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der bis in die Nacht hinein dauerte.
geordnete russische Rückzug ging in regellose Flucht von drei Compagnien des Ukrainer Regiments,
über. Die russische Infanterie wurde von der eigenen Cavalerie und Artillerie niedergeritten und überfahren. Die Russen ließen 4000 Todte und Verwundete, 11 Geschütze, 4 Munitionswagen, 30 Rüstwagen, 2000 Gewehre und ebenso viele Patrontaschen auf dem Schlachtfelde. Zablreiche Gefangene werden von allen Seiten eingebracht. Heute wird der Vormarsch auf die Jantra auf— genommen. Das ägyplische Corps nahm zur Unterstützung Nedjib Pascha's an der gestrigen Schlacht Theil und schlug die Russen in einem siebenstündigen Gefecht.
— 31. Aug. Der Angriff auf die Befestig⸗ ungen am Schipka⸗Passe dauert fort; Suleiman Pascha ist bestrebt, die Verbindungen der Russen
mit Gabrowa zu unterbrechen. In der Umgebung
von Eski⸗Diuma und Rasgrad haben neuerdings Kämpfe stattgefunden, in denen die Russen an Terrain verloren haben; bei Rasgrad wurden von denselben 2 Geschütze zurückgelassen.
— 31. Aug. Redif Pascha wird zwangs- weise dem Kriegsgerichte vorgeführt werden.— Der britische Botschafter, Layard, und der öster— reichische, Graf Zichy, waren zur Tafel des Sultans geladen.
— 31. Aug. Ein Telegramm Mehemet Ali Pascha's vom Donnerstag bestätigt, daß bei Karakusneler, zwischen Rasgrad und Djuma, ein heftiger Kampf stattgefunden habe und die Russen zurückgeworfen wurden. Die Türken hatten 300 Todte.
— 1. September. Ein Telegramm Osman Pascha's meldet: Nach mehrstündigem Kampfe am Freitag erstürmten die Türken bei Pilishaz(Pishaz), südöstlich von Plewna, drei russische Verschanzungen. Die Russen wurden gänzlich geschlagen und deroutirt trotz der erhaltenen Verstärkungen von 30,000 Mann. Die türkischen Verluste sind gering gegen- über den russischen. Der Geschützkampf und das Gewehrfeuer am Schipka-Passe dauern fort. Die Türken behaupten ihre Stellungen.
Serbien. Belgrad, 30. August. Das Eintreten Serbiens in die Action ist definitiv beschlossen. Officieller Bericht darüber ist heute eingetroffen. Der Zeitpunkt des Beginns ist noch unbestimmt.
auf telegraphischem Wege. Der britische Consul
machte der Regierung ernste Vorstellungen über ihre Haltung und erklärte dabei, falls die Dinge ungünstig für Serbien verliefen, würde letzteres Trotz der durch Circular des Kriegsministers angekün⸗
der Willkür der Türkei preisgegeben sein.
digten Marsch⸗Bereitschaft der Armee gilt jedoch thatsächlich die Action für aufgehoben, weil an der serbischen Grenze türkische Truppen concentrirt sind.
Rumänien. Bukarest, 31. Aug. In Gorni Studen fand eine Berathung des Groß- fürsten Nikolaus mit dem Fürsten von Rumänien statt, worin vereinbart wurde, daß der Letztere ein combinirtes russisch⸗ rumänisches Armee⸗Corps commandiren solle mit dem General Zotoff als Generalstabs⸗Chef. General Tottleben ist hier angekommen. Die Spitzen der russischen Garde sind bereits auf dem Bukarester Bahnhof einge⸗ troffen. Ein Telegramm des„Frankf. Journals“ will von Differenzen zwischen den Russen und dem Fürst von Rumänien wissen. Darnach beabsichtige der Fürst abzudanken, da ihm die Russen das Regieren unmöglich machten. Die Russen hätten auch bereits einen Rußland ergebenen Thron⸗Can⸗ didaten aufgestellt.
Rußland. Petersburg. Vom Rust⸗ schuker Corps verlautet Folgendes: Am 26. Aug. rückte eine aus allen drei Waffen ⸗ Gattungen zu- sammengesetzte feindliche Colonne gegen Sadina vor, Cavalerie nebst zwei Geschützen voraussendend. Russischerseits von dem Feuer zweier Compagnien des Saraisje Regiments und zweier Geschütze empfangen, zog sich die türkische Colonne unter Zurücklassung von acht Todten und Mitnahme vieler Verwundeter alsbald wieder zurück; die Dubno'schen Husaren verfolgten dieselbe. Am 27. August marschirte eine aus Rustschuk aus-
Serbien erwartet die russische Ordre
die durch 2 Geschütze und 500 Kosaken unterstützt waren, in die Festung zurückgeworfen.
e Vom Corps an der unteren Donau wer- den vom 28. August zwei glückliche Reitergefechte gemeldet. General Innoff überfiel bei Kusgun eine Colonne türkischer Fourageure, von denen 11 getödtet und 7 gefangen genommen wurden. Oberst Warlawoff griff bei Mamula und Asarlyk einen türkischen Transport an, welcher von 400 Tscherkessen und 80 Mann ägyptischer Cavalerie bedeckt war; diese wurden in die Flucht geschlagen und 96 Mann gefangen genommen; 237 Stück Hornvieh und 4000 Hämmel fielen den Russen als Beute zu, von welch letzteren drei Kosaken Verwundungen erlitten.
ö— 29. August. Am Schipka-Paß herrscht vollständige Ruhe; in der Nähe unserer Pofitionen befinden sich keine feindlichen Truppen; es ist un gewiß, ob die Türken einen neuen Angriff vorbe— reiten, sich zurückziehen oder eine Umgehung beab— sichtigen; Aufklärung wird darüber in kurzer Zeit
erwartet. Der tussische Verlust an Verwundeten beträgt bis zum 28. Abends: 98 Offiziere, 2633
Mannschaften.
— Vom astatischen Kriegsschauplatze meldet man: Am 27. August wurde ein Angriff dreier türkischer Colonnen auf Front und Flanken der Russen bei Chatfoly und Tscharuchtschi ungeachtet sehr bedeutender Uebermacht der ersteren nach fünf— stündigem Gewehrkampf und Handgemenge ebenfalls zurückgewiesen; die Türken veeloren 400 Mann, der russische Verlust war unbedeutend.
— Officiell. Gorni Studen, 31. Aug. Gestern griffen die Türken die Avantgarde der Rustschuker Colonne an, welche sich hierauf von Sadina, Karaschassankoi und Chaidarkibi auf die Haupt⸗ Position zurückzog. Weitere Nachrichten fehlen.
5 15 15 5 f 5 i in ei i Würfel unter Salzwasser tiger gestaltete sich der darauf folgende Kampf, rückende Abtheilung von 1 Bataillon, 2 Geschützen 25. Juli in e g 0 blutiger g Der Anfangs und. 6000. Tscherkessen auf Kadikibi, wurde jedoch sich befunden hätte; ebenso war der Anstrich des Würfels
völlig hart. Die Erfindung Körfgen's hat sich also glänzend
bewäbrt. der Hand, da sie für eine Anzahl von Gegensän den
Wie wichtig dieselbe werden kann, liegt auf
nutzbar zu machen ist. Wir nennen nur Leitungsröhren, Dachrinnen, Eisengitter, Thore, Gartenmöbel, Schiffe, haupr⸗ sächlich aber Häuserfagaden, die auf diese Weise gegen jede
ist nicht zu befürchten, da der Anstrich in 16 verschiedenen
allgemeinste Verbreitung. gaben können wir uns nicht ganz einverstanden
(Einwirkung der Witterung geschützt werden. Monotonie
Farben geliefert werden kann.
Carlsruhe. Die kürzlich verstordene Kronenwirthin in Ebersteinburg gehöcte noch zu der jetzt seltener werdenden Gattung, welche Geld und Geldeswerih zu Hause aufzu⸗ speichern lieben. In ihrem Nachlaß fanden sich 8230 Scheidemünzen in Silber 7230 in Kupfer, dann 4560 Zwölfer und Zwanziger, 1340 Kilo Drittelsthaler. Außer⸗ dem 1945 Guldenstücke, 620 Halbeguldenstücke, 120 Kronen⸗ thaler, 650 Zweiguldenstücke, 44 Zweithalerstücke und andere Sorten, sowie mehrere Päckchen alte Kassenscheine, die schon längst verfallen sind.
Wien, 29. Aug. Gestern ist der letzte Sprosse des Bauernknaben gestorben, der einst den Kaiser Maximilian auf der Martinswand gerettet und der dafür als„Hollauer v. Hohenfelsen“ geadelt wurde. In seinem Besitze war auch noch bis vor Kurzem, wo Fanny Elsler es kaufte, das seinem Ahnherrn vom Kaiser geschenkte„Hollauet Haus“ auf dem Kohlenmarkt.
Zur Borgwirthschaft.
In einem kürzlich in der Social-Correspondenz enthaltenen Artikel„Borgwirthschaft und Baar— zahlung“ wird mit vollem Recht auf den Uebel⸗ stand der unpünktlichen Bezahlung der Putz- macherinnen, Schneiderinnen, Näherinnen ꝛc. seitens gewisser Kundinnen hingewiesen. Dieser Artikel ist höchst beachtenswerth und verdient die Nur mit einzelnen An
erklären und gestatten uns dieserhalb nachstehend zu demselben einige Gegenbemerkungen zu machen.
Zunächst sind es nicht blos„einige unserer Modedamen“, welche die Rolle weiblicher Isolani's spielen, sondern„ihre Zahl ist Legion“. Diese
— Heute Morgen um 9 Uhr griffen die Türken
von Plewna aus unsere Positionen bei Belissed und Zgalitza, indem sie bedeutende Kräfte ent— falteten, an. Morgens um 10 Uhr entwickelte sich eine heftige Kanonade und starkes Gewehrfeuer.
Aus Stadt und Land.
sich ein heiteres und reges Treiben von Jung und All
ein Einsehen hatte und die drohenden Regenwolken sich verzogen.
Nauheim, 3. Sept. Gestern Nachmittag brannte der Nebenbau der Schimpf'schen Wirthschaft ab. Der Brand soll durch das Heerdfeuer entstanden sein. Zum Glücke war rasche Hülfe zur Hand, so daß größeres Unglück ver⸗ hütet werden konnte.
Gießen. Während des Sommersemesters 1877 be⸗
trug die Zahl der Studirenden zusammen 306, außerdem noch 17 nicht immatriculirte Hörer. Von den Studiren⸗ ben sind 224 Hessen, 82 Ausländer. ö Mainz, 30. Aug. Ein hiesiger Händler, welcher im Verdacht steht, seine Frau vor einigen Tagen so mißhandelt zu haben, daß sie in Folge dessen starb, wurde gefänglich eingezogen. Die Leiche der Verstorbenen soll der Unter— suchung wegen ausgegraben werden.
Mainz, 30. Aug. Vermißt werden in Weisenau der verheirathete Schreiner M. und die Taglöynersfrau K. Aus dem Zusammenhange besonderer Umstände, und da M. alles Mobiliar hinter dem Rücken seiner Ehefrau ver- kauft, ebenso die Frau K. ihr Weißzeug und andere ihr gehörige Gegenstände mitgenommen hat, folgert man, daß Beide durchgegangen seien. Die Frau des M. sieht dem— nächst ihrer Entbindung entgegen; die Frau des K. hat diesem zwei kleine Kinder zurückgelassen. Die Ortsbehörde in Weisenau hat Schritte zur Verfolgung der Beiden eingeleitet.
Allerlei.
Frankfurt. Die beiden von Ventimiglia bezogenen Agaven(Aloes) im Palmengarten stehen nun in voller Blüthe. Der ca. 25 Fuß hohe Schaft trägt an 8000 einzelne Blüthen.
Frankfurt. Dem Besucher der Bau- und Industrie⸗ Ausstellung im Bundespalais wird wohl ein verschlossenes Glasgefäß mit Salzwasser aufgefallen sein, in welchem sich ein Würfel befand. Letzten Dienstag wurde in mehrerer Techniker Gegenwart das Gefäß aufgeschlossen und der Würfel herausgenommen. Dieser besteht aus einem Rahmen von Pappdeckel mit papiernen Feldern, gänzlich überstrichen mit der von Kösfgen in Bockenheim erfundenen unzerstör— baren Anstrichfarbe. Nachdem der, luftdicht geschlossene Würfel aufgerissen worden, zeigte sich als dessen. Inhalt
ein Slückchen Zucker, welches so trocken war, als ob es!
sondern aus allen Ständen. Putz oder Damen ⸗Schneidergeschäft so indiscret sein, die Namen seiner zahlreichen Schuldnerinnen zu veröffentlichen, wir würden eine sehr gemischte Gesellschaft vor uns haben. Weiter dürfte wohl Friedberg, 3. Sept. Unser Sedanfest verlief gestern kaum die Annahme stichhaltig sein, daß dieser in programmmäßiger Weise. Auf der Seewiese entwickelte Uebelstand eine bedauerliche Consequenz des Baar⸗ zablungssystems ist, weil thatsächlich die Agitation und man sah nur fröhliche Gesichter, zumal der ie gasost 1 e 5
bösen Zahlerinnen recrutiren sich ferner keineswegs, wie angenommen wird, aus den vornehmeren, Würde ein großes
für Baarzahlung in Deutschland erst im Herbste des Jahres 1875 begonnen hat(conf. Nr. 131 d. Handelsbeilage d.„Augsb. Allg. Z.“ v. 7. Juni d. J.). Bei der kurzen Spanne Zeit und bei der sehr langsamen Entwickelung des Baarzahlungs⸗ wesens kann sich daher die gedachte Wirkung nur höchstens in einzelnen Fällen geltend gemacht haben. Vielmehr ist die bei uns leider auch unter den Frauen sich immer mehr bemerkbar machende Borgwirthschaft eine alte Erscheinung, welche mit der bei unserer Frauen- und Mädchenwelt einge⸗ rissenen Putzsucht eng zusammenhängt und die im Allgemeinen unter den mittleren und niederen Ständen noch in einem viel höheren Grade als bei den höheren und höchsten Classen der Gesell⸗ schaft grassirt. Diese Putzsucht ist, nebenbei be— merkt, eine der Hauptursachen der Verkommenheit einzelner Individuen und ganzer Familien, indem dieselbe nach jeder Richtung hin demoralisirend wirkt. Die Putzsucht der weiblichen Glieder einer Familie, die sich bereits bei den kleinsten Schul⸗ kindern bemerkbar macht, ist allzu häufig schon der Ruin von Familienvätern, besonders aber von Geschäftsleuten geworden.
Es liegt nun auf der Hand, daß die über— wiegende Mehrzahl derjenigen Mütter, die sich und ihren Töchtern, jede in ihrer Art, einen ganz über ihren Stand und Geldverhältnisse hinaus gehenden Kleiderluxus erlauben, nicht im Stande sind, ihre bei Kleidermacherinnen, Putzmacherinnen ꝛc. aufgelaufenen Rechnungen zu berichtigen. Schließ⸗ lich wird dann das gerügte Borgsystem aufgebaut, wotunter die betreffenden Geschäfte und Arbeiter- innen so schwer zu leiden haben. So ist nament- lich bei den Putzmachergeschäften die Zahl der Concurse von jeher verhältnißmäßig eine sehr hohe
soeben hineingelegt worden wäre, und nicht seit dem gewesen.
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