Ausgabe 
27.7.1876
 
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1876.

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Donnerstag den 27. Juli.

M. 88.

Oberhessischer Anzeiger.

5 Die Petitzeile wird mit 11. Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für die Monate August und September kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der Verlags-Expedition mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden.

Betreffend: Das Ober?⸗Ersatzgeschäft für 1876.

Friedberg am 25. Juli 1876.

Der Cioilvorsitzende der Ersatzcommission Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Unter 8 Uhr in Nie

Bezugnahme auf mein Ausschreiben vom 8. dieses Monats theile ich Ihnen mit, daß Dienstag den 8. August, Vormittags präcis der Wöllstadt aus dem dasigen Aushebungsbezirk zu erscheinen haben: die zur Ersatzreserve 1. Klasse Designirten, die tauglich

Befundenen, die von den Truppen abgewiesenen Freiwilligen, die von fremden Ersatzcommissionen zur Ausmusterung oder zur Ersatzreserve 2. Klasse in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen. Mittwoch den 9. August, Vormittags präcis 8 Uhr, aus dem Ausgebungsbezirk Friedberg in

Friedberg sich zu stellen haben: die zur musterung oder Truppen abgewiesenen Einjährig- Freiwilligen. betreffenden Leuten sofort zuzustellen und wie Militärpflichtigen haben sich zu entkleiden.

zur Ersatzreserve 2. Klasse in Vorschlag gebrachten Militärpflichtigen.

gescheben anzuzeigen.

zur Ersatzreserve 2. Klasse vorgeschlagenen Militärpflichtigen haben nicht zu erscheinen.

Ersatzreserve 1. Klasse Designirten, die tauglich Befundenen, die von fremden Ersatzeommisstonen zur Aus Donnerstag den 10. August, präcis 8 Uhr, die von den Die deßfullsigen speziellen Ladungen gehen Ihnen unter Couvert mit dem Auftrag zu, dieselben den Die zur Ersatzreserve 1. Klasse in Vorschlag gebrachten, sowie die tauglichen Die von den Ersatzeommissionen Nieder-Wöllstadt und Friedberg als dauernd untauglich erklärten sowie

Trapp.

An die Großherzoglichen Bürgermeistereien in den Großh. Distriktseinnehmereien Friedberg und Nieder-⸗Wöllstadt. a Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden durch die Schelle bekannt machen zu lassen, daß die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen für die 3. Periode 1876 bis zum 15. August laufenden Jahres an den Zahltagen Dienstags und Donnerstags ohne Mahnung anher geschehen kann. Großherzogliche Districtseinnehmereien Friedberg und Nieder-Wöllstadt.

Friedberg den 26. Juli 1876.

Weigel.

Nieß.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 22. Juli. Heute stand der verantwortliche Redacteur des in Bensheim er scheinendenStarkenburger Boten vor dem Be⸗ zirks⸗Strafgerichte, weil er die evangelische Kirche und Geistlichkeit, insbesondere den Stadtpfarrer Dingeldei dahier beleidigt, auch den§. 131 ver- letzt habe. Die erste Anklage basirte im Wesent⸗ lichen auf einer scharfen Kritik einer Sedans⸗ Feier Predigt, die zweite auf einem Artikel, in dem behauptet wurde, daß es der Staat auf die Zer⸗ störung der katholischen Schulen abgesehen. Der Straf- Antrag der Staats- Behörde war auf 4 Monate Gefängniß gerichtet Die Verkündigung des Urtheils findet in acht Tagen statt.

25. Juli. Durch heute publicirtes Urtheil des Bezirksssrafgerichts wurde der kathol. Pfarrer Klein zu Groß- Umstadt von der Anklage den Redacteur J. Lautz daselbst durch die Presse be- leidigt zu haben freigesprochen.

Berlin. DemNürnb. Corr. schreibt man von hier: Daß Angesichts der vorgekommenen Grau- samkeiten die Nicht- Intervention nicht aufrechtzuer⸗ halten sei, ist auch in Salzburg anerkannt worden.

Kassel. Der Plan, das hessen-darmstädtische Stück der Main⸗Weset⸗Bahn für den preußischen Eisenbahn⸗Fiscus zu erwerben, ist neuerdings von Preußen wieder auf die Tagesordnung gebracht worden.

Limburg. Der Bischof von Limburg hat den Seitens der Regierung präsentirten Candidaten für die königliche Patronatsstelle Weiskirchen als persona ingrata abgelehnt.

München, 22. Juli. Die Kammer der Reichsräthe hat heute nicht nur die Pragmatistrung der Beamten Gehalte nach dem Beschluß der Abgeordneten Kammer beschlossen, sondern auch den Antrag Bomhard's, weitere 210 Mark als pragmatische Zulage jedem Beamten zu gewähren, mit 25 gegen 17 Stimmen angenommen.

Die kürzlich durch die Blätter gegangene Nachricht von einem Verkauf einer größeren Partie von Chassepot- Gewehren Seitens der bayerischen Kriegsverwaltung dürfte bezüglich des Bestimm⸗ unge Ortes dahin zu berichtigen sein, daß der selbe nicht Frankreich ist. Sie sind, so viel man hört, von Griechenland angekauft.

25. Juli. Die Abgeordneienkammer be rieth den Gesetzentwurf, betreffend den Credit für die außerordentlichen Bedürfnisse des Heeres und genehmigte die einzelnen Posstionen ohne besondere Debatten, meist nach den Ausschußanträgen. Nur bei der Position für die Verbesserung der Kasernir ungs-Verhältnisse der Mannschaften wurde das Postulat der Regierung im Betrage von 390,000 M., statt des nur 100,000 M. vorschlagenden Aus- schußantrages angenommen. Die Gesammtsumme der Bewilligungen beträgt 12,190,072 M., während die Regierung einen Betrag von 15,257,800 M. vorgeschlagen hatte. Im Laufe der Debatte gab der Kriegsminister die Erklärung, daß die Commission der Sachverständigen nach vollzogener Prüfung der erhobenen Anstände das aptirte Werdergewehr als vollständig kriegsbrauch bar erklärt habe.

Kissingen. Fürst Bismarck ist mit dem Erfolg seiner hiesigen Kur sehr zufrieden und wird auch die sechste Woche noch voll aus- halten; er geht sehr stramm einher, sieht wobl aus, nur sichtlich magerer ist er geworden. Er badet Nachmittags und geht auf einem Fuß Pfade von seiner Wohnung nach dem Bade- und Grabir Haus; gewöhnlich begleitet ihn sein Sohn Herbert. Die bayerische Regierung läßt es an sorgfältiger Bewachung des Reichskanzlers nicht fehlen; in der Umgebung der Saline begegnet man einer Anzahl von Gendarmen, die in gewisser Ent fernung postirt sind.

Ausland.

Frankreich. Paris, Wie dieAgence Havas erfährt, ist der zur Subseription auf gelegte Betrag der Anleihe der Stadt Paris 54 Mal gezeichnet. DieLibette entbält eine amtliche Depesche aus Tunis, welche die Nachricht von einer neuen tunesischen Anleihe als unbegründet bezeichnet. Auch das Gerücht, der Khedive habe die als Unterpfand für die Zahlung der Zinsen der Staatsschuld angewiesenen Einnahmen der Douane in Beschlag nehmen lassen, ist dem Moniteur zufolge ohne Grund.

Großbritannien. London. DemReu ter'schen Bureau zufolge verhandelt Lord Derby mit dem amerikanischen Gesandten wegen Abschlusses eines neuen Auslieferungs vertrages.

24. Juli. Im Unterhause erwiederte der Unterstaats-Secretär Bourke auf eine Anfrage Ashley's, es kxistire kein Vertrag, welcher die Grenze Aegyptens an der Küste des Rothen Meeres südlich der alten Grenze näher festsetze; er glaube, die Grenze sei allmählich durch Firmans weiter ausgedehnt worden. Disraeli erklärte gegen- über dem Mitgliede Jenkins, selbstverständlich seien Erklärungen der Minister des Aeußeren an das auswärtige Amt immer officiell. Marquis of Hartington zeigte an, er werde keinen Antrag in Betreff der orientalischen Frage einbringen. Dis- raeli setzt in Folge dessen die Discussion über die orientalische Frage auf nächsten Montag fest und theilt mit, die dem Hause heute vorgelegte Cor respondenz über die Vorgänge in Salonichi beziehe sich theilweise auf die Sendung der Flotte nach der Besika⸗Bay.

Türkei. Constantinopel, 22. Juli. (Amtliche Meldung.) Eine Abtheilung von 5000 Montenegrinern, welche den türkischen Posten bei Brana angriffen, wurden nach hartnäckigem Kampie unter Zurücklassung von 200 Todten zur Flucht genöthigt; die montenegrinischen Verschanz⸗ ungen wurden zerstört.

Nach einem Regierungs-Telegramm aus Mostar vom 24. Juli stieß Mukhtar Pascha gestern Morgen bei Bichina unweit Nevesinje auf den Feind und nahm nach achtstündigem Gefechte alle Stellungen der Montenegriner ein; letztere mußten sich unter großen Verlusten zurückziehen.

24. Juli. Aus Mostar wird ein Sieg Mulhtar Pascha's über die Montenegriner unter dem Commando des Fürsten zwischen Blagaj und Nivesinje avisirt.

25. Juli. Vom Kriegsschauplatz wird als officiellgemeldet: Ein von Sotschanitza abgegangenes türkisches Detachement hat die Grenze überschritten und die entgegenstehenden serbischen Truppen ge-

schlagen. Die Serben verloren 300 Mann an Todten. Drei serbische Dörfer wurden ange jündet. Der Generalissimus Abdul Kerim

Pascha ist in Nissa eingetroffen. Die Nach- richten vom Kriegsschauplatze lassen eine ent scheidende Action als unmittelbar bevorstehend er- scheinen. General Ignatieff ist beute nach Petersburg abgereist. Der englische Botschafter