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großartigste Beispiel von Verwandlung der Sonnen-
ist es, die einen Theil der Gewässer verdampft
Was vorerst die mechanischen Bewegungen betrifft, so ist der metevrologische Proceß das wärme in mechanische Arbeit. Die Sonnenwärme und in die Höhe hebt, aus der sie als Regen oder Schnee sich wieder niederschlagen, um als Bäche oder Ströme in die Ebene und wieder zurück in's Meer zu gelangen. Der ganze Kreis- lauf dee Wassers beruht also auf der Sonne als letzter Ursache; die ungeheuren Kräfte des fließen den Wassers und alle daraus folgenden meteoro⸗ logischen Erscheinungen und geologischen Ver- änderungen der Oberfläche sind nur in andere Form verwandelte Sonnenwärme; der gleiche Betrag von Kraft, den die Sonne aufwenden mußte, um die verdunsteten Wasser-Atome in die Höhe zu heben, wird wieder ausgegeben durch das Herunterfallen des Regens und das Abfließen der Gewässer in's Meer. Ebenso sind alle Winde auf ungleiche Erwärmung der Luftschichten zurück- zuführen, während die ungleiche Erwärmung der Meeresflächen die regelmäßigen Strömungen ver— ursacht.
Nicht anders steht es um die Bewegung durch Maschinen, z. B. der Locomotive. Die Stein- kohlenlager, welche sie erzeugen, lassen sich als fossile Sonnenwärme bezeichnen und enthalten als Producte organischer Zersetzung eine Summe jener Kraft, welche die Sonne vor Zeiten in Form von Licht und Wärme zusendete uad die latent in der Erdrinde ruhte, bis sie aus den Bergwerken gehoben wurde.
Die Kräfte, vermöge welcher die Pflanzen aus der Luft die ihnen nöthigen Bestandtheile an sich ziehen, bestanden früher in Form von Sonnen- strahlen; das Aufleben der Vegetation im Sommer, das Absterben derselben im Winter, sowie die Ueppigkeit der Tropen im Vergleiche mit den nördlichen Zonen beweisen augenscheinlich die Ab— hängigkeit des Pflanzenlebens vom Sonnenlichte.
Das Thierleben wiederum ist direct oder indireet vom Pflanzenleben abhängig. Die Pflanze scheidet aus der Luft den Sauerstoff aus, zieht dagegen Kohlenstoff und Wasserstoff an sich und verarbeitet sie zu Aesten, Blättern und Samen; das Thier dagegen, indem es die Pflanzen verdaut, stellt durch Oxydation derselben wieder Kohlensäure und Wasser her. In der Wärme des thierischen Leibes erscheint also nur wieder jene von der Sonne ausgegangene Kraft, welche das Pflanzenreich gedeihen ließ. Dieselben chemischen Kräfte, welche also die Vegetation erzeugten, werden in den Vorgängen des Thierleibes wieder ausgegeben, daher sich auch das thierische Leben dort am reichlichsten entfaltet, wo das Pflanzenleben am üppigsten gedeiht.
Alle geologischen, meteorologischen und vitalen Veränderungen, alle geistige und gesellschaftliche Regsamkeit auf unserem Planeten verrathen also ihren solaren Ursprung; die nützlichsten wie die verberblichsten Kräfte der Natur entstammen dem leuchtenden Fixsterne unseres Planetensystems, sind nur proteusartige Verwandlungen jener Kraft, welche in Gestalt von Sonnenstrahlen zu uns gelangt.
Wenn aber die Quelle aller dieser Kräfte einst versiegt sein wird, dann wird auch jede Art
von Bewegung zum Stillstand gebracht sein. Mit der Erkaltung der Sonne ist auch das Schicksal
unseres Planeten hinsichtlich seiner Bewohnbarkeit besiegelt. Und mag auch jene Wissenschaft, welche sich gezwungen sieht, die Resultate der exacten Forschung anzunehmen, ohne doch liebgewordenen Vorurtbeilen entsagen zu können, einen weisen Zusammenhang darin erblicken, daß die Planeten in dem Maße als die Sonne ihre schöpferische Kraft verliert, durch allmählige Verengung ihrer Bahnen sich ihrem Central Feuerherde nähern, wie die Insassen einer Stube dem Ofen um so näher rücken, je mehr er an Wärme verliert, so ist damit doch jenem bedeutsamen Memento mori, welches zu uns redet, nämlich den Schlackenfeldern, womit sich die Sonne zu überziehen beginnt, nur eine kurze Galgensrist abgerunger, um welche sich der Untergang der irdischen Geschöpfe noch ver— zögern mag.
Handel und Verkehr
Friedberg, 23. Aug. Neue Waare. Waizen M. 22.—. Korn M. 16.50. Gersie M. 16.50. Hafer M. 17.—. Alle Preise versteyen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Frankfurt, 21. Aug.(Viehmarkt.) Der beutige Markt war sehr gut befahren. Angetrieben waren: 515 Ochsen, 309 Kühe und Rinder, 330 Kälber und 170 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 6566, 2. Qual M. 58—60. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 54—57, 2. Qual. M. 49—52. Kälber 1. Qual. M. 5860, 2. Qual. M. 50—55. Hämmel 1. Qual. M. 57—58, 2. Qual. M. 50— 55. Schweine per Pfd. 60 Pfennig.
Frankfurt, 21. Aug. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Nr. 5 M. 22. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 26., do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen eff. bies. M. 23.—, fremder je nach Qualität M. 18—22., Korn M. 16 bis 17.50., Gerste M. 17—19., Hafer M. 17—20., Kohl⸗ samen M. 35. Br., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 21—23., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 72. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo.
Frankfurt, 22. Aug. Gestern um 12 Uhr wurde der Pferdemarkt eröffnet. Von Arbeitspferden im engeren Sinn des Wortes standen 481 auf dem großen Bleich— garten. In Wagen⸗, Reit- und Luxus⸗ Pferden ist die Zufuhr eine ganz ausgezeichnete. Wenn auch das Geschäft am ersten Tage nicht so lebhaft war, wie das Comité ge wünscht hätte, so wurde doch namentlich in Luxuspferden Erkleckliches umgesetzt. Die Gesammt-Zufuhr beträgt 40 Fohlen, 481 Arbeits⸗Pferde und 521 Reit- und Wagen⸗ Pferde. Zusammen 1042 Pferde.
Mainz, 21. Aug. Producten⸗Markt. Watzen per Nov. 19.90. Roggen per Nov. 15.—. Hafer per Nov. 15.90. Ruböl per October 34.25.
D. Frankfurt a. M., 22. Aug. Die Tendenz hat sich heute während des größten Theils des Börsenverlaufs in günstiger Weise weiter entwickelt, um jedoch gegen Schluß auf schwächeres Paris wieder zu ermatten. Als Hauptursache der Besserung sind die wachsenden Aussichten auf einen baldigen Friedensschluß zwischen Serbien und der Türkei zu betrachten. Das Wiener„Tagblatt“ wollie schon wissen, daß bereits zwischen allen Großmächten be— züglich einer diplomatischen Intervension eine vollständige Einigung erzielt sei. Die Berichte, in welcher sich in einer neuerdings stastgefundenen Schlacht bei Alexinatz die Ser— ben den Sieg zuschreiben, fanden wenig Glauben, mehr aber das türkische Siegesbulletin über das nämliche Treffen, da hierdurch die Hoffnungen auf eine rasche Beendigung der Kriegswirren, nach der Ansicht der Börse, sich eher verwirklichen dürften. Am internationalen Speculations— markt haben heute Creditactien mit Staatsbahnactien die Rolle gewechselt. Erstere übernahmen auf höhere Berliner und Wiener Notirungen die Führung und waren in ziem⸗ lich lebhaftem Verkehr. In Betreff der Semestral-Bilanz wurde zur Abwechselung heute das Gerücht verbreitet, daß die Kredilanstalt 800,000 fl. statt 700,000 ohne Abschreib⸗ ungen in's Verdienen gebracht habe. Staatsbahnactien lagen stiller. Wir erwähnen noch, daß, als die Haltung der Börse sich bei Schluß auf niedrigeres Paris bereits abgeschwächt halte, noch eine detaillirte Depesche über die
angebliche Behauptung der Defilsen bei Alexinatz von Belgrad einlief, ohne indeß eine intensivere Verschärsung der Baisse zu veranlassen. Ereditaclien bewegten sich zwischen 119½—119/—120 und 118⅜, Staatsbahn⸗ gelen zwischen 237/238 und 235%, Lombarben nahe 62½. Oesterr. Bahnen zeigten bei rubigen Umsätzen wenig Veränderungen. Galizier waren eiwas gefragter und höher; ebenso Nordwest besser. Banken still. Destect. Nationalbank stiegen 6 fl.; Darmstäbter anziehend. Von Staalssonds Oesterr. Renten und Ungarische Schatzbonds I. Em. höher. II. Em. niedriger. Russen eher nachgevend. Spanier besser. Von Amerikanern 1885er(Juli) matter. Oesterr. Prioritäten preishaltend. Loose fest. Ungarische höher. Von Wechseln Wien 50 Pf. theurer; andete wenig verändert.
Landwirthschaftliches und Gewerbliches.
Vergiftung durch Taxue an Pferden. Wesselly berichtet, daß das Taxuslaub ein lödtliches Gift für Pferde, für Nindvieh aber unschädliche von diesem gesuchte Nahr⸗ ung sei. In den„Götiinger gelehrten Nachrichten“ wird ebenfalls erzählt, daß 2 Pferde, welche ein halbes Jahr altes trockenes Toxuslaub geftessen hatten, sehr schnell und ohne weiteren Todeskampf plötzlich starben. Ueberraschend ist es, daß das Taxusliub auch als ein Gift für die Ziegen gilt, die doch Wiederkäuer wie die Rinder sind, und jonst manche Giftpflanzen ohne Nachtheil fressen.
Ein Fehler bei der Salzfütterung. Fast allent⸗ halben haben es die Landleute in der Gewohnheit, das für das Rind vieh bestimmte Salz auf den Boden des Gefäßes zu streuen, aus welchem das Rindvieh sein Ge⸗ tränke zu sich genommen hal. Man will damit bekannt⸗ lich bezwecken, daß das Vieh rein ausleckt; allein man bedenkt nicht, daß durch dieses Verfahren der Durst der Thiere erst recht gereizt wird, wenn man ihn befriedigt glaubt; denn das Salz wirkt bekanntlich austrocknend auf die Zunge, dein Gaumen ꝛc. ein. Wenn man, wie es häufig geschieht, den neuen Durst sofort durch Dar⸗ reichung von Wasser zu befriedigen sucht, so nehmen die Thiere mehr Flüssigkeit in sich auf als gut ist; denn sie verlieren dann(was namentlich bei jungen Tyieren seht zu beachten ist) ihre schöne Gestalt, indem sie sackig oder bauchig werden und überdies wird die Verdauung dadurch sehr geschwächt. Wenn man aber den durch die unprak⸗ tische Verabreichung des Salzes erzeugten Durst nicht be⸗ sriedigt, so ist dies eine Thierquälerei, die sich bitter rächt. Die landwirthschaftliche Lehranstalt zu Worms veranlaßte wiederholt die Ausführung von Versuchen, welche stets zum Resultate halten, daß Kühe nach einer bestimmten Futtermenge mehr Milch erzeugten, wenn man das Salz mit dem Trockensuiter vor der Tränke verabreichte, als dieselden Milch gaben, wenn das Salz als Lecke in das Tränkgesäß gegeben wurde.
Geld⸗Cours.
Frankfurt am 22. August 1876. Holländische fl. 10-Stücke. Mk. 16 65 G. Ducaten.„ e 5 9 54—59 Ducaten al mareo. 75 9 56—61 20 Frankenstücke 5„ 16 19-23 Englische Sovereigans s„ 20 37—42 Russische Imperiales„ 16 69—74 Dollars in G 5 416-19
Für die Abgebrannten in Brückenau
gingen weiter ein: Von T. und M. 10 M., von Pfarrer Bornagius in Fauerbach 3 M. nebst einem Pack Bett⸗ zeug und Kleidern. Weitere Gaben nimmt gern in Empfang
Die Exped. d. Oberh. Anzeigers.
Herr Johann Maria Farina
gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des
allein ächten Cölnischen Wassers
übertragen und empfehlen wir dasselbe
per Glas zu M. 1,50, „ ½ Dutzend 8850 Dutzend 116.75
Die Exped. d. Anz.
Grummetgras-Versteigerung. 2731 Donnerstag den 24. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll das der hiesigen Gemeinde zustehende Grummetgras, eirea 50 Morgen, in einzelnen Abtheilungen auf hiesigem Rathhause versteigert werden,
Okarben den 20. August 1876.
Großherzogliche Bürgermeisterei Okarben. Fauerb ach.
Jagd- Verpachtung. 2732 Mittwoch den 30. August, des Mittags 1 Uhr, soll die der Gemeinde Bodenrod in der Gemarkung Bodenrod zustehende Feld- und Waldjagd von eirea 2684 Großh. Hessischen Morgen auf weitere 6 Jahre auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier meistbietend ver— pachtet werden. Bodenrod den 19. August 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Bodenrod.
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Carl Bindernagel's
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