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Donnerstag den 19. Juli.
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1877.
Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Aus dem Großherzoglichen Regierung
Amtlicher Theil.
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sblatt ist zu publiciren:
Nr. 35. Rechnungsablage über die Verwendung der für das Jahr 1874 in dem Großherzogthum Hessen ausgeschriebenen Brandentschädigungsbeiträge.— Nr. 36.
Sub 1. Friedberg den 16. Juli 1877.
Bekanntmachung, die Steuetrückvergütung bei der Ausfuhr von Bier betreffend.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr Base n.
Betteffend: Das Landgestüt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestüts⸗Beschäler für 1877.
Das Großh. Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien und den Großh. Polizeicommissär zu Wickstadt.
Es steben noch Viele mit Erledigung unserer Verfügung vom 29. vorigen Monats zurück, weshalb wir hieran erinnern.
Dr. Braden.
Bekanntmachung.
Friedberg am 16. Juli 1877.
Es wird hiermit veröffentlicht, daß der Kreisausschuß des Kreises Friedberg vom 21. dieses Monats bis 1. September laufenden Jahres Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zu Verhandlungen gelangen, dagegen wird der Lauf der
gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Friedberg den 16. Juli 1877.
Der Vorsitzende des Kreis ausschusses: Dr. Ber aden.
Viehpreisvertheilung zu Alsfeld.
Der Unterzeichnete bringt hiermit zur vorläufigen Kenntniß des landw. Publikums, daß am 5. September laufenden Jahres zu Alsfeld eine Viehpreisvertheilung stattfinden und bezüglich derselben, namentlich hinsichtlich der ausgesetzten Preise, demnächst noch weitere Bekanntmachung erfolgen wird. Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen.
Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.
Friedelhausen am 16. Juli 1877.
Deutsches Reich. Darmstadt, 17. Juli. und die Großherzogin begaben sich heute im strengsten Incognito von hier nach Metz, von wo der Großherzog morgen wieder hierher zurückkehrt. Die Großherzogin wird sich dagegen auf An- rathen des Arztes von da zu einem mehrwöchent- lichen Aufenthalt in ein Seebad begeben. Im Gefolge des Großherzogs befindet sich Flügel adjutant von Herff. Die Großherzogin wird von der Hofdame von Grancy und Rittmeister Wernher begleitet.
Mainz. Vom Mainzer Dom Capitel, welches das Präsentationsrecht besitzt, wird Dr. Moufang als Nachfolger des Bischofs von Ketteler vorge— schlagen werden.
Berlin. Der Reichstagsabgeordnete W. Blos beabsichtigt in der nächsten Reichstagssession einen Gesetzentwurf gegen die Verfälschung der Lebens- mittel einzubringen und hat deßhalb geeignete Schritte gethan, um das deßfallsige Material zu sammeln.
— In den leitenden Kreisen des deutschen Protestanten-Vereins soll man Angesichts der gegen- wärtigen Krisis in der evangelischen Landeskirche Preußens, deren End⸗Ergebniß man abzuwarten für nöthig hält, beschlossen haben, die diesjährige General Versammlung des Vereins, für welche Chemnitz in Aus sicht genommen war, nicht statt⸗ finden zu lassen. Wahrscheinlich wird nur ein sächsisch⸗thüringischer Protestanten⸗Tag in Chemnitz abgehalten werden.
— Gegenüber der umlaufenden Meldung, daß das deutsche Mittelmeer-Geschwader sich mit dem französischen und dem englischen Geschwader in der Besika-Bai vereinigen werde, ist zu conslatiren, daß das deutsche Geschwader überhaupt keinen Besehl hat, nach der Besika-Bai zu segeln. Das- selbe befindet sich gegenwärtig bei Haifa(Syrien) und wird nach einigem Aufenthalte an der syrischen Küste Geschwader Uebungen im ägeischen Meere vornehmen,
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ erfährt zuverlässig, daß die im Bau befindlichen zwei Panzercorvetten
Der Großherzog werden.
die Namen„Bayern“ und„Sachsen“ erhalten Letztere werde am 21. Juli in Stettin
vom Chef der Admiralität, General Stosch,
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erklärt, daß der Ausbruch der Rinderpest seit Samstag in Bethual-Green constatirt sei. — 16. Juli. Der zweite Sohn des Prinzen
persönlich die Taufe erhalten; erstere könne erst von Wales Georg Friedrich ist bedenklich erkrankt.
in einigen Monaten zur Taufe in Kiel bereit gestellt werden. Koblenz, 16. Juli. von hier abgereist, um zunächst den Fürsten von Hohenzollern in Schloß Krauchenwies bei Sig— maringen und die königlich württembergische Familie
in Schloß Friedrichshafen zu besuchen und dann
auf der Mainau bei dem Großherzog und der Großherzogin von Baden Aufenthalt zu nehmen.
Limburg, 14. Juli. Dem hiesigen Dom⸗ Capitel ist die Weisung zur Wahl eines Bisthums- Verwesers an Stelle des abgesetzten Dr. Blum mit der Auflage zugegangen, daß die Wahl nach Verlauf von zehn Tagen erfolgt sein muß. Das Dom Capitel dürfte ohne Zweifel die Wahl ab- lehnen, und demgemäß wird auf Grund der mai— gesetzlichen Bestimmungen die Einsetzung eines staatlichen Commissarius erfolgen.
Ausland.
Grosibritannien. London, 16. Juli. Im Unterhause erklärte Unterstaats⸗Seeretär Bourke auf Anregung von Jenkins sich bereit, die Pro- clamation des Kaisers von Rußland an die Bulgaren vorzulegen, und theilte ferner mit, er sei von Bukarest aus in Kenntniß gesetzt worden, daß Fürst Tscherkaski die bulgarische Verwaltung reorganisiren werde. Derselbe sei mit 400 russischen Civil-Beamten in Bulgarien eingetroffen. Indessen sei die Regierung nicht ossiciell davon benach— richtigt, daß Rußland beabsichtige, die russische Sprache und Verwaltung in Bulgarien einzu- führen; daher sei es ihm unmöglich, die Ansichten der britischen Regierung diesbezüglich darzulegen. Auf Anfrage von Dilke erwiederte sodann Bourke, seine Informationen seien nicht genügend, um darüber Auskunft geben zu können, ob die türkische Blokade der russischen Häfen am Schwarzen Meere eine essective sei oder nicht. Auf eine Interpellation von Kingscote wurde Seitens der Regierung
Die Kaiserin ist heute
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Türkei. Constantinopel, 15. Juli. Ismail Pascha und Faik Pascha bereiten ihren Uebergang auf rumänisches Gebiet in der Richtung auf Eriwan vor. Salih Pascha besetzte die serbische Drina- Grenze mit zwanzig Bataillonen.
— 15. Juli. Eine Abtheilung Kosaken ist in der Bahnstation Yenizagra eingetroffen. Aus den Umgebungen von Rustschuk und Rasgrad werden neuerliche russische Grausamkeiten signali⸗ sirt. Die Russen massacrirten viele aus den becu- pirten Districten fliehende Mohamedaner. Nach Bulgarien wurden neuerdings türkische Truppen abgesendet.
— 15. Juli. Eine vor Bajazid eingetroffene große Anzahl Russen griff die Türken an, welche sich, der Uebermacht weichend, zurückziehen mußten. Nach dem Eintreffen von Verstärkungen wurde der Kampf seitens der Türken wieder aufgenommen. Die Russen mußten sich sodann wieder mit einem Verlust von 600 Todten nach Karabailak, drei Stunden von Bajazid, zurückziehen.
— 17. Juli. Nach den der Pforte zuge- gangenen Depeschen haben die Russen mit einigen Bataillonen den Balkan bei Bonghaz überschritten, wo nur ein Bataillon Türken zur Stelle war. Das selbe mußte sich zurückziehen, nachdem es den Russen in heroischem zweistündigem Kampfe den Uebergang streitig gemacht hatte. Der Marine— Minister Reuf Pascha, welcher im Balkan gegen- wärtig ist und nicht erwartete, daß die Russen an dem genannten Orte übergehen würden, begab sich eiligst an jene Stelle, griff den Feind an und warf ihn zurück. Alle disponiblen Truppen sind schleunigst nach Adrianopel dirigirt. Russische Truppen haben, jedoch bisher noch nicht von Artillerie unterstützt, Jenizagra besetzt. Der Direktor der rumelischen Eisenbahnen begab sich schleunigst nach Adrianopel, um alles Bahn-⸗Material wegzuschaffen.
— 17. Juli. Mebemed Ali Pascha ist in Nisch angekommen.— Die Russen rücken auch in


