einer zwölfwöchigen Landestrauer zu hart sei, weil durch die Einstellung der öffentlichen Lustbarkeiten der Erwerb zahlreicher Geschäfte schwer geschädigt werde. Die Beschwerde beruht lediglich auf einem Mißverständniß. Nach den zur Ausführung der Bekanntmachung wegen der zwölfwöchigen Landes- trauer an die Behörden ergangenen Instruktionen ist die Einstellung der öffentlichen Lustbarkeiten auf ausdrückliche Anordnung Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs nur für die ersten vierzehn Tage der Landestrauer bestimmt; das Trauer- geläute findet während der ersten vier Wochen der Landestrauer statt; für die ganze Zeit der Landestrauer haben die officiellen Anordnungen lediglich Bezug auf die Amtskleidung der Behörden.
— 18. Juni. Der Kronprinz des deutschen Reiches ist heute Nachmittag mit dem Großherzog von Baden nach Karlsruhe abgereist. Auch die anderen zu den Beerdigungsfeierlichkeiten hier an- wesenden fürstlichen Personen sind wieder abgereist.
— 19. Juni. Die erste Kammer hielt eine Sitzung und nahm eine Adresse an den Großherzog an, in welchem sie demselben ihr Beileid aus- spricht und ihre Anhänglichkeit versichert. Morgen wird die zweite Kammer zu gleichem Zwecke eine Sitzung halten.
— 18. Juni. Oberhaus. Berathung der Begräbniß⸗Bill. Der von Harversby beantragte, von der Regierung bekämpfte Artikel, wonach bei Leichen⸗Begräbnissen nur die Leichen Feierlichkeit nach dem anglikanischen Ritus zulässig sein solle, wurde mit 127 gegen 111 Stimmen angenommen. Das Oberhaus votirte demnach mit einer Majo⸗ rität von 16 Stimmen gegen das Ministerium, Auf den Antrag Richmonds wurde die Vertagung der weiteren Berathung beschlossen, damit die Regierung die Frage in Erwägung ziehe.
Türkei. Constantinopel, 17. Juni. Niksic wurde gestern durch 3000 mit Lebensmitteln bepackte Pferde verproviantirt,
— 18. Juni. Die ägyptischen Truppen sind nach Varna abgegangen. Der Sultan empfing gestern Hassan Pascha, der demnächst den Befehl über die ägyptischen Truppen übernehmen wird. Derwisch Pascha ist heute nach Batum abgereist. — Am Mittwoch findet der Schluß der Kammern statt.— Eine Depesche Mukhtar Pascha's vom 16. d. M. signalisirt ein Gefecht in der Nähe von Alaschkert.
Rustschuk, 18. Juni. In letzter Nacht wurde auf dem jenseitigen Ufer eine größere Be— wegung starker russischer Truppenkörper wahrge-
Berlin. Der„Reichs Anz.“ publieirt den vom Fürsten Bismarck gegengezeichneten kaiserlichen Erlaß, betreffend die Aufnahme der Reichsanleihe im Betrage von 77,731,321 M. Die Verzinsung erfolgt mit 4 pCt. am 1. Apeil und 1. October. Die Schuldverschreibungen lauten auf 200, 500, 1000, 2000, und 5000 M.
— 18. Juni. Die Besetzung der Stellen von ordentlichen Mitgliedern des Reichs- Patent⸗ Amts ist der„National⸗Zeitung“ zufolge nun— mehr zum Abschluß gebracht, und besteht letzteres sonach aus dem Ministerial- Director Jacobi als Vorsitzendem, sowie den ordentlichen Mitgliedern Geheimräthen Nieberding, Müller und Hagens. Als außerordentliche Mitglieder sind bereits Werner, Siemens und der Professor der Chemie Hofmann gewonnen.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Ein Schreiben der„Pol. Corr.“ betont, daß die Reise des Fürsten Milan nach Plojesti lediglich auf Rechnung seiner ureigensten Initiative komme. Der Zar habe seine diesbezüglichen Anfragen zweimal negativ beschieden. In der serbischen Frage stehe Oesterreich Ungarn allein das große entscheidende Wort zu. Serbiens wegen werde Rußland es nicht auf die Erkaltung seiner guten Beziehungen zu Oesterreich ankommen lassen. In dem Augenblicke, wo die russischen Armeen mar— schiren, hat Serbien seine Rolle auf der Balkan— Halbinsel ausgespielt.
Frankreich. Paris, 18. Juni. Die Commission des Senats zur Berathung über den Vorschlag wegen Auflösung der Deputirtenkammer ist nunmehr gewählt worden. Da von den Bureaux des Senats sechs zu Gunsten der Rechten und nur drei zu Gunsten der Linken sino, so ist dem- zufolge die Majorität für die Auflösung so gut wie sicher.
Großbritannien. London, 18. Juni. Unterhaus. Bei der Special-Debatte des Marine— Budgets widerlegte Hunt, erster Lord der Admi— ralität, indem er die Anfrage Göschens beant— wortete, die beunrahigenden Aeußerungen der „Times“ über die nach dem Muster des„Inflexible“ gebauten Panzerschiffe und behauptete, der„In- flexible“ sei im Stande, drei Torpedostöße aus zuhalten. Der gegenwärtige Krieg lehre, daß die Torpedos nicht so gefährlich seien, als angenommen wurde. Die von Rußland und der Türkei be— nutzten Torpedos seien England seit Jahren be— kannt. England sei in der Wissenschaft, Kenntniß und Herstellung der Torpedos allen Ländern weit voraus. Die Vertheidigung gegen Torpedos mittelst Fischernetzen werde von der Admiralität! aufmerksam erwogen. Die Fisch⸗Torpedos könnten von Schiffen jeder Art lancirt werden und liege deshalb nicht die Absicht vor, viele Torpedoboote bauen zu lassen, da dieselben seeuntüchtig und nur für Hafenschutz zu verwenden seien. i
nommen, welche von Giurgewo gegen Slabbosta, das erste Dorf stromaufwärts, vorrückten. Die Bewegung begann Abends sieben Uhr und dauerte bis Mitternacht.
Montenegro. Cettinje, 17. Juni. Mehemed Ali Pascha ist mit 15,000 Mann bei Vassojevich am 15. Juni nach einem sehr heftigen Kampfe vollständig geschlagen. Vier heftige An— griffe der Türken zwischen Spuz und Danilowgrad wurden von den Montenegrinern kräftig zurückge— wiesen. Letztere haben die Türken verfolgt und diese sich eiligst nach Spuz zurückgezogen. Der Verlust der Türken wird auf 2000 Todte ange— geben. Die Montenegriner verloren 115 Mann Todte und Verwundete,
Rumänien. Bukarest, 17. Juni. Der Fürst von Serbien ist hier eingetroffen und von den Ministern Bratiano und Cogalniceano am Bahnhofe empfangen worden. Der Fürst von Rumänien verweilte gerade bei dem Kaiser von Rußland und konnte daher den Fürsten Milan nicht mit empfangen, stattete jedoch Letzterem so— gleich nach des Kaisers Abreise einen Besuch ab, welcher vom Fürsten von Serbien demnächst erwiedert wurde. Ristic hatte eine einstündige Besprechung mit Fürst Gortschakoff, welcher den Rath ertheilte, Serbien möge in seiner Neutralität verharren. In diesem Falle könne Rußland seiner Zeit für Serbiens Interessen wirken. Der Zar hat den Fürsten Milan sehr wohlwollend empfangen, ließ jedoch die Frage einer etwaigen Betheiligung Serbiens am Krieg unberührt.
— Der„D. M. Z.“ zufolge hätten die Ver- treter Rumäniens bei Ueberweisung der Circular— Note des Ministers Cogalniceano vom 3. Juni hinsichtlich der Unabhängigkeit Rumäniens den Großmächten gegenüber die Forderung aufgestellt, daß Rumänien keinen Falls gezwungen werde, in sein altes Verhältniß zum Sultan zurückzukehren und daß als Princip anerkannt werde, die Unab⸗ hängigkeit Rumäniens bilde ein Friedens-Element für den Orient. Aber keine Macht, selbst Ruß- land nicht, habe eingewilligt, diesem Ideengange näher zu treten, und somit hätten die rumänischen Agenten nach Bukarest die Anzeige gerichtet, daß es nicht gelungen sei, günstige Erklärungen zu erzielen.
— 17. Juni. Gestern haben die Türken von Akpalanka aus eine vorschreitende Bewegung ver— sucht. Die Rumänen wurden dies von Linperieni bei Kalafat aus gewahr und zwangen durch das wohlgezielte Feuer ihrer Batterien die Türken zum Rückzuge.
— 19. Juni. Der Präsident der Kammer, Rosetti, hat seine Demisston gegeben, mit der Erklärung, daß er mit den Ideen und dem Vor— gehen der Kammer nicht mehr übereinstimme. Die Demission wurde einstimmig abgelehnt. Ro- setti bestand zwar auf seiner Demission, allein
Krajowa, 16. Juni.
Turn-Magurelli 10,000 abmarschirt. In Turn- Severin und Umgebung ist Seitens des Kriegs- ministers die Ankunft von 12,000 Mann angemeldet, für welche die Behörden Vorsorge treffen sollen. Rußland. Petersburg. Officielles Tele- gramm von der Kaukasus Armee vou 15. Juni. Die Garnison von Kars machte einen Ausfall gegen die rechte russische Colonne unter General Heimann mit zehn Bataillonen und zwei Geschützen. Sie besetzten die Anhöhen bei Tschiftlik und bildeten gegen das russische Lager etne Wagenburg bei Alawartan. Unter unserem Artillerie- Feuer und zugleich im Rücken angegriffen, mußten die Türken den Rückzug antreten, der in Flucht aus⸗ artete. Sie hinterließen 200 Todte. Auf unserer Seite 11 Todte und 107 Verwundete. Moskau, 18. Juni. Die ersten türkischen
22 Offiziere und 97 Gemeine, sind angekommen und nach Twer und Wladimir weiterexpedirt worden.
Amerika. New Jork. Nachrichten aus Galveston vom 11. d. zufolge hätte eine Abtheilung regulärer mexikanischer Truppen, um einem Zu⸗ sammenstoße mit Aufständischen auszuweichen, den Rio Grande del Norte, etwa 20 Meilen vom Fort Clarke entfernt, überschritten. Kurz darauf seien Nachts auch die Aufständischen über den Fluß gesetzt und hätten bei einem Angriffe auf die mexikanischen Truppen Einige von den letzteren getödtet und eine große Anzahl verwundet, worauf sie auf das mexikanische Gebiet zurückgegangen wären. Von dem in Texas zurückgebliebenen Rest der mexikanischen Soldaten seien ein Oberst, acht Offiziere und 31 Mann durch die Militär⸗ behörden der Union aufgebracht und internirt worden.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 20. Juni. Bei dem schweren Wetter, das heute Nachmitiag über unsere Stadt hinzog, schlug der Blitz mehrfach in Bäume und Blitzableiter. Ein Strahl fuhr in das Rathhausthürmchen, that jedoch keinen besonderen Schaden. Nur das Zifferblatt der Uhr wurde lädirt und ein Fensterladen zersplüttert. Eine Kuh des Bierbrauer Steinhäußer wurde in dessen Stall erschlagen.
Friedberg. Die„Hess. Volksbl.“ brachten vor einiger Zeit einen Artikel, wonach in Darmstadt eine Zusammenkunft der Aufkäufer und Lieferanten der Herbst⸗ zeitlose statigefunden habe. Wir werden von maßgebender Stelle ersucht, bekannt zu geben, daß dem nicht so sei. Es habe überhaupt eine derartige Zusammenkunft nicht stattgefunden, am wenigsten aber zum Zwecke, um die gewonnene Ausbeute an Herbstzeitlosen an Brauereien als Ersatzmistel von Hopfen zu verkaufen. Die ganze Ernte in Starkenburg belaufe sich auf ca. 20 Centner, welche allein die Firma Gebr. Merk in Darmstadt aufkaufe zur Darstellung von Gift. Von Letzterer aber habe noch nie ein Brauer solches Gift bezogen. Wir kommen hiermit dem an uns gestellten Ersuchen gerne nach.
K. Bad⸗Nauheim. Seitens unserer städtischen Verwaltung ist dem hiesigen Kurverein eine Subvention von M. 200.— für das Jahr 1877 zur Bestreitung seiner sehr erheblichen Ausgaben für Publicität im Interesse unseres Bades zu Theil geworden. Die Stadt hat hiermit neuerdings ihr Interesse für das Bad sowie für die Be⸗ mühungen des Kurvereins bethätigt und verfehlen wir deß⸗ halb nicht, Dies in lobender Anerkennung zu veröffentlichen. Darmstadi, 19. Juni. Heuie Vormittag ertränkte sich im großen Woog unweit des Zapfens ein junges Mädchen. Dasselbe war erst 15 Jahre alt, aus Gießen gebürtig und befand sich bei einer hiesigen Familie als Pflegetochter.
Alzey, 17. Juni. Gestern Mittag ist in dem eine halbe Stunde entfernten Schafhausen ein Brand ausge⸗ brochen. Es brannten sechs Scheuern nebst Stallungen nieder. Nieder⸗Ingelheim, 16. Juni. Ein 13jähriger Junge, Sohn armer Eltern, überstieg beute beim Suchen von Pflanzen die Mauer des Kirchboss, kam hierbei aber gerade über ein Grabgeländer zu Falle und drang ihm ein eiserner Stab in den Leib, so daß er in Folge der Verletzungen bald darauf starb.
Mainz. Bischof Keiteler ist im Kapuzinerkloster zu Burghausen(Bayern), woselbst er auf seiner Reise Ab⸗ steigequartier genommen erkrankt.
Allerlei.
Frankfurt. Das Gastspiel der„Meininger“ auf welches aufmerksam zu machen wir nicht verfehlen wollen wird die Aufführung nachstehender Bühnenwerke umfassen: „Julius Cäsar“,„Was Iyr wollt!“(Shakespeare),„Das Käthchen von Heilbronn“,„Die Hermannschlacht“(Kleist), „Der eingebildete Kranke“,„Gelehrte Frauen“(Molisre), „Wilhelm Tell“,„Fiesko“(Schiller),„Die Blutbochzeit“ (Lindner),„Esiher“(Grillparzer),„Die Jäger“(Iffland)
man glaubt, daß er sich bestimmen lassen werde, das Präsidium fortzuführen.
und„Zwischen den Schlachten“(Björnson).— Jedes der
Stücke muß, rücksichtlich der komplizirten Inscenirung,
Kriegsgefangenen vom astatischen Kriegsschauplatz,
Gestern sind hier die ersten russischen Truppen eingetroffen. Nach der Timok⸗ Mündung sind 6000 Mann, nach
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