1877. M 77.
Oberhessischer Anzeiger.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Donnerstag den 5. Juli.
Die Petitzeile
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
wird mit 11 Pfennig berechnet. ank. 8 1 e beni: Amtlicher Theil. dacht, Betreffend: n durch die Großherzoglichen Landgestütsbeschäler bedeckten Stuten und die davon Friedberg den 3. Juli 1877. n Fm. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. tit'btrg. 8 Unter Couvert lassen wir Ihnen die Verzeichnisse über die im Jahr 1876 durch die Großherzoglichen Landgestüts beschäler bedeckten Stuten 1.) mit dem Auftrage zugehen, in dieselben einzuzeichnen ob und welche Fohlen gefallen sind, und dann dieselben unterschrieben sofort an uns zurückzusenden. 77 Dr. Brade n. . 28 Betreffend: Abfindung der zum Dienst einberufenen Mannschaften mit Marschgebührnissen. Friedberg am 3. Juli 1877. 18. 41. Ne!. f.; a; 7 Das Großh. Kreisamt Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien und Gemeinde-Einnehmer des Kreises. * Das von Großberzoglichem Ministe-ium des Innern unterm 21. Juni diesee Jahres, zur Nr. M. d. Innern 9603, in obigem Betreffe er- 0 65 lassene Ausschreiben, Amtsblatt Nr. 16, lassen wir Ibnen unter Couvert mit dem Auftrag zugehen, sich pünktlich darnach zu bemessen, damit demnächst l 8 4 1 9 d 88. 71 bei Gutheißung der geleisteten Zahlungen Anstände sich nicht ergeben. Dad eee. W 5 Local-⸗ Reglement, * die Benutzung der Straßen in der Stadt und der Vicinalwege in der Gemarkung Friedberg mit schwerem Fuhrwerk betreffend. 169. Nach Anhörung der Localpolizeibehörde wird mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 21. Juni 1877, zu Nr. M. IIe. J. 9775, hiermit angeordnet: 1. Die Räder der Lastfuhrwerke, welche die Straßen in der Stadt und die chaussirten Vicinalwege innerhalb der Gemarkung Friedberg gewerbsmäßig oder regelmäßig, wenn auch nur zeitweise mit Eisensteinen(Erzen oder dergl. zum Bergbau gehörigen Mineralien) 1 61 befahren, müssen eine Felgenbreite von wenigstens 12 Centimeter haben. 2) Die Eigenthümer der unter 1. bezeichneten Fuhrwerke, deren Räder die —— erwähnte Felgenbreite nicht haben, werden nach§. 366 pos. 10 des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich mit Geldstrafe bis zu sechszig Mark oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen bestraft. 3) Gegenwärtige Vorschriften treten mit dem 1. November 1877 in Krast. Friedberg den 30. Juni 1877. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 2588. 84 Dr. Braden. e 18814 1 Deutsches Reich. Publikum und in der Presse fortdauernd erhoben zu besserer Erreichung ihres Zwecks zur Bildung N.. 80 Darmstadt. Prinz Wilhelm ist nach Brüssel werden, sieht sich das Ministerium des Innern ähnlicher Comites im Auslande aufgefordert. en 8 und London abgereist, um dem König der Belgier neuerdings veranlaßt, die einschlägigen Behörden— 2. Juli. Graf Münster ist gestern nach 117 6 und der Königin von Großbritannien und Irland zur unausgesetzten Thätigkeit in der Handhabung Gastein abgereist und gedenkt Anfangs August 65 6 den Regierungsantritt des Großherzogs zu notificiren. der Victualien-Polizei mit dem Auftrage anzu- hierher zurückzukehren.— Graf Villiers, ein Sohn 116. 15— Am 23. Jugi wurde der Professor zu weisen, durch häufige und unvermuthete Visitationen des Lord Clarendon, Capitän der Grenadier- N Rostock, Dr. Kretschmar, zum ordentlichen Professor bei den betheiligten Gewerbetreibenden, erforder- Garde, ist zum Militär- Bevollmächtigten in Berlin — in der juristischen Fakultät der Landesuniversität, lichen Falls unter Beiziehung von Sachverständigen, ernannt worden. Ian. am 27. Juni der Polizeicommissär II. Classe, von der Beschaffenheit der Lebensmittel sich genaue— 3. Juli. Die britische Mittelmeer- Flotte L Bichmann, zum Polizeicommissär I. Classe in Kenntniß zu verschaffen und wahrgenommenen ist nach der Besika- Bai gesegelt.„Standard“ N 83.5 Darmstadt ernannt. Fälschungen mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln sagt, die Bewegung sei nur eine gewöhnliche 1.20— 2. Juli, Heute Vormittag wurde die entgegenzutreten. Vorsichtsmaßregel und habe nicht die Unterstützung — Garde-Unterossiziers Compagnie an den neuen Ausland. der Türkei zum Zwecke. Die„Morning Post“ I 5 5 Commandeur derselben, Major und Flügeladjutant Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 2. Juli. meldet, die Flotte werde Verstärkungen erhalten. . von Herff, überliefert. Die ungarische Regnitolar- Deputation, welcher Italien. Ro m/ 2. Juli. Der Papst E Berlin, 2. Juli. Fürst Bismarck ist heute das zweite österreichische Nuntium vorlag, wählte beauftragte einen Special Commissär, um Die „ Mittag nach Schönbausen abgereist. Er geht von ein Sub-Comite von sechs Mitgliedern zur Fort- Differenzen zwischen dem Vatikan und Rußland . 1 Morgen zu prüfen und die Fragen zu resumiren, welche
dort nach Friedrichsruh und wird sich im Laufe der Woche über Berlin nach Varzin begeben.
— Wenn das viel verbreitete Gerücht, es werde ein Pferde Ausfuhrverbot erfolgen, sich bestätigen sollte, so würde der Anlaß zu solchem Verbote nicht in politischen, sondern in landwirth⸗ schaftlichen Interessen liegen.
— Nach Münchener Mittheilungen wird am 12. d. M. in Salzburg eine Begegnung des deutschen Kaisers und des Kaisers von Oesterreich stattsinden.
München, 2. Juli. Der Landtag ist heute Mittag im Auftrage des Königs durch den Prinzen Luitpold feierlich eröffnet worden.
— 3. Juli. Die Kammer der Abgeordneten wählte den Baron v Ow mit 78 von 152 Stim- men zum Präsidenten. Der Gegencandidat Baron v. Stauffenberg erhielt 74 Stimmen. Zum Vice- Präfidenten wurde Appelrath Kurz(mit 78) gegen v. Schlör(mit 73 Stimmen) gewählt. Bei der Wahl der beiden Schriftführer Jörg und v. Soden gab die Linke weiße Zettel ab.
— Gegenüber den Klagen, welche über Ver⸗ fälschungen von Lebensmitteln, insbesondere von Bier, Wein und Milch, dann von Mehl, Butter, Schmalz, Fett, Kaffee, Zucker, Chocolade 1c. im
setzung und Beendigung der Berathung. Vormittag findet eine vertrauliche Conferenz der ungarischen Deputation, Nachmittag die erste ge⸗ meinsame Sitzung der beiden Subcomites siatt. Frankreich. Paris, 1. Juli. Heute bat im Bois de Boulogne, wie alljährlich, die große Revue stattgefunden. Das Wetter war präcktig, die Zuschauermenge enorm. Der Marschall wurde sympathisch empfangen. Alle Minister und das diplomatische Corps waren anwesend. Im Gefolge des Marschalls befanden sich zahlreiche Offiziere. Die Haltung der Truppen war ausgezeichnet. Nach der Revue ertönten Rufe:„Es lebe der Marschall!“ Ein Zwischensall hat sich nicht ereignet. — 2. Juli. Auf Antrag der spanischen Regierung fand bei dem ehemaligen spanischen MinisterPräsidenten eine Haussuchung und Be⸗ schlagnahme von Papieren statt. Großbritannien. London, 1. Juli. Die Ausstellung von Schutzmarken ist gestern eröffnet worden. Eine große Anzahl von Ver tretern der fremden Mächte wohnte diesem Aete bei. Das Markenschutz-Gesetz tritt heute in Wirk. samkeit. Behufs Herbeiführung eines internationalen Systems der Eintragung der Schutzmarken haben sich mehrere Comites gebildet. Dieselben haben
als Grundlage demnächstiger Verhandlungen dienen können. Ueber die von Rußland gemachten Vor- schläge ist noch nichts bekannt. Der Papst leidet an großer Schwäche.
Türkei. Constantinopel. Einem Tele- gramm Derwisch Pascha's aus Batum vom 29. Juni zufolge hätten sich die Türken der von den Russen besetzt gewesenen Höhen von Khatzubani bemächtigt. Auch sei der Tschuruk- Fluß von den Türken be⸗ setzt.— Am Mittwoch wurden die türkischen Truppen, die bei Tschamtschova Befestigungen errichteten, von 15,000 Russen angegriffen. Nach einem erbittertem Kampfe, während dessen die Türken Verstärkungen erhielten und in welchem sie durch das Feuer mehrerer Panzerfregatten unterstützt wurden, mußten sich die Russen zurück ⸗ ziehen. Ihr Verlust wird auf 2000 Todte an- gegeben. Der Verlust der Türken ist relativ gering.
— Das türkische Casematt Kanonen Boot „Podgoritza“ hat am 2. Juli bei Rahowa einen russischen, mit Munition beladenen Dampfer in in den Grund gebohrt.
Rustschuk, 1. Juli. Die in West⸗Bulgarien
zerstreuten Truppentheile ziehen sich auf Timowa
urd Sosia zurück, wo ein Armeecorps zur Be—


