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General⸗Posimeisters in der Leipzigerstraße zu dem Arbeits⸗ immer des Direktors des General Telegraphenamts in der Französischenstraße. Die mündliche Verständigung auf der zwei Kilometer langen Drahtleitung ist voll⸗ kommen. Der General⸗Postmeister spricht in das auf seinem Arbeitslische befindliche Instrument, erläßt mündlich Verfügungen und Anfragen, ertheilt mündlich Aufträge und erhält die Berichte und Antworten von dem Direktor des General⸗Telegrapyenamts, auf dessen Arbeitstisch sich das andere Instrument befindet, ebenfalls auf mündlichem Wege, und zwar unmitlelbar als ob beide Herren sich in ein und demselben Zimmer befänden und mit voll⸗ mener Deutlichkeit. a . Friedberg. Das 25jährige Stiftungs⸗ fest des Gesangvereins„Frohsinn“. Es ist nicht das erstemal, daß des hiesigen Gesangvereins„Froh⸗ sinn“ in diesen Blättern gedacht wird. Viele seiner im Laufe der Jahre gehaltenen Abend-Unterhaltungen sind darin besprochen und rühmend hervorgehoben worden. Um so weniger dürfte es am Platze sein, das 25 jährige Stiftungsfest, welches er kürzlich gefeiert, hier mit Still⸗ schweigen zu übergehen. 25 Jahre der Thätigkeit für einen Verein in unserer raschledigen, wechselvollen Zeit, das ist eine Thatsache, die allein schon darauf hindeutet, daß eiwas Tüchtiges an ihm sein, daß er seine Aufgabe richtig erfaßt und in geeigneter Weise an deren Lösung gearbeitet baben muß. Welches ist aber die Aufgabe eines deutschen Männergesangvereins, wie wir ihn bier uns zu denken haben? Es ist die Pflege des deulschen Liedes, namentlich des deutschen Volksliedes. Was darin als ein hehrer Schatz des deuischen Volks⸗Gemülhes niedergelegt ist von deutschem Ernst und deutscher Mannhaftigkeit, von deulscher Treue und Gewissenhaftigkeit, von deulscher An⸗ bänglichkeit an Heimath und Vaterland, von deulscher Freude an edler Geselligkeit und innigem Familienleben, von deulschem Natursinn, von deulscher Begeisterung für alles Hohe und Edle: das hat er in der Brust seiner Sänger durch die Macht der durch gute Schulung wun⸗ derbar das Herz ergreifenden Töne lebendig zu machen. So leben sich die Mitglieder eines gut geleiteten Gesang⸗ vereins ein in die Poesie des deutschen Liedes. Es be⸗— gleitet sie in die Werkstätie und binter den Arbeitstisch, in Feld und Wald, in das Gewühl des alltäglichen Ver⸗ keyts, wie in die Stille der Einsamkeit. Ueber manche Schwierigkeit des Lebens singen sie sich hinaus, manchen Kummer singen sie sich vom Herzen, und wo sie sich zu⸗ sammenfinden, und sei es auch fern von der Heim alh, das deutsche Lied mit seinem wunderbaren Zauber gibt ibren Gefühlen, ob Freude, ob Wehmuth, Inhalt und Richtung. Nicht dem Bummel und weichlicher Gefühls⸗ dusclei leistet er Vorschub; das deutsche Lied athmet That kraft und Gefühlsgesundheit. In dieser Weise wirkt ein deuischer Gesangverein im schönsten Sinne des Wories national⸗bildend; eine Culturmission, wenn auch nur in engerem Kreise, ist in seine Hand gelegt. Daß der Ge⸗
sangverein„Frobsinn“ während der 25 Jahre seines Be⸗ stehens solche Ziele mit Geschick und Ausdauer versolg te und darin Befriedigung fand und Befriedigung gewährte, dafür legen die Anbänglichkeit seiner Mitalieder an den⸗ selben und die sinnigen Gaben, womit sie die Leiter des Vereins an seinem Jubelseste überrascht haben, beredtes Zeugniß ab; dafür spricht nicht minder die ehrende An⸗ erkennung, die dem Verein sowohl in der zahlreichen Be theiligung an seinem Feste, als auch in den vielen Zuschriften und ebenso schönen als werihvollen Festgaben in reichem Maße zu Theil wurde; das ging auch aus dem trefflich gehalkenen Festbericht hervor, den der Prä⸗ sident des Vereins über Entstehung und Entwickelung desselben erstattete. Bei seinen musikalischen Produk lionen und sonstigen Festlichkeiten kommt dem„Frohsinn“ aller⸗ dings sehr zu statten, daß noch weitere und zwar aus⸗ gezeichnete musikalische Kräfte mit steis gleicher liebens⸗ würdiger Bereitwilligkeit ihn unterstützen. Auch der Umstand verdient Erwähnung, daß die decorative Seite seiner Fest⸗ veranstaltungen in den besten Händen sich befindet, wie denn der Jubelfest⸗Saal in der Toat überraschend schön hergerichtet war. Ein Verein, der sich„Frobsinn“ nennt, hat aber noch eine weitere Aufgabe. Sie ist in seinem Namen ausgesprochen. Nun wird zwar froher Sinn und Erheiterung des Gemüths j! schon durch den Gesang ge— weckt und gepflegt; in den Räumen des„Frohsinn“ aber findet froher Sinn noch eine weitergehende Pflege.„Saure Wochen, frohe Feste“ und:„Das Leben hat auch Lust nach Leid!“ das beherzigt er in dem, was er als heitere Würze seiner Feste zu bieten weiß. Um die Bringer der Lust“ ist er dabei nicht verlegen. Er besitzt sie in seinem eigenen Kreise wie in den Kreisen seiner Freunde und Freundinnen. Seine Automatenführer, musikalischen Eng⸗ länder, jägerlateinischen Frühstücker oder frühstückenden Jägerlateiner, seine„Kunstliebhaber“ und jugendlichen Huldigerinnen find eines theils immer noch auf dem Damm, anderntheils kommen sie immer erfreulicher darauf. Wir slimmen aufrichtig in den Wunsch, der bei seinem Jubelfest ihm so oft und warm ausgesprochen wurde: Möge der „Frohsinn“ auch ferner blühen und gedeihen; möge er einst sein 50 jähriges Stiftungsfest feiern!
Allerlei.
Die Rinderpest ist auch bier ausge⸗ von Carlsruhe sind bereits
Offenburg. brochen. Veterinärbeamie hieher abgegangen.
Dresden, 6. November. Gestern haben, wie das „Dresd. Journ.“ berichtet, bebördliche Organe bier eine Falschmünzer⸗Gesellschaft entdeckt und aufgehoben. Man fand in ihrer Werkstatt sowobl fertige, als auch noch unvollendete Thalerstücke, nicht minder auch die Gußform von Gyps. Da die Leute schon einige Monate gearbeitet haben, so kann schon ein ansehnlicher Vorrath ihrer Falsificate in Verbreitung gekommen sein.
Handel und Verkehr.
Gießen, 8. Nov. Auf dem letzten, sogen. Martini⸗ Mart, waren aufgetrieben: 723 Stück Nindvieb und 1945 Schweine; bei dem gestrigen Markttage slanden ca. 600 Säcke Zwiebeln zum Verkauf.
Frankfurt, 7. Nov. Der heutige Heu⸗ und Stroh⸗ Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Cent. M. 2.60 3.50, Stroh per Cent. M. 2.30 2.60. Butter im Großen kostete 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M. 1, im Detail 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.15— 20. Eier per 100 M. 7.—.60. Kartoffeln per 100 Kilogr. M. 6.—7.—. Erbsen, geschälte(per 100 Kilogramm) 26—28 M., ganze Erbsen 21—24 M.; Bohnen 28—30 M.; Linsen 30—32 M. Weißkraut das Hundert M. 20— 25. Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfund 75 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 55—60 Pf., Kalbfleisch 64— 70 Pf., Hammel⸗ fleisch 5463 Pf., Schweinefleisch 75—80 Pf.
Frankfurt, 8. Nov. Fruchtbericht. Mehl Nr. I M. 42., Nr. 2 M. 38., Nr. 3 M. 34., Nr. 4 M. 30., Nr. 5 M. 24. Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 25., do. II.(Berliner Marke) M. 21. Waizen ab Bahnhof hier
fremder je nach Qual. M. 23— 25.25. Korn M. 17.
bis 18.50. Gerste M. 18—24. Hafer M. 13-17. Kohlsamen M. 36—37. Erbsen M. 21—24. Wicken M. 17.—. Linsen M. 21— 30. Rüböl M. 83.—.
Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll⸗ Sewicht= 100 Kilo.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 8. November 1877.
20⸗Frankenstücke Mk. 16 25—29 Englische Sovereigns. 20 36 41
* Russische Imperiales.„ 16 68—73 Holländische fl. 10⸗-Stücke i 18 65 Dücag ten Ducaten al marco.„ 9 65 70 Dollars in Gold 4 1720
Für Beck's Wittwe in Staden sind bei der Expedition des Oberhess. Anzeigers einge⸗ gangen von: Rentmeister Müller in Nieder ⸗Florstadt 3 M., von einem 91jährigen Greis in F. b. F. 1 M., Pfr. Bgs. i. F. b. F. 1 M.
Briefkasten.
Herrn St... in Berlin. Besten Dank für die Mit⸗ theilung. Weitere Zusendungen werden uns stets will⸗ kommen sein. Die Redaction.
3437 In der Kirchenkasse zu Groß Karben sind
900 Mark
sofort gegen Hypothek auszuleihen.
. 2 8 Versteigerung.
Dienstag den 13. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, will die Ehefrau des Oeconomen Jacob Becker dahier in ihrer Behausung, Luisenstraße Nr. 34, 5 Wagenpferde, 10 diverse Chaisen, 2 Jagdwagen, 2 Möbelwagen, 7 Oeconomiewagen, 1 Maschine zur geruchlosen Ent⸗ leerung von Abtrittsgruben mit 3 Wagen, Fässern, Karren, Schleuchen und sonstigem Zubehör, 3 Schlitten, ein, und
zweispännige Pferdegeschirre, Pflüge, Eggen und sonstiges 5 II. Ackergeschirr, 1 Schrotmühle, 1 Häckselmaschine u. s. w. 5
u. s. w., Alles in bestem Zustande gegen gleich baare Zahlung öffentlich meistbietend versteigern lassen. ö Homburg v. d. H. den 6. November 1877. Bürgermeister⸗Amt: A. Schleußner.
Oeffentliche Aufforderung.
3439 Die nachverzeichneten in der Gemarkung Ober— Mörlen belegenen Parzellen:
Flur. I. Nr. 3863— 52[Meter Fluthgraben
zu Ober⸗Mörlen, N
9 5 5191= 10121 Meter Chaussee, I 11891 15 8
L „ VIII. 955— 10575„
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1105= 11031„ f
XIV. 759= 12244„ 4 „r 7 „„„ e 85 „ VI. 181 156„ ö „ XXVII.„ 1236= 12581„ 5
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371= 16037„ 4 127= 7956„ 5
3417 Mobiliar⸗Versteigerung.. e ee.
Dienstag den 13. November l. J., Vormittags 9 Uhr, soll der Nachlaß der verstorbenen Johann Peter Mörschels Eheleute von Ilbenstadt öffentlich meist— bietend versteigert werden:
ö„Das Landeseigenthum“
und zwar sämmtliche Parzellen, mit Ausnahme von
Flur I. Nr. 3863, mit dem Erwerbtitel„Ersitzung“ in dem Grunbuche der Gemarkung Ober-Mörlen unbeschränkt
3 Zugpferde, 5 Kühe, 3 Rinder, 1 Mutterschwein, überschrieben werden.
1 desgl. mit 7 Ferkeln, 6 Springer, 2 Oeconomie⸗ wagen, 3 verschiedene Pflüge, 1 Egge, mehrere Centner Heu, Stroh, eine Parthie Spreu und sonstige Oeconomie- und Küchengeräthe.
Mittwoch den 14. November l. J., Vormittags 9 Uhr,
kommen zur Versteigerung: 2 Kleiderschränke, 1 Glas
schrank, 1 Commod, mehrere Bettladen, mehrere Tische, Bänke und Stühle, 33 Betttücher, 34 Tischtücher, 18 Ser⸗ vietten, 2 Tafeltücher, 54 Handtücher, mehrere Betten, 2 Ueberdecken, mehrere Herren- und Frauenkleider und dergleichen Hemden, Porzellan und sonstige Gegenstände.
Ilbenstadt den 6. November 1877.
Großherzogliches Ortsgericht Ilbenstadt.
3413 3
Bekanntmachung.
Aus der städtischen Baumschule dahier konnen eirea 400 Stück Aepfelbäume à 1 Mark abgegeben werden. A ssenheim den 6. November 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Assenheim. 3425 Bee st
Dielen, Latten und Stollen
1333 zu Friedberger Preisen bei Bad⸗ Nauheim. Ph. Kappes, Schreinermeister.
ö Einwendungen hiergegen sind binnen ö 6 Wochen dahier geltend zu machen, als sonst obiger Eintrag erfolgt. Bad⸗Nauheim den 2. November 1877. Großherzogliches Landgericht Bad-Nauheim. Hempel
Aufforderung.
Ansprüche jeder Art an den Nachlaß des Friedrich
Haag zu Burg⸗Gräfenrode sind bei Meidung der Nicht⸗ berücksichtigung bei der Nachlaß-Regultrung innerhalb 14 Tagen bei hiesigem Gericht anzumelden. Vilbel am 6. November 1877. Großherzogliches Landgericht Vilbel. Jäger, Pückel, Landrichter. Landgerichts-Assessor.
Holzschnitzereien
von 50 Pfennig an bis zu den feinsten bei 32⁵6 Geschwister Schloß.
5 Asphalt⸗Dachpappen⸗Fabrik.
Bad⸗ Nauheim. W. Meyer.
Bekanntmachung.
10,000 bis 12,000 Stück Fichtenpflanzen können aus
der Saatschule
werden.
Wölfersheim den 8. November 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Wölfersheim. e y er.
0 Butzbach(Oberhessen) den 13. Oetober 1877. ö Mache hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heutigen Tage auf meiner Kalkbrennerei auch eine Nieder⸗ lage meines Kohlengeschäfts eingerichtet habe. Bei Bedars jeder Qualität in: la Ofenbrand,
„Kesselkohlen, „ gewaschenen Nußkohlen für Füllöfen, „Stückkohlen, „ gewaschenen Nußkohlen zu jeglicher Schmiedearbelt, halte mich bestens empfohlen.
Durch meinen bedeutenden Verschleiß in Kohlen, bin in der Lage die billigsten Preise bei bester Waare zu stellen.
Ganze Wagenladungen werden prompt nach allen Stationen versandt.
Hochachtungsvoll F. W. Poock,
Neue Marmorkalk⸗Brennerel. H. v. Gimborn's
FTleekwasser
besitzt in höchstem Grade die Eigenschaft, alle Fette und Harze aufzulösen ohne den geringsten Rückstand au hinterlassen.
½ Flasche mit Gebrauchsanweisung Mark— 40, — 70,
im hiesigen Gemeindewald abgegeben
5
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1/2
U 5 5 7 E
171 3 5 0„
Putzpulver in lackirten Blechdosen à 12 Pfg.
zu haben bei 9 Frau Hofl. Windecker in Friedberg,
2051 Ph. J. Weis in Bad-Nauheim.
Einen kräftigen Jungen ö
250 Körbe Waizenspreu
G. Ph. Diehl.
3421 hat zu verkaufen Ober⸗Wöllstadt.
M. 23—24.25., ab unserer Umgegend M. 22— 23.25.
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