Ausgabe 
6.12.1877
 
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Donnerstag den 6. Dezember.

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Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

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Deutsches Aeich.

Berlin, 4. Dec. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhaͤuses wurde die erste Berathung der Städte- Ordnungs- Novelle vorgenommen und dieselbe einer Commission von vierzehn Mitgliedern überwiesen. Es folgte hierauf die erste Lesung des Communal-⸗Steuer-Gesetzes.

Die Annahme eines Meist. Begünstig⸗ ungs Vertrag mit Oesterreich oder einer kürzeren als einjährigen Verlängerung des deutsch⸗öster reichischen Handels⸗Vertrags erscheint unwahrschein lich. Angeblich sind beiderseits autonome Tarife in Vorbereitung begriffen.

Karlsruhe. Der Großherzog antwortete auf die Adresse der zweiten Kammer mit auf richtigem Danke für den patriotischen Inhalt der- selben, mit Genugthuung über den Ausdruck der Treue gegen das Reich und mit Billigung des gesammten Inhalts der Adresse.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der Neuen freien Presse zufolge richtete der Handels- Minister Chlumecky an die beiden Minister An- drassy und Tisza eine Note, worin eine sechs- monatliches Provisorium bis Ende Juni 1878 zur Regelung des auswärtigen Handels als wünschenswerth, jedenfalls aber ein dreimonatliches Provisorium bis Ende März 1878 als erforder- lich bezeichnet wird. Dieses Provisorium wäre auf Grund der bestehenden Verträge mit Italien, Deutschland und Frankreich noch vor Neujahr fest zustellen, weshalb Graf Andrassy um schleunige Schritte gebeten wird.

Die WienerAbendpost reproducirt einen

Brief, worin ausgeführt wird, daß Andrassy mit Zähigkeit an dem Drei-Kaiser⸗Bunde festhalte und ohne Drutschland niemals vermitteln werde. Die Pforte müßte gleichzeitig nach Wien und Berlin tin bezügliches Ersuchen richten.

3. Dec. Auf Antrag Dürnberger's, dem der Finanz Minister beistimmte, wurde heute vom Abgeordnetenhaus der Artikel I. des zwischen den Finanz Ministern beider Reichshälften und der National-Bank geschlossenen Uebereinkommens an den Ausschuß zurückverwiesen, um die Frage des Beitrages beider Reichshälften zur Tilgung der 80 Millionen- Schuld endgültig zu lösen. In Beantwortung der Interpellation Roser's erklärte der Handels- Minister: die französische Regierung halte an dem vorherbestimmten Tage der Eröffnung der Weltausstellung sest.

4. Dec. Dem Abgeordnetenhause wurde pon der Regierung ein Gesetz Entwurf vorgelegt, betreffend die Forterhebung der Steuern und Ab⸗ gaben sowie die Bestreitung des Staats-Aufwandes bis Ende März 1878 und die Ermächtigung zur

Begebung von 10 Millionen Goldrente behufs

Deckung des Deficits für das erste Quartal von 1878. Ferner kamen zur Vorlage Gesetzentwürfe wegen Verlängerung der Geltung der gegenwärtigen Bestimmungen des Wehrgesetzes bis Ende 1879 und hinsichilich der Aufhebung des Rekruten Con- singents pro 1878.

Pest, 4. Dec. Im Unterhause legte die

Negierung(conform dem gleichen Verfahren in

Wien) einen Gesetzentwurf über die Verlängerung die Wirksamkeit des Wehrgesetzes bis Eode 1879 vor. Frankreich. Paris, 2. Dec. Eine Privat- dersammlung von 1500 Kaufleuten und Fabrikanten bat eine Petition an den Marschall Präsidenten

Kreisblatt für den Areis Friedberg.

gesandt, worin derselbe ersucht wird, der Stimme der Nation zu gehorchen.

3. Dee. Die Majorität verweigert jed⸗ wede Steuern bis zur Lösung der Krisis. Die Vertagung der Kammer während der Session der Generalräthe ist dadurch verhindert.

3. Dec. DemMoniteur zufolge hätte Dufaure eingewilligt, als Vermittler der Unter handlungen zwischen den Gruppen der Linken und dem Präsidenten der Republik zu dienen. Die Mission desselben würde vornehmlich darin bestehen, die Majorität der Deputirtenkammer zu gewinnen, deren Bedingungen zu präcisiren, jedoch nichts zu fordern, was der Marschall nicht annehmen könnte. Dufaure habe die Conkessionen, welche die Kammer ihrerseits vernünftiger Weise bean spruchen könnte, speelficirt; der Marschall habe dieselben ohne Weiteres gutgeheißen, worauf Du saure versprochen habe, mit allen Kräften sich für einen glücklichen Ausgang bemühen zu wollen. DerTemps meldet: Der Marschall-Präsident hat Dufaure beauftragt, ein Cabinet zu bilden; dieser hat seine politischen Freunde zu Rathe gezogen.

Nach einem Briefe derIndep. Belge hat Mae Mahon Pouyer-Ouertier den Botschafter Posten in Berlin angeboten. Dieser erbat sich Bedenkzeit. Der Rücktritt Mae Mahon's erscheint nach dieser Quelle unausbleiblich.

Versailles, 4. Dec. Sitzung der Depu⸗ tirtenkammer. Jules Ferry verlas eine Erklärung der Budget-Commission, welche besagt, daß sie die vier Steuern nur einem parlamentarischen Mini- sterium bewilligen werde. Wenn das Budget vor dem 1. Jan. nicht votirt sei, so falle die Ver antwortung auf Diejenigen, welche die Krise un gebührlich verlängerten. Die Budget- Commission werde in Folge dessen bis auf neue Ordre keinen Bericht erstatten.

Italien. Rom, 2. Dee. Die Kammer setzte heute die Berathung des Strafgesetzes fort. Das Befinden des Papstes, der gestern un wohl war, ist heute besser.

4. Dec. Der Papst empfing gestern die Großherzogin Wittwe von Toskana. Die Kammer berieth heute den Etat des Unterrichts- Wesens.

Türkei. Constantinopel, 1. Dec. Aus Sophia wird gemeldet, daß die Positionen Mehemed Ali's seit vier Tagen von den Rossen angegriffen seien, Mehemed Ali aber bisher allen Angriffen widerstanden habe.

Zbwischen Plewna und Orkhanie haben die Russen, welche dort in der Stärke von 2 Corps stehen, gegenüber den türkischen Redouten Batterien errichtet.

3. Dec. Der Sultan wird vielfach be stürmt, Osman Pascha nicht im Stiche zu lassen und rechtzeitig die Prophetenfahne zu entfalten, um Plewna zu retten. Bisher verhält sich der Sultan widerstrebend.

3. Dec. Ein Telegramm Mehemed Ali's aus Kamrili vom Heutigen meldet: Fortwährend findet heftiger Geschützkampf statt. Mehemed Ali und Chakir Pascha bemühen sich, die von den Russen besetzten Positionen in der Richtung Etropol und Orkhanie wieder einzunehmen. Mehemed Ali wurde heute ein Pferd unter dem Leibe erschossen.

Rußland. Petersburg. Amtlich aus Bogot: Am 30. Nov. besetzte das Detachement

des Generals Arnoldi Tscherkesky-Kriwina am

Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Zilbra- Fluß und Kutilowiza auf der Chaussee zwischen Lom Palanka und Berkowatz. Das ge⸗ nannte Detachement ist dergestalt in beständige Fühlung mit der rumänischen Abtheilung in Lom⸗ Palanka und dem russischen Detachement in Wraza getreten. Nach Einnahme der Position von Prawez durch die Russen am 1. Dec. verließen die Türken Novalschin, Skriwer, sowie Orkhanie und zogen sich zum Paß bei Wraza zurück. Aus Etropol zogen sich dieselben auf den Schen⸗ dornikschen Paß bei Arab-Konak zurück. Die ganze Strecke zwischen den Flüssen Isker und Ogost ist von den Türken gesäubert. Die Russen haben Belobrod und Lewtschowo am Ogost-Flusse besetzt und fliegende Colonnen gegen Berkowatz und Belgradschik gesendet. Die Türken haben ohne Kampf die sehr starken Befestigungen bei Wraza und Lutänkowo verlassen und sich auf zwei Wegen gegen Sophia hin zurückgezogen, nämlich auf der Straße von Orkhanie und auf der Straße von Lutikowo. Am 29 Novy. besetzte die Colonne des Generals Ellis die von den Türken verlassenen Positionen und verfolgte am 30. Nov. die Türken bis Arab⸗Konak, jenseits des Engpasses.

Aegypten. Kairo. Der Khedive hat beschlossen, das ägypusche Contingent auf 60,000 Mann zu verstärken.

Amerika. Washington, 3. Dec. Die herkömmliche Jahres⸗Botschaft des Präsidenten an den Congreß erwähnt, daß die Gewalthättigkeiten, deren Schauplatz einzelne Städte und Districte gewesen seien, aufgehört haben, daß die Industrie im Wiederaufschwunge begriffen sei und der Credit im Süden sich gehoben habe. Präsident Hayes werde die ihm anvertrauten Gewalten ferner hand- haben, um die Rechte und Personen der eman cipirten Race in jeder Weise zu schützen. Die Durchführung der Wiederaufnahme der Baarzahl ungen sei mit allen zu Gebote stehenden Mitteln anzustreben. Es empfehle sich die Einführung der Doppel⸗Währung und der Bezahlung der Bonds in Gold, da, wenn dieses nicht geschehe, der Staats Credit unermeßlich leiden würde. Strenge Beobachtung der öffentlichen Verbindlichkeiten werde die Regierung in den Stand setzen, durch eine Fundirungs Operation die Staats-Schuld um jährlich 20 Millionen zu verringern. Die Be ziehungen der Union zu den auswärtigen Mächten seien friedliche. Gegenüber Rußland und der Türkei, welche die Verträge und Rechte der Amerikaner stets respectirt hätten, werde eine unparteiische Neutralität beobachtet. In dem Vertrage vom Jahre 1868 mit den Staaten des Norddeutschen Bundes seien alle Fragen bezüglich des Post- Wesens, der Naturalisirung und der Befreiung vom Militär Dienste befriedigend geregelt. Es sei wünschenswerth, daß der Vertrag auf ganz Deutschland ausgedehnt werde. Die Anerkennung der Regierung des Präsidenten Porfirio Diaz in Mexiko sei in Folge der Vorfälle am Rio Grande aufgeschoben worden. Indessen habe die mexikanische Regierung versichert, sie sei bemüht und auch im Stande, weiteren räuberischen Einfällen energisch zu steuern. Die Botschaft schlägt die Gründung einer National-Universität und eines Museums in Washington vor.

Aus Stadt und Land. Friedberg. Die erste General⸗Versammlung des liberalen Wahlvereins für den 2. Oberhessi« schen Reichstagswabhlkreis, welche am 2. December Nach⸗ mitlags in dem Steinhäußer'schen Gartensaale in Friedberg