Ausgabe 
27.1.1876
 
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wiesen, den Lehrplan vorzulegen, für Beschaffung der

Türkei. Konstantinopel. Aali Pascha, der neue General- Commissar und Ober-Befebls⸗ haber in Bosnien und der Herzegowina, soll nach demNbg. Corr. beauftragt sein, persönlich oder durch einen Bevollmächtigten ein förmliches Ultimatum nach Montenegro zu befördern, welches von dem Fürsten Nikitza eine Aenderung seiner politik gegenüber der Insurrection ka tegorisch fordert, dafür eine kurze Frist setzt und bei Nicht- Einhaltung derselben den Einmarsch in bestimmte Aussicht stellt. Der Minister des Auswärtigen, Kaschid Pascha, hat den Botschaftern hierüber Andeutungen gemacht und geäußert, die Pforte müsse sich selbst gegen die seindselige und zwei⸗ deutige Politik Montenegro's schützen, da die Mächte, wie es scheine, nicht im Stande seien, die montenegrinische Regferung zum Einhalten eines correcten Verfahrens zu vermögen. Die Montenegriner aber beschweren sich ibrerseits laut über die Anhäufung türkischer Truppen an den Grenzen der Czernagora.

Eine Despeche des türkischen Consuls aus Ragusa vom 21. Januar meldet: Zwischen der zum Behufe einer Recognoscirung ausgefallenen Garnison von Trebinje und den Insurgenten baben in den Tagen vom 18. und 19. Januar heftige Kämpfe stattgefunden. Die Insurgenten wurden geschlagen und zogen sich alsbald zurück. Einer ihrer Anfübrer, Bocevic, wurde getödtet.

Amerika. Washington. Das Repräsen⸗ tantenhaus nahm eine Resolution an, durch welche der Präsident ersucht wird, dem Congresse das Antwortschreiben der Mächte auf die Note der amerikanischen Regierung betreffs der cubanischen Angelegenbeit vorzulegen. Man glaubt, der Präsident werde der Resolution nicht stattgeben. Dem jüngsten, sehr glänzenden Empfange bei dem spanischen Gesandten wohnten der Staatssecretär Fish und die übrigen Minister bei.

Aegypten. Cairo, 23. Januar. ögyplische Armee ist heute von Massaua abmarschirt.

Die

Aus Stadt und Land. Butzbach. Durch Erlaß des Ministeriums des Junern vom 10. d. M. ist die Erlaubniß zur Errichtung einer vierklassigen Rralschule(höheren Bürgerschule) dahier er⸗ theilt worden. Der Stadtvorstand wurde darauf ange

Schul⸗Lecale und Gewinnung lüchtiger Lehrkräfte besorgt zu sein und wegen Bildung eines Curatortum und des

Allerlei,

Stuttgart. Vier österteichische Geschäfts leute schreiben derN. Fr. Pr. von pier unter dem 18. d. M. Wir benützen den am 17. d. M. von München um 6 Ubr früh abgehenden Schnellzug um nach Stuttgart zu reisen. Auf der Strecke zwischen Ulm und Geißlingen entgleiste der Waggon zweiter Classe Nr. 47, in dem wir uns be⸗ fanden. Trotz aller Mühe, welche wir uns gaben, um den Vorfall den Conducteuren bemerklich zu machen, wur⸗ den wir eine Strecke ven 1540 Schrill geschleist, ehe der Zug zum Stehen gebracht wurde. Selbstverständlich ging der Waggon in Trümmer, und wir schwebten während der Zeit zwischen Tod und Leben. Glücklicher weise kamen wir mit einigen Contustonen und zerrissenen Kleidern davon. Unsere Rettung war um so unwahrscheinlicher, als die Eulgleisung auf einem zwölf Klaster bohen Damme siattfand und die Distanz zwischen den Schienen und dem Abgrund nur 6 Fuß betrug. Die Einführung von Allarm⸗ signalen scheint denn doch nicht länger verzögert werden zu sollen. Essen, 17. Jan. In vergangener Nacht traf hier durch den Vahn-Telegraphen die Nachricht ein, daß der neue Schacht Carolus Magnus bei Berge-Borbeck brenne, und wurde diese Mittheilung durch die rothe, helle Feuers gluth vestätigt, welche im Nordwesten unserer Sladt sich zeigte. Heute Morgen vernehmen wir nun, daß das Feuer gegen 10 Uhr Abends im Schachtgebäude ausge⸗ brochen ist und in ungeheurer Schnelle so um sich griff, daß bald jegliche Hülfe vergeblich und auch wirkungslos erscheinen mußte. In kurzer Zeit waren der innere Holz- ausbau sowie der Dachstuhl zerstöck. Der Schacht hat nicht gelitten und wied in wenigen Tagen wieder fahr⸗ bar gestellt sein. Ebenss sind die sonstigen Tages gebäude, Maschinen unnd Kesselhäuser vom Feuer unberührt geblieben. Hamburg. In dem Monat November sind 229 Schiffe untergegangen oder verloren gegangen, darunter 216 Segelschiffe und 13 Dampfer. Von diesen verlor England 70 Segelschiffe und 6 Dampfer, die Vereinigten Saaten 29 Segelschiffe und 2 Dampfer, Deuischland 18 Segelsciffe und 1 Dampfer, Frankteich 14 u. s. w. Berlin. Zu der Nachricht von angeblichen Schwierig⸗ keiten, weiche sich der ehelichen Verbindung des Grafen Herbert Bismarck mit der italienischen Gräfin Taverna, in welche er sich sterblich bei Gelegenheit der mailändischen Reise verliebt haben soll, durch die Religion dec Gräfin enigegenstellen sollen, demerkt diePost:Wie wir hören, besteyt das Haupthinderniß dieser Verlobung oder ehelichen Verbindung in dem Fackum, daß Graf Herbert Bismarck überhaupt die Gräsin Taverna nie bisher zu Gesicht be⸗ kommen hat. Was sich ereignet hätte, wenn die persön

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. do. II.(Perliner Marke) M. 21., Waizenschalen re. Walzen essectv hiesiger M. 21.50, bayer M., Roggen M. 16. 17. Gerne M. 17-21. Haser M. 17. Kohl⸗ samen M. 3335. Erbsen M. 2124. Wicken M. 21. Linsen M. 2130. Nübzl M. 78. Die Preise verstehen sich jsämmllich ver 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.

Die Regierung des ae Renß j. L. macht bekannt, daß für die zur Einlösung aufgerufenen. seit dem 31. v. Mis, verfallenen Kassenscheine vom 7. Jan. 1860 und vom 4. Juli 1870 eine Nachfrist in der Weise be⸗ willigt wird, daß für die bisher nicht eingelssten Scheine bis zum 30. Juni d. J. von der fürstl. Haupistaatskasse zu Gera Exsatz geleistet werden soll.

D. Frankfurt a. M., 25. Jan. Die steigende Be wegung, welche sich im gestrigen Miltagsgeschäft entwickel! balte und haupfsächlich durch die günstigere Diepostiion

wieder einer Abschwächung Platz,

nahm. Von den Spekulationswerthen lagen auch Lombar⸗ den, die sich gestern einer Avance erfreut halten, auf Reali⸗ sationen malt,

beute namentlich gerade die Dementirungen der assicicsen

eine unliebsame Kritik, welche nicht geeignet war, eine Anregung in günfigem Sinne auszuüben. Creditactien

zwischen 99½97¼98½ und 98½, Oesterr. Babnen

haupftet, Umsotz, Deulsche Vereinsbank, Bayer. Handelsbank und Verliner Bankverein höher, Renten besser, Ungar. Schatzbons nachgebend, ebenso Ungar. Ostbahnstaatsobligatisnen von Prioritäten Franz Joseph% matter, auch 50%. Lombardische etwas schwächer, 30/. Lombardische böher, Loose unverändert, Ungarische malter, von Wechseln Wien theurer.

Uebersicht

am J. Dezember 1875. Männl. Weibl.

liche Bekannischaft stattgesunden hätte, wird nun eine in⸗ terissanie Frage sein für den Scharssinn der Chronisten.

Danzig. Aus Riesenburg wird der Danziger Zei⸗ lung berichtet, am 15. Januar Abends hätten drei Ulanen ohne Grund einen ftiedlichen Arbeiter auf der Straße an gegriffen und seien dem Fliehenden bis an seine Wohnung gefolgt; einer der Ulanen sei durch das Fenster in das Haus eingedrungen und habe, als der Arbeiter mit seiner Frau sich gepflüchtet, seine Wuth an den Kindern ausge, lassen. Die Wache wurde berbeigerufen und holte den

Termins der Eröffnung der Schule weitere Vorlage zu machen.

Massenheim. Der Vilbeler Anzeiger erzählt von bier: Am Sonntag gegen Abend kamen fünf Bursche in die Klöß'sche Wirthschaft. Nachdem dieselden dem Apfelwein ordentlich zugesprochen und sich durch Robheiten gebörig ausgezeichnet batten, verlangten sie vom Wirth, daß der⸗ selbe sie nach Bergen fahren solle, was ihnen aber abge schlagen werden mußte, weil das Pferd krank sei. Aerger⸗ lich hierüber übten sie ihre Bosheit dadurch noch aus, daß sie beim Weggehen durch eine Kelleröffnung mit Steinen nach der Wirtbin, welche sich gerade im Keller befand, warsen und mehrere Fensierscheiben zertrümmerten, worauf sie sich eiligst entfernten; der Wirth verfolgte sie jedoch und helte auch Einen von der sauberen Gesellschaft ein. Nach ächter Spitzbubenart wurde nun gepfiffen, worauf sich die andern Vier auch einstellten, und wahrscheinlich auf ihren Uebermuth gestützt, gingen sie nun wieder mit zurück in die Wirihschaft; hier kam es dann noch zu argem Wortwechsel, während dessen Gastwirth Klöß einen so argen Schlag auf den Kopf erhielt, daß er besinnungslos zu⸗ fammenbrach und förmlich mit Blut übergossen war.

Einer von den Kerlen konnte festgehalten werden und

wurde in der Nacht noch nach Vilbel gebracht, die vier andern gingen durch.

Darmstadt. Sowohl der Ober-Staatsanwalt als der Ver theidiger des Hof-Sängers Mayr haben gegen das Uribeil des Bezirks⸗Strafgerichts Berufung ergrissen.

Darmstadt, 23. Jan. Vor dem Bezirksstrafgericht

Wüthenden beraus. Ireisender Anblick bot sich dar. In dem völlig demolirten Zimmer lagen an den entgegengesetzten Enden eines größeren Bettes zwei Kinder, ein dreijähriger Knabe und in fünf jähriges Mädchen mit zerfetzten Hemden, über und über mit Blut bedeckt und davon umgeben; der Knabe mit breit klaffender Hiebwunde über die ganze eine Gesichts⸗ seite und mit gespaltenem Schädel, dem Tode nahe, wel cher auch nach elws einer Stunde erfolgte; das Mädchen mit mehreren schweren Wunden im Gesicht und am Halse. Ob das Mädchen die Verletzung überstehen wird, ist noch uicht zu entscheiden. Das jüngste Kindchen, in einer Wiege in einem Winkel am Ofen liegend, war dem Rasen⸗ den glücklich enigangen. Die übrigen Hausbewohner halten sich theils mit ihren Kindern in ihren Nachtkleidern und barsuß durch den Schnee über die Gartenzäune geflüchtet, theils in ihren Zimmern eingeschlossen. Niemand wagte unbewaffnet dem bewaffneten Ulanen entgegenzutreten, und nur die Mutter wellte auf das Geschrei ihrer Kinder zu Hülfe eilen, wurde aber mit Gewalt durch die Um⸗ gebung zurückgehalten. Vom 20. Januar schreibt man jernet derNRön. H.⸗Z.: Die Mutter des in so unmensch licher Weise von den beiden Ulanen gemißhandelten Kindes befindet sich in einem beklagenswerthen geistigen Zustande. Sie hat u dem biesigen Diakonissenhause übergeben werden müssen, wo das am Leben gebliebene Kind noch an seinen Verwundungen schwer darniederliegt. Die beiden Verbrecher

worden.

Es heißt alsdann weiter: Ein er⸗

sind unter militärischer Escorte nach Danzig transportirt

Assenheim 496 431 Nieder⸗Eschbach 312 315 Bad Nauheim 1121 1362 RNieder⸗Florstadt 653 701 [Bauernhbeim 101 94 RNieder⸗-Mörlen 346 352

Beienheiu 180 206 Nieder⸗Rosbach 257 265 ö Bodenrod 75 12 Nieder-Weisel 614 673 Bönstadt 295 311 Nieder⸗Wöllstadt 470 500 Bruchenbrücken 293 275 Ober⸗Erlenbach 421 480 Büdesheim 439 428 Ober⸗Eschbach 285 301 Burggräfenrode 227 244 Over⸗Florstadt 130 121 Butzbach 1401 1172 Ober-Mörlen 955 906 Dorheim 350 318 Ober-Rosbach 644 644 Dorn Assenheim 34 302 Ober-Wöllstadt 341 372 Dortelweil 255 261 Ockstadt 540 594 Fauerbach b. Fr. 267 244 Oes 7 9 Fauerb. v. d. H. 28 282 Okarben 215 266 Friedberg 213 2272 Oppershofen 296 292 Gambach 671 716 Ossenheim 152 135 Griedel 385 401 Ostheim 217 241 Groß-Karben 473 458 Petterweil 324 300 Harbeim 435 427 Pobl Göns 289 288 Hausen 53 54 Reichelsheim 407 427 Heldenbergen 713 766 Nendel 362 370 Hoch-Weisel 336 353 Rockenberg 720 516 Holzbausen 402 383 Rodheim 83 735 Ilbenstadt 426 421 Rödgen 93. 106 Kaichen 238 282 Schwalheim 275 284 Klein⸗Karben 351 356 Södel 315 359 Kirch-Göns 295 323 Staden 188 199 Kloppenheim 116 119 Stammbeim 389 380 Langenhain mit Steinfurth 447 47 Ziegenberg 247 235 Trais⸗Münzenb. 106. 11 Maibach 111 168 0[Vilbel 1704 1705 Massenheim 157 145 Weckesheim 186 202 Melbach 231 223 Wickstadt 435 30 Münster 129 133 Wisselsheim 1.62[98 Münzenberg 421 458 Wölfersheim 430 380 Nieder-Erlenbach 380 359 Wohnbach 294 319

In Summa 29,085 männliche und 29,500 weibliche,

im Ganzen also 58,585 Einwohner.

kum gestern unter äußerst zahlreicher Betheiligung des Brüssel, 18. Jan. Louise Lateau ist, wie aus Bois Publikums die bekannte Ankligesache gegen Franz Steck, d' Haine te 15 am Sonntag früh baselost dag den Geld⸗Cours. königlich n 1 und Ludwig Schwarz. Frankfurt am 25. Januar 1876. von bier zur Verhandlung. Die Anklage geht, gestützl 2 ö auf 8 141 des Strofgesetzbuches, gegen Steck dahin, ba Handel und Verkehr. Pistolen. Mk. 16 40 G. er sich ein Geschäft daraus gemacht habe, Deuische zum Friedverg, 26. Jan. Walzen M. 20.50.70. Koen Holländische fl. 10- Stücke 16 65 G. Eintritt in fremde hier holländisch⸗ostindische Militär⸗[ MN. 18.. Gerste M. 17.14. Hafer M. 16.. Alle Duegten n 5 9 4651 elenße zu befimmen und solche auch dem Werbebureau Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfsund. Ducaten al mare 9 5257 zu Harderwyk zuzuführen. Schwarz, ein junger Mann Krankfurt, 24. Jan.(Viehmarkt.) Der heutige 20, Frankenstüfte ven 25 Jahren, is der Gehülfenschaft angeklagt. Die Markt war gut befahren. Angetrieben waren 480 Ochsen, Englische Sovereigns 20 2833 Zeugenvernehmung setzte die Staalsbebhörde, vertreten 340 Kühe, 352 Kälber und 226 Hämmel. Die Preise Russische Imperiales. 9 16 6469 durch Großh. Staalsanwalt Steinberger, in den Stand, tellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 63.43, 2. Qual. M. 60., Dollars in Gold i gegen Steck eine e von 1 Jahr 6 Monaten, Kühe 1. Qual. M. 58.29, 2. Qualität M. 54.86. gegen Schwarz eine selche von 8 Monaten, zu beantragen. Kälber M. 60., Hämmel 1. Qualität M. 54. JI. 313 5 3 5 Vertbeibiger des Letzteren, Gerichtsaccessist Gallus, 2. Qual. M. 48.. 98 Iraclitischer Gottesdienst In Friedberg. plalbirte auf Freisprechung seines Clienten. Wegen vor⸗ Frankfurt, 24. Jan. Fruchibericht. Mehl Nr. f Beginn: gerückter Tageszeit wurde die Publicirung des Urtheils M. 39., Nr. 2 M. 35. Nr. J M. 31., Nr. 4 M. 27., Freitag Abends Uhr.

auf Donnerstag den 27. d. M. vertagt.

Nr. 5 M. 21., Roggenmehl/(Berlinet Marke) M. 25.

I. Samstag Morgens 8 ¼ Uhr.

bewegten sich zwischen 167¾/ und 167⅝, Staats- babnactien zwüchen 258 ¼ und 258½¼, Lombarden sind wenig verändert, Rudolf, Ungar. Galnische höher, 4 Nordwest matter, Galizier fest trotz der Mindereinnahme, deuische Bahnen waren gut gehalten, Banken blieben be⸗

Reichsbank waren zwischen 158 ͤ und 159 im

Staatsfonds fest, Oefterr.

der Ergebnisse der Volkszählung im Kreise Friedberg

Nach Ablauf dieser Präclustof ist aber werden diese Scheine völlig werihlos.

des Pariser Platzes unterstützt wurde, machte gestern Abend die im heutigen äußerst unbelebten Verkehr einen noch intenfiveren Character an⸗

Die Spekulation erscheint fast permanen! durch die politischen Verhältnisse proäeccupirt und erfuhren

Piesse, in Betreff der Nachrichten über Kriegsbereitschaft ꝛc.,

Männl. Weibl.

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