erheischen, unwahr sei.— Der Kriegs- Minister Hardy erklärte in Beantwortung einer Anfrage Anderson'e, die morgen in Windsor stattfindende Truppen Revue habe nicht die Bedeutung, daß Truppen in das Ausland abgesendet werden sollen, wovon keine Rede sei.
Türkei. Constantinopel, 9. Juli. Der Scherif Hussein Pascha, Mitglied des Staatsraths, wurde zum Emir von Mekka ernannt.— Ein Telegramm Redif Pascha's signalisirt Ausschreit ungen der Russen bei Sistowa.— Hier ist die Nachricht verbreitet, daß die von Sistowa auf Rustschuk vorrückenden Russen zurückgeworfen seien.
— 9. Juli. Der Commandant der englischen Flotte, Admiral Hornby, ist gestern hier einge— troffen. Derselbe wird demnächst vom Sultan empfangen werden.— Tscherkessen sind in großer Zahl nach dem Kriegsschauplatze abgegangen.
— 9. Juli. Ein Telegramm Derwisch Pascha's aus Batum von gestern meldet, daß eine türkische
Fregatte St. Nikolaus(Schefketie) bombardirt bat. Die Türken landeten und vertrieben die Garnison, worauf die Expedition nach Batum zurückkehrte. Der Marineminister, Reuf Pascha,
ist zur Inspicirung der Balkanbefestigungen abge-
reist. Das Corps Suleiman Pascha's wird nach der Donau abgeben.
Erzerum, 9. Juli. Nördlich von Bajazid ist ein Kampf entbrannt, welcher noch fortdauert. In Erzerum ist die Ansicht verbreitet, Mukhiar Pascha würde gezwungen sein, den Russen, welche im Thale von Olti vorrücken, eine Schlacht an⸗ zubieten, bevor er seinen Vormarsch gegen Kars fortsetzen könnte.— Eine russische Colonne, welche den Versuch machte, in Ardanutsch einzudringen, wurde geschlagen und zog sich nach Ardahan zu-
rück.— Mustapha Pascha ist von der Armee
Mukhtar Pascha's mit 4000 Mann abmarschirt, um sich nach Kars hineinzuwerfen.
Serbien. Belgrad, 10. Juli. Die Re⸗ gierung hat in Paris eine Anleihe im Betrage von 2 Millionen Ducaten abgeschlossen.— Fürst Milan inspicirte die in Nigotin unter General Horvatovie stehenden Truppen.— Serbien schloß am 4. d. einen Allianzvertrag mit Rumänien ab. Der Zeitpunkt der Cooperation ist auf Mitte August festgesetzt.
Kragujevatz, 8. Juli. überreichte dem Fürsten in Beantwortung der Thron— rede eine Adresse. Dieselbe sagt, daß der Fürst, indem er im vorigen Jahre das Volk zu den Waffen gerufen, den Wünschen und der Aufgabe Serbiens würdig ent— sprochen habe. Die Skupschtina dankt dem Fürsten lebhaft, daß er die Gefühle der Erkenntlichkeit des serbischen Volkes dem Kaiser Alexander unter- breitet habe. Sie läßt den Rathschlägen des Fürsten über die Nothwendigkeit der Eintracht und Umsicht in den gegenwärtigen Verhältnissen Gerechtigkeit widerfahren, verläßt sich im Uebrigen auf die patriotische Sorgfalt des Fürsten, spricht
mit dem Aus drucke der freudigsten Theilnahme der Nation an der Geburt eines Thronfolgers. Die Adresse wird dahin ausgelegt, daß eine Actions Politik Serbiens jetzt nicht zu erwarten sei.
Rumänien. Bukarest, 8. Juli. Tscherkessen ermordeten bei Küstendsche 60 Christen. Der russische Kaiser besuchte Simnitza in Be⸗ gleitung des Obersten Wellesley. Der Prinz von Hessen ist wieder abgereist. Er und Fürst Gort- schakoff dinirten am Samstag in Cotroceni bei dem Prinzen Karl von Rumänien, welcher Sonn— tag in's Hauptquartier abreist.
— 9. Juli. Morgen geht der Fürst von Rumänien nach dem Hauptquartier Pojana bei Kalafat ab. Gegen den vom Fürsten mit der rumänischen Armee beabsichtigten Donauübergang herrscht im ganzen Lande, welches eine Offensive der Armee offen perhorrescirt, die größte Agitation.
Rußland. Petersburg. Nach einem Telegramm des„Golos“ ist Tirnowa am 6. d. von den Russen eingenommen worden. An dem Kampfe waren auf russischer Seite zwei Cavalerie— und zwei Infanterie⸗Divisionen, sowie eine Schützen- Brigade betheiligt. Von drei Seiten eiugeschlossen, räumten die türkischen Truppen Tirnowa, von der
Die Skupschtina
russischen Cavalerie verfolgt. Die Stadt wurde von den Russen besetzt.
— Mittheilungen vom 7. Juli zufolge sind die Rückwärts Bewegungen der drei russischen Truppen»Abtheilungen in Armenien keineswegs die Folge des im Wesentlichen niedergeworfenen Aufstandes im Kaukasus-Gebirge, vielmehr der militärischen Erkenntniß zuzuschreiben, daß die be⸗ treffenden drei Colonnen der Widerstandskraft des Feindes gegenüber, welche man unterschätzt hatte, zu schwach sind. Die Generale Tergakussoff und Oklobschio operirten mit acht bis zehn, General Loris Melikoff mit etwa zwölf Bataillonen.
Amerika. Wasbington. Dem Ver- nehmen nach hätte Präsident Hayes sich damit einverstanden erklärt, daß die Indianer an der mexikanischen Grenze durch Truppen der Union auch auf mexikanisches Gebiet verfolgt werden. Demnach ist es nicht wahrscheinlich, daß die vom General Ord ertheilten Befehle abgeändert wer- den. Die mit Venezuela entstandenen Differenzen sind nunmehr ausgeglichen.
Aus Stadt und Land.
Darmstadt. Man erzählt von einem sonderbaren, vor einigen Tagen hier abgeschlossenen Handel. Ein erst vor Kurzem verheiratbeter Diener, der aber seine junge Frau nichts weniger als gut behandelte, erbot sich einem Arbeiter sein ganzes Mobiliar und seine Frau dazu sür 100 M. zu verkaufen. Der Arbeiter ging darauf ein, zahlte den verlangten Betrag und empfing schriftliche Quittung über den vollzogenen Handel und die schriftliche Erlaubniß sich mit der Frau des Verkäufers zu verehelichen. Letzterer verschwand nach Empfang des Geldes aus hie⸗ siger Stadt. Das Pärchen dürfte aber wohl noch mit dem Strafgesetzbuche Bekanntschaft machen.
Mainz, 8. Juli. Oder Bürgermeister Wallau ist heute Nacht gestorben.— Die heute von Burghausen über den Zustand des Bischofs Ketteler eingetroffenen Nach— richten lauten ebenfalls boffnungslos.
ö Kostheim. Hier wurde ein Falschmünzer entdeckt und zur Haft gebracht. Der Mann hatte schon wiederholt in Kostaeim wie in Castel falsches Geld verausgabt, in Folge boessen man Haussuchung bei ihm hielt und dabei den ganzen Falschmünzerappatcar, Formen u. s. w. sand. Auch auf der Eisendahn gestohlene Gegenstände sollen da⸗ bei gefunden worden sein.
Allerlei. Köln, 9. Juli.
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Verloosungen.
Kurbhessische 40 Thlr.⸗Loose vom Jabr 1845. Ziehung am 2. Juli. Auszabluna am 2. Januar 1878. Haupt Preife: Nr. 72850 108 000 M., Nr. 153124 24 000 M. Nr. 84132 12000 M., Nr. 66337 6000 M., Nr. 104185 125110 je 4500 M. Nr. 73422 je 3000 M., Nr. 58326 86059 92251 98907 155920 je 1200 M., Nr. 9873 10183 154 7741618 81683 91168 104197 117989 121477 164086 1 600 N., N.. 4899 6865 7166 20994 23532 46167 58350 81678 84139 94413 98923 113968 113973 119020 120029
56079 136312 90140 13261 86061 122123 46159 47719
93186 153282 101271 93072 101273 166577 155485 92450 58296 154576 160388 168040 137561 79223
93410 72837 1748 14011 6858 90138 120031 111431
f 5 icht 10642 119012 115039 42631 64577 90128 3875 20982 ihr Vertrauen zur Regierung aus und schließt 85187 41615 155145 106847 112370 36725 3872 154583 23073 166901 139255 23055 5168 90144 9871 70946
7884 18150 10180 98908 20989 112498 18139 154579 45906 22494 125038 10184 91754 30121 3861 13279 121483 45905 153297 94404 137575 12898 92252
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119006 84899 9577 104291 13261 90140 136312 56079 16484 46156 74627 28683 166580 74649 101263 93401
je 300 Me. Mailänder 45 Fr.⸗Loose vom Jabr 1861. Ziehung vom 2. Jun 1877. Auszablung am 2. Janur.
3225 3890 4532 6056 1009 7643
3553 4191 5188 6579 7221 7887
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3127 3151 3745 3756 4325 4529 5882 5965 6714 6911 7506 7571
3234 3242 3244 3918 4017 4109 4663 4903 5039 6304 6327 6463 7023 7064 7071
7651 7687 7751 7893
7983 7985. wauptsewenne: S. 6579 Nr. 15. S. 7985 e e e Nr. 38, S. 5188 Ne. 21, S. 7751 Nr. 46 S. 3890 Nr. 8, S. 3022 Ni. 11, S. 5188 Nr. 14 S 7221 Nr. 7, S. 7064 Nr. 19, S. 18 Nr. 35, S. 7221 Nr. 38, S. 4109 Nr. 42, S. 3918 Nr. 17, S. 2163 Nr. 21, e e e je 1000 Fes. S. 3020 Nr. 17, S. 1655 Nr. 32 je 500 Frs., S. 4325 Nr. 33, S. 7751 Nr. 24, S. 3244
Nr. 45 je 300 Frs., S. 2442 Nr. 39
S
General Grant ist bier eingetroffen.
10189 15480
155917 162866 165077 166600 je 405 M., N.. 119007 46173 106842 166580 9873 28683 74627 46156 16484
160398 85189 155481 104287 153118 23235 115035
1878. Gezogene Serien: 18 37 73 88 93 131 189 288 549 560 674 866 953 1168 1283 1384 1422 1444 1501 1606 1655 1850 1909 1994 2163 2201 2334 2442 2451 2492 2592 2612 2728 2976 3002 3006 3020 3022 3682 4284 5622 6665 7473 7937
S. 3745 Nr. 35, S. 4109 Nr. 47, S. 7687 Nr. 34 je 200 Fr., S. 189 Nr. 15, S. 7651 Nr. 16, S. 3022 (Nr. 50, S. 7643 Nr. 4, S. 7023 Nr. 29, S. 4200 Nr. 11. S. 6327 Nr. 2 je 150 Frs.
Stadt Venedig Frs. 30⸗Loose vom Jahre 1869. Serien⸗ und Gewinn ⸗Ziehung vom 30. Juni 1877. Heimzablunga am 1. November 1877. Serien. Nr. 931 2228 2573 2765 4397 5055 5366 8464 8501 9237 10983 11026 12014 13173 13381 13412 13683 13813 14477 14545 14607 15142. Gewinne. S. 13381 Nr. 5 Frs. 100 000. S. 15142 Nr. 22 Fits. 2000. S. 2573 Nr. 15, S. 9237 Nr. 11, S. 13412 Nr. 12 à Frs. 400. S. 2228 Nr. 1 23, S. 2765 Nr. 13, 8. 8501 Nr. 5, S. 11026 Nr. 6, S. 12014 Nr. 14, S. 14545 Nr. 13, S. 15142 Nr. 10 15 18 à Frs. 100. S. 2573 Nr. 4 7 16 S. 5366 Nr. 1 12 22, S. 8501 Ne. 21. S. 12014 Nr. 10 S. 13173 Nr. 10 S. 13412 Nr. 21, S. 13683 Nr. 10 23 25, S. 14545 Nr. 2 19 23, S. 14607 Nr. 19 22, S. 15142 Nr. 4 13 16 19 21 23 24 à Frs. 50. Auf alle übrigen in vorstehenden Serien enthaltenen und bier nicht aufgeführten Nummern entfällt der geringste Gewinn von Frs. 30.
Die Stellung der Kirche zum Socialismus.
Am 12. Juni hat in Meißen eine stark be⸗ suchte Conferenz von Geistlichen und Laien aus allen Landestheilen Sachsens über die Mitarbeit der Kirche an den socialen Fragen berathen. Aus dem Referat und der lebhaften Debatte ist Fol- gendes hervorzuheben. Alle Diejenigen, welche über die socialen Uebel klagen und sie zu lindern suchen, mögen es Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Ge— lehrte, Beamte oder Privatleute aller Klassen sein, sollten die Uesachen des socialen Mißbehagens eher in sich als außer sich suchen und mit der Besser⸗ ung stets bei sich selbst anfangen. Es gilt dies auch von der Kirche, welche sich selbst innerlich erneuern, im eigenen Hause Frieden halten, sich nicht an die Formulirung, sondern an den Inhalt der Lehre binden und Aergerniß und subjectives Belieben nach rechts und nach links vermeiden soll, um das Band der Einheit und des Friedens in die der Duldung und Versöhnung so allseitig bedürftige Menschheil hinaustragen zu können. Die Kirche und ihre Organe sollten sich mehr als bisher um die Arbeiter und ihre Vereinigungen bekümmern, sie sollten in ihren Predigten directe Rücksicht auf die Verhältnisse der arbeitenden Klassen nehmen und auch durch die Presse eine Verstän⸗ digung anzubahnen suchen. Sie sollten ferner auch für das leibliche Wohl ihrer Gemeindeglie- der sorgen und überhaupt den wirthschaftlichen Dingen näher treten, damit sie die wirthschastliche Entwickelung aus eigener Erfahrung kennen und beurtheilen lernen und das so Erlernte auch weiter zu tragen vermögen. Die Geistlichen können namentlich auf dem Lande, wo sie oft die einzigen Männer von akademischer Bildung sind, mit ihrem weitern Blicke über die Begebenheiten, auch die Einflüsse der Weltwirthschaft auf jede Einzelthätig⸗ keit leichter beurtheilen und vielen Familien in Betreff der Berufswahl der Kinder und in an- deren wirthschaftlichen Angelegenheiten treffliche Berather sein, indem sie zugleich zum Sparen, zur Selbstversicherung, zum vernünftigen Produ⸗ ciren und Consumiren ermuntern, indem sie ferner die Unternehmer zu guten Einrichtungen für das Arbeiterwohl anspornen und zweckmäßige Lohn- zahlungsmethoden, gelungene Fälle von Betheilig— ung der Arbeiter am Ertrag oder genossenschaft- liche Versuche, Fortschritte im Haushalt, im Wohnungs- und Bildungswesen u. s. w. zur öffentlichen Kunde zu bringen suchen. Während die Kirche in allen eben erwähnten Richtungen eine berufene Mithelferin am socialen Fortschritt werden kann, bleibt es ihre selbstständige Haupt— aufgabe, von Innen aus zu wirken uud zu einer höheren Auffassung des Lebens und Arbeitens überhaupt beizutragen. Die Kirche soll das Ideale im Volke vertreten. Die sogenannten Gebildeten mögen sich hier und da auch ohne Religion durch Wissenschaft und Kunst vor Verflachung retten und„über Wasser halten“; aber der gewöhnliche Mann, der bei schwerer Tagesarbeit den harten Kampf des Lebens zu bestehen bat, verfällt, wenn man ihm seinen Gott und das Jenseits und die Religion der Liebe nimmt, nur zu oft ganz in ein rein thierisches Genießen des Augenblicks und in vollständigen Lebens- und Arbeitsüberdruß, während
1994 Ni. 38, man bei allen kirchlichgesinnten und gläubig frohen
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