1
*
1
wegen Majestäts Beleidigung zu dreimonatlichem Gesängniß.(Der Genannte hatte in dem von ihm redigirten Blatte denselben Artikel der„Ger— mania“ abgedruckt, wegen dessen der Redacteur dieser Zeitung jüngst in Berlin freigesprochen, der Abgeordnete Rittler aber in Würzburg zu sechs⸗ monatlichem Gefängniß verurtheilt wurde.)
Würzburg. Redacteur Rittler ist vom Schwurgericht wegen Majestäts Beleidigung zu sechsmonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt.
Karlsruhe, 14. Oct. Die General⸗Synode hat einen Antrag des Stadtpfarrers Schellenberg von Heidelberg angenommen, wonach das Refor- mationssest und der Bußtag als allgemeine pro- testantischt Feiertage in allen evangelischen Kirchen an denselben Tagen und zwar an Sonntagen zu feiern sind.
Straßburg. Die Erd⸗Arbeiten zum Bau des dreizehnten Forts am oberen Rhein beim Altenheimer Hofe sollen noch in diesem Jahre in Angriff genommen werden, nachdem nunmehr auch die neuangelegte Militär-Straße durch den Rhein— Wald zwischen Fort Werder und dem Altenheimer Hof fertiggestellt worden ist. Die Special-Entwürfe sind vom Kriegs⸗Ministerium genehmigt und die auszuführenden Arbeiten im Wege der Submission an ein Consortium vergeben worden; es wird nur noch der Eingang der Bestätigung des be— treffenden Contractes abgewartet, um den Bau ungesäumt zu beginnen. Durch die Anlage dieses Forts soll die Verbindung mit den rechtsrheinischen Forts hergestellt werden. Letztere sollen in diesem Jahre bis auf den inneren Ausbau beendet werden.
Ausland.
Belgien. Brüssel. Bei der Wiederer⸗ öffnung der Universität Löwen betonte der Rector in seiner Ansprache, daß die Katholiken das tiefe und unüberwindliche Vorgefühl der bevorstehenden Leiden eines brudermörderischen Kampfes hätten; er rieth der studirenden Jugend, sich dafür bereit zu halten.
Türkei. Constantinopel. Der„Pol. Corr.“ wird aus Cattaro gemeldet: Der Kampf bei Spuz am 9. d. lief für die Montenegriner ungünstig aus; die Türken drangen eine halbe Meile nördlich von Spuz vor, bemächtigten sich der auf den Anhöhen befindlichen Positionen der Montenegriner, woselbst sie sich sofort verschanzten. Ebenso haben sich die Türken bei Klobuk, Zas lap und Grancarevo stark verschanzt und ihre Verbindung nach Trebinje hin gesichert; hier haben die beiden Theile ihre früheren Stellungen auch jetzt noch inne.
— 12. Oct. Die Pforte hat Waffenstillstand bis zum 15. März beantragt und gleichzeitig an die Großmächte das Ersuchen gerichtet, betreffs Regelung der einzelnen Punkte ihrerseits Offiziere zu delegiren; die türkischen Befehlshaber werden beauftragt, sich mit letzteren, sowie mit dem ser⸗ bischen und montenegrinischen Truppenführern in Einvernehmen zu setzen. soll auf Grundlage des derzeitigen Besitzstandes festgellt werden, doch wäre die türkische Regierung bereit, ihre Positionen auf serbischem Gebiete zu räumen, falls man sich von serbischer Seite ver— pflichten würde, dieselben nicht zu besetzen.
— 13. Oct. Die Pforte hat den hiesigen Vertretern der fremden Mächte eine Mittheilung zustellen lassen, worin die neu zu begründenden Institutionen der Türkei aufgezählt und entwickelt werden. Eine gesetzgebende Versammlung, gewählt von den Einwohnern der Hauptstadt und den übrigen Verwaltungsbezirken, soll alljährlich drei Monate in Constantinopel tagen, um das Reichs: budget und die Steuern festzustellen und neue Gesetzentwürfe zu berathen. Außerdem soll eine andere Versammlung mit dem Wirkungskreise eines Senates geschaffen werden. Gegenwärtig arbeitet eine Commission hoher mohamedanischer und christ⸗ licher Würdenträger unter dem Vorsitz von Midhat Pascha ein Gesetz aus, wodurch die Functionen obiger beiden großen Körperschaften näher bestimmt werden. Die Commission ist ferner mit der Be— rathung eines Gesetzentwurfs beschäftigt, betreffend
die Reorganisation der Provinzial Verwaltung. Baschi⸗ Bozuks Die Reorganisation wird alle Bestimmungen des haben wird.“
beits-Kämpfer in Belgrad verkehren, hat sich der Die Demarcations-Linie Polizei-Präfect der Residenz genöthigt gesehen, in
Gesetzes über die Vilapets zur Ausführung bringen und ferner darauf abzielen, das Wahlrecht in großem Maßstabe auszudehnen. Die General- räthe der Provinzen sollen die Ausführung der gesetzlichen Bestimmungen überwachen. Während der Zeit, in welcher die Generalräthe nicht ver⸗ sammelt sind, sollen die Executivbeamten durch Ver⸗ waltungsbeamte überwacht werden, welch letztere gleichwie die Generalräthe von der Bevölkerung gewählt werden. Schließlich wird in der Mit⸗ theilung an die hiesigen fremden Gesandten be— merkt, daß die in obiger Weise beabsichtigten Institutionen den bezüglichen Wünschen der Mächte entsprächen, Garantien für eine gute Verwaltung darböten und eine gründliche Besserung derselben herbeiführen würden.— Die Seitens der Pforte aufgestellten Bedingungen für den Waffenstillstand sind folgende: Es soll verhindert werden, daß die gegenwärtig im Besitze der türkischen Armee be— findlichen Positionen von den Serben wleder be— setzt werden; jede Einfuhr von Waffen und Munitlon in die beiden Fürstenthümer ist zu untersagen, deß⸗ gleichen der Zuzug von Freiwilligen aus dem Auslande wirksam hinanzuhalten; der serbischen und montenegrinischen Regierung soll untersagt werden, den benachbarten aufständischen Provinzen irgend welche Hülfe zu leisten.
— 13. Oct. Nach Privat- Berichten zeigte sich die türkische Regierung bei ihren Mittheilungen an die dortigen Botschafter der Mächte sehr ent— gegenkommend. Danach bestätigt sich auch, daß die Mächte von der Pforte ersucht worden find, Commissäre zu ernennen, welche die Demarcations“ Linien der Armeen während des Waffenstillstandes zu bestimmen hätten; letzteren würde die türkische Regierung sogleich nach Ernennung der Commissäre eintreten lassen. Die bereiks oben gemeldeten, in Form von Wünschen und nicht als ausdrück— liche Bedingungen aufgestellten Waffenstillstands- Normen würden nach Auffassung der Pforte die Wirksamkeit des Waffenstillstandes sichern und die Wiederkehr bedauerlicher Zwischenfälle verhüten. Die„Corrsp. Havas“ glaubt zu wissen, daß in Folge der Erörterungen zwischen den Cabinetten der Wunsch der Pforte nach Ernennung von Com- missären erfüllt werden zu wollen scheine. Es habe bereits ein Gedanken Austausch hierüber unter den Mächten stattgefunden und sollten die Militär⸗Attachés bei den Botschaftern in Constan- tinopel als Commissäre designirt werden. Der „Moniteur“ erachtet die von der Pforte bezüglich des Waffenstillstandes gestellten Bedingungen für sehr verständig; das Resorm-Programm derselben scheine darauf angelegt, den früher von den euro— päischen Mächten geäußerten Wünschen und Vor⸗ schlägen Rechnung zu tragen, und verdiene dem⸗ nach eine ernstliche und wohlwollende Prüfung.
Serbien. Belgrad. Angesichts der vielen russischen Gäste, welche als Volontärs und Frei⸗
einem öffentlichen Circular Frauen und Mädchen zu warnen, sich nach Einbruch der Dämmerung auf die Gasse zu wagen. Anlaß zu dieser Vor⸗ sicht soll ein Attentat auf die Gattin eines Ministers und die verbrecherische Vergewaltigung eines jungen Mädchens gegeben haben.
Rumänien. Bukarest. Unterm 9. Oct. meldet ein„Times“ Correspondent bezüglich der Einwanderung russischer Freiwilliger:„Gestern passirten 300 Kosaken durch Rumänien auf ihrem Wege nach Serbien. Einhundert von ihnen waren beritten. In Rumänien besteht ein Einfuhr⸗Zoll auf Pferde. Die berittenen Kosaken kamen beim Einrücken in das Fürstenthum in Truppen von 4 bis 5 Mann zu dem Grenz⸗Zoll Amt und be⸗ zahlten den Pferde-Einfuhr-Zoll mit der Ab- machung, daß ihnen das Geld bei der entgegen- gesetzten Grenz Station zurückerstattet werde, eine Verpflichtung, die richtig erfüllt wurde. Dieser Durchzug von 300 Mann und 100 Pferden war ein Versuch. Sein vollständiger Erfolg macht die rumänische Heer Straße frei für eine voll- kommene Kosaken-Horde, welche ihr Glück gegen und Tscherkessen zu versuchen
Nußland. Petersburg. Das von Wiener Zeitungen gemeldete Gerücht, der Kaiser
Stelle als sensationelle Erfindung bezeichnet.
— Es wird immer klarer, daß Sumarokoff in Wien eine ablehnende Antwort auf den Brief des Czaaren erhalten hat. Man schreibt rarüber von hier: Die eigenthümliche Haltung der Presse gegen⸗ über dem doch für Jedermann, der sehen will, klaren Ergebnisse der Misston Sumarokoffs, welches von den russischen Blättern als ein günstiges, erfolg- reiches und zufrledenstellendes bezeichnet wird, erklärt sich dadurch, daß die Regierung Alles auf bietet, damit der Schein nicht aufkomme, als habe ste eine Niederlage erlitten. Es sind in dieser Beziehung bestimmte Weisungen des Fürsten Gort⸗ schakoff sowohl an die Legationen, als an die Behörden im Innern des Landes, die mit der Presse in Berührung stehen, ergangen, in welchen Weisungen der Mission Sumarokoffs Erwähnung geschieht und betont wird, daß die Mittheilungen, welche der General nach Livadia überbracht, den Zar sehr befriedigt haben. In den Blättern spiegelt sich natürlich diese Auffassung par ordre ab.
— 14. Oct. Von Allem, was von Seiten der Regierung, wie von Seiten des Hofes geschieht, deutet Nichts darauf hin, als ob man in diesen Kreisen mit der Eventualität des Zustandekommens eines Waffen⸗
triebenen Kriegs- Vorbereitungen werden dagegen mit jedem Tage offenkundiger. Es gilt dies nicht blos von den militärischen Rüstungen, den fort— gesetzten Werbungen, Bildung ganzer Freiwilligen Regimenter, Ankäufen von Schiffen und Kanonen, Pferde⸗Conseriptionen, der Bestellung von 125 Ctr. Charpie bei einem Frankfurter Hause, u. s. f., sondern auch von finanziellen Maßnahmen behufs der für den Krieg erforderlichen Geld-Beschaffung. Die Berufung des Finanz⸗Ministers Grafen Reutern nach Livadia hängt damit zusammen. Die„Agenee Havas“ meldet denn auch schon von heute: Ruß land hat den Waffenstillstand von 6 Monaten ab- gelehnt und von Neuem verlangt, daß den Krieg⸗ führenden ein Waffenstillstand von 6 Wochen auferlegt werde; es kommt somit auf die der Türkei von England vorgelegten und von den Großmächten unterstützten Vorschläge zurück, und der Pariser „Temps“ schreibt hierzu: Indem Fürst Gortschakoff den sechsmonatlichen Waffenstillstand, der nach seiner Meinung keinen dauerhaften Frieden bringen könnte, verwirft, setzt er die Unmöglichkeit aus- einander, Serbien und Montenegro zu verpflichten, ebenso lange in einer kritischen Situation zu ver⸗ bleiben; er gibt zu bedenken, daß Europa während dieses Zeitraums in Bezug auf Handel und Ver- kehr schwer leiden würde und schließt seine Argu— mentation, indem er sagt, der Waffenstillstand von sechs Wochen könnte verlängert werden, wenn der Gang der Verhandlungen solches als nöthig dar thun sollte. Der„Temps“ glaubt, daß die Türkei Verhandlungen über die Dauer des Waffenstill— standes nicht ablehnen würde; die Pforte habe in London versöhnliche Erklärungen in diesem Sinne abgegeben. 5
Amerika. New⸗Nork, 14. Oct. Nach den jetzt vollständig dorliegenden Wahl- Berichten beziffert sich die Majorität der für die demokratische Partei bei den Wahlen in Indiana abgegebenen Stimmen auf 5000. Die Republikaner haben noch einen weiteren Congreß Sitz gewonnen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 14. Oct. Heute Morgen war großer Butlerstrike auf dem Wochenmarkt. Die Händler forderten M. 1. 60, die Käufer wollten nur M. 1. 30 geben, da es bekannt geworden war, daß die Händler in der Gegend von Reichelsheim und Echzell die Butter zu 80 Pf. bis M. 1. gekauft hatten. Die Marktordnung wurde seitens der Polizei auch etwas strenger gehandhabt, vor 11 Uhr durfte Niemand hausitren gehen, und so kam es denn, daß die Händler mit ihrer nichtverkauften Waare unter ver⸗ schiedenen Drohungen wieder abzogen. Wenn die Käufer auf dem Wochenmarkte jedesmal fest zusammen hallen, so wird der Preis sehr bald nur nach der Nachfrage und nicht wie seither nach dem von den Händlern gemachten Angebot sich richten.
Friedberg, 15. Oct. aber ziemlich schweres Wetter über die Stadt.
Heute Nacht zog ein kurzes Der Blitz
schlug in dem Windecker'schen Hause auf der Kaiserstraße
ein, richtete aber glücklicherweise keine großen Zerstörungen
Stillstanvs auch nur— rechne; die mit Hast be.
beabsichtige abzudanken, wird von unterrichteter
— ä—
fängn Voll 1 M0 Verlei Unlet Dalet, Meine bürger, O. ber L äh schtille Vassel mit 2 Rocklo einen! berküt wißhe welch Die gebre 2
sielle Gem
dei
sch


