Deutsches Reich.„ Darmstadt. Das Großberzogliche Regier⸗
ungsblatt Nr. 17(Schluß) enthält:
VIII. Cibeilung von Erfindungspatenten.
IX. Namensveränderungen.
X. Diensinachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog baben Allergnädigst geruht: am 15. Januar den auf die Schulstelle zu Böastadt präsentürten Schul ⸗ lebrer Volk zu Nieder Flotsiadt für diese Stelle zu be⸗ stäungen; an demselden Tage dem Schullehrer Veiter zu Groß Bieberau die 2. Schulstelle zu Nieder-Modau, am 19. Jan. dem Schullebrer Leithäuser zu Groß-⸗Linden eine Schulstelle zu Butzbach, am 20. Jan. dem Schullehrer Dieht zu Betzenrod die 2. Schulsielle zu Kelsterdach zu
übertragen; an dems. Tage den auf die Schulstelle zu Zell präsentirten Schulverwalter Schäfer aus Albach zu destälngen; an dems. Tage dem Schulverwalter Weber aus Heubach die 3. Schulstelle zu Kesterbach zu uͤder⸗ tragen; am 24. Jau. den auf die Schulstelle zu Gütters⸗ bach präsentirten Schullehrer Selzer zu Kailvbach zu be⸗ tätigen; am 26. Jau. dem Schullehrer Aubel zu Rödgen eine Lebrerstelle zu Gießen, am 5. Febr. dem Schulbver⸗ walter Wetterrolh aus Griesheim die 5. Schulstelle zu Griesheim, dem Schulverwalter Seibert aus Semd die 6. Schulstelle zu Griesbeim, dem Schullebrer Wegerich zu Vendersbeim die 5. Schulstelle zu Bürstadr, am 7. Fehr. dem Schullehrer Dir zu Spiesheim die 6. Schulstelle Ju Bürstadt zu übertragen; am 11. Febr. den auf die Schul⸗ stelle zu Ober⸗Klingen präsentirten Schulverwalter Kraft aus Ober⸗Kiingen zu desäntgen; am 17. Febr. dem Pfarr- amis⸗Candidalen Dr. Buchhold aus Ossenbeim eins Lehrer— stelle zu Gießen, am 18. Fedr. dem Schullehrer Merz zu Armsbeim die Schulstelle zu Fücseld, dem Schulverwalter Hosmann zu Klein-Krotzenvurg die Schulstelle zu Erbach zu übertragen; am 22. Febr. den Haup!⸗Steueramis⸗ Assistenten Müller zu Gießen zum Calculalor bei der Ober⸗Steuer⸗Direction zu ernennen; am 25. Febr. dem Schullehrer Lede zu Lang⸗Göns eine Lebrer⸗ Stelle zu Gießen, am 28. Febr. dem Schulvetw. Spreng aus Unter- Schönmatlenwaag die Schulstelle zu Bobstad: zu übertragen.
XI. Covaraketertbeilungen.
XII. Dienstenilassung.
XIII. Ruhestandsversetzungen.
XIV. Co curteuz⸗Erössnungen. Erledigt sind: die 21 Mitgliedern verwiesen.
Stelle eines Obertebters an der Mittelschule für Mädchen zu Darmstadt Rekioralsdergütung, und Wobnungsvergütung für den verheiratheten Lehrer 342 M., für den unverheiratheten 172 M.; die Stelle eines Oderledters an der Knaven⸗ schule zu Darmstadt, Gehalt 17152400 M., 515 M. Oberlehrer-Vergütung und Wohnungsvergütung wie zu Nr. 1; die Stelle eines Lehrers an der Mittelschule zu Darmstadt, Gehalt 1715— 2400 M., Wohnungsvergütung wie zu Nr. 1. Die Concurrenz Eröffnung in Nr. 4 des Reg. ⸗Bl. wird zurückgezogen, diejenige in Nr. 7 wie vor⸗ sleht wiederbolt; eine Lehrerstelle an der Schule zu Lampert⸗ beim, Ansangsgehalt 942 M. 86 Pf., der sich auf 1371 M. 43 Pf. erbögt. Dem Lehrer kann die Obeslehrerstelle an der evangelischen Schule zu Lampertheim übertragen werden, mit welcher eine Remuneration von 544 M. 30 Vf. ver⸗ bunden ist; die 2. Schulstelle zu Aliteim, Gehalt 771 M. 43 Pf.; die 4. Schulstelle zu Groß Bieberau, Gebalt 771 M. 43 Pi. die Schulstells zu Lndwigsböbe, Gehalt 685 M. 71 Pf.; drei Lebrerstellen an der Schule zu Pfunastadt Gehalt 942 M. 85 Pf., welcher dis zu 1714 M. 28 Pf. sieigen kannz: die 1. Schulstelle zu Horrweiler, Gehalt 685 M. 71 Pf.
XV. Slerbejälle. Gestorben sind: am 4. Febr. der Schullehrer Ackermann zu Gronau; am 5. Febr. der Kreisairzt Geromont zu Seligenstadt; am 6. Febr. der Schullebrer Heyl zu Volxsheim; am 12. Febr. der Steuer, rath Schuster zu Gießen; am 19. Febr. der Rentamts⸗ diener Gröninger zu Grünberg; am 21. Febr. der Kreis— diener Baillet zu Mainz; am 22. Febr. der Oberstabsarzt
genehmigte bis Capitel 127 Titel 3 alle Positionen. Ein auf Veteinfachung und Decentralistrung in der Verwaltung. der Museen abzielender Antrag Mommsen's wurde angenommen.— 17. März. Das Haus erledigte den Rest des Cultus-Etate und die an die Budget- Commission verwiesenen Etats Titel des Handelsministeriums, indem es alle Positionen genehmigte. Die Anträge, be“ züglich Errichtung einer polytechnischen Hochschule und Gründung von Lehrinstituten für das Berg- und Hüttenwesen, sind u. 4. ebenfalls angenommen.
— 17. März. Das Abgeordnetenhaus ge- nehmigte in einer Abendsitzung alle übrigen an die Budget-Commission verwiesenen Etats Titel nach den Anträgen der Commission, lebnte den Antrag auf angemessene Erhöhung des Communal- Zuschusses für Elbing im Etat des nächsten Jahres ab und genehmigte endlich die Etats für das Abgeordnetenhaus und das Herrenhaus. Damit ist die zweite Lesung des Etats erledigt. 18. März. In der beutigen Sitzung des Abge⸗ ordnetenhauses stand zunächst die Interpellation des Abgeordneten v. Heereman betreffs des Ver; fahrens der Regierung zu Münster hiusichtlich der Benutzung der vortigen früher von den Capu⸗ zinern und Franziskanern junegehabten Gebäude auf der Tagesordnung. Die Interpellation fand vorläufig durch eine Erklärung des Cultus Ministers ihre Erledigung, wonach in der fraglichen Ange- legenheit bereits Recurs bei dem Minister des Innern eingelegt und Bericht vom Oberpräsidenten erfordert sei; nach dessen Eingang die definitive Beantwortung der Interpellation erfolgen solle. Hierauf wurde die Städteordnung längerer Be— rathung unterzogen und an eine Commission von
— Nach einer Mittheilung wird der Kaiser
Gehalt 1715-2400 M., 515 Pt. für] von Brasilien und seine Gemahlin, nach einem
Besuche der Weltausstellung in Philadelphia, Ende Juni nach Europa kommen und zunächst die nordischen Höfe in Kopenhagen, Stockholm und St. Pertersburg besuchen; darauf wird in Berlin ein Besuch gemacht. Von Berlin soll die Kaiserin nach Karlsbad gehen, um dort eine Kur zu brauchen, wädrend der Kaiser unterdessen eine Reise nach Jerusalem unternimmt.
— Bei Halle ist am 14. d. der erste Spaten stich zur Herstellung der unterirdischen Telegraphen- linie Berlin-Halle erfolgt.
— Wie die„Post“ vernimmt, ist der Bot— schaftsratb von Alvensleben in Petersburg zum General⸗Consul dee Deutschen Reiches in Bukarest ernannt worden.
München. Der König genehmigte eine neue Formation des Kriegs-Ministeriums, wodurch das selde, wie das preußische Kriegs Ministerium, in sieben Abtheilungen gegliedert wikd.
Stuttgart. Die Stände Versammlung ist für den 28. März einbetufen.
Ausland.
ee eee 3 Oesterreich Ungarn. Wien. Der Darmstadt. Die erste Kammer ist auf den Insurgentenführer Ljubobratic ist nebst seinem 21. d. M. zusammenberufen Auf der Tages- Generalstab nach Triest abgeführt worden.
ordnung stehen diejenigen Gegenstände, welche neulich bei der zweiten Kammer ihre Erledigung gefunden haben, also namentlich die Erwerbung der Oberhessischen Eisenbahnen durch den Staat, der Ankauf des Gebäudes der Bank für Handel und Industrie, die provisorische Erhöhung der Gehalte der hessischen Beamten und Bediensteten der Main-Neckar⸗Bahn um ein Sechstel während der laufenden Budget-Periode und die nachträg— liche Vergütung von Kriegs-Leistungen für Süd- Hessen. Die Kammer wird voraussichtlich diese Gegenstände in einer einzigen Sitzung erledigen.
— 16. März. Landes⸗ Synode. Die Synode ertheilte dem Entwurf eines Kirchen ⸗Gesetzes, die Abänderung der Verordnung vom 8. Sept. 1843 über die Errichtung einer allgemeinen geistlichen Wittwen⸗Casse betreffend, mit wenigen unterge- ordneten Modisicationen ihre Zustimmung.— 17. März. Die Synode nahm den Antrag Rieger's wegen der Handhabung einer strengeren Sonn- tagsfeier an und vertagtt sich hierauf.
Berlin, 16. März. Das Abgeordnetenhaus setzte die Berathung des Cultus-Etats fort und
— Oesterreich und Rußland richteten gemein! sam eine letzte Verwarnungs- Note an Serbien, in welcher sie die Einhaltung einer conservativen Politik verlangen.
Frankreich. Paris. Die Linken bereiten einen Gesetzentwurf vor, durch welchen der Be⸗ lagerungszustand nicht am 1. Mai, wie schon früher entschieden worden, sondern sogleich aufge- hoben werden soll; sie werden denselben jedoch nicht einbringen, ohne sich zuvor der Zustimmung der Regierung vetsichert zu haben.
Versailles, 18. März. In der heutigen Sitzung der Kammer brachte der Deputirte Floquet einen Antrag auf sosortige Aufhebung des Be⸗ lagerungszustandes ein. Die Dringlichkeit wurde mit großer Majorität votirt. Der Finanzminister beantragte einen Credit von 1,750,000 Francs für die Ueberschwemmten. Die Seine ist ein wenig gefallen.
Belgien. Brüssel. Die„Etoile belge“ meldet: Das Consortium von Banquiers, welches
regeln in Erwaͤgung, welche einer finanzielle 1 Catastrophe vorbeugen sollen. 9 14 ö — Dem Vernehmen nach ist vom Minister rathe der Beschluß gefaßt, im Laufe der Woche bei den Kammern einen Gesetzentwurf einzubringen, wodurch die Regierung ermächtigt wird, die Gelder für die von der Société pour la construction des chemins de fer auf Rechnung des Staates aus, geführten Eisenbahn Strecken nicht erst nach Ab: lauf der vereinbarten Frist, sondern sofort an diet Gesellschaft auszuzahlen; die betreffende Summe beträgt 12. Mill. Fre. Ferner hat das Mini- sterium Maßregeln in Vorschlag gebracht, um det Banque de Belgique, welche Gläubigerin det Société pour la construction it, zu Hülfe u kommen. Großbritannien. London, 17. März, Das Unterhaus beschloß nach lebhaster, 6 Stunden! währender Debatte mit 305 gegen 200 Stimmen, hinsichtlich des Gesetzentwurfs, welcher die Königin] ant, ermächtigt, den Titel als Kaiserin von Indien ae anzunehmen, zur Discussion der einzelnen Para— zulch de graphen überzugehen. Damit war die Verwerfung e des von Hartington Namens der liberalen Partel brantragten Amendemenks, welches eine Mißbillig:. ung des Titels„Kaiserin“ enthielt, ausgesprochen,“ Spanien. Madrid, 18. März. Dit Cortes haben nach lebhafter Debatte mit 2756 gegen 30 Stimmen die vorgeschlagene Adresse an den König angenommen. — 18. März. Der König wird heute Abend hier eintreffen. Die Minister werden ihn im Escurial erwarten. Italien. Rom, 16. März. Sitzung der Deputirtenkammer. Minghetti gibt ein Expose über die Finanzlage. Er erklärt: der Rechnungs: schluß pro 1875 ergab in Folge von Ersparungen und Mehr-Eingängen an Steuern eine Besserung von 50 Millionen gegenüber dem Voranschlage. In Bezug auf 1876 wird der Schatzdienst, ohne von der Kammer irgendwelche Maßnahmen zu verlangen, anstandslos versehen werden und wird 1876 trotz mehrfachen im Budgek nicht vorge⸗ sehener Mehrausgaben, insbesondere für Bau von Eisenbahnen, mit einem Ueberschuß von 10 Mill. abschließhen. Das Budget für 1877 weist in Einnahme 1305, in Ausgabe 1290 Millionen, somit 15 Millionen Ueberschuß auf, wobei die Amortisirungen und Eisenbahn-Bau- Auslagen im Budget schon inbegriffen sind.
— 18. März. Sitzung der Deputirtenkammer, 8 5 Auf die Interpellation Morana's wegen unge? 0 rechter Ethebung der Mahlsteuer erwiedert Ming 11 hetti: Die Regierung studire bereits verbesserte
Mittel und Wege zur Erbebung der Mahlsteuer, 5 den die sich gegenwärtig dem Maximal Erteagnisse von 90 Millionen Lire nähere. Morana erklärt, J Waelen
daß ihn die Antwort des Ministers nicht beftiedige ders und beantragt eine Motion, wonach die Kammer die Ueberzeugung hege, daß das Ministerium in Anwendung des Mahlgesctzes die Steuerpflichtigen“ ungerecht belaste. 1 Serbien. Belgrad. In Folge der jüngsten Minister-Conferenz ist eine Cabinets⸗Krisis einge⸗ f treten und steht ein Wechsel des Ministeriums in 5 1
Aus scht. — Wie von bestunterrichteter Seite mitge— theilt wird, entbehren die Meldungen verschiedener Blätter von dem Bestehen einer Coalition Serbiens mit Montenegro, Rumänien oder Griechenland zum Zwecke eines Angriffs Krieges gegen die 7 Türkei der thatsaͤchlichen Begründung. Ne e. — Von bestunkerrichteter Wiener Seite werden un 10 die Gerüchte über den angeblich bevorstehenden tragen;
Einmarsch serbischer Truppen in türkisches Gebiel] Fan als vollständig unbegründet bezeichnet; vielmeht fene sei es den Bemühungen der Mächte gelungen, 0 a eine derartige Gefahr zu beseitigen. Lie.
Rumänien. Bukarest. Die Neuwahles für den Senat sind auf den 7., 9. und 11. April auberaumt. 1107
Griechenland. Atben Der Justiz?“ 5 Minister hat sich in Folge der von ihm ve fügten t 8. Anstellung eines Richters, dessen Person zu Be⸗
lunge ssen
scheitert.
der Belgischen Bank Hülfe bringen wollte, ist ge⸗ Der Minister Rath zog gestern Maß-
denken Anlaß gab, gezwungen gesehen, seine Ent. lassung zu geben. Einen Bruch mit der Partei 1


