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Famstag den 10. November.
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ber hessischer Anzeiger.
Die Petttzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit der Instructionen vom 2. September 1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Durchschnittspreise der nachbemerkten Artikel für den Monat October 1877 sich folgendermaßen und zwar für je 100 Kilogramm berechnen: Hafer M. 19.—, Heu M. 9—, Stroh M. 8.—.
Friedberg am 7. November 1877.
Bekanntmachung.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
J. B. d. K.: Küchler, Kreis ⸗Assessor.
Die Martini l. J. schuldigen Gefälle an Holzgeldern, Zeit-, Brief- und Fischereipächten, sowie an Beiträgen der Gemeinden zu den Forstdienerbesoldungen müssen bis
zum 25. d. an den bestimmten Zahltagen, Dienstags und Donnerstags, von 8—12 und von 2—5 Uhr an das unterzeichnete Rentamt
bezahlt werden.
Wir ersuchen die Großherzoglichen Bürgermeistereien dieses im Interesse ihrer Ortsangehörigen mit dem Bemerken bekannt machen zu lassen, daß nach Ablauf obigen
Termins die Mahnung erfolgt. Friedberg den 8. November 1877.
Großherzogliches Rentamt Friedberg. Stoltz.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 7. Nov. Sr. Kgl. Hoh, der Großherzog ist heute Vormittag von den Jagden bei Alsfeld und Fulda in bestem Wohlbefinden wieder hier eingetroffen.
— Laut dem vom Finanzausschuß der zweiten Rammer erstatteten Bericht der definitiven Nach weisungeu über die Einnahmen und Ausgaben der Staats ⸗Schuldentilgungskasse für die Provinzial- straßen⸗ Neubauten der Provinzen Starkenburg, Oberbessen und Rheinhessen in den Jahren 1866 bis 72 stellt sich der eigentliche Passtvstand des Provinzialstraßen-Baufonds für Starkenburg auf 292,682 fl. Derjenige von Oberhessen weist hin⸗ gegen einen Pasivbestand von 1,170,193 fl. auf, von welcher Summe 951,000 auf 3½procentige Obligationen auf Inhaber lautend ausstehen.
Die Provinz Rheinhessen besitzt schon längst keine
Straßenbauschulden mehr.
— 6. Nov. Gestern stand vor dem hiesigen Bezirks ⸗ Strafgericht die Anklage gegen Georg Anthes, früher lutherischer Pfarrer zu Reichels⸗ heim i. O., wegen wiederholter unbefugter Vor- nahme geistlicher Functionen zur Verhandlung. Anthes, wegen desselben Delicts bereits schon ein mal bestraft, war im Termin nicht erschienen, und die Staats-Behörde beantragte, ihn in eine Geldstrafe von 320 M. zu verfällen. Die Ver⸗
kündigung des Urtheils wurde vertagt.
Berlin, 7. Nov. Das Abgeordnetenhaus berieth heute über den Antrag Kaufmann auf Vorlegung des Entwurfs einer Landgemeinde, Kreis- und Provinzial Ordnung für Rheinland und Westfalen. Gleichzeitig wurde zur Debatte gestellt, der Antrag v. Manteuffel und Busse auf Revision der Verwaltungs ⸗Gesetze in den sechs östlichen Provinzen unter Rücksichtnahme auf die eigenthümlichen Verhältnisse der einzelnen Provinzen. Nach langer Debatte wurde der Antrag Kaufmann jast einstimmig angenommen. Die Minister stimmten dagegen. Der Zusatz⸗Antrag v. Manteuffel ward abgelehnt.— 8. Nov. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde die Uebersicht über den Stand der Eisenbahnbauten bis Ende Sept. 1877 der Budget-Commission überwiesen und so⸗ dann auf den Bericht der Staatsschulden Com: mission entsprechende Decharge ertheilt. Demnächst wurde die Berathung des Etats des Ministeriums
des Innern fortgesetzt.
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Oesterreich- Ungarn. Wien. Die „Wiener 31g.“ publicirt eine Verordnung des Gultus⸗Ministers in Betreff der Anerkennung der
altkatholischen Religions-Gesellschaft.
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— Es verlautet, die Regierung werde dem⸗ nächst Verhandlungen wegen eines kurzen Provi⸗
oriums aus's Neue beantragen und zwar in der
daß die Beendigung des Aus⸗ Die
Voraussetzung, gleichs vor Jahres- Schluß unmöglich sei. Vorlegung des Tarifs hat sich verzögert.
Pest, 8. Nov. Das Abgeordnetenhaus hat die Gesetz⸗Vorlage betreffend die österreichisch-un⸗ garische Bank mit 210 gegen 109 Stimmen als Basis der Specialberathung angenommen.
Frankreich. Paris. Das„Journal officiel“ meldet: Auf Wunsch des Marschall- Prä- sidenten haben die Minister ihre Demissions-Gesuche zurückgezogen, nicht ohne dabei zu beharren, daß sie, indem sie die Geschäfte fortführen, künftigen Entschließungen des Staats-Chefs nicht präjudieiren.
— 7. Nov. Es sind nunmehr die Ergebnisse von 1369 Generalraths-Wahlen bekannt, davon fielen 764 auf Republikaner, 511 auf Conser⸗ vative und 84 müssen durch Stichwahlen entschie⸗ den werden. Nach dem aus 80 Departements bekannten Ausfall der Wahlen würden in 40 der- selben die Republikaner, in 39 die Conservativen die Majorität haben. Die Republikaner haben 107 Sitze gewonnen.
Holland. Haag. Dae„Amtsblatt“ ver⸗ öffentlicht die Errichtung eines neuen Departe⸗ ments für Handel, Industrie und Schifffahrt.
— 7. Nov. Bei dem Zusammentritt der neuen Kammer wurde die Rede des Alters⸗Prä⸗ sidenten Desseaux auf Thiers, die Republik und den Frieden enthusiastisch aufgenommen. Grévy wurde zum provisorischen Präsidenten gewählt. Die Krisis ist noch nicht gelöst; der Rücktritt Mae Mahons aber sehr wahrscheinlich. Rameau und Lepdre wurden zu provisorischen Vice Präst⸗ denten gewählt. Grévy nahm die Wahl zum Präsidenten an, indem er seinen Dank aussprach und erklärte, er rechne auf die wohlwollende Unterstützung der Kammer. Die Sitzung wurde hierauf vertagt.
— 7. Nov. Bei dem gestrigen Empfange von Delegirten der Rechten der Kammer gab Marschall Mac Mahon eine Antwort, aus welcher auf's Bestimmteste hervorging, daß er fest ent- schlossen sei, nicht zurückzutreten.
Dänemark. Kopenhagen, 8. Nov. Das Folksthing verwarf das provisorische Budget und nahm in der Abendsitzung einen Antrag auf vor— läufige Bewilligung des Budgets an. Die Re. gierung that keinen Einspruch, ließ jedoch dahin gestellt, ob diese Form das Landtsthing befriedigen könne, dessen Entscheidung morgen zu erwarten ist.
Türkei. Constantinopel. Reuf Pascha meldet aus Schipka vom 5. Nov.: Seit Sonntag ist das Wetter wieder schön. Wir beschossen feind⸗ liche mit der Herbeischaffung von Holz beschäftigte Abtheilungen und deren Escorte und brachten ihnen Verluste bei. Auch heute dauerte das Ge. schütz⸗ und Gewehrfeuer sort. Der Feind wurde
durch aus Gabrowa herbeigezogene Streitkräfte
verstärkt.— Suleiman Pascha berichtet unterm 5. Nov.: Bei einer größeren Recognoscirung wurden drei Schanzen des Feindes im Mariane⸗ thal, seitwärts von Elena, genommen und zerstört.
— 5. Nov. Auf Befehl des Großvezirs wurden viele hervorragende Würdenträger verhaftet. Wie verlautet, ist eine Verschwörung der Partei des ab⸗ gesetzten Sultans Murad entdeckt worden.
— 8. Nov. Gerüchtweise verlautet, Erzerum sei gefallen.— Die„N. f. P.“ erfährt von hier, daß die Verschwörung einen ernsten Charakter habe und im Augenblick noch keineswegs abgethan sei. Midhat Pascha sei an der Verschwörung nicht betheiligt. 0
— 7. Nov. Chakir Pascha trennte sich von Baker Pascha und ging nach dem Schipka⸗Passe.
Erzerum, 6. Nov. Nach einigem Wieder⸗ stande verließ Mukhtar Pascha seine Stellung vor Devy Bogan und zog sich gegen Ersingian und Trapezunt, wo er sicher Vorräthe und große Ver⸗ stärkungen erwarten darf, zurück. Mukhtar wünscht in Erzerum eine Belagerung auszuhalten, aber die Einwohner wollen es nicht, da die Stadt durch ein Bombardement schwer beschädigt werden würde. Alles geht nach Baiburt. Der Kampf von Montag endete mit allgemeiner Flucht.
Serbien. Belgrad. Die Bewegung serbischer Truppen nach der Grenze dauert sort, ohne daß bieraus auf eine Action zu schließen wäre. Theilweise werden nur die Milizbrigaden an der Grenze abgelöst. Die anwesenden bos⸗ nischen Insurgenten- Chefs verlangen von der serbischen Regierung die Ernennung eines neuen Ober ⸗Commandanten.
Rumänien. Bukarest, 6. November. Gestern versuchten die rumänischen Batterien in Kalafat die Errichtung einer neuen türkischen Batterie in Widdin zu verhindern. Der Versuch gelang indessen nicht, da die Türken die bereits fertige Batterie demaskirten und die gegenüber— liegende rumänische Batterie vier Stunden hin- durch beschossen. In Kalafat wurden nur einige Häuser beschädigt.
Rußland. Petersburg. Der Zar hat die Bildung einer Reserve-Armee von hunderttausend Mann mit einem selbstständigen Generalstab ange⸗ ordnet, welche vorläufig in Rumänien verbleiben soll.
— Die vereinigten Colonnen der Generale Heimann und Tergukassoff schlugen am 4. Nov. nach neunstündigem Kampfe auf der befestigten Position Deweboina(Devybogan) die Truppen Mukhtar's und Ismail Pascha's. Die Türken flüchteten in voller Unordnung und ließen ihr Zeltlager, Waffen und Vorräthe zurück.
Aus Stadt und Land. Friedberg, 6. Nov. Seit gestern ist, wie man uns von Berlin aus mittheilt, das erste Telephon dort wirklich in Dienst gestellt und zwar von dem Arbeilzimmer des


