rumänischen Milizen angeordnet, um einer eventuellen Landung der Türken von Silistria aus zu be- gegnen. In den letzten Tagen zogen hier 20,000 Russen auf dem Marsch nach Bulgarien durch.
— Wegen der ungesunden Lage von Gorni— Studen ist die Verlegung des Hauptquartiers nach dem höher gelegenen Sistowa in Aussicht genommen. Am 5. d. ist das Regiment Moskau(Nr. 65) bier durchgezogen. Fürst Emil Wittgenstein ist vom Hauptquartier in Bukarest eingetroffen und kehrt demnächst dahin zurück. Bratiano wird hier erwartet.
Griechenland. Athen. Die„Pol. Corr.“ bringt eine Depesche, wonach der König demnächst zur Inspicirung der griechischen Truppen an der türkischen Grenze geht.
Rußland. Petersburg. Gegenüber von Auslassungen der„Daily News“ über eine Me- diation auf Basts der Beschlüsse der Constantinopeler Conferenz bemerkt die„Agence Russe“:„Daily News“ vergesse die Umstände, durch welche gegen- wärtig diese Basis unmöglich gemacht würde. Wenn man auch den nationalen Stolz Rußlands außer Acht lasse, so sei doch ersichtlich, daß die Verachtung, welche die Türken vor Europa hegen, die Pforte bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge hintere, jetzt die Bedingungen anzunehmen, welche sie auf der Conferenz abgelehnt habe. Endlich sei zu erwägen, daß die Beziehungen zwischen Mohamedanern und Christen damals zwar schwierig, aber doch unter gewissen Bedingungen möglich gewesen seien. Fortan würden solche vollständig unmöglich werden.
— Amtliche Depesche vom Kriegsschauplatz. Plewna, 3. Oct. Die russische Armee von Rust- schuk ist nach dem Rückzuge Mehemet Ali's im Vorrücken begriffen. Die Türken treffen bei Silistria Vorbereitungen zum Donau ⸗Uebergang; von den Russen werden Gegenmaßregeln ergriffen. Im Balkan herrscht Ruhe. Bei Schipka fanden am 2. d. kleine Scharmützel statt, wobei ein russischer General leicht verwundet ward. Am 1. d. rückte eine türkische Colonne von 5 Bataillonen Infanterie und 4 Escadrons Cavalerie zum Zwecke des Fouragirens aus Plewna gegen den Wid Fluß aus und gelangte zum Dorfe Doing Metropal. Russische Cavalerie unter General Tschernosudoff, durch Artilleriefeuer unterstützt, zwang, nach Aus- führung mehrerer Attaken seitens der Dragoner, Kosaken und Rumänen, die Türken nach Plewna zurückzumarschiren. Durch die russische reitende Artillerie wurde das Dorf in Brand geschossen, und ein Munitionskarren in die Luft gesprengt, was zur Beschleunigung des türkischen Rückzugs beitrug.
— Vom russischen Hauptquartier ist Befehl an das Kriegsministerium ergangen, unverweilt ein neues Armee ⸗Corps zu mobilistren und nach Bulgarien abzusenden. Das Garde⸗Corps wird am 12. d. vollständig auf dem Kriegs⸗Schauplatz angelangt sein.
— 5. October. Amtlich wird aus Karajal gemeldet: Am 2. Oct. machten die Russen einen Angriff gegen die Positionen der linken Flanke Mukhtar Pascha's auf den Anhöhen von Groß⸗ und Klein⸗Jagni und bemächtigten sich nach zwei Stunden dauerndem Kampfe des Berges Groß- Jagni. Die türkischen Truppen, welche diesen Punkt vertheidigten, wurden theils vernichtet, theils gefangen. Der Berg Klein- Jagni erwies sich aber als dermaßen stark befestigt, daß ein Sturm auf denselben als noch zu frühzeitig erachtet wurde. Nachdem sodann die Truppen der Garnison von Kars, welche in der Stärke von 13 Bataillonen zur Unterstützung Mukhtar's ausrückten, zurück; geworfen waren, kämpften die Russen während der Nacht in den besetzten Positionen. Am 3. d.
jedoch mit schweren Verlusten für die Türken zu⸗ rückgewiesen ward. Auch eine Wiederholung des⸗ selben Nachmittags gegen 4 Uhr blieb ohne Erfolg. Die Russen behaupteten ihre Posttionen.
Aus Stadt und Land.
W. Hoch-Weisel. Am 6. d. M. brach in hiesiger Gemarkung einem Obsthändler von Groß-Linden beim Birnenbrechen die Leiter. Der Mann stel dadurch so un⸗ glücklich, daß er, trotz der sorgsamsien Pflege von Seiten hiesiger Einwohner, schon folgende Nacht hier starb. Der⸗ selbe hinterläßt Frau und Kind.
Gießen. Der Schwurgerichtshof vom 4. Quartal bat in den nachbemerkten Anklagesachen erkannt: am 1. October gegen Elise, Eberhard Buß Witiwe von Eber⸗ stadt, wegen einfacher Heblerei, Gefängnißstrafe von 4 Monaten; wegen der angeklagten gewerbs- und gewohn⸗ heitsmäßigen Hehlerei wurde dieselbe freigesprochen; den— selben gegen Jacod Süß von Oes wegen fahrlässiger Ab— leistung eines falschen Eides, Gefängnißstrafe von 6 Monatenz am 2. October gegen Konrad Eifert III. von Angersbach, wegen Brandstiftung, Zuchthausstrafe von 9 Jahren; den⸗ selben gegen Wilhelm Böcher von Merlau, wegen schweren Diebstahls, Zuchthausstrase von 1 Jahr 6 Monaten; am 3. October gegen Johannes Schuh III. von Klein Karben, wegen Meineids, Zuchthausstrafe von 2 Jahren; denselben gegen Georg Brosius von Mornshausen, wegen schweren Diebstahls, Zuchthausstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten; am 4. October wurde gegen Bürgermeister Gemmer von Zell bezüglich der wegen Verbrechens im Amte erhobenen Anklage, auf Freisprechung erkannt. Sodann werden im Laufe dieser Woche noch weiter folgende Anklage— sachen verhandelt werden: den 8., 9. und 10. October, Vormittags 9 Uhr, gegen Georg Schult von Dorheim und Caroline Bopp von Melbach wegen Mords; Vertheidiger die Advokaten Dr. Dittmar und Kraft; den 11. October, Vormittags 8 Uhr, gegen Heinrich Fisch von Staden, wegen Körperverletzung mit töstlichem Erfolg; Vertheidiger Advokat Dr. Eckstein; denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Johannes Köhler III. von Wallenrod, wegen Urkunden— fälschung; Verth. Adv. Thorwart; am 12. October Vor⸗ mittags 8 Uhr, gegen Heinrich Imhof III. und Karl Imhof von Wolf, wegen Brandstiftung; Verth. die Advokaten Dr. Mubl und Weidig; am 13. October, Vormittags 8 Uhr, gegen Johannes Fischer III. don Ilbeshausen, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg; Verth. Adv. Dr. Schwarz; denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Georg Jacob von Geilshausen, wegen Verbrechens wider die Sitt— lichkeit; Verth.(noch nicht bestellt).
Darmstadt, 6. Oct. Ein Einbruch, der sowohl be⸗ züglich seiner Dreißigkeit, als auch der dazu gebrauchten Mittel lebhaft an den vor einige Zeit vorgekommenen Fall bei der Bessunger Postanstalt erinnert, in seinen Erfolgen für die Verbrecher jedoch letzteren bedeutend über⸗ steigt, wurde gestern Nacht in der oberen Elisabethenstraße verübt. Das Oberlicht in einem Erkerfenster der Frau Uhrmacher Diehl wurde eingedrückt, mittelst einer noch eben dastehenden Leiter in den Laden gestiegen und aus demselben ca. 40 goldene Uhren entwendet. Sämmtliche Uhren, sind Dank der telegraphischen Requssition unserer Polizei gestern Mittag schon in Mainz wieder zu Stande gebracht worden. Ein Mensch, der sich Hein aus Krakau nannte, aber mit dem berüchtigten Einbrecher Meister identisch ist, wollte dieselben in einem Privalpfandhaus versetzen, wurde aber verhaftet.
Allerlei.
Frankfurt, 4. October. Miitels Einbruchs ist in voriger Nacht der Uhrmacherladen von H., am Eck des neuen Marktes und der Fahr gasse, vis-à-vis vom v. Roth⸗ schild'schen Comptoir, bis auf wenige Stücke geleert worden.
Frankfurt, 6. Oct. Heute wurden zwei Falsch⸗ münzer in der Vogelsgesang-Gasse, welche sich mit dem Anfertigen von 10 Mark⸗ Stücken auf galvanoplastischem Weßse beschäftihten, verhaftet. Der Eine ist aus Stendal, der Andere aus Baden.
Karlsruhe, 4. Oct. Eduard Devrient ist heute im Alter von 76 Jahren gestorben.
London. Wenn der„Sheffield Independen!“ gut unterrichtet ist, stehen in wenigen Tagen großartige Ent— hüllungen über eine Reihe gigantischer Betrügereien bevor, welche gegen eine der großen englischen Eisenbahn-Gesell⸗ schaften verübt worden sind. Die Untersuchung darüber ist in vollem Gange und soll die Exsstenz eines unge⸗ wöhnlichen Complots ergeben haben.
New⸗Mork, 5. Oct. Ein Unwetter, das am 3. d. in Central⸗Amerika und an der atlantischen Küste herrschte, richtete große Verwüstungen an. In Folge von Zerstör— ungen an den Linien ereigneten sich mehrere Eisenbahn— Unfälle in Pennsylvanien, wobei 12 Personen getödtet und einige 50 verwundet wurden. Auch auf dem Meere hat es viele Unglücksfälle gegeben.
Die Wochenmärkte
griffen bedeuteude türkische Streitkräfte die linke
in den Städten sind unter Anderem auch klare
russische Flanke an, wurden jedoch alsbald glänzend Spiegel der sittlichen Bildungsstufe, der Reinlich⸗ zurückgewiesen und bis zu den vorderen Linien keit und des Anstandsgefühls Derer, welche sie
ihres Lagers gedrängt. Die Verfolgung derselben
ward erst bei Eintritt der Dunkelheit eingestellt.
als Käufer oder Verkäufer besuchen und werden
aus diesem Grunde auch gerne von Solchen in
Am 4. d. unternahm der linke Flügel der Armee Augenschein genommen, welche sich in Beziehung
Mukhtar Pascha's in Vereinigung mit der Be⸗ satzung von Kars, Mittags einen äußerst heftigen Angriff auf den rechten Flügel der Russen, der
auf die genannten Eigenschaften oder überhaupt über Lebensweise und Bildungsgrad der Bewohner einer Landesgegend ein Urtheil bilden wollen.
Die wenigsten Verkäuferinnen aus der ländlichen Umgegend scheinen aber zu ahnen, daß sie auf ihren Marktbänken mehr oder weniger zur Photo⸗ graphie sitzen und fich selbst und dem Rufe ihres Dorfes schaden, wenn ste z. B. ihren Butter vor⸗ rath in alten, mißfarbigen und unreinlichen Fetzen Stoff zu Markte bringen, welche sichtlich in früheren Jahren als Kopfkissenüberzüge, Schürzen oder
Taschentücher Dienste geleistet und nun schon lange
mit Wasser und Seife keine Berührung mehr ge— habt haben; viele scheinen auch nicht zu wissen, daß die Körbe, in welchen sie ihre Waaren zu⸗ tragen, die Operation des Waschens ganz gut ertragen und dadurch vom Schmutz befreit werden;
sie scheinen nicht daran zu denken, daß sich der
Käufer durch den Anblick des häßlichen Korbes und unappetitlichen Tuches eine klare Vorstellung von der Reinlichkeit der Hände und der Geräth⸗ schaften machen kann, welche bei der Butterbereit⸗ ung gebraucht worden sind. Es soll aber auch nicht verschwiegen bleiben, daß die weißen Raben seltener find, als die Käuferinnen, welche zur Prüfung der Güte der Butter einen Fingernagel in die Butter vertiefen, die Probe in den Mund bringen und mit der auf diese Weise lieblich befeuchteten Fingerspitze nochmals in die Butter fahren; wird die Waare nicht gut gefunden, so erhält der spätere Käufer jene Feuchtigkeit gratis.
Ebensowenig appetitlich ist die gedankenlose Ge⸗
wohnheit von den zum Verkauf ausgestellten Waaren eine Probe in die Finger zu nehmen, wieder in den Korb fallen zu lassen und diesen Zeitvertreib so lange fortzusetzen, bis der Handel abgeschlossen ist. Man kann eben nicht wissen, mit welchem Gegenstande diese Finger eine Minute vorher in Berührung waren und ob davon nicht eine Probe sich den Eßwaaren mitgetheilt hat. Sehr wenig empfehlenswerth zum Bedecken der Eßwaaren sind auch jene alten emeritirten wollenen Halstücher, von unbeschreiblichem, etwas dunkel gehaltenem Farbentone, welche vor etwa 60 Jahren, einmal als Confirmations- oder Hochzeitsgeschenk gedient und seitdem in vielen Versteigerungen den Besitzer gewechselt haben. Salat oder Spinat, welche mit solchen Reliquien bedeckt auf den Markt kommen, esse ich am liebsten, nicht etwa mit Schinken oder Eiern, sondern gar nicht. Wir loben uns daher die reinlichen weißen Tücher auf den Marktkörben; sogar dem Fleische stehen sie ganz vortheilhaft, wenn es auf den Schultern durch die Straßen getragen wird. Wir loben uns auch die Butter- ballen ohne Nägeleindrücke und die Kirschen, Trauben und Mirabellen, wenn sie möglichst wenig von Fingern betastet wurden, welche uns vorher nicht vorgestellt worden sind. Natürlicher Weise ist das eben Gesagte nicht etwa eine feine An- spielung auf den einen oder den andern unserer Wochenmärkte. Bewahre! Das soll sie nicht sein. Es ist einfach eine Stelle aus dem Tagebuch, das wir während einer im vorigen Jahre unternom⸗ menen Reise ins Kaffernland geführt haben.
Die Gegenwart und Zukunft in den Augen der Socialdemokratie.
Keine Partei wird zu leugnen wagen, so sehr auch die Ansichten über das Wie auseinander- gehen, daß in unsrer Gesetzgebung, Staats und Gesellschaftsordnung, in unserem Erziehungs⸗ und Unterrichts-, Gefängniß⸗ und Armenwesen, im Gerichtsverfahren, in der Behandlung der Arbeiter u. s. w. Manches, Vieles der Verbesserung be⸗ dürftig und fähig ist. Muß man aber nicht entweder an der Aufrichtigkeit, oder an dem Urtheilsvermögen jener Partei verzweifeln, wenn man sieht, wie sie jeden Mißstand auf die„Ein⸗ richtungen“ zurückzuführen sucht und nichts, gar nichts gewissen Schwächen der Menschennatur zur Last legt, welche, seien die staatlichen und sociglen Institutionen noch so vortrefflich, nie ganz ver schwinden werden!— Blättern wir in den social⸗ demokratischen Organen, so strotzen die Spalten von Histörchen, welche darthun sollen, daß ziemlich Alles, was außerhalb ihrer Partet besteht, vor⸗ geht, gesagt, gethan, unterlassen wird, zum Himmel schreit. Wird ein fechtender Handwerksbursch ver⸗ haftet, fällt ein Soldat auf einem Marsch ermüdet zu Boden, behandelt ein Beamter seinen Unter“
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