Entscheidung darüber, ob derselbe nicht den canoni- schen Kirchengesetzen zuwiderlaufe. Dem Ber⸗ nehmen nach stände die Ernennung von 2 öster · reichischen, 2 französischen, 4 italienischen und einem spanischen Cardinal bevor.
— In der Zeitung„Italie“ wird die Nach · richt französischer Blätter, die italienische Regierung habe die Erhebung der Regentschaft Tunis zu einem unabhangigen Fürstenthum vorgeschlagen, für absolut erfunden erklart. a
— 19. Jan. Der Kronprinz und die Kron · prinzessin von Italien richteten ein Belleidschreiben an den Prinzen Karl von Preußen.— Major Mamioni ist von Serbien, wo er als Mitglied der Demarkations-Commission verweilte, zurück, gekehrt und reist demnächst auf seinen Posten bei der diesseitigen Botschaft in Wien ab.— Die Deputirten Kammer setzte die General- Debatte über den Gesetz Entwurf, die Mißbräuche des Clerus betr., fort.
Türkei. Canstantinopel, 18. Januar. Die heutige Sitzung des großen Rathes, an welcher 200 Würdenträger theilnahmen, dauerte 3 Stunden und nahm folgenden Verlauf: Zunächst wurde ein Exposé der Vorkommnisse seit Beginn der Insurrection und der von den Mächten auf gestellten Vorschläge verlesen. Sodann entwickelte Midhat Pascha in langer Rede die türkischen Gegenvorschläge nebst einigen der Versassung nicht zuwiderlaufenden Concessionen, welche aus Ver⸗ söhnlichkeit bewilligt wurden. Midhat Pascha legte zugleich den Erust der Lage dar und berührte die in Aussicht gestellte Abreise der Botschafter und Conferenz-Delegirten. Nachdem der Großvezir hierauf noch auf den Krieg und dessen Schrecken, die Verschlimmerung der inneren Lage und die Unmöglichkeit, die erforderlichen Geldmittel auf: zubringen, hingewiesen hatte, schloß er mit den Worten: die Ottomanen sollen auf keinerlei Allianz rechnen. Hiernächst wurde mehrerseits, namentlich von den religibsen Chefs der Griechen und Armenier, die Verwerfung der Vorschläge der Mächte be— fürwortet. Nachdem Midhat Pascha noch wieder- bolt auf den Ernst der Lage und die traurigen Folgen des Krieges die Aufmerksamkeit gelenkt hatte, sprachen sich sämmtliche Anwesende ein- stimmig unter dem Rufe:„lieber Tod als Ent— ehrung“, für die Ablehnung der Vorschläge der Großmächte aus. An dem großen Rath nahmen 60 Christen Theil. Nachdem die Versammlung die Vorschläge der Mächte verworfen hatte, ent— schied dieselbe die von Midhat Pascha gestellte Anfrage, ob er trotz des ablehnenden Votums des Rathes mit den Mächten über die abgelehnten Punkte in weitere Verhandlungen eintreten könne, negativ und sprach sich dahin aus, daß lediglich die Verhandlung über die türkischen Gegen-Vor— schläge auf der Conferenz fortgesetzt werde! könnte.
— 19. Jan. Die„Agence Havas“ meldet: Es wird versichert, der Große Rath habe ver— langt, für den Fall, daß neue Grundlagen für ein Uebereinkommen vorgeschlagen würden, neuer— dings einberufen zu werden. Sehr bemerkt wurde die ablehnende Haltung der Christen im„Großen Rathe“ gegen die Vorschläge der Mächte. Der griechische und der armenische Patriarch, sowie der bulgarische Enarch wohnten der Berathung, angeblich wegen Unwohlseins, nicht persöunlich bei, allein ihre Delegirten sprachen sich für die Ab⸗ lehnung aus, ebenso der Groß-⸗Rabbiner. Vor Allen aber hielt der Delegitte des antihassunisti— schen Patriarchen eine sebr heftige Rede gegen die Vorschläge der Mächte; der armenische Dele— girte, welcher gleichfalls gegen dieselben protestirte, war der Einzige, welcher Vorbehalte machte. Die Hassunisten waren nicht vertreten, der lateinische Bischof nicht zugezogen. Die meisten Ulema's verhielten sich stillschweigend.— Mehemed Ruschdi Pascha wurde zum Minister ohne Portefeuille ernannt.
— 20. Jan. In der heutigen Sitzung der Conferenz verlas Sayfet Pascha eine Note, worin erklärt wird, daß sich die Pforte über gewisse Detallounkte mit den Mächten verständigen könne. Die Frage der Ernennung der Gencral Gouver—
gangen, dagegen bezüglich der einzusetzenden Ueber- wachungs⸗ Commisston vorgeschlagen, daß eine „Local Commission“ zu wählen sei, welche unter dem Vorsitze eines türkischen Functionärs tage. Bezüglich Serbiens und Montenegros soll die
dung überlassen werden. Nach Verlesung der Note constatirte Lord Salisbury, daß, da die Pforte sich weigere, die von den Mächten gefor- derten zwei Garantien für die Ausführung der Reformen, nämlich den vorgeschlagenen Modus der Ernennung der Gouverneure und die Organisfirung einer wahrhaft unabhängigen Control-Commission zu bewilligen, kein gemefinsamer Boden mehr für die Verhandlung vorhanden zu sein scheine und die Conferenz sich daher als geschlossen betrachten müsse. In gleichem Sinne sprach General Ignatieff, indem er ebenfalls die Vorschläge der Pforte für unannehmbar erklärte, die Verantwortlichkeit, welche auf letztere zurückfalle, hervorhob und schließlich der Hoffnung Ausdruck gab, die Pforte werde fortan nichts gegen Serbien und Montenegro unternehmen und die Lage der christlichen Bevöl— kerung zu berücksichtigen wissen. Nach diesen Er klärungen ging die Conferenz auseinander, da die Arbeiten ihr Ende gefunden batten. Ignatieff und Salisbury werden Montag, die anderen Bevoll— mächtigten im Laufe der nächsten Woche abreisen.
Rumänien. Bukarest. Hier wurde dieser Tage in geheimer Kammersitzung über die Haltung Rumäniens im Kriegsfall berathen. Die Majorität hat jedwede Theilnahme an der Action abgelehnt.
Rußland. Petersburg, 18. Jan. Die Verhandlungen mit der Pforte sind gänzlich ab⸗ gebrochen. Die Mobilisirung der ganzen russischen Armee ist beschlossen.— Aus Rybinek wird ge— meldet, daß dort 15 Handlungshäuser fallirt haben.
— 20. Jan. Die neuesten Nachrichten melden eine Verschlimmerung des Zustandes dee Groß— fürsten Nikolai. In Kischineff sind Befürchtungen um dessen Leben verbreitet.
— Die Nachricht auswärtiger Zeitungen, wo— nach Fürst Gortschakoff anläßlich des voreussicht— lichen Scheiterns der Conferenz ein Rundschreiben an die Regierungen der Großmächte gerichtet haben soll, wird von bestunterrichteter Seite als voll— kommen erfunden bezeichnet. Mit diesem Dementi wird die Bemerkung verbunden, daß äberhaupt in den letzten Wochen keinerlei besondere Circular Notification an die Vertreter Rußlands im Aus- lande bezüglich der orientalischen Frage oder der Conferenz ergangen sei. Die Meldung über den ablehnenden Beschluß des großen Rathes zu Con- stantinopel liegt auch hier vor, jedoch noch nicht in officieller Weise. Erst nach der offictellen Mit- theilung wird über die demnächst von Rußland zu treffenden Maßnahmen seitens des Kaisers Ent- schließung gefaßt werden. Hiervon unabhängig ist die eventuelle Abreise des Generals Ignatieff zu— sammen mit den anderen Bevollmächtigten und seine Vertretung durch den russischen Geschäftsträger.
Amerika. Washington, 19. Januar. Nach einem dem Congresse vorgelegten Gesetz— Entwurfe soll ein Tribunal, bestehend aus je fünf Mitgliedern des Senats, des Repräsentantenhauses und des obersten Gerichtshoses, eingesetzt werden, um über die Gültigkeit der für die Bundes- Präsidenten-Wahl abgegebenen Stimmen zu ent— scheiden. Diese Entscheidung soll eine definitive sein und nur durch gemeinsamen Akt beider Häuser umgestoßen werden können. Der Antrag fand, abgesehen von der extremen Partei, die beifälligste Aufnahme und gilt daher als Beweis für die Absicht des Congresses, durch eine rasche Ent⸗ scheidung die öffentliche Besorgniß zu zerstreuen.
New Mork, 20. Jan. Der Stamm der Sioux Indianer, welcher neuerdings Feindselig⸗ keiten gegen die Truppen der Union unternommen hatte, ist auf kanadisches Gebiet übergetreten.
Aegypten. Alexandria. Der Feldzug, welchen die viceköniglichen Truppen im vorigen Jahre gegen Abessinien führten, hat bekanntlich zur Folge gehabt, daß mehr als ein Drittel der ägyptischen Armee aufgerieben wurde, aber er
neure wird in der Note mit Stillschweigen über—
Regelung der streitigen Fragen späteter Enkschei⸗
der Streitfragen zur Folge gehabt, welche zwischen Aegypten und Abessinien von Alters her bestehen. Die Wiederaufnahme des Krieges war also nur eine Frage der Zeit und neuestens ist sie sogar unmittelbar drohend geworden. Ziemlich allgemein hält man
es für ausgemacht, daß der Feldzug im künftigen Monate beginnen werde. Es geschehen
wenigstens in Kairo und weiter im Innern des Landes Rüstungen und schon bezeichnet man namentlich die Truppentheile, welche bestimmt sein sollen, an die abessinische Grenze abzugehen, um die Trümmer jeres Armee-Corps zu verstärken, das seit dem Ende des vorigen Feldzuges noch immer dort lagert.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Im hiesigen Bürger-Hospftale wurden im Jahre 1876 hundert und sechs und dreißig Kranke mit 3126 Pflegtagen verpflegt, und zwar 22 Stabtarme mit 1138, 72 Mitglieder des Krankenvereins mit 829, 13 Privatpersonen auf eigene Kosten mit 334, 28 Ortofremde mit 820 und 1 Soldat mit 5 Pflegtagen. Außerdem haben die Schwestern in der hiesigen Stadt in 17 Fällen mit 39 Nachtwachen Hilse gebracht.
Pfungstadt, 19. Jan. In dem bekannten Hilde⸗ brand'schen Etablissement hat sich ein Braubursche in dem großen Wasserteservoir ernänkt.
Oppenheim. Pfarrer Graf in Weinolsheim hat es trotz seiner Verurtheilung vor dem Mainzer Bezirks⸗ Gerichte duichgesetzt, daß seine ganze Gemeinde eine Bitt— schrist an das Ministerium des Innern gerichset hat, damit ihm die entzogene Besugniß zur Ertheilung des Religions- Unterrichts in seiner Pfarrei wieder eingeräumt werde.
Ebersheim. Hier kam es gelegentlich der Reichs— tagswahl zu starken Excessen. Am 18. Abends nach der Wahl, nachdem die Gendarmerie wieder abgezogen war, schoß ein fanalischer Bösewicht in das erleuchtete Fenster eines Istaeliten Namens Simon, traf jedoch nur die Pelroleumlampe, welche zersprang, wobei das brennende Oel in die Kleider der dabei sitzenden Tochter des S. floß und dieselde in Brand steckte. Das Mädchen liegt an schweren Brandwunden darnieder. Hoffentlich wird dieses ruchlose Attentat seiner Strafe nicht enigeben.
Allerlei.
Gladbach, 16. Januar. Ein schreckliches Bahn- Unglück hat sich heute Nachmittag hier ereignet. Der gegen 3 Uhr hier von Düsseldocf aus eintreffende Personenzug lief durch ein Versehen des Weichenstellers statt in das erste, in das fünfie Geleise, in Folge dessen ihm eine Nangir-Maschine in die Flanke suhr. Ein Postwagen und zwei Personenwagen wurden erheblich, ein Personenwagen geringer, der Tender der Rangir-Maschine ebenfalls erhebilch beschädigt. Dadurch, daß die Rangir⸗Maschine den Per⸗ sonenzug streiste, wurde der letztere an der betreffenden Selle der Länge nach vollständig aufgerissen, und an dieser Seite kamen auch die bedeulendsten Verletzungen vor. Der Inhalt des Postwagens lag zerstreut umber, wurde aber in Sicherbeit gebracht, u. A. wurden auch 1400 Mark vaares Geld, die durch das Platzen des Beutels zerstreut umherlagen, vollständig wieder zusammengeschafft. Menschen⸗ leben sind glücklicher Weise bis jetzt nicht zu beklagen, wohl aber wurden 15 Personen mehr oder weniger stark verletzt.
Berlin. Seit Donnerstag Nachmittag ist in Berlin, Hamburg und Bieslau der Ausbruch der Rinderpest con- stauirt; die erforderlichen Maßregeln behufs Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche sind bereits seitens der Velerinärpolizei angeordnet.
Wien 19. Jan. Auf der Sübdbahnstrecke zwischen Steinbrücken und Römerbad hat in der Nacht eine starke Erd-⸗Abrutschung siangefunden, wodurch der San⸗Fluß verschünnet ward und eine Stauung desselben eintrat. Weitere Unfälle sind nicht zu beklagen.
New-Mork. Wie gemeldet wird, sind durch das Aufbrechen des Eises auf dem Ohio und seinen Neben⸗ flussen plötzlich Hochfluthen eingetreten, wodurch in Pitts⸗ burg große Verheerungen verursacht wurden. Sieben Dampfer, 400 Kohlenbarken und andere Fahrzeuge erlitten Schifforuch. Der Schaden wird auf 2 Millionen Dollars veranschlagt. In Cincinnati wurde Schaden in der Höhe von 400,000 Dollars angerichtet. Großes Unheil wird auch aus sast jeder Stadt bis zur Mündung des Ohio hinunter gemeldet. Hunderte von Schiffen wurden in ungeheuren Massen von Treibeis, die zehn Meilen in der Stunde zurücklegten, den Fluß binunter getrieben.
Verloosung.
Badische fl. 35⸗Loose von 1845. Gew.⸗Ziehung vom 31. Deebr. 1876.— Heimzahlung am 1. April 1877. Nr. 59876 67997 83420 45 136147 204105 237772 96 312162 37833 àx M. 1714.29. Nr. 4851 51 55 57 60 62 64 6˙5⁶ 70 71 73 75—78 80 81 83 86 87 89 91 94—97 99 900 12651 52 58 60 62 67— 69 72—78 82 85 89 91 95 96 98— 700 18751 53 57 61 66-68 70—72 76 80 81 84—86 90 92 94 97-99 57001 2 4 6 9—11 13 14 21—23 25 26 28 29 31 33 81 39 41 44 48—50 59854 55 59 61-63 67 68 71—74 80 82 85 86 89—91 95 97 66002 5 7—13 16 18 22 25 27 31 32 35 40 41 43 45 48 67956—58 62 63 65 67-73 76-80 83-85 87-91 94 96 98
hat keineswegs die Beilegung oder Austragung
99 73001 6—8 10 1113 17—20 22 25 26 31-35 37 38 40 42-44 46 50 890002 6 8—16 23—27 29
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mittel oder] so tar in a tin u Att
spüle Tulpe spuͤle
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Doch könn erst schir zwe Repa nöthi die brenn dem strut tagt diel stürt Lamm ist ee Doch gena leum alte, durc die


