Diskussion, wurde die Pos. 1 des Ausschußan⸗ trags mit 27 gegen 20 Stimmen abgelehnt, die Pos. 2 mit 24 gegen 23 Stimmen angenommen, sodann die Forderung der Regierung gegen 5 Stimmen abgelehnt und der Antrag Hirsch⸗ horns mit 27 gegen 20 Stimmen angenommen. Die Kammer hat damit den Hauptvoranschlag der Staatsausgaben für die Finanzperiode 1876 78 erledigt und schritt zur Berathung des Hauptvor⸗ anschlags der Staats⸗Einnahmen und zwar des ersten Theils, Ordentliche Einnahme, Hauptab- theilung I., Domänen. Die von der Regierung vorgesehenen Einnahmen in A. Erträge aus dem Familieneigenthum des Großherzoglichen Hauses 1) Kameraldomänen. a. Unter Verrechnung der Rentämter, b. Salinen und Bergwerke, Ueberschuß 1) Braunkoblen- Bergwerk„Ludwigshoffnung“ 2) Saline Bad- Nauheim, 3) Saline Theodors⸗ hall wurden von der Kammer ohne Debatte ent⸗ sprechend den Anträgen des Ausschusses genehmigt. Bei„Bad Nauheim“ hatte der Ausschuß bean⸗ tagt: Unter Abstrich der Ausgabe von 2000 M. jäbrlich für Herstellung einer Küche zum alten Kurhaus, die Summe von 6000 Mark jährlich als Einnahme ⸗Ueberschuß vorzusehen. Der Antrag des Ausschusses wurde angenommen. Die Pos. 5 „Bad Salzhausen“ wurde nach kurzer Debatte einstimmig genehmigt.
— 27. Juni. Die zweite Kammer der Stände
beendete heute in ihrer 23. Sitzung die Berathung
über den Hauptvoranschlag der ordentlichen Ein- nahmen. Sämmtliche in Aussicht gestellte Ein— nahmen wurden, soweit die Berathung nicht aus besonderen Gründen ausgesetzt wurde, entsprechend der Regierungsvorlage und den Ausschußanträgen gemäß, in Einnahme zu stellen beschlossen. Die Kammer trat sodann in die Berathung des Ge— setzentwurfs, die Gesiadeordnung betreffend. Nach kurzer Generaldebatte wurde in die Berathung des Gesetzentwurfs selbst eingetreten und der Ent— wurf bis zu Artikel 3 erledigt. Hierbei wurden diese Artikel mit verschiedenen Abweichungen vom Regierungsentwurf, wie den Ausschußanträgen angenommen. In heutiger Sitzung beantwortete die Regierung auch die Interpellation Edinger in Betreff der Reichsbahnen dahin: Sie sei zur Zeit nicht in der Lage, sich über ihre künftige Stellung zu dem Project auszusprechen, da ohne Kenntniß der Bedingungen und künftigen Verwaltungs- Einrichtungen, unter denen für das Reich ein größerer Complex von Eisenbahnen dem Eigen— thum und der Verwaltung nach übertragen werden soll, die Prüfung des Projectes weder vom Stand- punkte der Reichs- Verfassung aus, noch aus dem Gesichtspunkte der Interessen des Reichs und der betheiligten Bundes ⸗Staaten ermöglicht ist.
— Am 8. Juni wurde der Steuercommissär zu Fürth, Jungk, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand versetzt. Am 23. l. Mts. wurde der Ministerialrath Neid⸗ hardt zum außerordentlichen Gesandten und be⸗ vollmächtigten Minister am Preußischen Hofe ernannt.
Jugenheim, 26. Juni. Erzherzog Albrecht von Oesterreich ist heute Vormittag von Jugen⸗ heim über Frankfurt nach Coblenz abgereist.
Berlin, 26. Juni. Das Herrenhaus nahm das Nothstands⸗Gesetz und die Vorlage über die Ablösung der Servituten in Schleswig-Holstein unverändert an und erledigte die Berichte der Budget⸗Commission über die Etats⸗Rechnung von 1873 und die Staats⸗Einnahmen und Ausgaben im Jahre 1874.— Im Abgeordnetenhause er⸗ klärte der Minister des Innern auf die Inter- pellation des Abg. Kantak, betr. die Auflösung des land wirthschaftlichen Vereins in Eichenberg, wegen Nichtgebrauchs der deutschen Sprache: Die landwirthschaftlichen Vereine im Großherzog thum Posen begännen sich von der Politik fernzu— halten. Die fragliche Maßregel sei durch die Besorgniß vor politischen Ausschreitungen veran- laßt worden. Er habe die Behörden angewiesen, vorsichtig zu verfahren und nur in dringenden Fällen auf dem Gebrauche der deutschen Sprache zu bestehen. Das Haus nahm sodann in erster und zweiter Lesung das Gesetz über die Erhöhung der Unterstützung für die Veteranen aus den
Jahren 1813-1815 und die Gesetze über die Servituten-Ablösung in Kurhessen und über die Verwaltung der Gemeinde-Holzungen in den alten Provinzen nach der Fassung des Herrenhauses an und erledigte schließlich mehrere Petitionen nach den Anträgen der Commisston.
— 27. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm in zweiter Berathung den Gesetz⸗ Entwurf, betr. den Ersatz aus den Einnahmen der Herrschaft Schwedt an das Kron Fideicommiß unverändert an, und lehnte sämmtliche Beschlüsse des Herren⸗ hauses zur Städte Ordnung, welche den Be— schlüssen des Abgeordnetenhauses entgegenstehen, ab.
Dresden, 27. Juni. Die Nachforderung von 700,000 M. für den Bau des Hoftheaters wurde von ver zweiten Kammer nach einer scharfen Debatte ohne Abstrich mit allen gegen 6 Stimmen bewilligt,
München, 24. Juni. Betreffs der Ver⸗ längerung des Landtages ist heute Mittag solgende in etwas strengem Tone gehaltene k. Entschließung hier eingetroffen:„Ludwig II., von Gottes Gnaden König von Bayern ꝛc. Unsern Gruß zuvor, Liebe und Getreue! Wir finden uns bewogen, die Dauer des gegenwärtig versammelten Landtages gemäß Tit. VII.§. 23 der Verfassungs Urkunde bis zum 12. Juli des l. J. einschließlich zu veelängern, und geben uns hierbei der zuversichtlichen Er- wartung hin, daß beide Kammern bis zu dem erwähnten Zeitpunkte die auf unseren Befehl an dieselben gebrachten Gegenstände vollständig erledigt haben werden. Indem wir euch dieses eröffnen, bleiben wir euch mit k. Huld und Gnade gewogen. Schloß Berg, den 23, Juni 1876.(gez.) Ludwig.“ (Folgen die Unterschriften der Minister.)
Karlsruhe, 25. Juni. Mit den in der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer zur An- nahme gelangten sechs Paragraphen des Gesetzes über die Pfarr- Dotation ist das ganze Gesetz entschieden. Aufgenommen in dasselbe sind die sechsjährige Dotatien und die Revers⸗Bestimmung für den katholischen Bischof.
Ausland.
Belgien. Brüssel, 26. Juni. Die Aus- stellung für Gesundheitspflege und Rettungswesen ist heute Nachmittag vom König eröffnet worden. Der König besichtigte sämmtliche Abtheilungen. Die deutsche Kaiserin beglückwünschte den Grafen Flandern zu dem Erfolge der Ausstellung.
Italien. Rom, 25. Juni. Die Kammer setzte heute die Berathung der Eisenbahn-Vorlage fort. Spaventa entwickelte die Motive, welche der vor— maligen Regierung den Rückkauf der Bahnen und deren Betrieb durch die Regierung angerathen haben und kritisirte den Pariser Additional⸗Vertrag. Minister⸗Präsident Depretis antwortete auf Spa- venta's Rede und protestirte gegen dessen Be— schuldigung, daß die Regierung bei den Pariser Verhandlungen die Würde des Landes verletzt habe.
Türkei. Constantinopel. Wie die „Agence Havas Reuter“ meldet, haben auf der Insel Chio am 21. d. einige Ruhestörungen statt⸗ gefunden. Als Ursache wird angegeben, daß ein türkischer Gendarm einen Christen getödtet hatte. Die Ruhe ist indeß bereits wiederhergestellt.
— 26. Juni Das türkische Panzergeschwader soll hente zu Uebungszwecken nach dem Archipel absegeln.— Kiamil Pascha ist nicht wie gemeldet, gestorben, sondern nur schwer erkrankt.
— An der serbischen Grenze sind erhebliche türkischer Streilkräfte concentrit. Die Haltung Montenegros scheint eine friedlichere. Riza Pascha geht zur Inspeetion der Dardanellen dorthin. Der Marine Minister Kaisserli⸗ Pascha ist von seinen Wunden geheilt. Essad Bey ist zum Ge⸗ sandten in Rom ernannt worden. Im Minister⸗ rathe ist der Feldzugsplan gegen Serbien und Montenegro festgestellt worden. Es heißt, der Ausbruch der Feinseligkeiten stehe unmittelbar bevor.
Serbien. Belgrad. In Serbien scheint es mit der Kriegserklärung wirklich Ernst zu werden, Alles deutet darauf hin. Das hiesige österreichische General-Consulat hat verfügt, daß alle hier an— sässigen österreichischen Unterthanen schleunigst ihre Poßdocumente zu regeln haben. Einer Meldung
der„Agence Havas“ zufolge werden zwar Seitens der Mächte die energischsten Anstrengungen bei der serbischen Regierung gemacht, um dieselbe von einem übereilten Vorgehen gegenüber der Pforte abzuhalten, Serbien mißachtet aber die Warnungen der Mächte. Die„Montags Revue“ schreibt: Erfolge Serbiens würden keine europäische An⸗ erkennung finden. Die Consequenzen eines türkischen Sieges bedürften keiner näheren Ausführung. Weder die eine noch die andere Lösung scheine [Europa zu gefährden. Noch beherrsche die Lage der übereinstimmende Entschluß der Mächte, die Erhaltung des europäischen Friedens allen übrigen Fragen überzuordnen. Sicheren Meldungen aus Wien zufolge sind auch die serbischen Districte Ungarns bedrohlich erregt; die Omladina ent- wickelt daselbst eine ungeheure Agitation.
Rumänien. Bukarest. Das Gerücht, daß die rumänische Regierung die Armee mobil zu machen beabsichtige, wird officiell als unbe⸗ gründet erklärt.
Aegypten. Cairo. Am Auftrage des Khedive geht Ahmed Bey nach Constantinopel, um das Antwortschreiben des Khedive auf die Anzeige von der Thronbesteigung Murad's V. zu überreichen. Die ägyptische Regierung hat der Schatz Commission den Vorschlag einer englischen Finanz⸗Gruppe überwiesen, wonach die Aegyptischen Eisenbahnen verkauft werden sollen und der Kauf- preis in Schuld-Titeln zum Tages- Cours zahlbar wäre. Die Schatz Commission soll diesen Vorschlag zugleich mit den die Eisenbahnen betreffenden Pacht- Offerten einer englisch-deutschen Gruppe eingehend prüfen.
Aus Stadt und Land. Friedberg. Dr. Henkelmann, der frühere Eigen⸗ thümer der s. Z. hier bestandenen Ackerbauschule, der dann Wirihschafts⸗Director des Grafen Callalto auf dessen Be⸗ sitzung in Italien war und der seither in Darmstadt wohnte,
Lahn berufen worden.
Darmstadt, 26. Juni. Auf einer gestern in Ober⸗ Ramstadt abgehaltenen Volks-Versammlung wurde der Massenaustritt aus der evangelischen Landeskürche beschlossen.
Mainz, 24. Juni. Gestern ertrank beim Baden im Rhein bei Weisenau ein Soldat des 118. Regiments.
Oppenheim. Die„dskr.“ schreibt: Allem An⸗ scheine nach ist der Dammbruch bei Ludwigshöhe einer un verantwortlichen Leichtsinnigkeit zuzuschreiben und sieht man einer gründlichen Untersuchung und Bestrasung der Schuldigen entgegen.
Oppenheim. Ein schrecklicher Unglücksfall wird von hier berichtet: Am 25. waren Arbeiisleute aus Gunters⸗ blum damit beschäftigt, zur Ausbesserung des durch— brochenen Dammes Erde auszugraben. Nachmittags 4 Uhr stürzte, während die Arbeiter rasteten, plötzlich die Erdwand, an der sie gegraben hatten, zusammen und verschüttete 6 derselben. Man beeilte sich, die Unglücklichen aus ihrer schrecklichen Lage zu befreien; es waren 3 Leichen, die man an's Tageslicht beförderte, die anderen 3 Verschütteten waren bewußtlos, jedoch ist Hoffnung vorhanden, sie dem Leben zu erhalten.
Allerlei.
Flörsheim, 24. Juni. Gestern wurde im Main die Leiche eines jungen Mannes geländet. Wie der Vater des Unglücklichen— ein wohlhabender Schuhmacher aus Schwanheim— heute constatirte, ist es die Leiche seines vor einigen Tagen beim Baden im fteien Main erirunkenen 18jährigen Sohnes. 5
Ems. Am 1. Juli findet zu Ehren der Anwesenheit des Kaisers auf der Lahn bei Ems eine Nalional⸗Regatta statt. An derselben werden sich voraussichtlich betheiligen: Hamburger„Germania“⸗Club, Weseler Ruder Club, Kölner Union, Kölner Ruder⸗Club, Bonn Beueler Ruder Club und die Frantsurtet Ruder⸗Gesellschaft.
Köln, 27. Juni. Das öffentliche Ministerium be⸗ antragte in der heutigen Schluß ⸗Sitzung des Processes gegen Direction und Aussichts»Räthe der Rheinischen Effeclenbank das Schuldig gegen alle 13 Angeklagte und Gesängnißstrafen von vier Jahren bis zu einem Monat.
Wetter a. d. Ruhr, 22. Juni. Die Frau eines hiesigen Einwohners, welche früher in guten Verhältnissen gelebt hatte, nahm gestern Mittag drei ihrer Kinder, im Alter von zwei, fünf und 8 Jahren, mit auf den Weg zur Ruhr. Hier angekommen, warf sie zuerst das acht⸗ jähtige Mädchen in die Fluthen, stürzte sich dann mit den zwei kleineren Kindern, an jeder Hand eins haltend, in den Fluß und fand mit diesen den gewünschten Tod. In der Nähe der Unglücksstelle arbeitende Männer konnten jedoch das älteste Kind, welches sich an einem Weiden⸗ strauch im Wasser hangend festhielt, noch retten. Die Mutter hatte sich vorher große Mühe gegeben, auch noch ein dreizehnjähriges Mädchen mit in den Tod zu ziehen; als dasselbe jedoch merkte, daß die Mutter den Weg zur Ruhr einschlug, war es derselben frühzeitig entlaufen. Die unglückliche Frau wurde nebst ihren zwei kleineren Kindern
todt an's Ufer gezogen.
ist zum Director der landw. Mitlelschule in Weilburg a. d.
bis 60, 4. 01 Penn dear M. 49, N. 5 M do. II. ö M. 25. M. 17— Kohlsame Ansen! sch sämg Fran für ben A Posten he Wollen i bracht wo Main 2.— bei 16.20. 0 —
Nass und Pf . Lit. A. 820 834 1863 137 320 409 90 1J03 709 74¹7 2. Diese Nr. 56 526 613 1468 8
4 — 2170 2 Uhr, Hilbre dahier, mehrere mehrere gegen Be Frie
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