anerkannte Einrichtung eines dreijährigen Cursus, wenn auch für den Anfang nur in zwei Classen, zu Grunde gelegt und sich dabei von der Ueber⸗ zeugung leiten lassen, daß nur bei einem drei⸗ jährigen Cursus eine gründliche theoretische und praetische Ausbildung möglich ist, und daß nur so eine der Gesundheit der Seminaristinnen nachtheilige Ueberbürdung mit Arbeit vermieden werden kann.
Wiesbaden. Am 1. Nov. hatte Pfarrer Hungari von Rödelheim seine Haft im hiesigen Kreis- Gerichtsgefängniß überstanden und wurde daher an diesem Tage entlassen. Mit Rücksicht auf die ihm zu Theil gewordene rücksichts volle Behandlung im Gefängniß(er hatte z. B. eine eigene Zelle und durfte sich literarisch beschäftigen) hat er von Mainz aus, seinem augenblicklichen Aufenthaltsort, der Staatsanwaltschaft dahier ein Dankschreiben zugehen lassen. Wie man weiter hört, soll in der nächsten Zeit das Urtheil des bischöflichen Officialats in Mainz zu erwarten, jedenfalls aber seine Emeritirung in Aussicht ge⸗ nommen sein, da Bischof Ketteler Anstand nimmt, ihn länger als Pfarrer in Rödelheim fungiren zu lassen, und die Versetzung an einen anderen Ort durch die hessische Kirchengesetzgebung unmöglich gemacht ist.
von Salisbury
Nürnberg. Der Oberausseher der Straf— anstalt Rehdorf, Joseph Stark, hatte einige Zeit hindurch anonyme Briefe versandt, welche die gröbsten Invektiven gegen die Adressaten, sowie gegen den Kaiser von Deutschland, den König von Bayern, den Reichskanzler, das bagerische Ministerium, Bischof Reinkens enthielten. Der anonyme Briefschreiber wurde endlich, als er einen solchen Schmähbrief zur Post gegeben hatte, er— wischt. Die dem Gerichte übergebenen Briefe führten zu einer Verurtheilung Stark's wegen 50 Beleidigungen(darunter 7 Beleidigungen des deutschen Kaisers, 2 des Königs von Bayern, 8 des Reichskanzlers u. s. w.) zu einer dreijährigen Gefängnißstrafe, Die von ihm eingelegte Beruf— ung wurde vom Appellationsgerichte verworfen.
Stuttgart. Im„Staats⸗Anzeiger“ wird die Verlobung des präsumtiven Thronfolgers, Prinzen Wilhelm, mit der Prinzessin Marie von Waldeck, zweiten Tochter des regierenden Fürsten von Waldeck, bekannt gemacht.— Staatsrath v. Bitzer ist an des verstorbenen v. Golter Stelle zum Präsidenten des ev. Consistoriums ernannt.
Ausland.
Oesterreich⸗ Ungarn. Wien. Die „Montags Revue“ führt aus, Rußland werde
einen ehrenvollen Ausgang bereitwillig acceptiren;
alle Gerüchte von östecreichischen Mobilisirungen gehören zu den wohlbekannten Mitteln einer ge⸗ wissen Partei; es wäre thöricht, solche Opfer in einem Augenblick zu bringen, welcher den Glauben an die Friedenserhaltung eher belebt.
Die„Montags Revue“ meldet: Der Ministerrath beschloß, dem Abgeordnetenhaus in
der nächsten Sitzeng am Dienstag Mittheilung
über die Erneuerung der österreichisch-ungarischen Ausgleichs⸗Gesetze zu machen. Am Freitag oder in der nächsten Woche würde der Handelsminister die Eisenbahn⸗Vorlage einbringen.
— Nach einem Telegramm der„Post“ von hier soll auch die Betheiligung Oesterreichs an der Pariser Ausstellung fraglich sein.
Zara, 21. Nov. centrirt 20 Bataillone bei Carina nächst Bergatto, an der österreichischen Grenze, angeblich um sich über österreichisches Gebiet in Gravosa nach Con- stantinopel einzuschiffen. kunft türkischer Transport- Schiffe avisirt. Bisher sind fünf türkische Bataillone in Carina eingetroffen.
Frankreich. Versailles, 21. Nov. In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kammer wurde von Maillefeu(Linke) ein Antrag, betreffend die
Conversion der proc. Rente, eingebracht und die
Verweisung desselben an die Budget⸗Commission vorgeschlagen. Der Finanzminister Say forderte hingegen die Ueberweisung des Antrages an die Initiativ⸗Commisston, indem er zugleich in Aus⸗ sicht stellte, er werde sich gegen die Inbetracht— nahme der vorgeschlagenen Maßregel aussprechen.
hätten zu Schulden kommen lassen.
Mukhtar Pascha con-
Thatsächlich ist die An⸗ in Gravosa
Die Kammer verwies nunmehr den Antrag an
die Initiativ⸗Commission.
Großbritannien. London. Der„Ob⸗ server“ ist ermächtigt, das Gerücht, wonach die Bestimmungen des Fabrik- Gesetzes gegenwärtig in Bezug auf das königliche Arsenal aufgehoben und die darin beschäftigten Knaben in Folge des dringenden Bedarfes der Anfertigung von Munition verhindert seien, den Schul- Unterricht zu besuchen, für unbegründet zu erklären. Die umfangreiche Fabrikation von Patronen sei allein durch die Einführung des Martini ⸗Henrty⸗Gewehrs, durch keinen anderen Grund, veranlaßt worden.
— Nachrichten aus Calcutta vom 19. zufolge trifft die indische Regierung Anstalten, um, wenn der Krieg in Europa ausbreche, starke Truppen⸗ Corps nach Aegypten senden zu können.
— 20. Novbr. Die meisten Morgenblätter fassen den Beitritt der Türkei zur Conferenz als ein Zugeständniß gegen England auf und betrachten die Situation für hoffnungsvoller und die Erhaltung des Friedens für aussichtsvoller. Der Marquis ist heute Morgen via Paris, Berlin, Wien nach Constantinopel abgereist.
Italien. Rom, 20. Nov. Heute wurde das Parlament mit einer Thronrede eröffnet und
beschloß die Kammer⸗Mehrheit, Crispi als Präsi⸗
denten, Spantigat, Desanctis und Puocioni als Vice⸗Präsidenten vorzuschlagen und der Opposition den Vorschlag eines vierten Vice Prästdenten anheimzugeben. Zahlreiche Deputirte sind bereits eingetroffen.
Türkei. Constantinopel. Der„Presse“ zufolge will die Pforte Rußlands Pläne durch- kreuzen und Bosnien und die Herzegowina als tributpflichtigen Staat unter Midhat's unbegrenzter Souveränetät errichten.
— Die Pforte hat den hiesigen Botschaftern der Mächte eine Protestnote übergeben wegen an⸗ geblicher Verletzungen des Waffen-Stillstandes, welche sich die Serben bei Bukowitz und Ragosna In einer anderen Note wird Seitens der Pforte die Ver— mittlung der Mächte wegen Zulassung der Ver proviantirung von Nicsic während der Dauer des Waffen ⸗Stillstandes nachgesucht.
— 21. Nov. Die Demarcations⸗Commission ist in ihrer heutigen Sitzung blos mit formellen Angelegenheiten beschäftigt gewesen, da der mili⸗ tärische Vertreter der Pforte noch nicht eingetroffen und Constant Effendi wegen mangelnder regelrechter Vollmachten als Vertreter nicht anerkannt worden ist.
— Die„Pol. Corr.“ meldet: Das Corps Mukthar Pascha's räumt mit auffälliger Eile die Herzegowina. Alle Truppen werden an die Donau gezogen; es bleiben blos 14 Bataillone in Fokscha concentrirt. Auch von dem Corps Derwisch
Pascha's wird das Gros zum Theil bereits in
Antivari eingeschifft, zum Theil ist es im Abzuge begriffen.
— 21. Novbr. Bisher ist nur noch Sapfet Pascha zum Bevollmächtigten bei der Conferenz designirt, ein zweiter Bevollmächtigter ist noch nicht ernannt worden. Abdul Kerim Pascha ist hier eingetroffen.
Numänien. Bukarest, 19. November. Der Deputation, welche die Adresse der Kammer überreichte, antwortete Fürst Karl: So schlimm die Situation auch sei, so glaube er doch, daß die Einigkeit der Rumänen sie überwinden und daß, gestützt auf die Garantje⸗Mächte, die Rechte und die Integrität des Landes würden bewahrt werden.
Serbien. Belgrad. Die„Times“ meldet: Consul Karzoff las dem General Tschernajeff folgende, von Gortschakoff unterzeichnete Ordre vor:„Kaiser⸗ licher Befehl. Dem General Tschernajeff ist ver⸗ boten, Rußland zu betreten.“ Das Verhalten der russischen Regierung gegen General Nowoseloff, welcher letzthin die Ibar-Armee befehligte, ist ganz anders. Er hat nicht nur Erlaubniß erhalten, nach Rußland zurückzukehren, sondern ist auch als kaiserlicher Gast zum St. Georgsfest in Petersburg eingeladen worden. Tschernajeff ist inzwischen in Wien angekommen. Der russische General Semeka, Commandant von Odessa, ist anstatt Tschernajeff's
zum Commandanten aller in Serbien operitenden Truppen ernannt worden.
— Die Sendung von Marinovie nach Pelers⸗ burg bezweckt, der Verstimmung der officiellen russischen Kreise gegen Serbien entgegenzuwirken.
— Eine Meldung der intern. Tel.⸗Ag. aus Semlin bestätigt, daß das serbische Ministersum unter der Androhung, seine Demission zu geben, den von Tschernajeff beanspruchten Eintritt in das Cabinet ablehnte.
Rußland. Petersburg, 20. November. Nach hier eingegangenen authentischen Nachrichten hat die türkische Regierung die Conferenz ohne Vorbedingungen angenommen.
— 20. Nov. Der Kriegs ⸗Minister hat an
sämmtliche zur Dispositian gestellte höhere Offiziere
den Besehl erlassen, sich unverzüglich dem Heere zu stellen. Man erwartet noch die Mobilisirung zweier weiteren Armee⸗Corps.
— Der„Moniteur belge“ meldet: Nach einer Mittheilung des belgischen Consuls in Malta hat das dortige Lokal- Gouvernement der Handels ⸗ kammer angezeigt, daß in die Hafen Einfahrten von Odessa, Kertsch, Sebastopol und Oczakoff Torpedos gelegt sind.
— Aus österreichischer Quelle verlautet jetzt nachträglich ein interessanter Beitrag zur Geschichte des russischen Ultimatums. Es hatte nämlich, so wird behauptet, Ristie insgeheim die Meldung nach Livadia gelangen lassen, Serbien werde, wenn Ruß⸗ land nicht augenblicklich der siegreichen Pforte ent⸗ gegentrete, mit seinem Gegner direct zu unter⸗ handeln sich gezwungen sehen. Das wäre allerdings ein tödtlicher Streich gegen Rußlands slavisches Prestige gewesen, und um diesen Streich zu pariren, erschien zunächst das Ultimatum, und als Conse⸗ quenz desselben wurde die Mobilmachung verfügt.
— Der„Regierungs- Anzeiger“ veröffentlicht eine Depesche des Reichskanzlers Fürsten Gort⸗ schakoff an den Botschafter in London, Grafen Schuwaloff, datirt Zarskoe⸗Selo, 7. Novbr., in der er seine Genugthuung darüber ausspricht, daß Lord Derby in seiner Depesche vom 30. October die Bemühungen des russischen Cabinets, im Ein⸗ klang mit England zu wirken, anerkannt; ferner begründet der Reichskanzler aus dem Mißerfolg der Diplomatie die Nothwendigkeit, die Integrität der Türkei den Garantien unterzuordnen, die von der Humanität u. für den Frieden Europas gefordert werden. Endlich weist er die Annahme zurück, daß Rußland Constantinopel gegenüber Hinter- gedanken hege. Die zweite veröffentlichte Depesche an Schuwaloff vom 22. October drückt Rußlands Bedauern aus, daß England grundlofen Befürcht⸗ ungen Raum gebe.
Sebastopol. Die russische Regierung schließt sämmtliche Häfen des Schwarzen und Azowschen Meeres während der Nachtzeit für die Schifffahrt und ordnet an, daß die Schiffe bei Tag neben dem Stations ⸗Schiff auf der Rhede vor Anker gehen müssen.
Amerika. Washington, 21. Novpbr. Gegenüber den Gerüchten, welche die Hierherver⸗ legung einiger Compagnien Militärs hervorrief, erklären der General Sherman und der Kriegs Minister, diese Maßregel habe keinen politischen Grund. Man glaubt, die Truppen werden bis zum Amtsantritt des neuen Präsidenten hier bleiben. Die Wahl- Prüfung in Louistana geht ruhig in Gegenwart der Vertr⸗ter beider Parteien vor sich.
Aus Stadt und Land.
Bad⸗Nauheim. Nächsten Sonntag findet ein Con⸗ cert der Militärmusik der Wetzlarer Jäger unter Direction des Musikmeisters Hänseroth im Saale des Gast wir ih Bayer dahier statt. Wir wollen nicht verfehlen, auch an dieser Stelle unter Hinweis auf Hänseroth's frühere Wirk⸗ samkeit in Nauheim und Friedberg auf das Concert auf⸗ meiksam zu machen und wünschen den Concertanten ein recht volles Haus.
Gießen, 20. Nov. Am Samstag Abend zwischen 9 und 10 Uhe stürzte ein bis unter das Dach fertiger Neubau auf der Grünbergerstraße in der Vorderfront mit einem furchtbaren Gerassel zusammen. Dem ersten Ein⸗ sturz folgte gestern Miltag zwischen 11 und 12 Uhr ein zweiter des hinteren Theiles des Baues. Aus welchem Grunde der Einsturz erfolgte, wird wohl die Expettise feststellen.
Gießen. Im Vorjahre betrug die Eisensteinförderung
sämmilicher Gruben in Oberhessen 1,336,867 Centner.
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