Ausgabe 
20.11.1877
 
Einzelbild herunterladen

hle,

En Fredberg.

uppast

deln trisch.

1 Hanstein. ** 12 l. Fer usser N. 2. 0 ff. nt Gin.

jer

wobnl. Mobtl

don

Dienstag den

20. November.

MN 136.

berhessis

1 3 1

er Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

f Betreffend: Den Grenzgang der Feldgeschwornen im

Jahr 1877.

o TT

Friedberg den 17. November 1877.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Da nur Wenige unserer Verfügung vom 3. September dieses Jahres nachgelebt haben, bringen wir dieselbe hiermit in Erinnerung.

J. B. d. K.: Küchler, Kreis- Assessor.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Hofgerichts⸗Kanzlist Paul in Darmstadt wurde zum Landständischen Archivar ernannt.

Mainz, 16. Nov. Caplan Schaider von Tastel wurde beute wegen fortgesetzter Verrichtung von geistlichen Functionen vom hiesigen Bezirks- gericht zu 15 M. Geldbuße verurtheilt.

Berlin, 15. Nov. Abgeordnetenhaus.(Schluß.) Sodann wurden die übrigen Abschnitte des Justiz- Etats genehmigt. Es folgt die Berathung des Etats des landwirthschaftlichen Ministeriums. 16. Nov. Eingegangen ist ein Gesetz Entwurf, betreffend die Aufnahme einer Anleihe zur Deckung der Bau kosten von Staats⸗Eisenbahnen. In der heutigen Sitzung brachte Stablewski eine Interpellation ein betreffs der Verhältnisse der Parochie-Kosten. Darauf folgte die Fortsetzung der Berathung des Etats des landwirthschaftlichen Ministeriums. Der Etat der Gestüts⸗Verwaltung wurde nach unerheb licher Debatte genehmigt. Es folgte die Berathung des Etats des Cultusministeriums. Osterrath be antragte die Verweisung desselben an die Budget- Commission. Rickert erklärte sich gegen, Windthorst (Meppen) für diesen Antrag. Derselbe wurde, nachdem auch der Cultusminister und Richter (Sangerhausen) dagegen gesprochen hatten, ab gelehnt. Bei der Debatte über die Einnahmen des genannten Etats behandelte Bruch die Ver wendung des Hannover'schen Klosterfonds. Windt horst konstatirte die Entschlossenheit der Centrums Partei, den Kampf fortzusetzen, worauf der Einnahme Etat genehmigt ward.

Münster, 15. Nov. In der Untersuchung wegen Beiseiteschaffung von Urkunden und Acten ist laut dem heute publieirten Urtheile der Bischof Münster freigesprochen, Dom ⸗Capitular Dr. Giese zu zwei Jahren, Fièvez zu drei Monaten und Haversath zu sechs Wochen Gefängniß ver ürtheilt worden.

Stuttgart. Die Commission zur Vor- berathung der Einführungs⸗Gesetze zu den Reichs Justiz-Gesetzen ist unter dem Vorsitz des Ministers v. Mittnacht zusammengetreten. Der Bericht des Ministers an den König, betr. den Stand der Arbeiten behufs Einführung der Reichs-Justiz- Gesetze, konstatirt, daß die württembergische Ge richts ⸗Verfassung ohne einschneidende äußere Ver inderungen, namentlich ohne erhebliche Bauten, in die reichsgesetzliche Gerichts Verfassung hinüber geleitet werden kann. Die bezüglichen Gesetz⸗ Entwürfe sind bereits festgestellt, ausgenommen

ginsichtlich der Straf-Proceß- Ordnung; rücksichtlich

vieser ist noch der Entwurf landesgesetzlicher Be stimmungen über die Regelung der polizeilichen Befugniß zur Entlassung von Straf⸗ Verfügungen sowie der Entwurf eines Gesetzes für die Be rafung von Forst-Freveln abzuwarten. Karlsruhe, 15. Nov. Die Ständever⸗

aammlung wurde heute vom Großherzog mit einer Thronrede eröffnet.

Ausland. HOesterreich⸗Ungarn. Wien, 16. Nov. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses machte der Präsldent die Mittheilung, er habe Schrift-

des Mandats durch 32 tschechische Abgeordnete. In denselben protestirten diese gegen den Dualismus, die direkten Wahlen und die Rechtsbeständigkeit des Hauses und stellen das Gesuch, ihr Mandat als erloschen zu betrachten, falls das Haus über ihre Zuschrift zur Tagesordnung übergehe. Der An- trag Prazak's, die Zuschrift dem Ausschusse zu überweisen, wurde abgelehnt. Hierauf ging das Haus zur Fortsetzung der General-Debatte der Bankvorlage über.

Pest. Einer Meldung desPesti-Naplo zufolge wird die Angelegenheit der verhafteten Szekler am 19. Nov, vor dem Strafsenat des obersten Gerichtshofes zur Verhandlung kommen.

Frankreich. Versailles, 15. November. Deputirten- Kammer. Der Kriegs Minister legt Gesetz Entwürfe vor über die Armee⸗ Verwaltung, über die Beförderung der Unter⸗Offiziere und betr. die Abänderung des Gesetzes vom 13. Mai 1875. Der Minister⸗Präsident Herzog v. Broglie ergreift

noch Träger der Gewalt, bald vielleicht Angeklagte, sind auf ihrem Posten verblieben, um die gegen fie gerichteten Angriffe zu beantworten. Man wird niemals einen Präsidenten finden, der ver söhnlicher verfahren könnte, als der Marschall bei der Wahl seiner Minister. Achtzehn Monate lang hatte derselbe als Minister Männer, die ihm feind lich gesinnt waren. Er hielt erst inne, als er sah, daß man ihn auf die Bahn des Radikalismus ziehen wolle. Das Ministerium übernimmt die Verantwortlichkeit für seine Acte vor der Geschichte, die öffentliche und selbst die strafrechtliche Verant- wortlichkeit. Alles, was das Ministerium gethan hat, war gesetzlich. Broglie entwickelte nunmehr ausführlich, welche Verläumdungen von der Oppo⸗ sition ausgegangen seien, u. A. habe man ver⸗ breitet: das Cabinet wolle den Krieg zur Wieder- herstellung der weltlichen Macht des Papstes. Dieselben Männer, welche 1871 Anhänger des Krieges bis zum Aeußersten waren, wurden jetzt im Partei-Interesse friedliebend um jeden Preis. Durch solche Mittel wurden die bethörten Massen zur Wahl-Urne getrieben. Redner constatirt, daß die Sprache dieser Männer so sehr der Sprache der deutschen Zeitungen ähnele, daß man fragen könne, was mit solchen Leuten am Ruder aus dem Vaterlande wohl werden würbe. Der Minister beendigt seine Rede mit einem Protest gegen die beantragte Untersuchung und einer Ver- wahrung gegen deren etwaige Resultate.(Leb⸗ hafter Beifall auf der Rechten.) Gambetta nimmt das Wort, um dem Minister folgenderdermaßen zu erwiedern: er erkenne in den Worten Broglie's die perside Geschicklichkeit wieder, welche durch die Künste des Truges Wahlsitze eroberte. Redner protestirt gegen die Imputation, welche ihn als den Agenten des Auslandes hinstelle. Indem die Kammer zu der beantragten Untersuchung schreite, bleibe sie innerhalb ihrer legislativen Befugnisse. Den Senat über das allgemeine Stimmrecht stellen, das hieße: einen lilienweiß gefärbten Con- vent machen. Nach Austausch verschiedener leb hafter persönlicher Bemerkungen zwischen Mitgliedern der Rechten und Linken wurde der Antrag Albert

stücke erhalten, betreffend die indirekte Niederlegung

leichtern. 0 5 8 K das Wort:Die Mitglieder des Cabinets, heute genommen und die Minister gebeten, im Amte zu bleiben, bis ein neues Cabinet gebildet sei.

Grévy's auf Einsetzung einer Commission zur Ueberwachung der Wahl-Mißbräuche mit 320 gegen 203 Stimmen angenommen.

15. November. Der Senat hat heute die Candidaten der vereinigten Rechten: General Chabaud⸗Latour, Lucien Brun, Grandperret und Grefulhe, zu Senatoren auf Lebenszeit gewählt. Diesem vollständigen Siege der Rechten wird große Bedeutung beigelegt, da man die 141 Stimmen, die dem Bonapartisten Grandperret zu⸗ fielen, auch für ein etwaiges Votum auf Auflösung der Deputirtenkammer als sicher betrachtet.

16. Nov. Der Senat hat die Wahl des Bonapartisten Grandperret zum lebenslänglichen Senator vernichtet, weil in Folge eines Irrthums ein Wahlzettel zweimal gezählt war.

f Paris, 16. Nov. DerMoniteur meldet: Das Ministerium habe von Neuem seine Demission eingereicht, um die bestehenden Schwierigkeiten zu beseitigen und die Votirung des Budgets zu er⸗ Der Marschall habe die Demission an-

Die Minister meinen, der Marschall könne die Elemente zu einem neuen Ministerium in den con- stitutionellen Gruppen der beiden Kammern finden.

Es stehen augenblicklich drei ministerielle Combinationen zur Discussion; die erste, welche mehr Chancen zu haben scheint, wäre die Bildung eines Cabinets aus der constitutionellen Gruppe des Senats; wenn diese nicht zum Ziele führt, würde der Marschall, der sich an keine der Gruppen von der Linken wenden will, aus der Rechten ent⸗ we der ein Geschäftsministerium oder ein Ministerium des Widerstandes bilden. In dem letzteren Falle würde das militärische Element im Cabinet über- wiegen.

Italien. Rom. Einem Telegramm der Cöln. Ztg. zufolge würde im nächsten Con- sistorium die Ernennung von 5 Cardinälen er- folgen, welche, sämmtlich italienischer Nationalität, der unversöhnlichen Richtung angehören sollen, darunter der Nuntius Meglia in Paris.

17. Nov. Die aus mehreren italienischen Ossizieren bestehende Commission, die bei Besichtig ung und Prüfung der neuen Krupp'schen Belagerungs- Geschütze in Bredelar anwesend war, besucht noch weitere derartige Etablissements und hat auch Creuzot in Frankreich einen Besuch zugedacht. In Bredelar fanden vor einer Commission, die aus Offizieren aus allen Ländern zusammengesetzt war, großartige Schießversuche mit den neuen Panzer- ständen und Panzergeschützen statt.

Türkei. Constantinopel, 15. Nov. Der gestrige Minister-Rath im Seraskierat unter dem Vorsitze des Sultans beschloß, der Armee Mehemed Ali Pascha's namhafte Verstärkungen zugehen zu lassen. f

15. Nov. Es geht das Gerücht, daß der Einfluß der Friedens-Partei gegenwärtig vor herrsche. Safvet Pascha's Berufung in das Groß- vezirat steht angeblich unmittelbar bevor. Layard hat neuerdings beim Sultan Audienz gehabt, worauf Sasvet Pascha zum Sultan berufen wurde. Inzwischen ist die Absendung von 30,000 Mann

aus Constantinopel nach Bulgarien angeordnet.