sirung seiner Partei bemerkte Schneegans:„Wir sind keine Regierungs- Partei und keine systematische Oppositions-⸗Partei, sondern eine solche, die vor⸗ wärts gehen will So lange die Regierung vorwärts gebt, werden wir dieselbe unterstützen.“ (Beifall.). Nachdem schließlich noch Graf Lurburg das Wort genommen batte, wurde die erste Lesung der Vorlage geschlossen und die zweite Lesung von der heutigen Tages Ordnung abgesetzt. Hier- auf wurde die Discussion über den Antrag von Winterer, Dollfus und Genossen wegen Abänderung des Gesetzes vom 30. December 1871, betreffend die Einrichtung der Verwaltung in Elsaß-Lothringen, eröffnet. Der Antrag, den Abg. Winterer be gründet batte, wurde vom Unterstaatssekretär Herzog bekämpft und als un annehmbar bezeichnet. Duncker trat ebenfalls gegen den Antrag auf, Reichensperger dagegen befürwortete denselben. Das Haus beschloß gegen die Stimmen des Centrums Ablehnung desselben.
— 15. März. Dem Marine-⸗Minister Stosch ist die erbetene Entlassung noch nicht erthbeilt. Stosch war gestern beim Kaiser zum Thee geladen,
heute ebenfalls. Die Ausgleichs Bemühungen dauern fort. — 16. März. Prinz Karl von Preußen
nebst Peinzeß Elisabeth haben sich beute von Malta nach Tunis eingeschifft, um daselbst acht Tage Aufenthalt zu nehmen.
— Zur Feier der Vollendung des 80. Lebens- jahres des Kaisers, zu welche zahlreiche fürstliche Gäste erwartet werden, wird diesmal nach vor- läufiger Bestimmung ein größeres Fest im könig lichen Schlosse stattfinden.— Für den Geburtstag des Kaisers bereitet das Reichspostamt ein äußerst sinnreiches Geschenk vor. Es ist ein prachtvoll ausgestattetes Werk mit der Darstellung aller
Reise wurde
Auf eine Interpellation, betreffend die Juden-Ver⸗ solgungen in Rumänien, antwortete der Minister-
frage die Entscheidung bereits so gut wie sesistehend angesehen werden könne. Der Erfolg scheine ein
Präsident Fürst Auersperg, daß die Regierung vollständiger zu sein, indem man glaube, daß die sofort die nötbigen Verfügungen getroffen habe Zustimmung der russischen Regierung zu den von und daß die Untersuchung darüber noch im Gange England beantragten Modificationen des Protokolls
sei. seien in Anklage-Zustand versetzt. Im en Ministerium werde nichts unterlassen, was zum Schutze der Staats-Angehörigen und zur Wahrung der Vertrags-Rechte erforderlich sei.— Pece wurde der Antrag auf Staats-Vorschuß für die Braunau Straßwalchener Bahn mit 130 gegen 102 Stimmen, der für die Prag-Duxer Bahn mit 124 gegen 107 Stimmen in dritter Lesung angenommen.
— Die„Presse“ meldet: Der Handelsminister hat die Proposition Reitzes bezüglich der Dux Bodenbacher Eisenbahn definitiv abgelehnt, weil, die vorgeschlagenen Modalitäten in Bezug auf die Rückzahlung des Staats-Vorschusses den gestellten Bedingungen nicht enisprächen.— Die„Wiener Zeitung“ vertöffentlicht die Ernennung des bis- herigen General-Consuls v. Calice und des Hoͤfraths v. Schwegel zu Sections-Chefs im Ministerium des Aeußeren.
Frankreich. Paris, 15. März. Ignatieff reist mit seinem Secretär heute Abend nach London ab und wird später wieder Paris passiren. Die durch Mittheilungen Seitens des britischen Cabinets veranlaßt, welche Ignatieff am Vormittag erbielt.
— 17. März. Ignatieff wird am Dienstag hier zurückerwartet. Auf der Rückreise wird der— selbe Wien berühren. Die unmittelbare Folge seiner Rundreise wird die Rückkehr der Botschafter nach Constantinopel sein.
Versailles, 16. März. Die Deputirten⸗
Der betreffende Präfect und dessen Beamte noch vor der Abreise Ignatieff's per Telegraph
eintreffen werde. Nach Erklärung des Beitritts Rußlands zu dem von der britischen Regierung revidirten Protokoll-Text werde auch die formelle Zustimmung der anderen Mächte erfolgen. So— nach würden sämmtliche europäische Großmächte ihr fortgesetztes Interesse an den Zielen, denen sich Rußland gewidmet habe, kundgeben und sich verpflichten, diese ihre Absicht zur Kenntniß der Pforte zu bringen und letzterer die Ausführung der von der Conferenz zu Constantinopel beschlossenen Reform⸗Vorschläge anzuempfehlen. Die russische Regierung werde dies als genügende Bürgschaft für das Wohl der christlichen Unterthanen der Türkei sowie als hinreichende Genugthuung für die Interessen und Ehre Rußlands erachten und demnach die Demobilisirung der Armee anordnen.
— Die„Agence Havas“ erfährt, daß die englischen Vorschläge bestätigt sein sollen. Die
Botschafter erwarten die Autorisation ihrer respee—
tiven Regierungen zur Unterzeichnung des Proto— kolls, welche vermuthlich heute oder morgen in Paris eintreffen soll.
Türkei. Constantinopel, 15. März. Wie versichert wird, hat der Minister des Aeußern in der heutigen Conferenz den montenegrinischen Abgesandten auseinandergesetzt, wie es unmöglich sei ihren Ansprüchen, namentlich hinsichtlich der Abtretung von Niksic, Spizza, und des Moracza- Ufers zu willfahren. Der Minister wollte sich nur zur Gewährung von Grenz- Berichtigungen bei Zubci, Banjani, Riva, Drobniak und Charantzi
Verkehrsmittel von den ersten Anfängen der Cultur kammer bat nach langer Debatte beschlossen, die verstehen, forderte dagegen zu Gunsten der Türkei
bis auf unsere Tage.
Dies Exemplar soll dem Ermächtigung zur gerichtlichen Verfolgung des eine Grenz-Berichtigung bei Vassojevitz. Demun⸗
Kaiser als Angebinde der Reichspost an seinem Deputirten Cassagnac wegen Preßvergehens zu geachtet ist es noch nicht zum Abbruch der Ver—
bevorstehenden Geburtstage durch eine besondere Deputation überreicht werden.. — Zum Geburtsfeste des Kaisers werden
ertheilen. Dagegen stimmten die Intransigenten der Linken und die Rechte. — 17. März. Die Deputirten-Kammer hat
handlungen gekommen; vielmehr sollen die mon- tenegrinischen Unterhändler beschlossen haben, über die Eröffnungen Sapfet Pascha's nach Cettinje
unter anderen Fürstlichkeiten auch Erzherzog Karlsdie Vorlage wegen Aufhebung der Steuer auf zu berichten.
Ludwig von Oesterreich und Prinz Luitpold von Bayern hier erwartet.
— Nach einer Meldung aus Börsen⸗Kreisen ist die vom Bundesrath beschlossene Ausarbeitung eines Gesetz-Entwurss zur Revision des Actien- Gesetzes dem Reichs- Justiz-Amt übertragen und der Justizrath Hagens mit den Voracbeiten betraut worden. Bei der Ausarbeitung des neuen Ge-
sichtigt werden. Cöln. Mit Rücksicht auf eine Aeußerung
des„Reichs- Anzeigers“ schreibt Commercien-Rath Baare, daß er am 10. d. M. im Hansa Saale zu Cöln die Aeußerung des Finanz- Ministers Camphausen nicht dahin angegeben habe:„Glauben Sie, daß wir in Berlin eine Thräne darum weinen, wenn Sie in Westfalen zu Grunde gehen“, sondern dahin:„Glauben Sie, daß wir hier im Ministerium eine Thräne weinen, wenn es Ihnen in Westsalen schlecht geht?“ Diese Bemerkung habe Camphausen in derselben Audienz später wiederholt mit der Maßgabe, daß er statt„hier im Ministerium“,„hier in Berlin“ gesagt habe.
Dieser Bemerkung habe der Minister noch die
Motivirung beigefügt:„Sie haben in Westfalen viel zu viel Geld verdient. Sie köngen auch mal was verlieren.“
München. Im Auftrage des Reichskanzler- Amts ordnet das Ministerium eine Enquete be— züglich der Wanderlager und Wanderauctionen an.
Ausland.
Hesterreich⸗Ungarn. Wien, 16. März. Im Abgeordneten-Hause wurde heute vog der Regierung eine Vorlage eingebracht, betreffs der Wahl der Reichsraths⸗ Deputation zur Verhand- lung mit dem ungarischen Reichstage üher das Verhältniß der Beitragsleistung zur Aufbringung der Kosten für die gemeinsamen Angelegenheiten.
willigung von 125,000 Kron. zur Betheiligung
Großbritannien.
Seifen angenommen.
Dänemark. Kopenhagen. Der Finanz- Ausschuß des Folkething hat auf Veranlassung
hiesiger Fabrikanten und Gewerbeleute die Be- an der Pariser Ausstellung beantragt. f London, 15. März.
5 5 Im Unterhause erklärte der Unterstaats Secretär setzes werde allem Anscheine nach— im Gegensatz 8 n f
zu dem preußischerseits dem Bundesrath vorgelegten — die bezügliche englische Gesetzgebung berück-
der sei eine den jetzigen Verhält⸗ Wiederherstellung des
für Indien auf eine Anfrage Robertson's, Vertrag mit Khelat nissen angepaßte einfache
Vertrags von 1854, wobei jede Absicht einer
5 Jaggressiven Politik fernliege. ö Camphausen's und ein darauf erfolgtes Dementi 99 si P ferulteg
— 15. März. Das indische Finanz Exposé ist heute dem Legislallv-Rathe vorgelegt worden. In demselben erklärt der Vice-König von Indien, daß die Lage befriedigend und für die Zukunft Hoffnung erweckend sei. In Folge der durch die
nahme einer Anleihe von 6,250,000 L. St. noth⸗
wendig geworden, wovon 2,500,000 in Ostindien zu emittiren seien. Hinsichtlich der restirenden
lischen Regierung den Antrag vor, bei dem Par- lamente die Autorisation für die Emittirung der— selben in England nachzusuchen—
— 17. März. Abend dem General Ignatieff zu Ehren ein Diner
Hungereneth veranlaßten Ausgaben sei die Auf-
3,750,000 L. St, legt der Vice-König der eng⸗ „ ee 0 dem Jahre 1746 unverletzt vor. das Museum in Darmftadt abgeliefert.
Graf Schuwaloff hat gestern
zeigen folgende Zahlen:
Rumänien. Bukarest, 15. März. Die Deputirten Kammer hat die Gesetz⸗Vorlage ange— nommen, wodurch die Personal-Steuer in eine Verkehrs-Steuer umgewandelt wird. Auf eine im Senate eingebrachte Interpellation, welche diplomatische Schritte die Regierung gethan habe, um eine Herausgabe von Rumänisch Bessarabien zu verhindern, antwortete der Minister-Präsident, daß diese Frage einzig und allein von den Zeit- ungen aufgeworfen worden sei und daß die Re— gierung bezüglich derselben nicht einmal eine ver— trauliche diplomatische Mittheilung erhalten habe.
Amerika. Washington. Reuter's Bureau meldet, daß der Schatzsecretär wiederum die Rückzahlung von weiteren 10 Millionen Doll. 5.20 Bonds ankündige.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Ein interessanter Fund wurde dieser Tage bei dem Umbau des seitherigen Militärlazarethes gemacht. Letzteres wird bekanntlich soeben zu Zwecken des Schullehrerseminars umgebaut und fanden sich beim Ab— bruch einer alten Mauer in einem vermauerten Wand schränkchen zwei beschriebene und bemalte Ostereier aus Dieselben wurden an
Friedberg. Von Gelehrten wird vielfach behauptet, es fände sich unter 10,000 Schweinen nur eines mit Trichinen behaftet. Wie die Wirklichkeit sich dagegen stellt, Vom 1. Juli 1875 bis dabin 1876 waren bei der National-Viehversicherungs-Gesellschaft in
gegeben, bei welchem die Boischafter der Groß- Kassel elwa 20,500 Schweine gegen Trichinen, zum Theil mächte und Marquis Salisburb zugegen waren. auch gegen Finnen, und eiwa 2000 Stück gegen Finnen In Hatsield, dem Landsitz des Letzteren, wird deren versichert. 15 e e mii 5 d 16011 dehaftet, es war also unter je Schweinen eine 3 Lord Derby 0 Mitgliedern eichinds. Ferner fanden sich in Hannover, innerhalb pr lot 12 e 15 2. e Monate 31 1 Schweine, 1 in Schlesien und
rotokoll-Vorschlag wird heute im Cabinet fort- in der Stadt Kassel 23 im Lause des Jahres. Diese gesetzt. Ignatieff wird, der„Times“ zufolge, am] Zablen waren so unverhällnißmäßig, daß sosort die Ver⸗ ann,, 1 2 1 1 0 7 hiesigen Verhandlungen über den Protokoll- Vor- während 7000 Schweine versichert wurden, es kommt also schlag nicht weiter theilnehmen. Wie aus der auf 300 eines mit Trichinen, in Ost⸗ und Weslpreußen bezüglichen Meldung der„Times“ weiter hervor- auf 900 Schweine zwei, in Schlesien und Posen auf geht, dürften die Verhandlungen über das Pro- 6000 26. Die Gefahr einer Erkkrankung durch den Genuß
g a trichinenballigen Fleisches ist also ziemlich leicht möglich tokoll innerhalb des Cabinets sich nur noch auf und man möge deßhalb nicht versäumen, jedes Schwein
Nebenfragen bezichen, da hinsichtlich der Haupt- genau auf Trichinen untersuchen zu lassen.
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