Sonntag den 22. ds. Mts.
Ball
im Hessischen Hof in Butzbach.
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Während des Friedberger Pferde⸗- Marktes erlauben die Gebrüder Kaufmann& Mayer aus Frankfurt und Leiters⸗ hausen mit einem Transport Pferde sich bestens zu empfehlen. 3356
3374 i Nr. 105. (Landwirthsch. Literatur.) e ieee i
Von Ferd. Knauer, Mitglied des deutschen Landwirthschaftsrath, ist eine kleine Broschüre, betitelt„Ueber die neuen landwirthschaftlichen Feuer- Versicherungs-Verbände im Anschluß an die Magdeburger Gesellschaft“, Halle a. S. bei Hendel, erschienen, welche Licht über diese Unternehm⸗ ungen verbreitet. Wir lassen den Eingang folgen:
„Vor wenigen Tagen trat ein Landwirth an uns heran, um guten Rath in einer Feuer- Versicherungs⸗Angelegenheit von uns zu erbitten. Der Mann zeigte uns einen Vertrag vor, den der Magdeburger General- Agent, Herr Otto Bandhauer, für den in Gründung begriffenen laudwirth— schaftlichen Feuer⸗Versicherungs⸗Verband Merseburg mit ihm habe abschließen wollen.
Auf die Entgegnung des Landwirths, daß er den Vertrag doch erst prüfen wolle, ehe er unterschrieb, ist Herr Otto Bandhauer dringend geworden und hat ohngefähr Folgendes geäußert: Was wollen Sie sich da noch lange besinnen, sehen Sie sich doch die Namen der unterschriebenen Herren an und wenn Sie Brandschaden haben, so wird dieser von einem Verbandsmitgliede regulirt, den Sie sich als Vertrauensmann selbst wählen; wenn gute Geschäfte gemacht werden, so bekommen Sie Prämiengelder wieder heraus; das sind Vortheile, die Ihnen keine andere Gesellschaft bieten kann ꝛc. Sobald Sie den vorliegenden Vertrag unterschrieben haben, ernenne ich Sie sofort zu unserm Vertrauensmanne für die hiesige Gegend.
Auf die Frage des Landmannes, was er denn nach dem unfichtbaren, im Vertrage erwähnten Tarife für seine Versicherung zu zahlen haben würde, äußerte Herr General-Agent Bandhauer zum Fenster hinausblickend: nun, mit 1,1% denke ich Ihre ganze Versicherung zu machen. Der be— treffende Landwirth biß aber auf all den Köder nicht an und Herr Bandhauer mußte unverrichteter Sache bis auf Weiteres abziehen.
Als wir nun den uns übergebenen Vertrag prüften, fanden wir ein kluges Machwerk, so fein erdacht, daß es seinem Schöpfer als klugem Geschäftsmann für sein Geschäft alle Ehre macht.
Der- Vertrag ist aber einseitig, weil nur zum Nutzen der Magdeburger Gesellschaft konstruirt und erscheint als eine feine Spekulation auf die Gutmüthigkeit oder Leichtgläubigkeit der Landwirthe, denn er stipulirt eine Menge Scheinvortheile, alle zu Gunsten der Landwirthe und den materiellen Nutzen aus dem ganzen Geschäfte behält die Magdeburger Feuer-Versicherungs⸗Gesellschaft für sich allein; dafür übernimmt sie aber auch allein die Gefahr, welche, wie wir später nachweisen wollen, nicht vorhanden.— f
Der eine Kontrahent, die Landwirthe, haben die Pflicht zu zahlen und zwar nach dem hier
angeführten Tarife des Versicherungs-Verbandes, der aber mindestens eben so hoch ist, als der jeder“
anderen soliden Actien⸗Gesellschaft.
Der andere Kontrahent, die Magdeburger Gesellschaft, nimmt das Geld, verwaltet es, nimmt den Verdienst für sich und dies alles unter so drückenden Verhältnissen für die Kontrahenten, daß man sich als Dorfbewohner fragen muß, ob es nöthig ist, daß die Landwirthe sich 1876 von einer Gesellschaft Solches bieten lassen müssen.
Dies alles wollen wir hier aus der Rezenston der einzelnen Paragraphen des Vertrages be⸗ weisen, vorweg aber müssen wir erst die Entstehungsgeschichte desselben etwas beleuchten, denn diese wirft lange Schlagschatten auf die Magdeburger Gesellschaft.
Im deutschen Landwirthschaftsrathe war die Feuer-Versicherungsfrage schon vor mehreren Jahren als reformbedürftig erwähnt, aber wegen dringender anderer Vorlagen zurückgestellt, bis in der vor— jährigen Sitzung der Sache näher getreten und die Behandlung dieser landwirthschaftlich recht wich— tigen Frage beschlossen wurde. Alles dies hat natürlich die kluge Magdeburgerin erfahren und nun gesucht ein fait accompli zu schaffen und auf 12 resp. 18 Jahre die Landwirthe Deutschlands an ihre Ferse zu ketten und für ihre Zwecke auszunutzen.
Zur gleichen Zeit im Herbst v. J, sind auf Veranlassung der hessischen Centralstelle für Land wirthschaft, wie verlautet vornehmlich des Herrn von Rabenau, die Vorstände der landwirthschaft— lichen Vereine zu Gießen zusammengetreten, um Reformen im Feuer-Versicherungswesen zu berathen. Im weiteren Verlaufe der Sache nahmen diese Verhandlungen eine feste Gestalt an, indem der Ver⸗ band deutscher Feuer-Versicherungs-Gesellschaften mit der Centralstelle in Hessen über die Anforder⸗ ungen der Landwirthe in Verhandlungen trat; zu diesem Verbande gehörte auch die Magdeburgerin, sie wohnte den Berathungen des Verbandes am 25. Februar d. J. durch ihren Delegirten bei, behielt sich jedoch ihr Votum vor—
Der Verband beschloß die seit der Zeit bekannt gewordenen Versicherungsbedingungen, lehnte es aber ab, auf eine schiedsrichterliche Erledigung der rechtlichen Streitfragen bei Brandschäden ein— zugehen, sondern den Rechtsweg, als im beiderseitigen Interesse liegend, beizubehalten. Dies alles sollte eine Commission näher präzisiren.
Die Magdeburgerin wurde mit in diese Deputation gewählt, sie lehnte aber am 7. März diese Wahl ab, ohne dem Verbande anzuzeigen, daß sie bereits am 5, März einen Vertrag mit mehreren hessischen Landwirthen zur Stiftung des Versicherungs-Verbandes„Mittelrhein“ ab—
Freitag den 20. Oktober 1876. 7. Vorstellung im 1. Abonnement. Erstes Auftreten der Frl. Schaufler vom Stadtt 1 Jin Freiburg. Die Gebieterin von St. Tropez,
Die Giftmischerin. Schauspliel in 5 Acten von Lambert, un zahlreichen Besuch bittet
Militär- und Veteranen⸗ (Krieger⸗) Verein.
3351 Samstag den 21. d.,
Generalversammlung im Henn'schen Locale. Tagesordnung: Neuwahl des Vorstandes.
Präsident.
1 5 ö 0 Theater in Friedberg. Im Saale zu den ehemaligen 3 Schwertern. e
oder: 10
336 A. Maurer, Direktor.
Abends präcis 8 Uhr
Ludwig Groß,
Montag den 23. Oktober, Abends 7 Uhr
3379 Ball im Hotel Trapp. Koscheres Essen 3358 bei Wittwe Butzbach,
Usagasse.
Holländische
Blumen⸗Zwiebeln
3381 bei Jacob Herrmann, Kaiserstraße Nr. 62.
Mehrere hundert Ctr. Dickuurz
3369 hat zu verkaufen Jos. Oberländer.
Angekommen
3375 eine große Parthie längliche Fässer, vorzüglich sich zu Pfuhlfässern eignend, bei zeorg Groß.
Minterschuhe und Stiefel
3377 in großer Auswahl wieder vorräthig, ebenso französische Holzschuhe mit Leder und warm gefüttert empsiehlt billigst Heinrich Diehl, Usagasse.
Friedberger Pferdemarkt⸗Loose
3376 find noch zu haben bei Ph. Dan. Kümmich.
Einen guten Kochofen
und einen Herd hat zu verkaufen 362 Joh. Fillmar Wittwe.
Aufforderung.
3359 Alle Diejenigen, welche noch mit Holzgeldern an die Gemeindekasse Stammheim im Rückstand sind, werden aufgefordert, solche längstens bis Ende d. Mts. zu entrichten, als die Säumigen sonst Kosten zu erwarten haben.
Stammheim am 16. Oktober 1876.
Schenk, Gemeinde-Einnehmer. Neue Kastanuien 3370 bei
Wilhelm Fertsch.
Heinrich Diehl in Friedberg, Usagasse,
3378 empfiehlt sein großes Lager in allen Sorten Strick⸗
und Terneauy- Wolle, sowie gestrickte Kinderkleidchen,
Strümpfe u. Socken, das Reueste in Baschliks, Seelen⸗
wärmern, Winterhandschuhen, wollenen Unterjacken und Hemden und dergl. mehr zu den billigsten Preisen.
3374 Von dem beliebten Grün ⸗Java⸗Kaffee,
à Mark 1. 20, empfing wieder nene Sendung in durchaus reinschmeckender Wagre— Wilhelm Fertsch.
geschlossen hatte.— Wir referiren diese Thatsachen als in den betreffenden Kreisen notorisch bekannt.“ (
Verantw. Red.: Carl Bindernagel. Druck und Verlag von Carl Bindernagel.
serzu Praktischer Rathgeber Nr. 10.)
Kirdberger Pferdemarkt
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