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eines Gesetzentwurss zur Reviston des Wahlreg · lements und der darauf bezüglichen Bestimmung des Wahlgesetzes ab und beschleß, über den An⸗ trag Reichensperger auf Berathung der Impf- Petitionen zur Tagesordnung überzugehen. Endlich wurde die erste Berathung des Sombart'schen Antrages auf Erhöhung der Wechselstempel⸗Steuer erledigt. Staats minister Delbrück erkannte an, daß die neue Münzwährung eine neue Stempel Scala bedinge, sprach fich aber gegen die vor- geschlagene Scala aus. Die zweite Berathung des Antrages wurde von der Tagesordnung ab gesetzt. g
— 27. Jan. Der Reichstag genehmigte in dritter Lesung den Nachtrags Etat zum dtulschen Reichs baus halts-Etat und setzte die zweite Lesung der Strafgesetz⸗Novelle fort.§. 128(Theilnahme an geheimen Verbindungen mit unbekannten Obern) wurde abgelehnt. Zu 8. 130(Aufreizung der verschledenen Bevölkerungsklassen gegen einander, mündlich und schriftliche Bekämpfung der Institute der Ehe, der Familie und des Eigenthams) hebt der Minister des Innern, Graf Eulenburg, in ausführlicher Rede hervor, daß die Spitze des Paragraphen sich gegen die Social- Demokraten richte, getzen welche die Regierungen geeigneter Waffen bedürften. Die Stütze der deutschen Socialdemokratie bilde im Norden der Allgemeine deulsche Arbeitervertin unter Hasenclever, im Süden der süddeutsche demoktatische Arbeiterverein unter Bebel und Liebknecht. Ersterer verfolge nationale Einigungs- Zwecke, Letzterer internationale. Das Endziel sei auf politischem Gebiete die rothe Re- publik, auf wirthschaftlichem der Communismus, auf religösem der Atheismus. Die Erregung von Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen durch Erweckung neuer, vorher ungekannter Be— dürfnisse sei ein von Lassalle und in social demo. kratischen Schriften empfohlenes und befolgtes Agitationsmittel. Der Reichstag selbst solle das Podium werden, von wo aus die social-demo- kratischen Volksvertreter zum Volke reden. Eine
neue, grundbilrende Idee staatlichen Zusammen- lebens brächten die Sotial-Demokraten nicht. Die selben leugneten die dem modernen Staaten ⸗System
zu Grunde liegende Religiosität. Die bisherigen
Straf Bestimmungen reichten nicht aus, um recht- zeitig die Oberhand zu behalten.„Geben Sie uns Waffen in die Hand, welche verhüten, daß wir einst die blanke Waffe ziehen.“(Forts. foltt.)
— ueber die Stellung des Staatsministeriums
rumänischen Regierung schlugen fehl und in Folge dessen eredifirten die östreichisch-⸗französische Staats- bahn, Bleichröder und die Disconto⸗Gesellschaft der rumänischen Gesellschaft eine schwebende Schuld von 13 Millionen. Auf die Frage des Staats- Anwalts, ob bei der Abfindung mit Strousberg ein niedrigerer Preis zu erzielen gewesen, ant wortet der Zeuge, daß Angesichts der drohenden Corfiscation der Bahn periculum in mora war. Was von Strousberg erlangt werden konnte, war gefundenes Geld. Auf die Frage des Prä- sidenten über den Sachverwalt bei der Aufnahme des Darlehens von 5 Millionen bei der See— bendlung und der preußischen Staatscosse ant⸗ wortet Zeuge: Die preußische Regierung borgte der rumänischen Gesellschaft überhaupt nicht, sie verlangte Garantien. Diese boten Bleichröder und die Disconto Gesellschaft. Für diese Garantien sei nur soviel bezahlt, daß der Zinsfuß nicht 8 pCt. überstieg.
— Gutem Vernehmen nach ist über die Fas⸗ sung des„Arnim“ Paragprahen zwischen den National-Liberalen, den Frei-Conservativen und den Conservativen cine Vereinbarung erzielt worden, welche die Zustimmung der Regierung gefunden hat.
München. Die jüngst in verschiedenen Blättern erschienene Nachricht, der päpstliche Nuntius in Wien habe mit den Erben des Her⸗ zogs von Modena, zu denen bekanntlich auch Prinz Ludwig gebört, über ihren und des Papstes Antheil an dem Nachlaß des Herzogs ein Com- promiß abgeschlossen, nach welchem dem Papste ein gewisses Einkommen gesichert bleibe, ist voll- ständig unwahr.— Die Präconisirung des unlängst ernannten Bischofs von Passau wird, wie bestimmt verlautet, heute in Rom statifinden.
Stuttgart, 25. Jan. Laut bier einge- troffenen Nachrichten aus Petersburtz ist Königin Olga daselbst gestern Abend um 11 Uhr, von dem Kaiser in Gatschina empfangen, angekommen. Die Königin hat sich sofort nach der Ankunft an das Krankenbett ihrer Schwester, der Großfürstin Marie, begeben.
Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 26. Jan. In der gestrigen, voraussichtlich letzten Conferenz der Herrenhaus-Mitglieder wurde ein Schreiben der Minister verlesen, worin dieselben, wie die „Presse“ berichtet, eine Erörterung aus Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen mit Ungarn
und des Fürsten Bismarck zur Eisenbahn⸗Frage er- ablehven und übrigens betonen, daß das Minsterium
fährt die„Post“, daß es sich zunächst nur um ein grundsätzliches Aussprechen Betreffs der Ueber- tragung der preußischen Staatsbahnen und der staatlichen Hoheitsrechte über die Privatbahnen an das Reich handle. Im Fall das Staatsministerium zustimmen sollte, würde dasselbe dem Könige eine Vorlage für den Landtag unterbreiten, welche nur im Allgemeinen für die Staatsregierung die Ermächtigung zu Unterhandlungen mit dem Reich verlangen würde.
27. Jan.(Proceß gegen den Redacteur der Eisenbahn⸗Zeituntz Gehlsen. Fortsetzung.) Bei der Vernehmung der Zeugen schildert der erste Zeuge, Justizrath Riem, die traurigen Umstände, unter denen die jetzige Actien- Gesellschaft die rumänischen Eisenbahnen von Stirousberg über⸗ nahm. Die Differenzen zwischen Strousberg und der rumänischen Regierung batten den Grat er— reicht, daß eine Confiscation der Bahn Anlagen vor der Thür stand, was Seitens der Obligations- Inhaber große Verluste zur Folge gehabt hätte. Inzwischen vollzog sich der Personen⸗Wechsel im Bukarester Cabinette in Folge der Gesetze vom 28. Dezember 1871 und 5. Januar 1872 und es entstand der Gedanke, die jetzige rumänische Eisenbahn-Gesellschaft zu bilden. An die Spitze der Gesellschaft traten Bleichröder und die Dis- conto-Gesellschaft. Das Unternehmen stand bei der Uebernahme der Bahnen durch die neue Ge— sellschaft auf dem Punkte des Ruins, der Bau der Bahnen war erst zur Hälfte fertig. Die Geldmitlel der neuen Gesellschaft waren äußerst
beschränkt und die Verhandlungen wegen einer Priotitäts- Anleihe mit der preußischen und
sich seiner Verantwortlichkeit und politischen Ehre bewußt sei. Es werde demgemäß Verhandlungen mit Ungarn führen und könne eine Instruction oder Directive um so weniger entgegennehmen, als das Parlament seiner Zeit in der Lage sein werde, das Resultat der Verhandlungen fei zu berathen. Die Versammlung nahm das Schreiben zur Kenntniß und trennte sich ohne formelle Be- schlußfassung.
Pest. Auf eine Interpellation über die Verhand- handlungen mit Oesterreich antwortete der Minister- Präsident: er könne Details jetzt noch nicht enthüllen, er dürfe die Last der Verantwortung nicht im Vor- hinein auf die Legislative abwälzen. Die Regierung müsse die Verantwortung ganz tragen. Das Haus beschließt, diese Antwort zur Kenntniß zu nehmen.
Spanien. Madrid Die neulich von hier gemeldete Nachricht von der Unterwerfung des Carlisten-Generals Tristauy unter die Behörden des König Alfons hat keine Bestätigung gefunden,
San Sebastian. 25. Jan. Die Regierungs- Truppen haben wichtige Positionen zwischen Hernani und Lasarte eingenommen und campiren jetzt in den genommenen Stellungen.
Türkei. Konstantinopel. Die Pforte hat noch keine officielle Mittheilung von der Note des Grafen Andrassy erhalten. Durch Vermitt⸗ lung ihres Berliner Botschafters Aristarchy Bey ist ihr jedoch der Inhalt der Note bereite bekannt. Zu wiederholten Malen fanden schon Minister- Sitzungen statt, um über die einzunebmende Haltung schlüssig zu werden. Wie verlautet, wäre der Regierung die Gelegenheit denn doch nicht un willkommen, um aus der Sack-Gasse, in die sie
sich verrannte, wieder mit heller Haut herauszu⸗ kommen. Wenn gleich die gegenwärtigen Mit- glieder der Regierung noch das tiefste Schweigen beobachten, so gibt es doch der Exminister genug, denen es ein Leichtes ist, zu jeder Zeit die Regler. ungs-Geheimnisse zu erfahren. Mehrere dieser Persönlichkeiten machen kein Hehl aus ihrer Ueber⸗ zeuzung, daß die Note sich einer günstigen Auf⸗ nahme erfreuen dürfte.
Rumänien. Bukarest, 25. Jan. Der heute wieder eröffneten Kammer wurden von Seiten der Regierung verschiedene wichtige Vorlagen gemacht. Der Kriegsminister verlangt einen Extra⸗ Ctevit von 5,600,000 Lei(1 Lei gleich 80 Pfennig) zur Ausrüstung der Armee. Der Finanzminister legte ein Gesetz vor, wonach künftig die Landes- münzen mit dem Bildniß des Fürsten geprägt werden. Beide Vorlagen wurden von der Kammer mit Beifall aufgenommen und wurde der Creditforderung des Kriegsministers die Dring- lichkeit zugestanden.
Griechenland. Athen. Die„politische Correspondenz“ meldet von hier: Es steht die Ernennung neuer Gesandten bevor. Brailas Armenis ist für Petersburg, Rhangabe für Berlin, Theodor Delijannis für Paris oder Rom designirt. Fürst Apsilanti verbleibt in Wien.
Aegypten. Caire. Die egyptischen Vorposten haben den abessinischen Generalissimus Kirkham nächtlicher Weile innerhalb ihres Rapons gefangen genommen. Kirkham war ohne Parla- mentärflagge erschienen. Es sollen bei ihm Briefe an den Khedive wie an die Königin Victoria gefunden worden sein.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Zur Berichligung. findel sich unter der Rubrik„Aus Stadt und Land“ eine Mittheilung aus Darmstadt, bezüglich der Thäligkeit auf dem stalistischen Bureau, welche schließt:—„Nalürlich sind diese wichtigen Maßnahmen erst möglich geworden, seit durch das Civilehegesetz die Beurkundung des Personen⸗ standes in einheitlicher Weise durch Staatsbeamte vor⸗ genommen wird, und erweist sich dieses Gesetz auch nach dieser Richtung hin als segensxeich.“ Auf diese leichtfertige Schlußfolgerung, die sich mit der Unkenntniß der Sache verbinden, über welche man belehren will, ist zu bemerken, daß die Regisier über die Geburten, Heirathen und Sterb⸗ fälle, wozu von der Contralstelle für die Landesstalislik die Formulare mit Rubloken für sehr specielle Mutheilungen ausgegeben wurden, schon seit Anfang 1863 von den geistlichen und weltlichen Civilstandsbeamten des Groß⸗ herzogthums geführt worden sind, und daß auf diese Weise schon seit 13 Jahren der Centralstelle für die Landesstaustik „ein äußerst werthvolles Material“ geliesert worden ist, welches dieselbe auch in ihren seitherigen Mittheilungen schon großensbeils verarbeitet und verwerthet haf. Während die der Smtistek dienenden Register aus sämmllichen Gemeinden des Landes seit 1863 nach Ablauf jeden Jahres eingesandt wurden, erhielt die Centtalstelle für die Landes- stalistik von den geistlichen und weltlichen Civilstandsbeamten der 12 volkreichsten Gemeinden in den Jahren 1866-69 monatliche Milheilungen über Gebusten, Heirathen und Sterbfälle und seit 1870 monalliche Miuheilungen über die Slerbfälle und Todesursachen und hat aus diesen Mit- ibeilungen monalliche Zusammenstellungen veröffentlicht, welche indeß, wie es scheint, dem Schreiber des erwähnten Artikels bei all seinem Interesse für die Stalistik doch noch unbekannt geblieben sind.
Offenbach. Im Auftrag des aliketholischen Kirchen⸗ vorstandes hat Stadtverordneter Weil hier an die Alt⸗ krholiken-Vereine Hessens eine Einladung zu einer am 30. d. M. in Mainz staitsindenden Delegirlenversammlung ergehen lassen. Pfarrer Rieks von Heidelberg wird der Beralhung beiwohnen.
Darmstadt, 27. Jan. Das Bezirks Strafgericht verurtheilte nach dem deute veröffentlichten Erkenntniß den flüchtigen niederländischen Major a. D. Steck wegen Werbung zu holländisch⸗ estindischen Militär⸗Diensten zu acht Monaten Gesängniß, den Mitangeklagien Schwarz von vier wegen Beihülse zu vier Monaten Gefängniß.
Lengfeld, 22. Jan. Die Leiche eines Mannes aus Hering, der seit längerer Zeil sich leidenschafllich dem Trunke ergeben, ist heute Morgen auf der Straße dahier in recht erbärmlichem Zustande gefunden worden. Der Verstorbene muß einen schrecklichen Tod gehabt haben. Ein solcher Anblick dürfte wohl noch Manchen, der auf ähulschen Wegen wandelt, zur Umkehr bewegen können, sofern er die Kraft dazu nicht schon versoten.
Allerlei.
Frankfurt, 25. Jan. In der Ober-Main-Anlage wurden gestern Abend von mehreren Strolchen zwei Mädchen angepackt und deren Taschen vifitirt. Auf den Hülseruf eilten Leute herzu, worauf die Strauchdiebe ausrissen.
Wiesbaden, 26. Jan. Ober⸗Staatsanwalt Diehl von hier erhielt gessern seine Versetzung als Appellrath
In Nr. 4 d. Anz.
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