Ausgabe 
28.10.1876
 
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bis 21., Linsen M. 2130., Rüböl M. 78. Die Preise versteben sich fämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht S 100 Kilo.

Darmstadt, 24. Oct. Der heutige Zuchlviehmarkt war befahren mit 1 Bullen, 2 Ochsen, 141 Kühen und Rindern und 58 Kälbern. Bei raschem Absatz erzielte namentlich unsere Odenwälder freuzung, weil am meisten begehrt, außerordentlich hobe Preise; es wurden z. B. ein⸗ zelne Stücke zu 200250 fl. verkauft. Der hiesige Zucht- viehmarkt soll, nach Bersicherung von Kennern bedeutender sein, als der Frankfurter, während unser Fetlwiehmarkt nicht aufkommen kann.

Mainz, 25. Oct. Producten-Markt. Watzen per Nov. 21.30, per März 22.25. Korn per Nov. 16., per März 16.85. Hafer ver Nov. 17.60, per März 17.90. Rüböl per Oct. 37.80, per Mal 37.70.

D. Frankfurt a. M., 26. Oct. Wie schon seit Wochenbeginn trat auch heute die Börse im Allgemeinen aus ihrer Reserve nicht heraus, wozu die politischen Ver hältnisse, die sich täglich drohender gestalten, Veranlassung gaben. Was die Tendenz betrifft, so muß dieselbe heute als schwächer bezeichnet werden. Am internattonalen Speculationsmarkt standen Slaatsbahnactien im Vorder grunde. Dieselben waren guf ungünstige Dividendengerüchte und matte Pariser und Lyoner Notirungen stark angeboten. Credilactien und Lombarden hingegen blieben gegen gestern Abend relativ jest. Creditactien bewegten sich zwischen 117¼½ 117½% und 116½½, Staatsbahnactien zwischen 215¼ und 213, Lombarden nahe 60 ½¼. Oesterreichische Bahnen stellten sich meist niedriger. Banken waren eben falls nachgebend, Deutsche Vereinsbank fest. Von auslän- dischen Fonds Oesterr. Renten niedriger, Ungar. Schatzbons besser. Deulsche Fonds unverändert. Oesterr. Prioritäten und Loose schwächer, 1860er matter. Wechsel sämmllich offerirter, besonders Paris und Wien. Privatdiskonto ca. 3%,

Landwirthschaftliches und Gewerbliches.

Ueber das Verhyallen des Rohezuckers unter dem Einfluß des Lichtes. Veranlaßt durch eine An⸗ gabe von Raoult(Comptes rendus, 1871 A. XXIII P. 1049), wonach reiner Rohrzucker in wässeriger Löfung, bei völliger Abwesenheit von Luft und Fermenten, lediglich durch den Einfluß des Lichtes eine theilweise Inversion erfahren soll, hat Kreußler ähnliche Versuche unter Einhal- tung aller Vorsichtsmaßregeln und mit Zuckerlösungen von sehr verschiedener Concentration wiederholt. Eine reine Zuckerlösung, welche nach vollständiger Entfernung der Luft in Röhren eingeschmolzen war, gab selbst nach einer Belichtungszeit von 11 Monaten mit Fehling'scher Lösung nicht die gerinaste Reaction. War die Luft jedoch nicht entfernt, so stellten sich Pilzbildungen ein und 52 bis 90 pCt. des Rohrzuckers wurden in Glyeose umgewandelt.

Kupferlegirungen und Silber intensid schwarz zu färben, von Paul Weiskopf in

Morgenstern. An ber Luft zerflossenes Platinchlorid gibt auf allen Kupferlegirungen wie Tombak, Messing, Plakfong, Glocken- und Kanonenmetall, sowie auf mit

schläge. Die mechanische Manipulation wird am leichtesten in der Art ausgeführt, daß der betreffende Arbeiter die innere Spitze des Daumens mit der Flüssigkeit schwach befeuchtet und auf dem zu schwärzenden Gegenstande stark reibt. Derselbe überzieht sich sofort mit einer schwarzen Haut, welche man nachträglich waschen, mit dem Polirleder und Oel polieren kaun. Trotz des hohen Preises des Platinchlorid kann dieses Verfahren wegen der sehe bedeuten den Ausgiebigkeit des Präparates und Einfachheit der Manipulation ein billiges genannt werden.

Das Thierleben und der phosphorsaure Kalk. Wiewohl schon oftmals darauf ausmerksam ge⸗ macht worden ist, daß unseren Hausthieren, je nach der Entwicklung, in der sie begrissen sind, ober je nach dem Nutzungszwecke, dem sie dienen, in dem Futter die er sorderliche Menge von phosphorsaurem Kalke verabreicht werden muß, gibt es doch noch gar viele Landwirlbe, die den Sachverhalt nicht kennen und daher auch nicht wür digen. Nur wiederholten Ermunterungen, wiederholten Miuheilungen von Beispielen aus der Praxis kann es gelingen, in dieser Richtung allmählig mehr anregend zu wirken; gemäß diesem theilen wir mit, daß der Domänen pächter Jah te in Dornau in diefem Winter 4 Schweine von gleichem Wurfe, gleicher Größe und gleichem Gesund bheitszustande zur Mast legte und zwar in der Arlt, daß alle 4 Schweine in völlig gleicher Weise gefüttert wurden, nur mit dem Unterschiede, daß 2 derselben täglich je einen Eßlöffel voll fein gefällten phosphorsaurem Kalk unter das Futter gemischt bekimen. Bei der am 17. Februar

die so gefütterten beiden Schweine in Summa 71 Pfund

mehr wogen, als die beiden anderen, welche keinen phos⸗

phorsauren Kalk erhalten halten. Ein Irrthum wäre es, daraus solgern zu wollen, daß der phosphorsaure Kalk selber mästetz der Sachverhalt ist vielmehr der, daß der phosphorsaure Kalk, wenn noch nicht völlig ausgewachsene Schweine zur Mast gelegt werden, deren Körpergröße er weitert und so auch indirect die Fleisch- und Fettablager ung fördert. Daß auch Milchkühe, namentlich solche,

welche trächtig sind, von der Zufuhr von seinem phosphor

saurem Kalke wesentlichen Nutzen haben, mag demnächst durch Beispiele bewiesen werden.

Busitts Mittel gegen Kesselstein. Diese in England patentirte neue Composition soll nach Angabe der Eigentbümer der Erfindung(Creßwell& Comp. in London, 138 Leadenhall-Stteet) allgemein als die einzige Erfindung anerkannt worden sein, wesche mit vollständigem Erfolge in jeder Art von Kesseln wirkt, wie auch die Be schaffenheit des angewendeten Wassers sein mag. Der Zweck dieser Composition ist nicht Salze oder andere Stoffe im Wasser aufzulösen, sondern eine fettende Wirk

Kupfer legirtem Silber intensiv schwarze, haltbare Nieder- sich

jüngsthin stattgehabten Schlachtung ergab es sich nun, daß

ung auf die Metalle auszuüben, welche angeblich ede g

Ansetzen der Absonderungen gänzlich verhindert. Selhsß auf schon vorhandene Absonderungen soll die Wirkung er und unwiberstehlich sein. Die Composttion komm im sesten, flüssigen und telgsörmigen Zustande in dey Handel; erstere ist nur für Landkessel, die flüssige füt Seekessel anzuwenden. Nach der Patent⸗ Specification (vom 13. Februar 1873) besteht bie feste Masse aus; 1 Theil Galläpfel, australischer Rinde und irländischem Moos mit ½ Theil Leim; die teigförmige und flüssige enthält noch/ Theil Soda und die entsprechende Menge Wasser. Von dem hannoverischen Agenten bezogen seste Composition bildet unregelmäßige, dunkelbraune, spröde Stücke. Beim Kochen mit Wasser gibt sie eine sehr zähe Masse, welche sich fest an die Gesäßwandungen anlegt. Ein Versuch mit dieser Composition in dem Kessel einer hiesigen Fabrik hat, wie vorauszusehen war, ein sehr ungünstiges Resultat ergeben. Der Kessel war im hohen Grade verschmiert und der gebildete Kesselstein viel schwieriger zu entfernen, als dieses ohne Anwendung des Mittels der Fall gewesen war. Die Anwendung desselben kann daher nicht empfohlen werden.

Verbessertes Zinkweiß. Nach dem Vorschlage von Orr wird rohes Schwefelbarium ausgelaugt, die er haltene Flüssikein mit gleichen Aequivalenten, Chlorzint und Zinksulfat, vermengt, der entstandene Niederschlag ge sammelt, gepreßt, getrocknet, auf einem Herd erhitzt und noch heiß in kaltes Wasser geworfen. Diese letztere Be handlung soll eine starke Verdichtung der Masse zur Folge

haben. Das gewaschene und feingemahlene Product ist eine Anstrichfarbe von besonderer Reinheit und Weiße. Geld Cours. Frankfurt am 26. October 1876. 20. Frankenftfücke Mk. 16 2628 Englische Sovereigns nn 20 33.38 Russische Imperi ales 16 Holländische fl. 10-Stücke 16 65 G. Menn 5 9 71-76 Ducaten al maro[%% 9 62 07 Doflars in ls, 4 16 19 Tagesordnung

für die Sitzung des Gemeinderaths zu Friedberg,

Montag den 30. October, Nachmittags 5 Uhr.

1) Reclamation gegen den Steueransatz für das Au⸗ gustinerschulgut in der Gemarkung Schwalheim. 2) Vor⸗ trag des Johannes Bauschmann zu Dorheim Brunnen beschädigung betr. 3) Befreiung von Schulgeld an der Realschule. 4) Beitrag der Stadt Friedberg zum Schul⸗ lehrerpensionssonds. 5) Ernennung eines Nachtwächters

für die Stadt Friedberg.

ni N 1 Ir Fortbildungsschule in Friedberg. 3482 Die Fortbildungsschule dahier für den Winter 1876%ù7 7 wird nächsten Donnerstag den 2. November ihren Anfang nehmen. Die Schüler derselben, von denen jedem einzelnen übrigens noch besondere Aufforderung zugehen wird, haben sich an genanntem Tage, Abends halb 8 Uhr, dazu im städtischen Schulhause einzufinden. Zugleich werden die Eltern, Lehr- und Dienstherren der Fortbildungsschüler unter Hinweis auf Art. 23 und 25 des Schulgesetzes ersucht, sich den regelmäßigen Besuch der Schüler Seitens der ihnen unterstehenden schulpflichtigen Knaben angelegen sein zu lassen.

Für den Schulvorstand: Steinhäußer, Bitsch, Vorsitzender. Oberlehrer.

Faselochs-Versteigerung. 3491 Dienstag den 31. Oetober d. J., Nachmittags 2 Uhr, soll am hiesigen Faselstall ein zum Schlochten geeigneter fetter Faselochs ͤͤffentlich meistbtetend versteigert werden.

Friedberg den N. Oelober 1876.

Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Fo uc a r.

* 1 Güter- Verpachtung. 3478 Mittwoch den 1. November d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen auf dem Rathhause dahier die der zweiten Pfarrei gehörenden, in Dorheimer Gemarkung gelegenen Guüterstücke auf weitere 12 Jahre öffentlich meistbietend verpachtet werden. Friedberg den 26. Oetober 1876. J.: Stein häußer, Beigeordneter.

Faselochs-Versteigerung. 3470 Dienstag den 31. d. Mts., soll ein der hiesigen Gemeinde gehöriger, zum Schlachten geeigneter Faselochs öffentlich meistbietend versteigert werden. Ossenheim den 26. Oetober 1876, Großherzogliche Bürgermeisterei Ossenheim.

Maul. für Damen Portemon⸗ Ledertaschen nales, Fücher, Kragen

und Manschettenknöͤpfe billigst bei K. Friedrich.

1

Versteigerung. 3485 Donnerstag den 2. November Vormittags 10 Uhr, werden in der Dragoner-Kaserne dahier 10 Stück alte vierflügeliche große Fenster(zum Privatgebrauche noch ganz gut geeignet) öffentlich verkauft. Butzbach den 26. October 1876. Großherzogliche Garnison-Verwaltung.

0. 7

Faselochs-Versteigetung. 3481 Mittwoch den 2. November l. J., Vormittags um 11 Uhr, wird auf hiesigem Bürgermelsterel-Büreau ein der Gemeinde Ockstadt gehöriger Faselochs an die Meistbietenden versteigert.

Ockstadt den 26. Oetober 1876.

Großherzogliche Bürgermeisterei Ockstadt. ens

369 Unterzeichneter empfiehlt sich im

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