Senator Gröning, zum zweiten Vice Prästdenten Baron Kübeck gewählt. Auf heutiger Tages- ordnung steben die Fragen über Werth oder Gewicht-Zölle, Handels-⸗Verträge und die Eisen⸗ Zölle; letzteres auf Antrag von Dannenberg (Hamburg).
— Der volkswirthschaftliche Congreß nahm nach Schluß der Debatte über die Frage: Werth- oder Gewicht-Zölle folgenden Antrag des Refe— renten Seyffart an: In Erwägung, daß zwar Werthzölle für manche Waarengattungen, denen Artikel mit sehr verschiedenem Verhältniß zwischen Werth und Gewicht angehören, vortheilhaft er— scheinenz daß indessen das Ziel einer richtigen Zoll-Normirung auch durch Abstufung von Ge— wichts-Zöllen erreichbar ist; daß dagegen nach den Erfahrungen in allen Ländern, welche Werth zölle erheben, durch dieses System dem legitimen Handel unberechenbare Schwierigkeiten, dem freien Verkehr wie der gesunden Concurrenz ernste Schädig— ungen erwachsen: erklärt der Congreß, daß Ge: wicht resp. Raum- und Stückzölle den Vorzug vor Werthzöllen verdienen. Ueber die Frage der Handels Verträge berichtete Lammers im Sinne der Erneuerung der Verträge, wobei das Augen- merk auf Erleichterung der Ausfuhr und der Ein: fuhr unter Aufrechterhaltung der Clausel der meistbegünstigten Nation zu richten sei.
Dresden. Gegenüber anderweitigen An- gaben versichert das„Dresdener Journal“, daß die sächsische Regierung keinerlei Schritte in Bezug auf den Ankauf der Berlin Dresdener Eisenbahn that; die Direction der letzteren habe allerdings die Bahn zum Ankauf angeboten, die sächsische Regierung aber hierauf noch keine Entschließung gefaßt, vielmehr zunächst die preußische Regierung vertraulich um Auskunft über deren Stellung zu genannter Eisenbahn-Gesellschaft ersucht.
Frankfurt. Das k. Staats- Ministerium zu Berlin hat nunmehr das Project zur Canali- sirung des Mains von Frankfurt bis zum Rhein (Sachsenbausen⸗Kostheim) genehmigt. Die Kosten sind auf 5 Mill. M. veranschlagt und soll hierzu die Stadt Frankfurt den Betrag von 1,200,000 M. beitragen.
Neustadt a. d. H., 24. September. Eine außerordentlich zahlreich aus allen Theilen der Pfalz besuchte Versammlung von freisinnigen Pro— testanten hat eine Dank-⸗Adresse an den König von Bayern angenommen wegen des wohlwollenden Bescheides auf die Beschlüsse der General-Synode im Gegensatz zu der Meinung des orthodox ge- sinnten Consistoriums. Ferner ward beschlossen, einen Aufruf an die freisinnigen Protestanten der Pfalz zu reger Betheiligung an der bevorstehenden Presbyter⸗ Wahl zu erlassen. Schließlich wurde eine Resolution im Sinne der Reorganisation des pfälzischen Protestanten⸗Vereins angenommen, wo- nach derselbe zu einem rein kirchlichen Verein mit Local Vereinen in allen Gemeinden umgeformt werden soll.
Stuttgart. Der König hat unterm 24. September folgenden Tagesbefehl erlossen: „Soldaten! Meinem Armeecorps war es zum ersten Male seit der Neuorganisation vergönns, sich unter den Augen des deutschen Kaisers, unseres Oberfeldherrn, zu vereinigen. Der Kaiser geruhte seine volle Anerkennung der Leistungen des Armee corps auszusprechen. Die meinen braven Truppen aus dem Munde des laiserlichen ruhmgekrönten Feldherrn gewordene Beurtheilung gereicht mir zu besonderer Befriedigung; freudig entbiete ich euch meinen königlichen Dank, insbesondere den Offi- tieren für die unermüdliche Hingabe und treue Pflichterfüllung, welche sie bei den schwierigen Aufgaben der letzten Jahre bethätigten. Ich habe die seste Ueberzeugung, daß mein Armeccorps stets ein ebenbürtiges Glied der großen deutschen Armee bleiben wird.“
Karlsruhe, 25. Sept. Die„Karlsr. Ztg.“ meldet: Der bisherige Staatsminister Jolly und der Ministerpräsident von Freydorff sind in den Ruhestand versetzt, der seitherige Präsident des Handelsministeriums, Turban, ist zum Staale— minister und Prästdenten des Staatsministeriums ernannt, Staatsrath Ellstätter behält das Finanz-
portefeuille, dem Ministerialrath Stößer wird das Ministerium des Innern, dem Fiscalanwalt Grimm das Ministerium der Justiz und des großherzog⸗ lichen Hauses übertragen. Das Ministerium des Auswärtigen wird mit dem Staats ministerium vereinkgt.
Weißenburg, 25. Sept. Kaiser Wilhelm und Gefolge sind gestern bei strömendem Regen in unsere festlich geschmückte Stadt eingezogen unter Glockengeläute und Jubel einer zahlreichen Menge. Der Großherzog von Mecklenburg, der deutsche Kronprinz und Prinz Karl von Preußen waren anwesend. Das heutige Cavalerie-Manöver ist bei prachtvollem Wetter und großem Menschen⸗ Andrange glänzend verlaufen. Um 3 Uhr fanden ein Ossiciers-Steeple-Chase und zwei Elsässer Bauernrennen statt. Die Begrüßung des Kaisers durch die Bevölkerung war sehr enthusiastisch und steigeete sich fortwährend. Der Kaiser sprach sich erfreut über die Herzlichkeit des Empfanges aus.
— 26. Sept. Der Kaiser vertheilte gestern eigenhändig die Preise an die Sieger im Pferde- rennen. Die elsässer Bauernmädchen waren in festtäglicher Nationaltracht, die am Rennen theil⸗ nehmenden Bauern in vollem Jockey Costüm er— schienen. Im Ganzen mochten 20,000 Personen anwesend sein. Am Abend brachte der Straß— burger Männer Gesangverein dem Kaiser eine Serenade. An eine Deputation desselben richtete der Kaiser eine sehr freundliche Ansprache. Heute fand Gefechts-Exereieren der Cavalerie und sodann Besichtigung des Schlachtfeldes statt.
Ausland.
Oesterreich- Ungarn. Wien. Die Minister-Conferenzen bezüglich des österreichisch— ungarischen Ausgleiches sind nunmehr beendigt. Von der Ueberzeugung geleitet, daß sämmtliche auf den Ausgleich bezüglichen Gesetze gleichzeitig vorgelegt werden sollen, was gegenwärtig noch nicht möglich gewesen wäre, haben sich die Re gierungen geeinigt, die Gesammtheit der Vorlagen im Januar 1877 vor die Vertretungskörper zu bringen, letzteren derart die Gelegenheit bietend, sich über den ganzen Ausgleich ein klares voll. ständiges Bild machen zu können. Um die Ver— handlungen mit der Nationalbank über das künftige Bankstatat sefort einleiten zu können, sind die Regierungen, da beide Theile an ihrem Standpunkte bezüglich der 80 Millionen-Schuld festhalten, über eingekommen, den Vertretungskörpern eine Gesetz— Vorlage zu machen, wonach diese Frage Depu— tationen der Vertretungskörper vorgelegt und, falls auf diesem Wege eine übereinstimmende gesetzliche Lösung sich nicht herbeiführen ließe, ein eigens constituirtes Schiedsgericht berufen werden soll.
Frankreich. Paris. Gleich nach Be— endigung der Manöver(schreibt die„Patrie“) werden sämmtliche Corps Befehlshaber in Paris unter dem Vorsitz des Kriegs⸗Ministers zusammen⸗ treten und gewisse Verbesserungen und Reformen in der Taktik berathen, die sich dem Marschall- Mac-Mahon bei diesen Uebungen als nothwendig herausgestellt haben.
Holland. Haag. Das vom Finanzminister der zweiten Kammer vorgelegte Budget des Jahres 1877 beziffert die Ausgaben auf 115½ Million Gulden, davon 10 Millionen für Eisenbahn⸗Neu- bauten, 27 Millionen für Verzinsung der Staats schuld, 4 Millionen zur außerordentlichen Ver- wendung für die Landes-Vertheidigung; die Ein- nahmen werden auf 107 Millionen veranschlagt; das Defieit von 8½ Mill, soll durch Ueberschüsse früherer Finanz- Jahre und das sietig steigende Erträgniß der ordentlichen Einnahme-Quellen ge— deckt werden.
Großbritannien. London, 25. Sept. Glaostone hielt am letzten Samstag eine Rede vor den Vertretern der liberalen Partei des südlichen Theiles der Grafschaft Durham, worin er erklärte, die Conservativen müßten die Regierung in die Richtung drängen, die die öffentliche Meinung eingeschlagen, sonst würden die Liberalen aus dem gegenwärtigen Stande der orientalischen Frage einen Parteivortheil ziehen. Englands Gewicht sei bisher in die unrechte Wagschale geworfen worden.
Türkei. Constantinopel, 25. Sept. Gestern begaben sich die ersten Dolmetscher der sechs Garantiemächte zur Pforte und riethen, wie von unterrichteter Seite verlautet, nachdrücklichst zur schleunigen Gewährung des Waffenstillstandes. Ein sofort abgehaltener Ministerrath hat denn auch beschlossen, dem Sultan die Verlängerung der Waffenruhe um sechs Tage und den Erlaß bezüg ⸗ licher Weisungen an die Truppenführer zu empfehlen. Mit Rücksicht hierauf meldet die„Pol. Corr.“, allerdings mit Vorbehalt, daß die Waffenruhe zwischen den kriegführenden Theilen bis zum 2. October verlängert sei. Berliner Nachrichten wollen sicherer Information zufolge sogar wissen, der Friedensschluß stehe bevor. Der Waffenstill⸗ stand bis Mitte October sei türkischerseits ange⸗ nommen. Rußland stimmt den türkischen Beding⸗ ungen im Allgemeinen zu.
— Die Pforte hat der nach Bulgarien ge- sandten Commission 1,800,000 Gold-Piaster für die dringensten Bedürfnisse der Opfer des Auf⸗ standes zur Verfügung gestellt. Zugleich werden Maßregeln für den schleunigen Wiederaufbau der niedergebrannten Dörfer getroffen und wird für Herbeischaffung von Bau-Material gesorgt.
Montenegro. Cettinje, 23. Sept. Der Fürst von Montenegro hat den aus Anlaß der Waffenruhe beurlaubten Militärs befohlen, sofort zu ihren Abtheilungen zurückzukehren.
Serbien. Belgrad. Fürst Wrede ver⸗ langte Namens der österreichischen Regierung Auf klärungen über die Ausrufung Milans als König durch die Armee. Wrede erhielt von Ristie die Antwort, es sei lediglich der Ausdruck des militäri⸗ schen Euthusiasmus. Weder der Fürst noch die Regierung hätten hiezu beigetragen, doch könnten sie es ebensowenig verhindern. Hier wird die Königsproclamation als ein fait accompli be- trachtet. Die kriegerische Stimmung ist im Wachsen. Ueber die Privat- Audienz Wrede's bei dem Fürsten Milan erfährt man: Fürst Milan erklärte, sein Streben gehe dahin, die Angelegenheit in einer die Gefühle der Armee schonenden Weise zu erledigen, da er deren Unterstützung unbedingt be⸗ nöthige. Er habe den Kriegsminister nach Deligrad abgesendet, um den General Tschernajeff von der Undurchführbarkeit der Proclamirung zu überzeugen, doch beharre dieser auf dem Standpunkt, den er selbst und die Armee einnehme. Der Kriegs⸗ minister habe die Verhältnisse bei der Armee studirt, nach dessen Rückkehr werde der definitive Entschluß erfolgen. Die„Intern. Ag.“ meldet: Der permanente Ausschuß der Skupschtina hat gestern dem General Tschernajeff eine Dankadresse für sein energisches Eingreifen in die kriegerischen Actionen übersendet, zumal da sein Name dazu beigetragen habe, eine große Anzahl seiner Lands leute in die serbischen Reihen zu führen. Aehnliche Dankadressen wurden an sämmtliche Unterstützungs⸗ Comites übersandt. Der„Pol. Corr.“ wird hierzu berichtet: Die Demonstration des Skupschtina⸗ Ausschusses zu Gunsten der Proclamirung des Fürsten Milan zum König von Serbien ist ganz bedeutungslos, da gemäß der Verfassung dieser Ausschuß nur die ihm von der Skupschtina ge— währten Befugnisse, welche sich auf die Ueber⸗ wachung der Kriegsausgaben beschränken, besitzt; zur Proclamirung des Königthums würde auch nicht einmal die gewöhnliche Skupschtina genügen, sondern hierzu müßte die große souveräne, 500 Mitglieder zählende Skupschtina einberufen werden.
Aus Stadt und Land.
—r—. Friedberg. Gutem Vernehmen nach ist in unserer Nähe, in der Obermörler Gemarkung, ein reich— halziges, schönes Ockerlager durch Bergverwalter Schwarz von der Kaisergrube erschürft worden.
Darmstadt, 24. Sept. Gestern Nacht wurde ein Mann von Roßdorf auf dem Nachhauseweg von Strolchen unweit des Viaducts der Odenwälder Bahn im Walde an⸗ gepackt, ihm mit dem Tode gedroht und ihm sein sauer verdienter wöchentlicher Arbeitslohn mit Gewalt entrissen, auch soll von einem der Subjecte auf ihn geschossen wor⸗ den sein. Der Bestohlene entsprang den Straßenräubern und machte noch in derselben Nacht Anzeige auf der Polizei⸗ station. Die sosort nach dem Schauplatz entsendete Schutz⸗ mannschaft fand jedoch von den Banditen keine Spur mehr vor. Hoffentlich gelingt es, derselben bald habhaft zu werde n.
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