Ausgabe 
21.10.1876
 
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Rumänien. Bukarest. Was von an geblichen Vereinbarungen über militärisches Vor- geben Rumäniens gegen die Türkei verlautet, be- ruht auf vagen Gerüchten; dagegen ist thatsächlich eine Convention zwischen Rußland und den rumä⸗ nischen Eisenbahnen wegen eventueller Truppen Transporte im Abschluß.

Jassy. Unsere Stadt gewinnt seit einigen Tagen ein ganz kriegerisches Aussehen. Seit einigen Tagen wimmelt es hier von nationalem Militär aller Waffengattungen. In und um Jassy sollen gegen 13,000 Mann concentrirt werden. Offenbar sind die bevorstehenden Manöver sehr ernst zu nehmen, da sämmtliche Truppen in voll. ständiger Kriegsstärke auf dem Manöverirterrain erscheinen müssen. Es werden daher nicht nur die Linienregimenter, sondern auch die Reservebataillone completirt. In Verbindung damit steht die Auf- forderung an alle außer Dienst befindlichen Offi⸗ ciere, sich beim Kriegsminister behufs Reactivirung für eine bestimmte Zeit zu melden.

Griechenland. Athen. Zaimis, der ministerielle Candidat, ist mit 75 von 129 Stim; men wieder zum Präsidenten der Deputirten- Kammer gewählt. Die Volks Bersammlungen in der Provinz dauern fort.

18. Oct. DiePol. Corr. meldet, daß die schriftliche Zusage der Pforte eingetroffen sei, daß sie die Colonistrung ihrer griechischen Pro- vinzen, namentlich Thessaliens, ducch Tscherkessen sistiren werde. 8

18. Oct. Der Minister⸗Präsident wird Morgen der Kammer Gesetzentwürfe vorlegen, be treffend die obligatorische Militärpflicht, die Ein- berufung von 60,000 Mann, die Bewilligung eines durch Steuern gedeckten außerordentlichen Credits von 50 Millionen und eine Anleihe von 10 Millionen Drachmen behufs Waffen⸗Ankaufes, Straßenbauten und Auslagen für die Mittelschulen. Der Kaiser von Brasilien ist hier eingetroffen.

Rußland. Petersburg. Das Wiener Tageblatt erwähnt Gerüchte über die bevor- stehende Aufnahme einer russischen Anleihe. Wäh- rend man früher von einer solchen im Betrage von 200 Millionen Rubeln sprach, soll jetzt eine 300

Millionen ⸗Rubel- Anleihe beabsichtigt sein. Die

Bestätigung dieser Anleihegerüchte bleibt abzuwarten. DasNeue Wiener Tageblatt meldet bereits: Der Czar bewilligte seinem Finanzminister, von Reutern, 300 Millionen Rubel im Weg eines Nationalanlehens zu erheben.

Reuter's Bureau will wissen, es seien zwischen Rußland und Oesterreich Vereinbarungen zu erwarten, wonach Rußland für den Fall, daß die Türkei den kurzen Waffen⸗Stillstand ablehne, die insurgirten türkischen Provinzen militärisch be setzen würde. Oesterreich würde in diesem Falle eine provisorische Neutralität bewahren. Gerücht weise verlaute, diese Vereinbarung würde auch Bestimmungen für weitere Eventualitäten enthalten. Anderweitige Bestätigung dieser Gerüchte liegt noch nicht vor und basiren dieselben im Wesent lichen wohl auf der Unterstützung der diplomatischen Schritte Rußlands von Seiten Oesterreichs.

19. Oct. DerNordd. Allg. Ztg. wird von angeblich guter Seite von hier gemeldet, der Großfürst Thronfolger wolle sich alsbald von Livadia nach Wien, Berlin, und London begeben, um bei den betreffenden Höfen und Cabinetten, persönlich für einmüthiges Handeln der Groß mächte im Interesse eines gedeihlichen Austrages der orientalischen Frage zu wirken. Nach allen Versicherungen aus Petersburger Kreisen halte der Kaiser unverändert an dem Entschlusse fest, in dieser Frage nicht isolirt vorzugehen und seine Allianzen nicht aufzugeben.

19. Oct. Der hiesige britische Botschafter Lord Loftus begibt sich demnächst nach Livadia; dies wird hier als Symptom einer möglichen Verständigung zwischen England und Rußland betrachtet. 5

Livadia. DieFrance versichert, es sei in Livadia zwischen Bratiano und Gortschakoff eine Convention unterzeichnet, in Folge deren Fürst Karl zum König von Rumänien proclamirt werden solle. Die rumänische Armee würde russische Befehlshaber und Offiziere erhalten. Die Donau-Mündungen würden von Rußland annectirt werden. Rumänien würde dagegen die Bukowina und den größeren Theil von Siebenbürgen erhalten.

Amerika. Washington, 17. October. Präsident Grant hat nach einem in der letzten

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angewiesen werden, binnen drei Tagen auseinander- zugehen; an alle guten Bürger ergeht zugleich dit Aufforderung, zur Erhaltung des Ansehens der Gesetze und des öffentlichen Friede s mitzuwirken. Der Kriegs- Minister hat die Commandanten der zur Militär- Division des atlantischen Oceans ge⸗ hörigen Truppen angewiesen, sich mit General Ruger in Süd- Carolina in Verbindung zu setzen, um der wegen der Ruhestörungen im Süden vom General Grant erlassenen Proclamation durch An- wendung von Waffen ⸗Gewalt die nöthige Unter⸗ stützung zu geben. Die einzelnen Bundes⸗Staaten sollen nach Bedürfniß durch Aufgebot der Milizen die militärischen Kräfte vervollständigen.

D. Frankfurt a. M., 19. October. Die aufgeregte Stimmung, wesche gestern den Börsenverkehr charakterisirke, war auch noch heute dominirend. Nachdem im gestrigen Abendgeschäft eine erneute Verflauung auf das Gerücht, Andrassy habe demissionirt, eingetreten war, zeigte sich in

mattere Wiener Course und wurden Creditactien zwischen 111 und 113 gehandelt. Erst das offizielle Geschäft brachse auf Deckungskäuse, zu welchen die Contremine sich veran⸗ laßt sah, da die politischen Meldungen beute weniger be unruhigend lauteten, eine etwas bessere Haltung, die von höheren Berliner Coursen unterstützt wurde, deren Ein⸗ wirkungen man überhaupt bis zum Schlusse der Börse folgte. Die Spekulations-Papiere unterlagen vielsachen Schwankungen, blieben aber schließlich über ihrer Eröffnungs, notiz. Creditactien bewegten sich zwischen 115114116½ 115-117 115 und 116¼, Staatsbahnactien zwischen 217216218217218 und 217%, Lombarden nahe 59½. Oesterr. Bahnen haben sich heute wieder zum Theil gebessert. Elisabeth hoben sich 1 fl., Galizier ½ fl. Deulsche Bahnen ziemlich fest. Banken sind wenig verändert, Deulsche Reichsbank, Meininger matter, Oesterr. Nationalbank 7 fl. höher. Deutsche Fonds fest, Neue Bayern gefragt. Von ausländischen Fonds waren Oesterr. Renten anziehend. Ungar. Schatzbons stiegen je 2. Oesterr. Priogitäten tbeilweise besser, 3%, Lombardische matter. Von Loosen. 1860er höher. Von fremden Devisen Amsterdam und Paris schwächer, London und Wien, letzteres 50 Pf. theuerer.

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