Ausgabe 
18.1.1877
 
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1877. Donnerstag den 18. Januar. N 7.

Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Amtlicher Theil. Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes über das Besteuerungstecht der Kirchen und Religionsgemeinschasten. Friedberg am 16. Januar 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 23. Mai vorigen Jahres, Kreisblatt Nr. 63, machen wir Sie darauf aufmerksam, daß die Gemeinde- Einnehmer am Schlusse des Jahres über uneinbringliche oder in Folge von Reclamatsonen erlassene Beträge der evang. Kirchensteuer be

sondere Berzeichnisse aufzustellen und Ihnen zu übergeben haben und solche sofort an uns einzusenden sind. J. V. d. K.: Klietsch, Kreis- Assessor.

Betreffend: Armenktankenpflege. Friedberg den 16. Januar 1877. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Nach§ 19 pos. 7 der Allerhoͤchsten Verordnung vom 28. December vorigen Jahres, betreffend die Aufhebung der Obermedicinal direction ꝛc., ist die Verpflichtung der Kreisärzte zur Behandlung der armen Kranken in Wegsall gekommen und kann der Kreisarzt nur in denjenigen Fällen, in welchen eine Gemeinde nicht im Stande sein sollte, durch Vertrag mit einem praktischen Arzte für ärztliche Behand lung ihrer Armen Fürsorge zu treffen, von seiner vorgesetzten Behörde für verpflichtet erklärt werden, jene Behandlung gegen entsprechende Vergütung aus der Gemeindekasse zu übernehmen. Unter Hinweisung auf diese Bestimmungen empfehlen wir Ihnen, binnen 14 Tagen zu berichten, in welcher Weise in Ihren Gemeinden für die Armenkranken-Behandlung Sorge getragen ist. Wurde die ausnahmsweise zuge⸗ lassene Betheiligung der Kreisärzte an der ärztlichen Behandlung der Armen geboten erscheinen, so bedarf dies einer besonderen Begründung.

J. V. d. K.: Klietsch, Kreis- Assessor.

Bekanntmachung.

Nach der heute gefertigten Zusammenstellung des Wahlergebnisses im 2. Wahlkreise des Greßherzogthums, bestehend aus den früheren Kreisen Friedberg, Vilbel und Büdingen, ist Herr Dr. jur. Bernhard Schröder zu Worms mit 8909 von 10,081 abgegebenen gültigen Stimmen als Abgeordneter des gedachten Wahlkreises zum deutschen Neichstage gewählt worden, was biermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Büdingen am 14. Januar 1877, Der Wahl-⸗Commissär

Kekulé, Kreisrath.

Bekanntmachung.

Durch rechtskräftiges am 9. Januar 1877 von dem kommandirenden General des XI. Armee-Corps bestätigtes Erkenntniß vom 18. December 1876 ist Recrut Benjamin Harris des 1. Bataillons, 1. Großherzoglich Hessischen Landwehr-Regiments Nr. 115, aus Bruchenbrücken im Kreise Friedberg in contumacjam für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldbuße von Einhundertsechszig Mark verurtheilt worden.

Darmstadt den 12. Januar 1877. Großherzogliches Gericht der Großherzoglich Hessischen(25.) Diviston.

Deutsches Reich. kunft die liberalen deutschen Männer jenes ferst später und zwar wahrscheinlich am 29. d. M. Friedberg. Die nunmehr officsell festgestellten festen und treuen Wahlkreises geeinigt und zusammentreten, indem der Druck ausführlicher Zahlen bezüglich der Reichstagswahlen in Hessen stark bleiben zum Wohl und zur Ehre des Berichte, insbesondere des Finanz- Ausschussts, ergeben, daß in den hessischen neun Wahlkreisen Ganzen. Sie, hochgeehrter Herr College, bitte vorerst noch beendet werden muß. Der Petitions- fünf der früheren Abgeordneten schon jetzt wieder- ich, den Ausdruck meines Dankes für alle und Beschwerde-Ausschuß wird sich am 19. d. M. gewählt sind: v. Rabenau(freicons.), Schröder, Ihre Mühen entgegenzunehmen und Gleiches zur Erledigung zahlreicher Angelegenheiten, und Martin, Heyl und Bamberger(nat.- lib.) An dem ganzen Comité wie allen meinen Wäh⸗ zwar für mebrere Tage hier einfinden. Stelle des zurückgetretenen Professors Oncken ist lern zu übermitteln. Dienten Sie, wie ich Die zweite Kammer der Stände hat de Wadsack von Alsfeld gewählt. Zwischen Dernburg glaube, durch Ihre jüngste Thaͤtigkeit doch züglich des von der Regierung vorgelegten Gesetz (nat. lib.) und Liebknecht(soc.- dem.), Welcker Alle wieder einer vaterländischen Sache, den entwurfs, die Gehalte der Volksschullehrer betreffend,

(nat. lib.) und Büchner(Fortschritt), Oechsner besten Gütern unserer Natien, für die einzu- in ihrer Sitzung vom 18. October d. J. beschlossen, (lib.) und Moufang(ultr.) kommt es zur Stich- stehen wir zusammen verpflichtet sind. Hoch- diese Vorlage an den Ausschuß zurückzuverweisen, Wahl. achtungsvoll ergebenst Ihr Dr. B. Schröder. um gewisse Erhebungen vorzunehmen und hiermit

Friedberg. Soeben kommt uns folgen Darmstadt. Am 11. Januar wurde der den erstatteten Ausschußbericht zu vervollständigen.

des Schreiben des Reichstags-Abgeordneten Rath bei der Provinzial- Direction Rheinhessen, Das Motiv der Zurückweisung war namentlich, Dr. Schröder in Worms zu, um dessen Ver⸗J[Regierungsrath Dr. Braden, zum Kreisrathe des daß es zur Ermessung der Folgen des Gesetzent offentlichung wir gebeten sind: Herrn Landtags- Kreises Friedberg und der Kreisassessor Heß zu wurfs für die Landgemeinden wünschenswerth er Abgeordneten Seriba zu Friedberg, Vorsstzender Offenbach zum Rathe bei der Provinzial-Directionscheine, eine Zusammenstellung aller Gemeinden des liberalen Central-Wahlcomités für den Rheinhessen mit dem Amtstitel alsRegierungs- unter 2000 Seelen, eine Uebersicht der gegenwärtig Reichstagswahl-Bezirk Friedberg-Büdingen.rath ernannt. zahlbaren Dienstalterszulagen und eine Zahlenan- Abermals hat mich das Vertrauen der großen Abg. Heinzerling hat mit neun Genossens gabe der tbatsächlich noch unbesetzten oder noth Mehrheit der Wähler des II. oberhessischenseinen Gesetz Entwurf wegen Aufhebung der alt- wendigerweise demnächst weiter zu ereirenden Lebrer Wahlkreises als Abgeordneter in den deutschenhessischen Verordnung vom 29. Jult 1791 über stellen zu erhalten. Der Ausschuß bat, nachdem ihm Reichstag berufen. Der mir damit gewordenen] die zwangewelse Abtretung benöthigter Bauplätze von der Regierung bereitwilligst das betreffende Mate großen und schwierigen Aufgabe kommt nur zum Neubau von Häusern eingebracht. Diesef rial übermittelt worden, seine früber gestellten und gleich meine Hingabe an Kaiser und Reich Verordnung gewährte, um das Bauen zu fördern, bereits mitgetheilten Anträge wiederbolt geprüft und mein regster Wille, stets mit voller Auf-seine Zwangs-Entäußerung zu Privat-Bauten und und durch den Abgeordneten v. Wedekind einen richtigkeit und der mir verliehenen Kraft des paßt jedenfalls nicht mehr in die heutige Zeit, weiteren Bericht erstatten lassen.

Vaterlandes und des Volkes Wohl im Reichstag die, abgesehen von den Fällen, wo das Eigentbum 16. Jan. Der Bischof von Mainz war fördern zu helfen. Der Einzelne vermag darin zu öffentlichen Zwecken in Anspruch genommen, bekanntlich wegen nicht ordnungsmäßiger Besetzung nur Etwas, wenn er selbstlos den großen wird, volle Unverletzlichkeit des Grund-Eigentbums der Pfarrei Castell von dem Bezirksgericht in Mainz Ideen dient, die sein Vaterland, sein Volk und verlangt. In Rheinhessen kennt man eine solche zu einer Geldstrase verurtheilt worden. Der Bischof, seine Zeit bewegen und leiten. Mit meinen oder ähnliche Vorschrift nicht. Dem Antrag sind resp. dessen Anwalt recurrirte gegen dieses Urtbeil, Wählern in dieser Beziehung verbunden, selbstsausfübrliche Motive beigefügt, a 1 das Bezirksgericht nach einer in Rbeinbessen einer aus dem Volke, trete ich an die neue Die zweite Kammer wird nun doch nicht, bestebenden Verordnung nicht competent gewesen dreijährige Arbeit und hoffe, daß auch in Zu- wie früher beabsichtigt, am 22. d. M., sendern sei, über den Bischof abzuurtbetlen. Das Ober