Ausgabe 
20.3.1877
 
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1877. M33.

Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile. 22 g.; Erscheint jeden wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Areis Friedberg. Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Dienstag den 20. März.

Amtlicher Theil. Bettessend: Die Abnahme des Berfassungseides vom 1. Ouartal dieses Jahres. Friedberg am 17. März 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Zur Aueschwörung des Verfassungseides durch die im 1. Quartal dieses Jahres aufgenommenen, sowie durch die hiermit fich noch im Rück⸗ stand befindlichen Ortsbürger und die, welche, ohne Ortsbürger zu werden, geheirathet haben, aber in der Gemeinde heimathsberechtigt sind, baben wir auf Dienstag den 2. April dieses Jahres, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause zu Friedberg für die aus den Orten des früheren Kreises Friedberg und auf Donnerstag den 4. April dieses Jahres, Vormittags 9 Uhr, auf den Selzerbrunnen bei Groß⸗Karben für die zur Ausschwörung des Verfassungseides Verpflichteten aus den dem Kreise Friedberg einverleibten Gemeinden des früheren Kreises Vilbel anberaumt und werden wir zugleich auch in diesem Termin anderen Angehörigen dieser letzteren Orte, welche Beschwerden oder Wünsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen.

Sie wollen hiernach Einladung ergeben, die im Rückstand befindlichen unten Verzeichneten zugleich bei 3 Mark Strafe vorladen lassen, und bis zum 30. dieses Monats unfeblbar Verzeichnisse mit Bescheinigung, daß Vorladung erfolgt ist, oder Bericht, daß keine vorzuladen sind, an uns einsenden. Dr. Braden.

Karl Weller von Melbach. Friedrich Wilbelm Haas von Fauerbach b. Fr. Johann Sommer von Södel. Konrad Tritsch III. von Kirch- Göns. Philipp Reß, Konrad Kohlenberger, Georg Dickenberger von Ilbenstadt. Johannes Christian Feuerbach II. von Büdesheim. Jakob Kost von Vilbel.

1751:

Bekanntmachung. g Dem Vorstand des Vereins für Geflügel- und Vögelzucht zu Gießen ist von Großherzoglichem Ministerium des Innern die Vornahme einer Verloosung von Geflügel gelegentlich der am 8. kommenden Monats beginnenden Geflügelausstellung gestattet worden, was hiermit zur öffentlichen

Kenntniß gebracht wird.

Friedberg den 17. März 1877. Großberzogliches Kreisamt Friedberg.

Dr. Bra

ügerg S./ 5 Bekanntmasch un g.

Diejenigen im Jabre 1857 geborenen Militärpflichtigen, welche dahier gestellungspflichtig sind, im Besitze des Berechtigungsscheins zum ein⸗

Oe rente 1 1 jährig freiwilligen Dienst sich befinden und beabsichtigen, ibre Zurückstellung von der Aus hebung zu beantragen, werden hierdurch aufgefordert, alsbald ihre Berechtigungsscheine vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben, auf ihren Antrag

ö* oder auf Antrag ihrer Angehörigen bis zum dritten Militärpflichtjahre zurückgestellt werden können. e Friedberg den 17. März 1877. Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Friedberg. zertsch f Dr. Graden. Hoscherti Bekanntmachung. d. H. Der Feier des Geburtstags Sr. Majestät des Deutschen Kaisers wegen wird der auf Donnerstag den 22. d. M. fallende Zahltag ausgesetzt. r Dents⸗ Friedberg den 17. März 1877. Großberzogliches Rentamt Friedberg. 1 Stoltz. 1. 1 Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

. Cbristoph Bingemer von Rendel wurde als Feldgeschworner für dasige Gemeinde ernannt und verpflichtet. 11 Deutsches Reich. Lesung des Budget-Entwurfes nach unerheblicher] Landes-Ausschuß für Elsaß⸗Lothringen werde ein

4 Darmstadt. Am 9. März wurde der Kanzlist Debatte den Etat der Militär-Verwaltung, soweit bloßes Werkzeug der Regierung sein, eine irrige * Lr bei der Staatsschuldentilgungskassedirektion, Grebe, solcher nicht der Budget- Commission zugewiesenssei. Dagegen spreche sowohl die Zusammensetzung 1 zum Protokollisten und Kanzleiinspektor bei dieser i; letzterer wurden wiederum einzelne Positionen wie die seitberige Thätigkeit des Ausschusses. Die gens, Direktion ernannt. der sächsischen Militär- Verwaltung überwiesen. Regierung babe die Absicht, bei allen Gesetzen von Offenbach. Wie in denN.- H. V.-Bl. Auch die Etats der Marine- Verwaltung und dis größerer politischer Bedeutung den Reichstag zu- 4 versichert wird, hat die baperische Regierung weit- Rechnungshofes wurden ohne Debatte erledigt. zuziehen, könne aber Angesichts der eigenartigen then. tragende Bedenken gegen die projectirte Canalisirung Bei dem Etat der Einnahmen aus den Zöllen] Verhältnisse des Reichslandes bestimmte Categorien zan 2 des Mains geltend gemacht. befürwortete v. Kardorff die Herstellung, bezw. nicht zum Voraus feststellen. Abgeordneter Berg 5 Mainz. DasMainz. Journ. enthält einen Erhaltung gewisser Eingangs Zölle, bei Abschluß mann(Autonomist) spricht sich für den Entwurf von einer großen Anzahl hervorragender Katholiken des neuen Handels Vertrages mit Oesterreich. aus, der, wenn er auch den Reichslanden nicht

Deuischlands unterzeichneten Auftuf, worin aus Darauf erklärte Minister Hofmann, es liege nicht Veranlassung des fünfzigjährigen Bischofsjubiläums die Absicht vor, Oesterreich irgendwie erhebliche des Papstes am 21. Mai l. J. zu Pilgerzügen Concessionen betreffs der Eingangszölle zu machen; nach Rom und zu entsprechenden Gaben aufge- Redner widerlegte auch die Ausführungen v. Kar-

die volle Selbstständigkeit wie den anderen Einzel- staaten gebe, doch immerhin eine Grundlage zur Weiterentwicklung bilde. Schließlich betont der Redner die Nothwendigkeit, alle Ausnahme- Be

l sordert, sowie das Programm der Reise ic. ze. dorff's hinsichtlich der für die deutsche Eisen⸗(stimmungen für Elsaß Lothringen zu beseitigen N mitgetheilt wird. Industrie durch die Aufbebung der Eisen Zölle und dessen staatliche Stellung zu regeln. Abge 17. März. In der heutigen Sitzung des angeblich verursachten Nachtheile. Bamberger trat ordneter Simonis(Protestler) spricht sich gegen ! Obergerichts sollte der Proceß Ketteler und Caplan gleichfalls von Kardorff entgegen, indem er die die Vorlage aus, indem er vielsache Klagen über Schalder zur Verhandlung kommen- Der Anwalt Frethandels Partei gegen die von jenem erbobenen die Verwaltung vorbringt und die Thätigkeit des gelen* der Beiden, beantragte jedoch eine Vertagung, Angriffe in Schutz nahm. 17. März. In Landes- Ausschusses als eine unfruchtbare darstellt. 1 1 weil der Bischof noch eine Anzahl Zeugen ver- der heutigen Sitzung erfolgte die erste und zweite g Schneegans(Autonomist) wies die gegen den 4 12 nehmen lassen will. Der Gerichtshof willfahrte Lesung des Gesetzentwurfs, betreffend die Landes- Sonderausschuß gerichteten Ausführungen von dem Antrag und vertagte hierauf die Verhandlung Gesetzgebung für Elsaß-Lothringen. Unterstaats. Simonis zurück und vertheidigte die Vorlage aus auf Freitag den 13. April. secretär Herzog begründet den Entwurf und hebt dem Gesichtepunkt der Versoöbnlichkeit sowie der n Berlin, 15. März. In der heutigen Sitzung besonders hervor, daß dem Reichstage immerbin practischen Politik gegenüber einer solchen Politik, 0 14 genehmigte der Reichstag bei Fortsetzung der zwesten die Controle bleibe und daß die Ansicht, der die Alles auf einmah erreichen volle. Zur Charakteri⸗