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Jamstag den 21. October.
M. 125.
berhessischer Anzeiger.
Die Petitzeil wird mit 11 Pfennig berechnet.
Rreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Ausführung des Reglements vom 6. August 1876 zum Schutze der Felder und Wiesen
gegen die Verbreilung der Kleeseide.
Friedberg den 19. October 1876.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
f Wenn die mit Erledigung unserer Verfügung in Nr. 109 des Kreisblatts, die schon mehrfach erinnert wurde, im Rückstand sich Befind⸗ lichen solcher binnen 24 Stunden nicht nachkommen, gehen denselben Wartboten zu.
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Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 17. Oct. Die gestrige Auslassung der„Montags Revue“ wird als nicht von der Regierung beeinflußt be- zeichnet. Im Gegentheil, meinen unterrichtete Personen, werde Graf Andrassp die Schritte des russischen Reichskanzlers wegen des kürzeren Waffen- Stillstandes unterstützen und im Sinne des Drei— Kaiser⸗Bündnisses secundiren.— General Taschkoff überreichte heute dem Kaiser ein neues Hand— schreiben des Zars. Der Brief wurde durch einen Offizier nachträglich aus Livadia überbracht, nach; dem Taschkoff günstigen Fortgang der Verhand- lungen gemeldet. Die österreichisch russische Ver- ständigung ist hergestellt.
— 18. Oct. In einem Artikel des„Fremden- blatt“ wird Italien auf das Eindringlichste vor Agitationen gegen Oesterreich gewarnt.— Das „Tageblatt“ will vernommen haben, in den diplo⸗ matischen Verhandlungen beginne gegenwärtig die Frage der Friedens Bedingungen wieder die Hauptrolle zu spielen.
— 18. Oct. Graf Andrassy ist gestern nach Pest gereist. Das„Telegraphen⸗Correspondenz- Bureau“ bezeichnet die Mittheilung des„Reuter- schen Bureau“ über eine österreichisch russische Abmachung als unrichtig. Der Londoner Corre— spondent hob bereits gestern hervor, daß eine Be- stätigung dieses Gerüchtes nicht vorliege. Die österreichische Antwort auf das türkische Waffen⸗ stillstands-Anerbieten ist nunmehr an die Cabinette mitgetheilt.
— 19. Oct. An der gestrigen Abend-Börse circulirte das Gerücht von der Demission des Grafen Andrassy. Eine Bestätigung des Gerüchtes liegt nicht vor.
— Das Bubdgetgesetz für die diesseitige Reichs- Hälste sür 1877 ergibt gegen das Vorjahr eine Herabminderung des Deficits um 4 Millionen Gulden, obgleich die directen Steuern um 5 Mil lionen niedriger veranschlagt sind, als das factische Erträgniß des laufenden Jahres. Die Staats- Einnahmen übersteigen noch immer das Niveau der Jahre 1870 und 1871. Der Finanzminister wird Vorlagen machen, welche die Härten der jetzigen Besteuerungsform durch Einführung der Personal⸗Einkommensteuer und Herabminderung der Ertragssteuer beseitigen und gleichzeitig eine Erhöhung der Staatseinnahmen herbeiführen sollen.
Schweiz. Basel, 19. Oct. Die„Basler Nachrichten“ melden, daß in Folge politischer De— monstrationen, die in Locarno gegen den großen Rath und die Mehrheit des Staatsraths statt⸗ fanden, der Bundesrath heute den Nationalrath Bavier von Chur als eidgenösischen Commissar nach dem Tessin abgesandt hat.
Belgien. Brüssel. Die hiesige Zeitung „Nord“ schreibt: Der Ton der letzten versöhnlichen officiellen Mitthellungen der türkischen Regierung dürfte Niemanden irre führen über den Entschluß der Türkei, den Forderungen Europas stets aus- zuweichen. Die Waffenstillstands Frage ist der Prüfstein für die Solididät der Eintracht der
Mächte. Europa muß zeigen, daß es fortan ent⸗ schlossen ist, sein Programm auszuführen; die Türkei wird dann ihr dilatorisches Verfahren auf— geben, welches die Krisis verlängert und verwickel— ter macht.
Großbritannien. London. Das Jour- nal„Le Nord“ constatirt eine Wendung in der Lage der Dinge, nachdem die„Times“ sich für den russischen Waffenstillstands-Vorschlag aus— gesprochen und den Türken angerathen habe, den- selben anzunehmen. Neue Schritte der Mächte in diesem Sinne gegenüber der Pforte seien zu gewärtigen. Uebrigens hätten die Anschauungen der Mächte in dieser Frage niemals so weit differirt, wie die verschiedenen Zeitungen behauptet haben. Der„Nord“ dementirt die Nachricht, daß England und Frankreich den Vorschlag einer eventuellen gemeinsamen Flotten Demonstration zurückgewiesen hätten.
— 18. Oct. Das von Wien aus verbreitete Gerücht, wonach England der Pforte bereits mili— tärische Unterstützung zugesichert habe, wird von informirter Seite als unrichtig bezeichnet, die englische Regierung steht noch immer in diploma⸗ tischen Verhandlungen, welche zu einer Widersacher— schaft gegen die bisher gemeinschaftlich mit ihm handelnden Mächte nicht berechtigen.
— 19. Oct. Die sensationellen Gerüchte über die bevorstehende Sendung des Generals Napier of Magdala mit Truppen nach Aegypten, sowie über Pläne zur Vertheidigung Konstantinopels sind durchaus unbeglaubigt. Ein Zusammentritt des Ministerconseils, vor welchem solche Maß nahmen überhaupt nicht in Angriff genommen werden, hat nicht stattgefunden. Die„Times“, welche diese Gerüchte reprodueirt, bezeichnet die selben eben als verfrüht und unglaubhaft. Eben⸗ deßwegen sind auch die Wiener sensationellen Mel- dungen über den beabsichtigten Ankauf der türkischen Panzerschiffe Seitens Englands, sowie ähnliche Nachrichten als Combinationen anzusehen. That sächlich ist nur die Meldung des„Büreau Reuter“, wonach die nach Indien gehenden Truppen an- gewiesen sind, bis auf Weiteres in Gibraltar und Malta zu bleiben.
— 19. Oct. Die„Times“ glaubt, eine bloße Gefahr für die Türkei sei nicht darnach angethan, Englands Vorsichtsmaßregeln zu beschleunigen, und Parlament und Land wollen keinen Krieg für die Unterstützung der Türken. Es wäre strafbare Thorheit, Blut und Geld dafür zu verwenden.
— 19. Oct.„Lloyds“ und andere Versicher⸗ ungs-Gesellschaften beanspruchen im Hinblick auf etwaige Kriegs- Eventualitäten bei Versicherung von Schiffen, die zwischen England, dem Orient und Australien fahren, eine Zuschlags⸗Prämie von 5 Schilling pr. 100 L. Versicherungs Summe.
Manchester. Eine Versammlung der Baum- woll⸗Industriellen von Nord- und Nordost-Lanca⸗ shire beschloß, die von den Arbeitnehmern der Baumwoll- Industrie dieses Bezirks gemachten Vor- schläge zurückzuweisen und die Fabriken am 24. Oct.
zu schließen; durch Ausführung dieses Beschlusses würden 80,000 Arbeiter brodlos werden.
Spanien. Madrid, 18. Oct. Vorgestern überreichten hier die Vertreter Englands und Frankreichs Noten ihrer Regierungen, worin die— selben gegen die ihren Nationalen in Cuba be— reitete Situation protestiren und zwar aus Anlaß der durch den Zusatz zu dem deutsch⸗-spanischen Handels⸗Vertrage vom 24. Juni 1863 den Deut- schen gewährte Exemption von der Kriegssteuer.
Italien. Rom, 19. Oct. Der„Diritto“, anknüpfend an die in letzter Zeit stattgefundene lebhafte Discussion zwischen italienischen und österreichischen Blättern, glaubt nicht, daß die— selbe die Herzlichkeit der zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn bestehenden Beziehungen stören könnte, die durch den Vertrag vom 3. Oct. 1866 inaugurirt und durch die Besuche der Souveräne bekräftigt worden. Da jedoch die öffentliche Meinung bei lebhafter Verfolgung dieser Frage zu einer falschen Auffassung geführt werden könnte, so, sagt„Diritto“, sei es sicher, den bei der Regierung und der ungeheuren Majorität des Landes vorherrschenden Gedanken zu interpretiren, wenn es an den Patriotismus der italienischen Presse appellire, damit sie die Polemik einstelle, welche keine guten Resultate habe und unter den gegenwärtigen Verhältnissen Europa's den wahren Interessen schaden könnte, deren Huter die Regierung sei.
Türkei. Constantinopel, 17. Oct. Der gegen Peko Pavlovie entsendete Sachir Pascha hat die ihm gegenüberstehenden feindlichen Streit— kräfte zurückgeschlagen und Bilek entsetzt.
— Derwisch Pascha meldet, er habe am 14. Octbr. ein montenegrinisches Grenzdorf bom— bardirt und sich dann in sein Lager zurückgezogen.
Montenegro. Cettinje, 17. Oct. Die Insurgenten der Distrikte von Ljubinje und Neve— sinje haben sich von Montenegro losgesagt und sind zu ihren Heimstätten zurückgekehrt. Der General⸗Gouverneur der Herzegowina hat befohlen, den Insurgenten die Rückkehr nach dem Popovo⸗— Bezirke zu erleichtern. Die türklischen Streitkräste in der Herzegowina betragen nunmehr 36,000 Mann.— Nachträglich wird constatirt, daß in dem letzten Kampfe bei Maljat nicht nur Djela-⸗ leddin Pascha, sondern auch Abdi Pascha gefallen ist.
— 18. Oct. Aus Cattaro wird der„Pol. Corr.“ gemeldet, daß Osman Pascha heute in die Kriegsgefangenschaft nach Cettinje zurückkehre.
Serbien. Belgrad, 18. Oct. Ueber die Zuzüge russischer Freiwilligen nach Serbien sind Nachrichten aus Widdin eingetroffen, nach denen in der letzten Woche 250 Russen über Turn Severin nach Serbien gegangen sind und andere 240 Mann dort angekommen waren, um an Bord des Dampfers„Deligrad“ sich nach Belgrad zu begeben.
— Die„Pol. Corr.“ schreibt von hier, daß vom Krlegsschauplatze verschiedene für die Serben siegreiche Gefechte gemeldet seien.


