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1877.
Jamstag den 10. Februar.
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Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Areis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Betreffend: Die Sterbquartale der Volksschullebrer.
Amtlicher Theil.
Friedberg den 2. Februar 1877.
Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises.
Infolge eines besonderen Ausschreibens Großherzoglichen Ministeriums f
Abtheilung für Schulangelegenheiten, Monats, zu Nr. 1356, welches im Anschluß an die von den Großherzog lichen Ministerien des Innern und der Justiz zur Ausführung des betreffen⸗ den Gesetzes vom 30. Dezember 1876, erlassene Bekanntmachung an uns gerichtet worden ist, fordern wir Sie hiermit auf:
1) uns nicht blos jedesmal, wenn ein definitiv angestellter Volks- schullehrer oder ein Schulverwalter sterben sollte, welcher nach Maßgabe der Bestimmung in Art. 65 des neuen Volksschulgesetzes in Bezug auf Pensionsberechtigung die Rechte eines definitiv angestellten Lehrers hat, diervon Anzeige zu machen, sondern auch dabei anzugeben, ob der Ver- storbene eine Wittwe oder eheliche Nachkommen, welche mit ihm in haus licher Gemeinschaft lebten, hinterlassen hat und im bejahenden Falle deren
des Innern,
vollständigen Namen und Alter anzufügen.—
2) Ihre Anträge wegen Verwaltung der erledigten Stelle mit Be- rücksichtigung des Art. 4 des Gesetzes zu stellen, und
vom 23. vorigen
zulegen.
3) im Berichte auch zu erwähnen, ob dafür Sorge getragen ist, daß die Hinterbliebenen noch während 6 Wochen nach dem Sterbetage in dem Genuß der Dienstwohnung oder im Bezug der anstatt der Wohn- ung festgesetzten Miethentschädigung gelassen werden.
4) Wenn der Verstorbene Eltern, Geschwister oder Geschwisterkinder, deren Ernährer er war, oder eheliche Nachkommen, die nicht in häuslicher Gemeinschaft mit ihm lebten, in Bedürftigkeit binterlassen hat, oder seine Nachlasfenschaft zur Deckung der Kosten der letzten Krankheit und der Be⸗ erdigung nicht ausreichen sollte, so haben Sie diese Verhältnisse in Ihrem Sterbeberichte ebenfalls aufzunehmen.
5) Drei Monate nach dem Tode ist uns ein Verzeichniß der durch die Verwaltung der Stelle während ditser Zeit entstandenen Kosten vor⸗
6) Auch vom Tode eines in Ruhestand versetzten Schullehrers ist uns unter näherer Angabe der Hinterlassenen berichtliche Anzeige zu machen.
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Deutsches Reich.
Darmstadt, 7. Februar. 45. Sitzung der zweiten Kammer. deutigen Sitzung die Dringlichkeit für die zweite Lesung über das Gesetz über den Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen Kinder unter sechs Jahren ab und wurde dieser Gegenstand von der Tagtsordaung abgesetzt. Sodann folgte die Be⸗ rathung über die Aufhebung der Bestimmungen über die Schadensersatzpflicht der Ortseinwohner und Gemeinden bei boshaften Sachbeschädigungen und wurde der Gesetzentwurf einstimmig und ohne Debatte angenommen. Zu dem Gesetzentwurf über die Competenz der Gerichte in Strafsachen in Starkenburg und Oberhessen hatte der Ausschuß Annahme beantragt. Als Art. 4a beantragte er jedoch einen Zusatzartikel. Die einzelnen Artikel des Gesetzes sammt dem Zusatzartikel wurden an- genommen, ebenso das Gesetz im Ganzen. Zu dem Gesetzentwurf über die Neuregulirung der pflegegelder in den beiden Landesirrenanstalten hatte der Ausschuß Beitritt beantragt, was ohne Debatte einstimmig angenommen wurde. Die Kammer vertagte sich hierauf auf unbestimmte Zeit.
— Post-Personalnachricht. Versetzt sind: der Obertelegraphist Korte von Alzey nach Mainz, der Postassistent Grützner von Friedberg nach Striegau, der Telegraphist Hahn von Mainz nach Koblenz. Entlassen ist: der Kanzleidiätarius Rother.
Berlin, 6. Februar. Abgeordnetenhaus. (Schluß.) Nach längerer Debatte wird der An- trag Berger, auf Reducirung des Bau⸗ Capitals durch Streichung der für den Kuppelbau und die Ueberdachung des Hofes erforderlichen Beträge, abgelehnt und die Vorlage paragraphenweise in der Commissions- Fassung genehmigt. Bei der hierauf fortgesetzten zweiten Lesung des Etats für den Ministet des Innern trat Letzterer den Klagen Lyskowski's über das Verhalten der Verwaltung gegenüber der polnischen Bevölkerung entgegen. Ebenso den Klagen von Schlüters über die Amts- führung des Ober Präsidenten. Bezüglich des Vorwurses, der Minister habe die Social-Demo- kraten in ihrer Bewegung unterstützt, hielt der Minister die Ansicht aufrecht, daß gegen die letzten Consequenzen des soclal-demokratischen Treibens nur Waffen- Gewalt den letzten Schutz gewähre. Gerade jetzt sei ein ernstes Zusammenstehen aller besonnenen Parteien gegenüber den destruettven Tendenzen der Social-Demokraten geboten. Die zur zweiten Lesung gelangten Titel des Etats
Die Kammer lehnte in ibrer wurde der Antrag Reichensperger's wegen Prüfung
wurden unverändert genehmigt.— 7. Feb. In der heutigen Sitzung des Abgeordneten-Hauses
des Erlasses des Oberprästdenten der Rheinprovinz, betreffend die Beschlagnahme von Pfarr- Dotal- gütern, nach längerer Debatte auf Antrag Lasker's an die Justiz Commission verwiesen; diese soll er— mitteln, in wieweit die Beschreitung des Rechts- weges gehemmt sei, damit hiernach vom obersten Gerichtshof eutschieden werden könne, ob in dieser Sache der Rechtsweg zulässig sei oder nicht. Demnächst wurde der Antrag Schmidt auf Be— seitigung der fiscalischen Brücken-Zölle an die Budget Commission gewiesen. Hierauf trat das Haus in die Berathung von Berichten über Wahl— prüfungen ein.— 8. Februar. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde die Zeug— haus- Vorlage nach längerer Debatte in dritter Lesung unverändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung genehmigt.
— Der„Reichs-Anz.“ bringt eine kaiserliche Verordnung, die den Reichstag auf den 22. Feb. einberuft.
Feb.
Posen, 7. Der heutige Termin vor
dem Kreisgericht gegen Graf Ledochowski wurde vertagt, weil noch nicht alle Behändigungsscheine
über Vorladungen eingegangen waren.
Ausland.
Oesterreich-llngarn. Wien, 7. Feb. Die„Presse“ und die„Neue freie Presse“ melden: MinisterPräsident Tisza habe vor seiner Abreise nach Pest dem Kaiser die Demission des ge— sammten ungarischen Ministeriums überreicht.
Pest, 7. Februar. Wie der„Pester Lloyd“ meldet, findet heute ein ungarischer Ministerrath statt, um das motivirte Entlassungs-Gesuch des Ministeriums zu end zu dessen persönlicher Ueberreichung an den iser Tieza und Szell sich morgen nach Wien begeben werden.
Schweiz. Basel, 6. Feb. Nachrichten zufolge hat die Commission des National-Rathes für das Militär- Steuer-Gesetz heute im Grund- satze die Besteuerung der Schweizer im Auslande beschlossen.
Frankreich. Paris, 8. Feb. Wie die „France“ meldet, wird Midhat Pascha Ende der Woche in Paris eintreffen. Sadpk Pascha ver abschiedete sich gestern bei Thiers. Er sprach die Ueberzeugung aus, daß sich Nichts in Constantinopel verändern werde.
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Belgien. Brüssel. Der„Etoile“ er- wartet in der belgischen Kammer eine Interpellation wegen Intervention der Gendarmerie in Antwerpen ohne Vorwissen des Bürgermeisters und wegen Consigniruug der Truppen, selbst der Artillerie, in den Kasernen.
Großbritannien. London, 8. Febr. Die von der Königin bei der beute erfolgten Er⸗ öffnung des Parlaments gehaltene Thronrede recapitulirt Eingangs die Ereignisse im Orient seit der letzten Sitzung des Parlaments und fährt wörtlich fort:„Meine Absicht wat stets die Er- haltung des Friedens in Europa und die Herbei⸗ führung einer besseren Verwaltung der insurgirten Provinzen, ohne die Unabhängigkeit und die Inte⸗ grität des türkischen Reiches zu verletzen. Die von mir und meinen Alliirten gemachten Vorschläge sind leider von der Türkei nicht angenommen wor- den, jedoch bezeugte das Resultat der Conferenz die Existenz einer allgemeinen Uebereinstimmung der europälschen Mächte. Dies wird jedenfalls einen materiellen Effect auf die Verhältnisse und die Verwaltung der Türkei haben. Inzwischen ist der Waffenstillstand, der zwischen der Pforte und den Fürstenthümern verlängert worden ist, noch nicht abgelaufen und wird hoffentlich noch zu einem ehrenvollen Friedensschlusse führen. In diesen An- gelegenheiten wirkte ich in vollkommener Ueberein- stimmung mit meinen Allürten, mit welchen, sowie mit anderen fremden Mächten, ich fortfahre, in freundschaftlichem Einvernehmen zu stehen.“ Der Schluß der Rede bedauert die bengalische Hungers noth, der Rest der Rede betrifft nur innere Ange— legenheiten.
Italien. Rom, 6. Februar. Der öster⸗ reichische Botschafter, Baron von Haimerle, über— reichte heute dem Könige seine Creditive in An- wesenheit der Minister, des Civil- und Militär- Hofsstaates des Königs. Baron Haimerle machte sodann auch dem Kronprinzen und der Kronprin— zessin von Italien seine Auswartung und war der Empfang sehr herzlich. Beiderseitig wurden Ver— sicherungen der zwischen Oesterreich und Italien
berrschenden freundschaftlichen Beziehungen aus getauscht. — 8. Feb. Der Papst hat die Zöglinge des
englischen Colleglums empfangen, welche Adressen überreichten.— Die Deputirtenkammer genehmigte die Aufhebung der Personalhast.
Türkei. Constantinopel, 7. Februar. Der lalserliche Hat, wodurch Edhem Pascha zum


