Ausgabe 
20.2.1877
 
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evang. Pfarrer Zinßer zu Münster auf Nachsuchen aus

dem Dienste zu entlassen. N ö g XI. Rubesandsversezungen. Seine Königliche Hobeit

der Großherzog baben Allergnädigst geruht: am 27. Jan. den Distriktseinnebmer Heß zu Nierstein unter Anerkenn⸗ ung seiner Dienste auf Nachsuchen. am 29. Jan. den Schullehrer Jost zu Harxheim auf Nachsuchen; an dems. Tage den Schullehrer Zebnbauer zu Nieder⸗Hilbersheim auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienste in den

estand zu versetzen. 5 0 . Lene en. Erledigt sind: die 2. evang. Schulstelle zu Wallertheim, Gebalt 771 M. 43 Pf.; die Schulstelle zu Laudenau, Gehalt 685 M. 72 Pf. Dem Grafen zu Erbach⸗Erbach stehl das Präsen⸗ tationsrecht zu; die Stelle eines akademisch gebildeten Lehrers für Geschichte, Geographie und deutsche Sprache an der böheren Mädchenschule zu Darmstadt, Gehalt

2000-3800 M. XIII. Sierbesälle. Gestorben sind: am 4. Jan. der

Medicinalrath Dr. Stammler zu Gießen; am 9. Jan. der Schullehrer Metz zu Ober-Abisteinach; am 15. Jan. der Major Dittmar zu Darmstadt;z am 17. Jan. der Schul⸗ lehrer Muckh zu Wimpfen; am 27. Jan. der Gymnasial⸗ lebrer Dr. Saur zu Darmstadt; am 6. Febr. der Hos⸗ gerichtsadvokat Rosenberg I. zu Gießen.

Darmstadt. Am 8. Februar wurde der Hauptsteueramtsassistent Bradner in Mainz, zum Kalkulator 2. Klasse bei der Obersteuerdirektion, und am 10. Febr. der Finanzaccessist Dr. Lauer aus Darmstadt zum Kalkulator 1. Klasse bei dem Katasteramté ernannt.

Militär⸗Nachricht. Der Sec.-Lieut. Völsing vom Inf. Regiment Nr. 117 wird zum Premier- Lieut., der Portepee-Fähnrich v. Wachter vom Inf.⸗Regiment Nr. 118 zum Sec.-Lieut. befördert, dem Premier-Lieut. Frhrn. Röder v. Diersburg vom Inf. Regiment Nr. 118 wird der Abschied bewilligt, der Prem.-Lieut. Keim vom Inf. Regt. Nr. 118 wird als Adjutant zur 44. Brigade commandirt.

Berlin, 16. Februar. Abgeordnetenhaus. Erste Lesung des Gesetzentwurfs über die Theilung der Provinz Preußen. Abg. Kieschke gegen, Wehr für die Vorlage; v. Saucken(Tarputschen) gegen- über, der gegen die Vorlage für größere Pro vinzial⸗Verbände plaidirt, bebt der Minister des Innern hervor: Die Frage, ob größere oder kleinere Provinzial Verbände größere Vorzüge hätten, war bei der Gesetzvorlage nicht entscheidend, der innere Grund dafür war, daß die eine Hälfte der Provinz mit der anderen nicht zusammengehen wolle, sondern sich zugleich stark genug fühle, für sich allein einen Verband zu bilden. Die Re gierung glaubte den sehr lebhaft geäußerten Wunsch nicht unberücksichtigt lassen zu dürfen, sie wolle nicht absolut trennen, sondern lediglich die Frage entschieden sehen. Nachdem noch Miquel für und Windthorst(Bielefeld) gegen die Vorlage ge sprochen, beschließt das Haus die zweite Lesung im Plenum. In der hierauf fortgesetzten Etats- Berathung werden die an die Budget-Commission verwiesenen Positionen der allgemeinen Finanz-

Verwaltung nach den Beschlüssen der Commission Verhandlungen nicht festzustellen.

genehmigt. Der dazu gestellte Antrag auf Vor legung eines Gesetzentwurfes über die Organisation der allgemeinen Landes- Verwaltung und über künftiges Wegfallen von 15 Regierungs-Raths- Stellen wird angenommen. Es folgte die zweite Lesung des Cultus-Etats. Zum Einnahme Etat wird der Antrag Schumann auf Vorlegung des Gesetz⸗Entwurfes, betr. die Aufhebung des Dom

fahrtszeichen auf der unteren Weser und der Strandbauten auf Wangeroge wurde beschlossen, die zweite Lesung im Plenum vorzunehmen. Dem- nächst genehmigte das Haus in zweiter Lesung die Vorlage betreffs der Reglements der öffent⸗

lichen Feuer- Societäten und wegen Erweiterung

der Verwendungszwecke der Provinzial-⸗Dotations⸗ Fonds. Bei der nunmehr folgenden Fortsetzung der zweiten Lesung des Staatshaushaltes erledigte das Haus mehrere an die Budget-Commission ver- wiesene Positionen und bewilligte hiebei auch den Betrag von 20,000 M. für den Unter Staats- secretär im Ministerium des Innern mit der Maß- gabe, daß bis zur Besetzung der Stelle 3000 M. an zwei mit den Directorial-Geschäften betraute Räthe als Remuneration gezahlt werden. Für den Unter⸗Staatsseceretär im Handelsministerum hingegen wurden nur 15,000 M. bewilligt, die beantragte Erhöhung also abgelehnt. Analoge Beschlüsse erfolgten danach auch bezüglich der Unter⸗Staatssecretäre im Justiz⸗ und im Cultus- ministerium, sowie im Bureau des Staatsministe riums. Im Fortgange der Sitzung wurde der Etat des Cultusministeriums bis einschließlich des Kapitels über den evangelischen Ober-Kirchenrath in zweiter Lesung genehmigt,

15. Febr. Wie verlautet, ist den energischen Bemühungen Bismarcks und Falks die Beilegung der Differenz zwischen Camphausen und Eulenburg gelungen.

16. Febr. Gegenüber anderweitigen Mel dungen über die in der gestrigen Sitzung des Bundesrathes erfolgte Annahme des Antrags des Justiz⸗Ausschusses, betreffend den Sitz des Reichs- Gerichts in Berlin, ist aus dem Sitzungsprotokoll zu constatiren, daß nur die den Sitz des Reichs- gerichts betreffende Petition des Stadtraths und der Stadtverordneten Leipzigs dem Justizausschusse überwiesen wurde.

Stuttgart, 16, Febr. DerStaats- Anz. verkündigt die gestern vollzogene Trauung des Prinzen Wilhelm von Württemberg, des präsum⸗ tiven Thronfolgers, mit der Prinzessin Marie von Waldeck und Pyrmont. Der Kammer der Abge ordneten wurde ein Gesetz- Entwurf vorgelegt, worin die Regierung für den Prinzen Wilhelm, von seinem Vermählungstage an eine jährliche Apanage von 100,000 M. verlangt.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 16. Febr. Dr. Herbst theilte dem Club der Linken den Wunsch der Regierung auf Abhaltung einer Abgeordneten Conferenz mit. Die Regierung wolle nicht ohne Einvernehmen mit dieser Partei sich betreffs des ungarischen Ausgleichs binden. Der Zeitpunkt der Conferenz sei vor Beendigung der schwebenden In der Mitte des Clubs wurde die Zuziehung von Mitgliedern des Herrenhauses und anderer Parteien angeregt.

16. Febr. Die in Pest zurückgebliebenen ungarischen Minister sind nach Wien berufen worden. Die russischen Bahnen dürfen die öster reichischen Grenzstationen nicht mehr berühren, um den Verkehr der russischen Bahnbeamten mit Gali zien zu verhindern. Die Nordbahn holt die

stiftes zu Brandenburg, nach längerer Debatte Passagiere an der Station Sczakowa ab.

mit großer Majorität angenommen. Der Regier⸗ ungs⸗ Commissär hatte einen solchen hetreffs der Aufhebung der sächsischen Domstifter, nicht aber bezüglich des brandenburgischen in Aussicht gestellt. Bei dem Ausgabe- Etat greift Franz das ganze System des Cultus-Ministers an und verbreitet sich ausführlich über den Cultur- Kampf. Der

Prag. Da die Rinderpest in Sachsen von

Neuem ausgebrochen ist, so hat die Statthalterei

die Ein- und Durchfuhr von Rindvieh, Thier abfällen und Futterstoffen über die sächsisch-böhmische Grenze verboten.

Frankreich. Versailles, 15. Febr. Im Senat zeigte der Ministerpräsident Simon an, die

Minister weist den Vorwurf zurück, daß er den Regierung gedenke dem heute verstorbenen General

Cultur Kampf in die Schule trage und die Kirchen-

Gesetze mit Härte ausführe. Er führe sie aller dings mit Ernst aus und werde darin fortfahren, so lange er auf seinem Posten stehe. 17. Febr. In der heutigen Sitzung wurden die Vorlagen betreffs Abänderung der Vorschriften über die Steuerveranlagung und betreffs Awortisation von Actien der in Schleswig- Holstein domicilirenden Gesellschaften in dritter Lesung angenommen. Hin

Changarnier ein feierliches Leichenbegängniß zu bereiten, worauf General Cissey einen Antrag, daß die Leichenfeier auf Staatskosten im Invali den-Dom begangen werden solle, zurückzog. Dänemark. Kopenhagen. Die der Linken angehörende Majorität des Finanz- Aus- schusses des Folkethings hat beschlossen, die Ver theilung einer Million Kronen an die Communen zu beantragen, um mit diesen Mitteln dem aus

sichtlich des Vertrages zwischen Preußen, Olden- burg und Bremen wegen Unterhaltung der Schiff

der Arbeitslosigkeit herrührenden Nothstande ab zuhelfen.

Großbritannien. Im Unterhause antwortete der Staate Setretär des Kriegs, Hardy, auf Gladstone's Anfrage: die Regierung erachtet sich nicht von den Ver- pflichtungen der Verträge von 1856 und 1871 frei. enn die Türket durch Verträge Europa gegenüber gebunden sein soll, so müsse er offen und laut peremtorisch erklären, daß das übrige Europa ebenfalls durch dieselben der Türkei gegen⸗ über gebunden sein muß. England beabsichtige vorläufig weder materielle Zwangsmaßregeln gegen die Türkei auszuüben, noch das Schwert für die Türkei zu ziehen. Bourke erklärte auf die An- frage Dilkes', die Regierung beabsichtige die russische Rundnote zu beantworten, doch hänge der Zeit- punkt noch von Umständen ab. Einmal fand ein Ministerwechsel in Constantinopel statt, zweitens seien die Friedens Verhandlungen zwischen der Pforte und Serbien und Montenegro im Gange; endlich sei es wünschenswerth bei dieser Angelegen heit von europäischer Bedeutung, daß England die Ansichten anderer Mächte kennen lerne, bevor es seine eigenen ausdrücke.

Türkei. Constantinopel. Der Pariser National bringt eine Depesche von hier vom 15. Februar, wonach dort ernste Gerüchte über neuere Vorgänge im großherrlichen Palast circu liten. Der Sultan sei von einem Nervenleiden ergriffen. Er sei von großem Mißtrauen und von Abneigungen beherrscht. Die letzten Veränder ungen überraschen durch die Absetzung von Gegnern Midhats.

17. Febr. Der Großvezir Edhem Pascha hat seine Entlassung erbeten. Montenegro hat eingewilligt, Delegirten behufs der Friedens-Ver⸗ handlungen nach Constantinopel abzusenden.

17. Febr. DieItalie meldet: Midhat Pascha erhielt in Neapel eine wichtige Mittheilung des Sultans; es scheine, daß Midhat in Folge englischer Rathschläge nach Constantinopel zurück berufen werden soll. Man wisse jedoch nicht, ob ihn der Sultan in seine frühere hervorragende Stellung einsetzen oder blos dessen Rathschläge hören wolle.

Serbien. Belgrad, 16. Febr. Der Pol. Corr. wird von hier telegraphirt: Die Frage wegen der Bestellung eines permanenten türkischen Agenten in Belgrad wird einstweilen als offene Frage einer endgiltigen Vereinbarung in Constantinopel vorbehalten. Abgesehen von dieser Frage seien die serbischen Bevollmächtigten beauf tragt, die Frage wegen der Grenz-Regulirung in Constantinopel definitiv anzutragen; Serbien be ansprucht Regulirung der Grenzen an der Drina, dem Timok und dem Ibar.

Montenegro. Cettinje, 15. Februar. Auf die von Neuem an den Fürsten von Mon- tenegro gestellte Forderung des Großvezirs, daß die Friedens-Verhandlungen nicht in Wien, son dern an irgend einem anderen Orte geführt wür den, hat heute der Fürst geantwortet, er halte zwar Wien für den geeignetsten Ort zur Ver- handlung, wolle jedoch, um seine Versöhnlichkeit zu beweisen, Cattaro als solchen vorschlagen. Die Pforte hat jedoch diesen Vorschlag abgelehnt und zugleich den Fürsten ersucht, einen in der Herze gowina belegenen Ort oder Skutari als Verhand lungs-Ort zu bezeichnen.

Ueber die Verhandlungen Montenegro's mit der Pforte wird noch weiter gemeldet, daß der Fürst nunmehr in einer Depesche vom 16. e. dem Großvezir angezeigt hat, er werde mit dem nächsten Schiffe zwei Delegirte nach Constantinopel

entsenden. Die serbischen Delegirten werden morgen hier erwartet. Rußland. Petersburg. DerRegier⸗

ungs- Anzeiger veröffentlicht einen Bericht über die Aus hebung im Jahre 1876. Danach wurden 196,000 Mann ausgehoben. 2758 Mann waren aus besonderen Gründen von der Einstellung be freit. Die für unbrauchbar Erklärten machten ein Drittel der Besichtigten aus, während sie 1875 nur ein Sechstel betrugen.

Ueber einen angeblichen Zusammenstoß

zwischen russischen und türkischen Vorposten an der Kaukasus Grenze, welcher von der WienerPresse

London, 16, Febr.

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