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mit Blut bedeckt bestnnungelos aufgefunden und mittelst Wagens nach seiner Wohnung gebracht. Derselbe ist von zwei Holzstevlern, die er auf srischer Thal ertappt und zur Rede gestellt haben soll, sebr übel zugerichtel. Die beiden Individuen wurden noch am Abend gefänglich
eingezogen.
Allerlei.
Oestrich. Vor einiger Zeit fand man dier unter einem Mistbaufen eine verweste weibliche Leiche. Nach vielen vergeblichen Bemübungen der Polizei kommt nun eudlich Licht in diese dunkle Geschichte. Der Bruder des Hausbesitzers, in dessen Hofe die Leiche unter einem Com- posihausen gefunden wurde, gestand. daß vort 12 Jabren sein Bruder in der Nähe von Oestrich auf der Cbaussee ein perlengesticktes Reisetäschchen fand, welches 38,000 fl.
bagates Geld enthielt. Eine Dame, Gouvernante einer Hertschaft, ei zu ihm gekommen, um das Geld zu reklamiren und dei dieser Gelegenheit wäre dieselbe im
Keller ermordet worden. Die Herrschaft hälte vermuthet, die Gouvernante sei mit dem Betrage entwischt und deß⸗ balb ist es auch erklärlich daß nicht damals schon nähere Recherchen in Oestrich veranlaßt worden seien. Für sein Schweigen bätte der Geständige von seinem Bruder 200 fl. damals erbalten, jetzt lasse ibm sein Gewissen keine Ruhe mehr. Die näheren Umstände lassen an diesen Aussagen keinen Zweifel mehr. Die Staatebebörde von Wiesbaden war am 11. d. den ganzen Tag in Oestrich und wurden Gendarmen telegrapbisch dahm beordert, um die Verbeing⸗ ung der beiden Brüder nach Wiesbaden zu bewerkstelligen.
Kreuznach. Als am 10. Morgens 5 Uhr der Pack- wagen, welcher die mit dem Frübzuge von Bingerbrück an⸗ kommende Post nach dem Posigebäude befördert, in dem
Postbause ankam, fand sich, daß derselbe unversch ossen war und daß der Geldbeutel sebltie. Angeblich sind über 11,000 Mark abhanden gekommen. Der Conducteur,
welcher vorne auf dem Bocke des Wagens saß, will nichts bemerkt baben.
Schweinfurt. Wir haben vor einigen Tagen be richtet, daß in Neustadt a. d. zweien mit der Bahn angekommenen Herten ein fremder Mann eine äßende Flüssigkeit ins Gesicht schüttete. Als muthmaßlicher
Täter wird ein gewisser Karl Schönberg, geb. Württem berger, der sich längere Zeit in Ametika und Patris auf hielt, bezeichnet und sieckbrieflich verfolgt. Auf seine Er mittelung oder Festnahme ist eine Belohnung von 300 Mark gesetzt.
Marpingen. In der vorigen Woche war Forsi⸗Beböfde im Härtelwalde und ordncte, „O. Reichs⸗ Zeit.“ zum Schutze und zur S Waldes die Anlegung eines Weges nach d bekannten Quelle an, welcher auch sogleich in Angriff genommen wurde. Ebense soll die Quelle und det Ort der Erscheinung vom Walde abgetrennt und mit einer Umzäumung ver⸗ sehen werden. Die Sperre wird noch immet gehandhabt.
Köln, 11. Jan. An der neuen Gas⸗-Anstalt wurde gestiern bem Abladen eines Waggons Kohlen, welche zur soforigen Fturrung einer Retorte bestimmt waren, ein Säckchen mil Schießpulver entdeckt und natürlich beseitigt. Wie das Pulver in die Kohlenladung gekommen, ob durch Zufall oder durch die Hand eines Frevlers, kann noch nicht fesigestell! werden.
c die Ober⸗ laut der chonung dee *
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Kalbesrieth, 10. Jan. Hier ward in der ver— flossenen Nacht, wahrscheinlich in der zweiten oder dritten Morgenstunde, ein schreckliches Blutbad angerichtet. In dem Hause des Müblenbesitzers Straube sind Vater,
Mutter und acht Kinder schwer verletzt vorgefunden; nur einige waren noch im Stande anzugeben, daß ihnen nicht bekannt, wie sie zu diesen Verletzungen gekommen sind. Der Mann, ebenfalls nicht unbedeutend verwundet, kann wenigstens noch umbergehen. in welchem derselbe sich Nachts befunden hat, sollen 2889 M. baares Geld entwendet sein; die leeren Beutel sanden sich vor. Dem Anschein nich sind die Eindringlinge durch ein eingedrücktes Feuster bereingekommen. Aerzte, untersuchende Bebörden ꝛc. haben sich eingefunden. Ein weiterer Bericht meldet: außer dem Haupte der Familie liegen alle Mitgliedet in Lebensgefahr darnieder: der Raub des Geldes scheint fingirt sein; der Vater ist zur Haft gebracht.
London. Ueber der Verbleib des von Hull nach New⸗Hork bestimmten Dampfers„Colombo“ sebhlen noch immer nähere Nachrichten. Derselbe suhr am 3. December ab und balte etwa 80 Passagiere und 50 Mann Besatzung.
Christiania, 15. Jan. Heute Nachmittag brach in dem hiesigen großen Theater Feuer aus, wodurch die Gebäude und das Inventarium größtenteils zerstört wurden.
Neapel. Der Ausbruch des Vesuvs scheint näher bevorzustehen, als man glaubte. In der Nacht von 10. Jan. bal sich der Krater vom 18. Dember 1875 wieder geöffnet. Man sieht auf den großen Rauchwolken, welche demselbem eniströmen, den rothen Widerschein der Feuergluth.
Gibraltar, 9. Jan. Hier bat ein heftiger Orkan gewüthet, durch den zahlreiche Schisse untergegangen sind.
Ochsen 1. Qual. M. 61—63., 2. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 51—54., M. 48—50.
M. 48—30.
Qual.[M. 5456. 2. Qual. Kälber 1. Qual. M. 49—51., 2. Qual. M. 46—48. Hämmel 1. Qual. M. 51—53., 2. Qual.
Mainz, 15. Jan. Producten-Markt. Waizen per März 23.30. Korn per März 17.40. Haser per März 17.10. Rüböl per Mai 39.75.
zu saugen, weil ein neu eingezogener, gleich nach dem Einziehen benuützter und angezündeter Docht jederzeit schlecht brennt. Der Docht darf nur in einer Länge von 20—25 Centimeter eingezogen werden; bei längerem Liegen des Dochtes im Petroleum tritt Verharzung des Petroleums im Dochte ein, seine Saugfähigkeit wird dadurch auf⸗
D. Frankfurt a. M., 16. Januar 1877. Die bessere Tendenz der letzten Tage hatte heute in Folge der insangs vorliegenden Nachrichten aus Constantinopel, wieder einer Adschwächung Platz gemacht. Nach denselben setzee man am Sitze der Conserenz großen Zweifel in eine Nachgiebigkeit der Pforte, obgleich die Forderungen der Mächte weiter berabgemildert worden waren, um den ürkischen Ministern eine zustimmende Antwort zu er⸗ eichtern. Die Böcse zeigte daher große Geschäftsunlust und schien solche auch bis zum Schlusse dominiren zu wollen, als plötz ich nach der Notiz ein Umschwung statt⸗ fand und auf die Meldung aus London, die zweite Aus zabe des„Daily Telegraph“ enthalte eine Depesche aus Constantinopel, wonach der Sultan die modificirten Vor⸗ bläge der Mächte angenommen babe, bei lebhaftetrem Verkehr eine ziemlich starke Vorwärtsbewegung eintrat. gegen Schluß bröckelten indeß die Course der Speculations- wertbe wieder etwas ab, da die auswärtigen Börcsen, ein⸗ schließlich London keine entsprechenden Notirungen sandten und bier durch Zweifel an der Richlgkeit der Nachricht des
„Dallv Telegrapb“ laut wurden. Creditactien bewegten sich zwischen 114½—½—% 113½—117½ und 117%
Staalsbahnactien zwischen 197½— Lombarden nahe 62. Oester. Bahnen
197-199 und 199½.
hielten sich sest.
Aus dem unteren Zimmer,
Handel und Verkehr. Friedberg, 17. Jan. Walzen M. 24.50. Korn M. 20. Gerste M. 18.—. Hafer M. 15— 20. Kar⸗
tosseln M. 3.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund.
W rankfurt, 15. Jan
(Biehmarkt.) Det heutige Markt war ziemlich aut befahren, Angeltieben waren: 400 Ochsen, 216 Kübe und Rinder, 200 Kälber und 180 Hammel, Die Preise siellien sich per Gentner:
Gallzier 1 fl. matter. Deutsche Bahnen etwas niedriger, Banken sind wenig verändert. Deussche Fonds sest. Von aueländischen Fonds Oesterr. Goldrente zu 60¼ö6— 0 und 61¼ in regem Umsatz. Oestert. Silberrenie und
Papiertente höher, Ungar. Schatzbons I. Em. 10% besser,
11. Em. behauptet. Oesterr. Prioritäten sehr sest. Von Loosen 1860er matter. Von Wechseln Amsterdam und London iheuter. Paris und Wien billiger.
Die Petroleumlampe und ihre Behandlung.
Unstreitig ist die Petroleumbeleuchtung zur Zeit die billigste und verbreitetste Beleuchtungsart Leider gesellt sich zu den vielen Vortheilen dieser Beleuchtung als sebr unerwünschte Beigabe ein gewisser Grad Gefährlichkeit. Feuersbrünste und Unglücksfälle, welche durch den Gebrauch des [Pettoleums entstanden sind, rühren häufig von der unrichtigen oder unpünktlichen Behandlung der Petroleumlampen ber und dürfte es daher im all⸗ gemeinen Interesse liegen, die specielle Behand- lungsweise der Petroleumlampen vom praktischen Standpunkte etwas näher zu beschreiben. Die Petroleumlampen sind den verschiedenen An— forderungen und Zwecken entsprechend in den ab— weichendsten Formen und Einrichtungen hergestellt worden, welche sich jedoch im Allgemeinen in Lampen mit einfachem Luftzuge, Flachbrenner,
aus
und Lampen mit doppeltem Luftzuge, Rund- brenner, eintheilen lassen. Beide Arten unter— scheiden sich nur durch die Construction ihres Brenners. Der Flachbrenner besteht aus zwei
auseinander zu nehmenden Theilen, dem eigent- lichen Brenner mit Dochtscheide, der auf das Petroleumbassin(Vase) aufgeschraubt wird und der Galerie mit Cylinderbalter und Brennkapsel. Beide Theile sind des nöthigen Luftzuges wegen
durchbrochen. Der Rundbrenner besteht aus dem eigentlichen Brenner und der Galerie mit Cylinderhalter. Zwei conisch nach Oben ver—
laufende Röhren, von denen man die äußere das Brandrohr, die innere das Standrohr nennt, bilden die Dochtscheide. Das Standrohr ist zu ¼ seiner Höbe keilförmig eingeschlitzt, eben daselbst und seitwärts nach außen abgekantet und mit dem Schlitz des Standrohres scharf verbunden und verlöthet. Durch diese keilförmige Oeffnung findet die nöthige Lustströmung nach der Flamme statt. Bei beiden Arten von Brenyern befindet sich unten neben der Dochtscheide eine Oeffnung, die dazu dient, die in dem Petroleumbassin (während des Brennens) sich bildenden explosiven Gase zum Verbrennen zu bringen, sowie das beim Nichtbrennen der Lampe abfließende Petro— leum in das Bassin zurückzuführen. Bezüglich der Behandlungsweise der Petroleumlampen lassen sich folgende Regeln ausstellen: 1. Bei neuen Lampen oder bei einer Dochterneuerung ist es durchaus nothwendig, daß die Lampe mindestens ½ Stunde vor dem Gebrauch in den Stand ge— setzt wird, damit der Docht Zeit hat, sich voll
geboben oder unterbrochen, weil die mit Harz gefüllten Dochtsäserchen kein Petroleum mehr durch— lassen und demnach det Flamme keine Nahrung mehr zuführen können. Von großem Vortzbeile ist es, den Docht vor dem Einziehen zu ttocknen, da hierdurch dessen Saugfähigkeit ganz wesentlich gehoben wird. Um den Docht zu schneiden, nebme
man die Galerie ab. Bei den Flachbrennern schneide man den Docht zuerst gerade ab und schneide dann an beiden Seiten die Ecken weg,
so daß die obere Fläche des Dochtes einen knappen balben Bogen bildet. Hierdurch wird das Spitzen- brennen der Flamme verhütet und die Hitze in dem Cylinder gleichmäßiger vertheilt. Bei Rund- brennern muß der Docht gerade abgeschaitten werden. Das Abreiben des Dochtes an Stelle des Abschneidens desselben ist nicht zu empfehlen, da durch das einfache Abreiben die stehenbleibende
obere härtere Dochtfläche leicht in die Dochtscheide
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eingezwängt wird und dadurch dem Weiterschrauben [des Dochtes hinderlich ist. 2. Es ist zu em⸗ pfehlen, die Petroleumlampen jeden Tag frisch zu füllen, da sie nur im frisch gefüllten Zustande die
volle Leuchtkraft des Oels entwickeln. Das Glas- bassin darf nicht bis zum Vasenring mit Petroleum gefüllt werden, indem zu voll gegossene Lampen das Petroleum durch die Bassinsschraube und den Schlüssel sowohl, als durch den zum Einkitten verwendeten Gyps sehr leicht aueschwigen. Ganz verhindern läßt sich übrigens das Durchschwitzen des Petroleums nicht; es ist deßhalb zu empfehlen, vor dem Anzünden der Lampe dieselbe nochmal abzuwischen. Nachgießen von Petroleum während des nnens darf auf keinen Fall stattfinden, wegen der sich im Petroleum bildenden aäußerst leicht zündbaren und explostven Gase und Dämpfe. 3. Peteoleum darf in keinem Gefäße aufbewahrt werden, das zur Aufbewahrung von Fettöl gedient
N re
hat. Ebenso wenig dürfen Fettöltrichter zum Eingießen, oder fettige Dochtschteeren zum Ab- schneiden des Dochtes verwendet werden. Beim
Einziehen des Dochtes und bei der Reinigung der Lampe sorge man, daß kein Fettöl mit dem Dochte in Berührung kommt, indem eine ganz geringe Ouantität Fettöl genügend ist, die Lichtstärke zum Zurückgehen zu bringen. 4. Das Anzünden der
Lampe darf nur durch ein Streichhölzchen ge— schehen. Man schraube dabei den Docht möglichst klein und stecke den Cylinder fest auf. Im An-
fange lasse man die Lampe nur klein weiterbrennen, insbesondere bei den Flachbrennern, damit die Temperatur den Cylinder nicht zum Springen reizt; erst nach und nach schraube man den Docht
auf die richtige Höhe. Dabei darf bei Flach- brennern der Docht auf keinen Fall aus der Brennspalte hinaus stehen. Man schraube den
Docht so hoch, als zur Erzielung einer bellbrennen⸗ den Flamme nöthig ist, denn klein eingeschraubte Lampen verbrennen dasselbe Quantum an Petro— leum, riechen unangenehm und geben eine wenig leuchtende Flamme. 5. Beim Auslöschen der Lampe drehe man den Docht klein ein und blase die Flamme von oben durch den Cylinder der Lampe aus, oder man lege auf den Cylinder einen flachen Gegenstand, ein Stück Blech, Holz, harte Pappe u. s. w., welche die Lampe sofort zum Erlöschen bringt. 6. Bei der Reinigung der Petroleumlampen. hat man vor allem in dem Brenner die Rückstände von dem verkohlten Dochte zu entfernen und die Durchbrüche, sowie die unten befindliche Oeffnung durch Auswischen mit einem reinen Lappen frei zu machen und zu reinigen. Wird der Brenner mit Putzpulver, Wiener Kalk u. s. w. gereinigt, so müssen alle Theile des Putzpulvers sorgfältigst entfernt werden, indem durch diese Verstopfung die Luftströmung gehemmt wird, was schlechtes Brennen zur Folge hat. (Schluß solgt.) 5


