Ausgabe 
26.9.1876
 
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Tanzmusik

1876.

Dienstag den 26. September.

M. 114.

Oberhessischer Anzeiger.

f Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Am 1. October

mit Bestellgeld 1 M. 50 Pf. Quartal 1 Mark. Postboten baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Anzeigers keine Unterbrechung eintritt und vollzählige Exemplare geliefert werden können.

Auswärtige Abonnenten sind gebeten,

beginnt ein neues Abonnement auf denOberhessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal erscheinen wird. Das Abonnement beträgt bei den Poststellen vierteljährlich 1 M. 25 Pf., Bei der Verlags-Expedition kostet der Anzeiger für das kommende

ihre Bestellungen bei den Poststellen oder

Die Expedition.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Einsendung der Verzeichnisse über die durch di iltrei 5 f 3. Ouarlal bieses Jahres enistandenen 4 ie Beitreibung der Gemeinde-Intraden im

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Wir erinnern Sie an die Einsendung der rubricirten Kostenverzeichnisse.

Betreffend: Die Ausführung des Reichsgesetzes über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung.

Das Großherzogliche Landgericht Vilbel an die Großherzoglichen Standesbeamten des Landgerichtsbezirks.

Das Großherzogliche Ministerium der Justiz hat angeordnet, daß die in der Hofbuchdruckerei von E. Bekker zu Darmstadt ge⸗ drucken Formularien nach Format und Inhalt als Muster für die von Ihnen zu brauchenden Formularten, insoweit diese nicht vom Staat ge liefert werden, dienen sollen, daß es Ihnen jedoch gestattet sein soll, mit Genehmigung der Aussichtsbehörde die bereits käuflich erworbenen Formularien

zu verbrauchen.

Sie werden sich hiernach bemessen.

Friedberg den 25. September 1876.

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Vilbel am 22. September 1876.

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Einladung.

Die Herren Buürgermeister des Kreises Friedberg werden hierdurch zu einer Be sprechung, welche

Donnerstag den 28. September l. J., Mittags 1 Ubr, im Gasthaus zumHessischen Hof dahier stattfinden soll, ergebenst ein geladen. Butzbach am 18. Sept. 1876.

Küchel, Bürgermeister.

Deutsches Reich.

Breslau, 22. Sept. Der Congreß der Altkatholiken ist heute mit feierlichem Gottes dienst in der Corpus-Christi-Kirche eröffnet worden. Bischof Reinkens ist anwesend.

Das Wahlmanifest der vereinigten national⸗ liberalen und Fortschriltspartei fordert zu gemein- samem Kampfe gegen die Socialdemokratie, die Ultramontanen und die im neuen Gewande auf tretende Partei der Kleinherren. Die vereinigte liberale Partei stehe treu zu Kaiser und Reich, sei

durchdrungen von der Nothwendigkeit einer starken Centralgewalt, strebe aber nach Umgestaltung der

tichsämter in verantwortliche Ministerien; ferner nach Ausbildung des constitutionellen Systems, insbesondere nach Einräumung eines wirklichen Steuerbewilligungsrechtes an die Volksvertretung. Sie halte an der Nothwendigkeit vollständiger Glaubensfreiheit fest, verwerse entschieden jeden Vertrag zwischen Staat und Kirche und fordere in allen Verhältnissen des äußeren Lebens Gehor sam der Kirche gegen den Staat. Die wirth- schaftliche Gesetzgebung der letzten Jahre habe den Bedürfnissen der Nation entsprochen; für eine nothwendige Revision einiger dieser Gesetze werde die Partei kräftig eintreten; eben so für Fortent⸗ wicklung der mit der Kreisordnung begonnenen Selbstverwaltung. Das Manisest schließt mit der Aufforderung zu reger Wahlbetheiligung.

Stuttgart. Der Kaiser, welcher am 21. Nachmittags hier eintraf, wurde am Bahnhof vom König Karl herzlich begrüßt. Das Publikum empfing den Kaiser mit endlosem Jubel. Nachdem die auf- gestellte Ehrencompagnie gemustert und die Vor-

stellung der anwesenden Minister und Generale ent- gegengenommen war, hielt Oberbürgermeister Hack eine Anrede an den Kaiser, welcher erwiederte: Es ist zum ersten Male, daß ich seit den glor- reichen Kämpfen der deutschen Nation Ihre Stadt besuche. Ich nehme den freundlichen Empfang, den Sie mir bereiten, gerne an und schließe mich den Wünschen für unser deutsches Vaterland, welche Sie in Ihrer Begrüßung ausgesprochen haben, vollkommen an. Wir haben bis jetzt nur gesäet, aber die Saat wird aufgehen. Ich baue dabei auf Ihren König, der mir stets treu zur Seite gestanden ist(dem König die Hand reichend). Versichern Sie die Stadt, daß ich mich freue in ihren Mauern zu sein. Abends fand dann dem Kaiser zu Ehren ein gewaltiger Fackelzug, wohl an 3000 Fackeln und Lampions zählend, im Schloß- hof statt. Gleichzeitig trugen sämmtliche Gesang⸗ Vereine, abwechselnd mit Militär-Musik, ihre besten Stücke vor; auch ein Festgedicht des Professors Rustige wurde recititt. Der Kaiser und der König erschienen auf dem Balkon und wurden mit Jubel begrüßt.

22. Sept. Bei dem heuligen Galadiner im Residenz⸗Schlosse brachte der König folgenden Toast aus:Den Gesinnungen Württembergs, sowie den meinigen den wärmsten Ausdruck gebend, trinke ich auf das Wohl Seiner Majestät des deutschen Kaisers, Königs von Preußen, des ruhm reichen Feldherrn des deutschen Heeres. Seine Majestät der Kaiser lebe boch! Der Kaiser ant⸗ wortete:Gestatten mir Ew. Majestät, Ihnen meinen Dank für die soeben ausgesprochenen Ge sinnungen zu sagen. Der heulige Tag hat mir den Beweis geliefert, daß Ew. Majestät Befehl, Ihre Truppen nach den neuen Prineipien auszu- dilden, vollkommen erfüllt worden ist. Denn ich habe die Truppen heute in einer vortrefflichen Verfassung gefunden. Da ich weiß, was sie im Kriege geleistet haben wurde mir doch die Freude, sie auf zwar blutgetränktem, aber sieg⸗ reichem Schlachtfelde zu sehen, so weiß ich auch, was Ew. Majestät in aller Zukunft von ihnen zu erwarten haben. Ich trinke auf das Wohl Ew. Majestät, Ihres ganzen königlichen Hauses, Ihrer Truppen und des ganzen württembergischen Landes. Die Festvorstellung im Hoftheater war

außerordentlich glänzend. Der Kaiser, der König und die Königin wurden bei ihrem Eintritt in die Loge stürmisch begrüßt. Nach 9 Uhr fand großer Zapfenstreich von 15 Militärkapellen statt. Die von dem Kaiser bei Ludwigsburg abgehaltene Parade nahm den glänzendsten Verlauf. Der König führte dem Kaiser die gesammten Truppen vor, worauf der Kaiser sein Regiment zweimal dem König vorführte. Der Kaiser sprach sich über die Haltung der Truppen durchaus befriedigt und über den gestrigen Empfang hocherfreut aus.

24. Sept. Heute Nachmittag reiste der Kaiser nebst Gefolge nach Weißenburg und kehrt am 27. September zurück, besucht das Volksfest in Cannstadt und macht die Rückreise nach Berlin am 28. September. Der König hat an Ange hörige des kaiserlichen Gefolges zahlreiche Orden verliehen.

Karlsruhe. Die Regierung hat das neue Schul-Gesetz publieirt, so daß mit demselben die obligatorische Einführung von gemischten Schulen im Lande perfekt geworden ist. Die Vollzugs- Bestimmungen, wie sie die letzte Conferenz der Schul Räthe begutachtet hat, sind sogleich ver öffentlicht worden. Nach denselben muß das neue Gesetz überall mit Beginn des neuen Schuljahres April 1877 durchgeführt sein. Jene Ge⸗ meinden, in denen noch sog. Kloster-Schulen für Mädchen bestehen, welche nach dem Gesetz nicht

mehr zur Ertheilung des Volks- Schul- Unterrichts

befugt sind, haben für die Beschaffung der Räum- lichkeiten zur anderweiten Ertheilung dieses Unter richts zu sorgen.

Ausland.

Italien. Rom, 22. Sept. Beim Empfang eines Comites zur Unterstützung der Slaven äußerte sich der Minister des Auswärtigen Melegari folgen dermaßen: Die Regierungen haben es bezüglich der Friedens- Verhandlungen für nothwendig er

achtet, daß solche auf folgenden Grundlagen stalt

finden: Status quo ante bellum für Serbien und Montenegro; Institutionen für die ausständischen Provinzen, welche ein friedliches Nebeneinanerleben der Bevölkerungen verschiedener Racen und Reli gionen gestatten; Uebernahme der Verpflichtung Seitens der Türkei, das Verhältniß dieser Racen

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