Ausgabe 
11.12.1877
 
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Dieustag den 11. Dezember.

M 145.

erhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil. Beef nn aun g

Dem dahier inhaftirten Paul Keldenich aus Kerpern wurden bei seiner Atretirung drei Frauenjacken von dunklem Tuch, sowie fünf Paar

baumwollene Frauenstrümpfe abgenommen. (sogenannte Schmelzperlen) verziert. aber angeblich nicht mehr bezeichnen.

Friedberg den 6. December 1877.

Die Eine dieser Jacken ist noch wenig getragen und mit schwarzseidenem Band und schwarzen Perlen Keldenich hat zugestanden, diese Sachen aus einem Hause in hiesiger Stadt gestohlen zu haben, kann dasselbe Die Eigenthümerin wolle sich baldigst bei uns melden.

Großberzogliches Landgericht Friedberg.

Pistor, Landrichter.

Langermann, Landgerichts ⸗Assessor.

Deutsches Reich. Darmstadt. Militärdienstnachrichten. Ver setzt wurden Saltzgeber, Zeuglitutenant vom Art.

Depot in Saarlouis, zum Art.-Depot in Mainz,

Schulz, Zeuglicutenant vom Art.⸗Depot in Mainz, zum Art.⸗Depot in Küstrin, Schlosser, Zahlmeister vom 1. Bat., zum Füsilier⸗Bat. und Meier, Zahl- meister vom Füs.⸗Bat., zum 1. Bat. des 3. Inf. Regts. Nr. 117.

Vor etwa Jahres- Frist hat bekanntlich unsere Stadt, veranlaßt durch ein gewissermaßen indirectes Auffordern der Ministerial- Abtheilung für Schul- Angelegenheiten, im innigsten Anschluß an unsere den Gymnasten oder Realschulen erster Ordnung gleichgestellte höhere Töchterschule ein Seminar für Lehrerinnen, das erste in unserem Lande, errichtet, welches in erfreulicher Weise ge deiht. Da dieses indeß erhebliche Opfer erheischt, st die Regierung darum angegangen worden, in das nächste Budget einen Zuschuß einstellen zu wollen.

Berlin, 7. Dec. Im Abgeordnetenhause begründete heute v. Schorlemer⸗Alst zunächst seine Interpellation, betr. die handelspolitischen Ver- handlungen zwischen Deutschland und Oesterreich Ungarn. Handels Minister Achenbach erklärte darauf:Die Staatsregierung begreift das Ver langen, über die in der Interpellation erwähnten Punkte Auskunft zu erhalten, und würde unter anderen Umständen selbst den Wunsch hegen, eine solche Mittheilung dem Hause zu machen, damit die vielen irrthümlichen und falschen Gerüchte, welche verbreitet worden sind, auf wirkliche That sachen zurückgeführt werden, damit ferner so un⸗

tichtige Ansichten, wie sie theilweise heute auch

von dem Interpellanten kundgegeben sind, ihre Widerlegung finden können. Gleichwohl ist die Staatsregierung nicht in der Lage, solche Aus- lunft fetzt ertheilen zu können. Die Verhandlungen nit Oesterreich-Ungarn, welche abgebrochen waren, ind neuerdings wieder aufgenommen worden. Hierauf trat das Haus in die Fortsetzung der zweiten Berathung des Etats ein. Bei dem Etat der directen Steuern fand eine längere Debatte über die Frage der Ueberlassung eines Theils der Gebäude⸗Steuer an die Communen statt. Minister Camphausen befürwortete dabei den vorgelegten Communalsteuer-Gesetz Entwurf. Lucius, Röckerath und von Gustedt brachten Beschweden vor über Unbilligkeiten und Härten bei Veranlagung und Erhebung der Classensteuer. Darauf wurde der Etat der directen Steuern genehmigt. 7. Dee. In der heutigen Abend Sitzung erledigte das Ubgeordnetenhaus in zweiter Lesung die Einnahme Etats der directen Steuern.

DieNordd. Allg. Ztg. widerspricht den Angaben über die Rückkehr des Fürsten Bismarck im Laufe dieses Monats; der Gesundheitszustand des Fürsten sei ein derartiger, daß die Beendigung ines unbestimmten Urlaubes jedenfalls in der

Fbaäͤchsten Zeit, vielleicht sogar vor Frühjahr nicht fublia

sei. Oegenüber anderweitigen Gerüchten, daß

der österreichische Vorschlag auf eine sechs monatliche

Verlängerung des bestehenden Handels- Vertrages diesseits bereits abgelehnt sei, ist zu constatiren, daß die Verhandlungen derzeit noch schweben. Sondershausen. Der Landtag genehmigte einstimmig den Staatsvertrag mit Preußen wegen des Anschlusses von Schwarzburg Sondershausen an das Landgericht Erfurt und das Oberlandes- gericht Naumburg und verneinte die Nothwendig⸗ keit einer Aenderung der Verfassung. Dresden. Die zweite Kammer beschloß die von der Regierung geforderten Mittel zur Errichtung eines Gebäudes in Berlin für den dortigen sächsischen Gesandten und die Bundesraths Bevollmächtigten zur Zeit abzulehnen. Minister v. Nostiz⸗ Wallwitz hatte vorher erklärt, die Regierung wünsche die Bewilligung nur, wenn im Lande die freie Ueber⸗ zeugung von deren Nothwendigkeit herrsche. Straßburg, 8. Dec. Der Landesausschuß wurde heute eröffnet. Der Oberpräsident sagte nach Erwähnung der Berathungs-Gegenstände in seiner Rede: Die neue Formel, unter welcher Ihnen diese Vorlagen zur Beschlußfassung über reicht werden, bezeichnet eine neue Phase in der politischen Gestaltung dieses Landes. Ihre Be schlüsse über eine Gesetz Vorlage haben fortan eine andere Bedeutung als in den früheren Sesstonen. Das Gesetz, betreffend die Landes Gesetzgebung von Elsaß Lothringen vom 2. Mai d. J. erhebt den Landes Ausschuß von der Stufe einer begut⸗ achtenden Versammlung zu einem wirklichen Factor der Gesetzgebung. Die hauptsächlichsten Berath- ungs-Gegenstände sind Vorlagen über den Beitrag zu den Kosten der Hochschule und Verlegung des Etatsjahres. Die Antwort des Alterspräsidenten gedachte des Kaiserbesuches mit den wärmsten Worten und hob hervor, daß die huldvolle Auf nahme des Landes-Ausschusses die Hoffnung ge währe, daß die von ihm vorgetragenen Wünsche Erfüllung finden würden. Der Landes Ausschuß werde seinen bisherigen Grundsätzen der Ruhe nnd Mäßigung nicht untreu werden, und damit sei die Hoffnung begründet, daß Elsaß⸗Lothringen in nicht ferner Zeit gleichberechtigt in die Reihe der Staaten eintrete, welche das deutsche Reich bilden.

Ausland.

Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 6. Dec. In der Sitzung der ungarischen Delegation theilte Graf Andrassy mit, die gemeinsame Regierung habe die Absicht, von den Delegationen für kurze Zeit(drei Monate) provisorische Indemnität zu verlangen. Der Minister-Prästdent Tisza ersucht die Delegation, sie möge hierüber möglichst bald Beschluß fassen, damit auch der Reichstag bezüg⸗ lich des Provisoriums entscheide. Graf Andrassy theilte ferner mit, er beabsichtige ein Rothbuch vorzulegen zur Beurtheilung der in den letzten Jahren besolgten äußeren Politik; doch werde die Vorlegung erst in etwa drei Wochen erfolgen, da er für manche zu veröffentlichenden Schriftstücke die Zustimmung der betreffenden Mächte einholen müsse.

7. Dee. Im Abgeordnetenhaus brachte

die Regierung einen Gesetz-Entwurf ein, betreffend

die Verlängerung der Geltung des mit Ungarn im Jahr 1867 abgeschlossenen Ausgleiches um 2 Monat, ferner eine Vorlage über die Ver⸗ längerung der Gültigkeitsdauer der Handels⸗Ver⸗ träge mit Deutschland, Frankreich und Italien. Die Regierungs-Vorlage über eine theilweise Ab⸗ änderung des Vertrags mit der Südbahn wurde in dritter Lesung angenommen.

7. Dez. In der ungarischen Delegation brachte heute Graf Andrassy den Beschluß Antrag ein, wonach das gemeinsame Ministerium ermächtigt wird, die gemeinsamen Ausgaben vom 1. Januar bis 31. März 1878 im Verhältniß zu dem für 1877 votirten Erforderniß flüssig zu machen. Der auf Ungarn entfallende Betrag wird nach dem Verhältniß der gesetzlich festzustellenden Quote zu berechnen sein.

Frankreich. Paris, 7. Dec. In den Reihen der Minorität der Deputirten- Kammer, namentlich unter den Bonapartisten, herrscht große Unzufriedenheit über den Versuch der Bildung eines parlamentarischen Cabinets Seitens des Marschall⸗Prästdenten. Dieselben erklären bereits, daß sie keinen Anstand nehmen werden, mit der äußersten Linken gegen ein gemäßigtes Cabinet gemeinschaftlich zu operiren.

8. Dez. Die Cabinetsbildung Dufaure's ist gescheitert, die Journale bringen darüber folgende Einzelheiten: Schon von der ersten Unterredung mit Dufaure an erklärte der Marschall, daß er die Portefeuilles des Aeußeren, des Krieges und der Marine außerhalb der parlamentarischen Ström- ungen erhalten wolle. Dufaure erhob dagegen keine Einwendungen. Die Diskussion wandte sich dann auf andere Punkte, namentlich die Frage der Ministerial⸗Beamten. Der Marschall gab in allen diesen Punkten nach. Man hielt den Erfolg für sicher, als die Forderungen der Linken bezüg- lich der drei Portefeuilles den Abbruch der Unter handlungen herbeiführten. Dufaure theilte dem Marschall gestern Abend den Nichterfolg derselben mit. Heute erklärt eine Note des leitenden Comite's der Linken, daß es mit Dufaure anläßlich seiner Aufgabe, ein Cabinet zu bilden, keinerlei Unter handlung und keinerlei direkte oder indirekte Be ziehung gepflogen habe. Batbie wurde in den ElyséePalast berufen und beauftragt, das neue Cabinet zu bilden.

Versailles, 8. Dez. Die Sitzungen beider Kammern sind geschlossen, ohne daß irgend ein Zwischenfall vorgekommen wäre, geeignet die Situation aufzuklären. In einer Rede, die Batbie in einer Versammlung der constitutionellen Gruppe hielt, sagte er, der Marschall habe alle mit der Ehre verträglichen Zugeständnisse gemacht. Die Constitutionellen müßten ihm künftig folgen, selbst bis zu einer zweiten Auflösung.

Italien. Rom, 6. Dee. des Papstes war heute besser.

8. Dez. Die Nachricht desStandard, es sei ein hoher italienischer Offizier mit einer Mission für den Fürsten Nikita in Spizza einge- troffen, entbehrt derAgencia Stefani zufolge der Begründung. Im Zustande des Papstes

Das Befinden