dieran dei Meidung unangenehmer J. V. d. K.: Klietsch, Kreis- Assessor.

Verfügung erinnert.

Betreffend: Die Taubstummen⸗Statifiik im Großberzogtbum. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Ortsschulvorstände des Kreises. Wir sehen der Erledigung unseres Ausschreibens vom 2. vorigen Monats, Kreisblatt Nr. 145, unfehlbar binnen 8 Tagen enigegen.

J. V. d. K.: Klietsch, Kreis ⸗Assessor.

Friedberg den 22. Januar 1877.

Deutsches Reich. Darmstadt. Am 20. l. Mis, wurde der

nahmegerichtsstand zu beanspruchen habe. Das

Regierungs-Accesist Dr. von Schenck zu Schweins Materielle der Sache wird nunmehr vor dem berg zum Vorstand der Haus- und Staats-Archiv- Obergericht entschieden.

Direction ernannt Militärnachricht.

Berlin. DerReichs- Anz. schreibt: Einer

ausgesprochen, daß der Beschuldigte keinen Aus- Auch soll ein ungarischer landesfürstlicher Com⸗

missär bei der Nationalbank ernannt werden.

Die Constitutrung altkatholischer Gemeinden in Oesterreich ist fortan gesetzlich gestattet. Nur Formalitäten sind noch zu erledigen, aber der

Bonhard, Pr.-Lt. vom Meldung aus Constantinopel zufolge hat der deutsche principiell zustimmende Bescheid befindet sich be⸗

3. Inf. Reg. Nr. 117, mit Pension nebst Aue- Boischaster in Constantinopel, v. Werther, alle reits in den Händen des altkatholischen Pfarrers sicht auf Anstellung im Civildienst der Abschied Vorbereitungen getroffen, um nach der am 20. Jan. Dr. Lindner.

bewilligt. Maurer, Hauptm. zur Disp., zuletzt Battericchef im Art.-Corps, mit Pension der ub schied bewilligt. v. Alvensleben,

Major vom legen zu verlassen.

durch die Pforte erklärten Ablehnung der Con- ferenz-Vorschläge Constantinopel gleich seinen Col Werther, der auf dem Aviso

22. Jan. DiePol. Corr. constatirt, daß die Nachricht, der österreichische Botschaster Graf Zichy habe an dem zu Ehren der Deputation

2. Westf. Hus.-Reg. Nr. 11 und commandirt alsPommerania über Spra seine Reise zurückzu- der ungarischen Studenten in Constantinopel ver-

Adj. bei der Großh.(25.) Div., ein

seiner Charge verliehen. Gottschalk, Vicewachtm.

vom 1. Bat. 4. Landw. Reg. Nr. 118, zum Von den Conferenz- Bevollmächtigten wollte Marquis Sck.-Lt. bei der Res. der Traincomp. befördert. Salisburh als Erster abreisen, nach ihm Sir H. Elliot.

Bereits im Juni v. J. wurde in der

zweiten Kammer der Antrag auf Aufhebung der ist der Befehl eingetroffen, mit den zur Vervoll- Verordnungen vom 3. Februar 1797, 2. Marz ständigung, bezw. Verstärkung der Festung projec⸗ Der Antrag wtirten Befestigungs-Arbriten zu beginnen, und es

1786 und 18. März 1718 gestellt. geht dahin, die Kammer wolle die Regierung um

eine die genannten Verordnungen, soweit sich solche 3 weitere größere Vorwerke in Angriff genommen auf Baumbeschädigungen beziehen, völlig aufhebende, werden. eventuell doch um eine den Ausschlag auf die Ge- Millionen Thaler) wurden schon vor Jahren aus meindekassen in den zutreffenden Fällen verord nende den französischen Kriegs Entschädigungs-Geldern Der 4. Ausschuß bat bewilligt.

Gesetzesvorlage ersuchen. über diese Materie Bericht erstattet. Hiernach geht der Antrag des Ausschusses dahin, die Re gierung zu ersuchen, unter Aufhebung der genannten Verordnungen eine Revision der Gesetzgebung be züglich der Schadensersatzpflicht der Ortseinwohner bei boshaften Eigenthums beschädigungen eintreten zu lassen und desfallsige Vorlage demnächst dem Landtag zu machen. Ein weiterer von demselben Ausschuß erstatteter Bericht bezieht sich auf den im October v. J. eingebrachten Antrag, die Kammer wolle die Regierung ersuchen, eine ger stärkte Streuabgabe innerhalb der Grenzen des § 1 der Verordnung vom 3 Oktober 1848 durch die Forstbehörden aus den Domantalwaldungen veranlassen zu wollen. Der Ausschuß beantragt Zustimmung zu diesem Antrag.

Das socialistische Wahl-Comite macht durch Straßen Placate den Wählern Most's die Mit theilung, dag die soelalistische Arbeiter-Partei zu Darmstadt beschlossen habe, sich bei der bevor- stehenden Stich-Wahl der Abstimmung zu ent halten, da keiner der beiden Candidaten die In tertssen des arbeitenden Volkes vertreten könne.

22. Jan. Durch heute verkündigtes Ur- theil des höchsten Gerichtshofs wurde das bekannte Erkenntniß des Mainzer Obergerichts in der Unter- suchung gegen den Bischof von Mainz wegen Ver legung der Kirchengesetze aufgehoben und damit

legen beabsichtigt, wird wahrscheinlich gleichzeitig mit General Ignatieff von Constantinopel abreisen.

Ingolstadt. Wie derNbg. Corr. hört,

sollen in Folge dessen im kommenden Frübjahre

Die biezu erforderlichen Geldmittel(4

Straßburg. Zu den zwölf detachirten Forts, welche die neue äußere Befestigungs. Linie von Straßburg bilden, tritt als dreizehntes hinzu ein Fort, welches in der Nähe des Altenheimer Hofes erbaut werden soll. Es ist dazu bestimmt, die bedeutende Entfernung vom Fort Werder, welches bei dem Dorfe Graffenstaden am Rhein Rbone-Canal liegt, zu schließen und so gewisser⸗ maßen den Anschluß an den Rhein zu bilden. Auch ist man durch die Wabl des Forts an dieser Stelle in der Lage, den Rhein aufwärts unter Feuer zu halten. Wie man erfährt, haben nach Abschluß der Vorarbeiten die Erd-Arbeiten bereits begonnen, und das Fort soll, weil es in der Niederung liegt, einen breiten nassen Graben erhalten.

Ausland.

Oesterreich- Ungarn. Wien. Die Montags Revue meldet aus Pest: In unter richteten Kreisen wird das Zustandekommen eines Provlsoriums in der Bankfrage für wahrscheinlich gehalten. Die ungarische Regierung entschied sich für eine Vereinbarung wegen der Regultrung der Valuta, nach deten Durchführung eine selbständige ungartsche Bank errichtet werden soll. Bis dahin soll das Privilegium der Oesterreichischen National- bank verlängert, die Dotation derselben aber er höht und die Filtalen in Ungarn vermehrt werden.

anstalteten Fest-⸗Diner theilgenommen, vollkommen unbegründet seiz im Gegentheil wäre noch vor Ankunft der Deputation den türkischen Staats- männern gegenüber vollständig außer Zweifel ge

stellt worden, daß dieselbe von Niemaud ein Mandat

habe und nur ihre eigenen Privatpersonen vertrete. Dieser Standpunkt sei auch Seitens der öster reichisch- ungarischen Botschaft streng eingehalten worden. Höchst wahrscheinlich verließen die Ver treter der drei Nordmächte am nächsten Dienstag vereint Constantinopel.

Schweiz. Basel, 22. Jan. DenBasl. Nachr. wird aus dem Canton Tessin gemeldet, daß bei den gestrigen Wahlen zum großen Rath die Ultramontanen gesiegt haben, welche 67 Mandate erlangten, während den Liberalen nur 52 zu Theil wurden.

Frankreich. Paris. DerFrance zufolge follen die schwebenden Mißverständnisse mit Deutsch land größtentheils durch freundschaftliche Ausein- andersetzungen geebnet sein. Auch die übrigen Blätter führen eine gemäßigte Sprache.

DieFrance plaidirt eindringlich, gestützt auf politische und historische Argumente, zu Gunsten einer russisch-französischen Allfanz. Der Artikel wird seiner Inopportunität halber sehr getadelt und findet keinen Anklang. Die Republikaner befürworten striete Neutralität Frankreichs.

Lille. Die biesigen Blätter berichten über die erfolgte feierliche Eröffnung der biesigen katholischen Universität, die in der St. Katharinen- kirche vor sich ging. Die Cardinale von Cambrai und Mecheln, mehrere Bischöfe, der Abt von la Trappe und vielen Geistliche wohnten der Ceremonie bei, zu der sich auch die Gläubigen in bellen Schaaren eingefunden hatten.

Belgien. Brüssel, 21. Januar. Der Indep. belge zufolge haben die Spinnerei Arbeiter zu Loth unweit Brüssel die Arbeit ein- gestellt und sind in Folge dessen Ruhestörungen vorgekommen. Eine Abtzbeilung der Brüsseler Gendarmerie ist nach Loth abgesendet worden.