der Abmachungen mit der serbischen Regierung. Gleichzeitig hat sich auch Fadejeff nach Moskau zurückbegeben.
Montenegro. Cettinje, 8. September. Die Türken hatten in Constantinopel ausgesprengt, die Montenegriner hätten unter großen Verlusten die Belagerung von Niksic aufgegeben, heute Nachmittag verkündeten jedoch Freudenschüsse und Glockengeläute die Capitulation von Niksie, welches sich den Montenegrinern auf Gnade und Ungnade ergeben hat; letzteren fielen 19 Geschütze in die Hände; Garnison und Einwohner von Nikfie er— hielten von den Montenegrinern die Erlaubniß, sich nach Gacko zurückzuziehen. Die Bewohner von Niksic haben ihre Waffen in das Lager des Fürsten Nikita abgeliefert. 3000 Montenegriner marschirten gegen Trebinje.
— 9. Sept. Heute Nachmittag griffen 5000 Türken von Podgoritza aus die Südgrenze Mon- tenegro's an, wurden jedoch mit großen Verlusten bis Podgoritza zurückgeworfen. Gestern Nachmittag sind die Montenegriner in Niksie eingezogen. Die Fürstin Milena und der Thronfolger sind bereits dahin abgereist.
Rumänien. Bukarest, 9. September. Die ganze unter dem Commando des Großfürsten⸗ Thronfolgers stehende Armee bei Rustschuk hat neue concentrirte Stellungen bezogen. Ein türki—
zwangen.
sches Corps von 20,000, welches aufgebrochen war, um Osman Pascha zu Hülfe zu eilen, soll durch russische Truppen unter dem Commando des Fürsten Mirski abgeschnitten worden sein. Bei Slobosta ist von den Russen ein neues Monstre⸗ Geschütz in Position gebracht, welches drei türkische Batterien vor Rustschuk zum Schweigen brachte.
Griechenland. Athen, 10. September. Der Ministerrath hat in den letzten Tagen über die Vorschläge des russischen Cabinets berathen, welche sich auf ein gemeinsames Vorgehen in der Angelegenheit der Sicherstellung der unter der türkischen Herrschaft lebenden Christen beziehen. Es gilt heute für gewiß, daß zwischen Griechen— land und Rußland auf Grundlage bestimmter Ansprüche der griechischen Regierung eine Ver⸗ ständigung erzielt wurde. Eine vor Kurzem der griechischen Regierung überreichte Note der britischen Regierung beantwortete Minister Trikupis mit einer desgleichen, welche die Politik Griechenlands darlegt.
Rußland. Petersburg, 9. September. Privat⸗ Nachrichten aus Sistowa melden: Heute Morgen begann von allen Seiten der Angriff der Russen auf Plewna und dauerte den ganzen Tag hindurch. Um 6 Uhr Abends war Plewna in russischem Besitze. Die Türken zogen sich in großer Unordnung zurück. Die Verlüste sind bedeutend. Bereits am 6. bei Eintritt der Dunkelheit näherten sich russische Truppen von der West-Colonne der Stadt Plewna und errichteten während der Nacht auf den die türkischen Befestigungen umgebenden Anhöhen, unbemerkt von den Türken, Batterien, an welchen ohne Behinderung die ganze Nacht gearbeitet wurde.
Anlauf gegen Mukhtar Pascha's Cavalerie-Lager, metzelten nahezu 60 Mann nieder und erbeuteten mehrere Pferde und Gewehre. Auf dem Rückzug verlockten unsere Freiwilligen die verfolgenden Türken gegen das in einen Hinterhalt gestellte Daghestanische Cavalerie Regiment, wobei der Feind neue große Verluste erlitt. Auf unserer Seite wurden 11 Milizen und Soldaten ver— wundet. Bei der Kabulet-Colonne begannen die Türken am 3. d. ein Artillerie- Geplänkel, wobei auf unserer Seite der Commandant des zweiten faukasischen Schützen Bataillons verwundet wurde. Ferner wird aus Karajal vom 9. d. gemeldet: Wie General Tergukassoff telegraphisch meldet, erschien in der Nacht vom 6. auf den 7. Sept. zwischen den Dörfern Kügüluk und Gulüdscha eine 200 Mann starke Bande türkischer Räuber, welche den Fluß überschritt und das Dorf Sar— dassaban überfiel. Hier wurden 27 unbewaffnete Armenier von ihnen getödtet, darunter 2 nach qualvollen Martern, sowie 2 Knaben von 7 und 12 Jahren verwundet. Indeß nahten 50 Tamanier heran, welche jene Bande überfielen und zur Flucht Bei ihrem Rückzug wurde dieselbe von zwei Sotnien Kosaken angegriffen und verfolgt, dabei ein türkischer Offizier und 3 Baschi-Bozuks getödtet und 10 als Verwundete gefangen ge— nommen. Alles von ihnen Erbeutete wurde den Räubern wieder abgenommen. Auf russischer Seite blieben 2 Kosaken todt, 2 trugen Wunden davon.
Indien. Bombay. Der Emir von Kaschgar wurde vor Kurzem ermordet und erfährt man jetzt folgende Einzelheiten darüber: Der Emir Nacub Khan wurde von Hakim Khan Torah ermordet. Der Mörder ist der Sohn des früheren Herrschers von Narkand, den Nacub absetzte und der kurz darauf starb. Nacubs ältester Sohn fiel ebenfalls durch Mörderhand und sein zweiter Sohn ist jetzt in Kaschgar. Es heißt auch, daß Hakim Torah von den Truppen und der Bevölkerung als Emir anerkannt wurde, aber es ist kaum wahrscheinlich, daß Nacubs überlebender Sohn sich ruhig in die neue Lage der Dinge fügen werde. Wahrschein— lich wird ein wüthender Bürgerkrieg ausbrechen, welcher der chinesischen Armee, die gegen Kaschgar Krieg führt, sehr gelegen kommen dürfte.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Zu der Montag den 17. September hier am Schullehrer-Seminar statisindenden Prüfung der Schul- amts⸗Aspirantinnen haben sich 20 junge Damen gemeldet, von denen 16 der katholischen Religion angehören. Steinfurth. Am 9. d. M. fand hier das Jahresfest des Gustav-Adolfs-Vereins für die Wetterau statt. Nach einer eindringlichen Predigt des Professors Köhler und der Becichterstattung durch Pfarrer Meyer von Friedberg folgte eine freie Vereinigung in der Wirthschaft der Frau Rosenbecker, wobei Director Schwabe, Professor Röhler und Advocat Curtman den Landbewohnern die Bedeutung des Vereins, die Noth der evangelischen Brüder in der Diaspora und die Dringlichkeit thalkcästiger Hülfe warm darlegten. Mögen Alle, die noch ein Herz für die evangelische Kirche haben, eifrigst beflissen sein, das Werk des Vereins, der unter dem Banner des protestantischen Helden kämpft, zu fördern.
Münzenberg. Die am letzten Sonntag hier abge—
—t—.
Am 7. Morgens eröffneten diese Belagerungs Batterien mit Abgabe einer haltene Versammlung der Socialdemoktaten war sehr schwach Salve ihr Feuer, welches den ganzen Tag fort- besucht.„Dieselbe wurde, 1 einige verletzende Aeußer esetzt Wurde Auf russischer Site war der 9 5 über die Ehe, den Staat ꝛc. ꝛc. gefallen waren, 9 wurde. l e N er- polizeilich geschlossen. Unsere Einwohnerschaft ist über die lust bei dieser Action nicht bedeutend; ein Batterie- Veranstaliung der Versammlung sowohl, als auch üder die Commandeur der 16. Artillerie Brigade wurde gefallenen Aeußerungen seyr verstimmt und haben die
getödtet und zwei Artillerie ier 5 Socialdemokrasen hier durchaus keinen Anhang erworben. 5 5 Offiziere verwundet Alsfeld, 7. Sept. Gestern langte beim hiesigen
In der folgenden Nacht wurden nur einige Schüsse Gericht die Anzeige ein, die Ehefrau des Conrad Hamel mit den Türken gewechselt. Gestern bei Tages- in Hopfgarten habe sich erhängt. Blutspuren und Ver⸗ Anbruch näherten sich unsere Batterien Plewna letzungen an der Leiche deranlaßten die Lokalpolizeibebörde,
noch mehr und dauerte die Kanonade den ganzen den des Morbs seiner Frau verdächtigen Ehemann noch
S 8 am nämlichen Tage arretiren und in's Bezirksgesängniß 1 1 40 gestern Abend besetzte unser linker nach Alsfeld abführen zu lassen. Nachdem die mitiler⸗ Flügel die Anhöhen südlich von Plewna mit einem weile eingeleitete Untersuchung dringende Indicien dafür Veclust von 500 Mann. Das Centrum und der ergeben batte, daß Hamel des Mords seiner Ehefrau rechte Flügel hatten sich den türkischen Befestig⸗ schuldig sei, hat sich berselbe heute im Gesängniß erhängt.
5 2 Mainz, 8. Sept. Bauernfänger lockten gestern ungen auf 500 bis 700 Faden genähert. Abend zwei auf einer Ferienreise befindliche Studenten
— Aus Poradim vom 8. d. wird amtlich von Heidelberg in ein Wirthslokal. Allein schon auf den gemeldet: Heute erfolgte kein Angriff auf Kadikibi. ersten Blick erkannten die Studenten die Situation und Nach Besetzung Caceljewo's durch die Türken aßen 1 e Mane gesaßt. 1 5 gewöhnlich
a 8 5 ließ man die vermeintlichen gefangenen impel“ ge⸗ wies die e Colonne der russischen Armee winnen,— so etwa 80 Mark lagen auf der Seite der einen Angriff auf Ablowo zurück, trat jedoch so⸗ Musensöhne— als sie ihren Gewinn einstrichen und dann den Rückzug in neue Positionen an. ae Lachen das Wixrthslokal verließen.
— Vom asiatischen Kriegsschauplatz wird aus Mainz. Dem Director der Rheinischen Actienbrauerei, Karajal gemeldet: Bom 6.. 8 machten Melchers, ist gekündigt worden, weil Melchers sich gewissen
Freiwilli 5 4a 5 Projecten zur Verwendung von sauerem Bier, die von Freiwillige unserer irregulären Cavalerie einen anderer Seite besürworlet wurden, widersetzte.
friedliche,
Bingen, 10. Sept. An der Station Bingerbrück sließen gestern zwei Güterzüge zusammen, mehrere Wagen entgleisten und wurden tbeilweise stark beschädigt.
Friede ernährt, Unfriede verzehrt!
Dieser alte deutsche Kernspruch sollte mit goldenen Lettern über allen Werkstätten und Fabriken ange⸗ bracht und dadurch dem Arbeiter mit dem Beginn eines jeden Tagewerks in Erinnerung gebracht werden. Wer socialdemokratische Blätter ohne Kritik liest, könnte auf den Gedanken kommen, daß nur Unfriede Nahrung gebe und die sociale Wohlfahrt erhöhe. In Wahrheit ernährt der sociale Krieg aber nur die socialistischen Agitations- kassen. Tausende von Hörern und Lesern müssen jährlich zur Unterhaltung von agitatorischen Rednern und Schriftstellern beisteuern. Dieser modernste Erwerbszweig kann allerdings nur bei der Fort⸗ dauer des socialen Unfriedens gedeihen, aber die Massen als solche können sich mit dieser Steuer für die socialistische Agitation und mit der Un⸗ zufriedenheit über alles Bestehende noch kein Brod und keine bessere Zukunft schaffen. Der Aber⸗ glaube an das Heilmittel eines socialen Krieges und an eine neue Gesellschaftsorganisation kann einen Theil der Volksmassen wohl kurze Zeit hin⸗ durch bethören und zur Bildung von Secten in socialistischem Sinne verleiten, weil an die Stelle einer religiösen und politischen Begeisterung zeit⸗ weise auch eine socialistische treten kann; aber schließlich wird der gesunde Menschenverstand doch zurückkehren und der Wahlspruch„Friede ernährt, Unfriede verzehrt“, der als eine Erfahrung von Jahrtausenden im Volksmunde fortlebt, auch in den Herzen des Volkes wieder Wurzel fassen. Die Arbeiterbewegung hat jedenfalls das Gute, daß sie die Erörterung aller auf das Wohl der Arbeiter bezüglichen Fragen mächtig anregt und ein besseres Verständniß der Rechte und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern anbahnt. Die Arbeiter müssen jedoch in dem berechtigten Streben nach Verbesserung ihrer Lage wie andere Klassen auch Lehrgeld zahlen und auf dem Wege von dem Irrthum zur Wahrheit, von der Un⸗ bildung zur Bildung durch die Stufe der Halb- wahrheiten und der Halbbildung hindurchgehen, bis sie zum Selbstdenken und Selbsthandeln kommen und sich daran gewöhnen, auch andere als social⸗ demokratische Zeitungen und Schriften zu lesen. Das Verlangen nach wirklicher Belehrung wird ihnen schon kommen. Wenn nur wirkliche Volks- freunde nicht versäumen, durch Wort und Schrift ihre Pflicht zu thun und insbesondere sich auch in der Localpresse an der Prüfung der Arbeiter- interessen unparteiisch zu betheiligen. Dabei werden allerdings Thatsachen immer schlagender wirken, als Gründe. In einer sehr nachahmenswerthen Weise beleuchtet in dem uns soeben zugegangenen „Schweidnitzer Stadtblatt vom 2. Septbr.“ ein Volksfreund den unheilvollen Einfluß des socialen Unfriedens auf die Entwicklung der Gewerbe mit folgenden Bemerkungen:„Wir erinnern nur an das Eingehen der blühenden Pflug'schen Waggon⸗ Fabrik in Berlin nach einem monatelangen Strike. Die Fabrik hat durchschnittlich 2000 Arbeiter beschästigt und jährlich 2 bis 2½ Millionen Mark Löhne ausgezahlt. Als ihr aber durch die maßlosen Forderungen ihrer Arbeiter die Con- currenzfähigkeit benommen wurde, zog sie es vor, die Fabrik zu schließen, die Arbeiter zu entlassen und Grundstücke, Maschinen mit Allem was drum und dran hängt unter den Hammer zu bringen. Es sind dadurch 2000 Arbeiter brodlos geworden oder mußten sich minder lohnenden Betrieben zu- wenden, und ich zweifle sehr, ob auch Einer von ihnen bei den socialistischen Agitatoren neues Brod gefunden hat. Ein zweiter Fall hat sich vor nur wenigen Monaten in unserem Nachbarkreise er⸗ eignet, wo ein bedeutender Fabrikant sich in Folge socialistischer Drohbriefe veranlaßt sah, sein Ge— schäft aufzulösen und dadurch in einer ohnehin arbeitelosen Zeit Hunderte von Arbeitern beschäf- tigungslos zu machen. Als drittes ganz beson⸗ ders lehrreiches Beispiel der Folgen socialistischer Hetzereien führe ich die Schließung der Deter'schen Cigarrenfabrik in Ohlau an. Auch dieses bislang
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