1838
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zu werde jedoch nicht eher ruhen, als bis die urch ng der vom humanen Gesichts⸗ punke als nothwendig erkannten Principien voll- ständig garantirt sei.
— 14. November. Sechs Armee-Corps sind mobilisirt worden; der Kaiser ernannte zu Corps⸗ Commandeuren: Fürst Barclay de Tolly, Pimarn (2), Fürst Schachowsky, Baron Krüdener, Ge⸗ neral Wanowsky und General Redecky. Die Süd Armee erhielt den Titel Donau- Armee. Ueber die Kriegsvorbereitungen in Süd- Rußland schreibt man aus Odessa; Die Kursk-Kiew Odessa⸗ Kischeneffer Bahn verwaltungen haben sich dem Kriegs— minister gegenüber verpflichtet, zwanzig Züge täglich für die Truppenbeförderung bereit zu halten, ohne die regelmäßigen Passagierzüge einstellen zu müssen. Hier sind 120 Oefen zur Erzeugung von Zwieback errichtet worden. Auch sind beträchtliche Bestell⸗ ungen auf Fleischconserven gemacht worden. Die Kuban'schen Kosaken sollen über Odessa zur Süd— Armee dirigirt werden. Das Hauptquartier dieser letzteren soll bis zur Eröffnung des Krieges in Kischeneff etablirt werden. In dem prächtigen neuen Stadtviertel der genannten Stadt sind be— reits Quartiere für die Intendantur, den General- stab, das Obercommando und den General-Chefarzt bestellt. Alle frei praktieirenden Aerzte in Süd— Rußland haben die Einladung erhalten, in die Armee einzutreten. Die meisten haben ihren Ein- tritt bereits angemeldet.
Aegypten. Kairo, 12. Nov. Der ab- gesetzte Finanz⸗Minister suchte ein Complot gegen den Khedive anzustiften, indem er die religiösen Gefühle der Bevölkerung gegen die finanziellen Maßregeln, die von Göschen und Joubert vor⸗ geschlagen waren, aufreizte und zwar durch die Anklage, der Khedive verkaufe Aegypten an die Christen. Der Minister wurde vor einem ge— heimen Rath angeklagt und von diesen nach Dongola verbannt. Der Verurtheilte ist heute Vormittag zwar dorthin abgereist, aber auf der Reise plötz— lich gestorben— worden.
— 14. Nov. Das vollständige Einverständ⸗ niß des Khedive mit Göschen und Joubert wurde officiell angezeigt.
Aus Stadt und Land.
Offenbach, 11. Nobo. Gestern Abend gegen 9 Uhr ereignete sich auf der Bebraer Bahn ein höchst bedauerns⸗ werther Unglücksfall. Ein Weichensteller, welcher von einer Rangirmaschine während des Fahrens herabsprang, wurde von einer zweiten von Hanau kommenden erfaßt und ihm der rechte Fuß übersahren. Der Unglückliche wurde ins Hospital gebracht und das Bein heute Morgen in der Gegend des Schienbeins amputirt. 5 g g
Darmstad t, 14. Nov. Bei der gestrigen Hosjagd im Kranichsteiner Park wurden 10 Sauen geschossen, wovon der Landgraf von Hessen 3 erlegte.
Bingen, 11. Nov. Gestern Abend zwischen 5 und 6 Ubr hat sich bier ein gräßlicher Unfall ereignet. Zwei Kinder des Schiffers E., das eine 11, das andere 5 Jahre alt, waren, Holz sammelnd, in der Nähe des Holzhofes von G. beschäftigt, als dort eine Mauer, gegen welche eine große Menge Holz gelagert war, zusammenbrach und die Kinder unter den Trümmern begrub. Hilse
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war rasch zur Hand, allein das älteste der Kinder über⸗ lebte die Katastrophe kaum einige Minuten, während das füngste hoffnungslos darniederliegt und an dessen Aus⸗ kommen gezweifelt wird. Man kann sich die Verzweiflung und den Schmerz der armen Eltern denken, über welche das Unglück hereinbrach.
Wöllstein, 9. Nov. Gestern wurde dahier die dritte Präparandenschule des Großherzogtbums durch Ministerial⸗ rath Knorr eröffnet. Es haben sich bereits 75 Zöglinge eingefunden, und sind dieselben gegen eine entsprechende Vergütung in Privathäusern untergebracht. Leiter der Anstalt ist Lehrer Stumpf, früher Volks-, zuletzt Präparan⸗ denlehrer zu Lindenfels.
Allerlei.
Frankfurt. Der hier wegen Besitzes eines vollstän⸗ digen, äußerst scharssinnig construirten Diebswerkszeuges verhaftete K. Schantz von Plauen scheint auch Pläne wie Thomas berüchtigten Bremer Andenkens gehabt und in der alten und neuen Welt ein sehr bewegtes Leben geführt zu haben. Die Polizeibehörden sind eifrigst bemüht, das Vorleben dieses Vogels, der sich zur Zeit noch in ihter Gewalt befindet, aufzuhellen.
Carlsruhe. Zur Illustration der Dienstbotenfrage wurde kürzlich in Carlsruhe, wie die dortigen„Nachrichten“ mittheilen, nachstebendes artige Stückchen geliefert: Eine nobel ausstafficte Repräsentantin der höheren Wasserstein— Aristokratie tritt in's Zimmer und unterzieht sich der Mühe, die Hausfrau folgendermaßen zu xaminiren:„Haben Sie Wasserleiiung? Wann wird das Haus geschlossen? Sind noch kleinere Kinder zu besorgen? Was geben Sie
Lohn? Unter 220 fl. könnte ich nämlich nicht eintreten; 85 5 a 0 Ausland verwiesen, Landau und Poljanski werden nach
Geschenke zu Weihnachten und Messe sind jz seldstoerständ— lich, auch werden Sie jedenfalls die Wäsche hinaus geben und Jemand haben zum Koblenherauftragen, Holzspalten und größeren Putzgeschästen?“„Natürlich haben Sie für dieses nicht zu sorgen,“ erwiederte der inzwischen hinzu— gekommene Ehemann.„Meine Frau trägt die Kohlen und besorgt auch die Putzgeschäfte, das Kleinholz mache ich selber, dann putze ich Morgens die Schuhe und die Stiefel, so daß Sie inzwischen bequem den Keffee trinken können. Jetzt aber machen Sie schleunigst, daß Sie sort⸗ kommen oder ich schmeiße Sie“——— das Fräulein geruhte der freundl. Andeutung umgehend Folge zu leisten.
Gemünden a. M., 8. Nov. Heute Abend wurde unsere Stadt durch den Ruf: Feuer! allarmirt. Ein mit Petroleum beladener geschlossener Eisenbahnwaggon, welcher sich während des Rangerens von selbst entzündete, stand in hellen Flammen und stiegen kolossale Feuer- und Rauch⸗ wolken auf. Dem Rangirmeister Tranfeld war es noch gelungen, den Waggon auszuhängen und die anderen circa 20 Waggons zu entfernen, wobei er sich die Hände und den Backenbart verbrannte, sonst wäre der Brand viel größer geworden.
Bayreuth. Bayreuther Ausstellung eine Nähmaschine gewonnen.
Der König von Bayern hat auf der Die
Bayreutherinnen meinen deßhalb, nun sei's Zeit zum Heirathen. Weimar. In Weimar hat der Stadt-Vorstand eine
regelmäßige Untersuchung der zum öffentlichen Verkauf gelangenden Nahrungs-Mittel eingeführt und bereits mit Bier uud Milch den Anfang machen lassen. In der Lokal⸗Presse wird die Errichtung einer chemischen Unter— suchungs Station empfohlen.— In mehreren thüringischen Städten und befonders auch in Sondershausen und Eisenach werden jetzt Petitionen vorbereitet, um den Wander-Lagern, die ohne besteuert zu sein, den Kaufleuten starke Concurrenz machen, entgegen zu treten. Die Gewerbe-Vereine haben sich der Sache angenommen.
Dresden. Auf eine ebenso eigenthümliche wie ge— fährliche Weise verunglückte vorigen Sonntag Vormittag eine Tochter des Rentiers B. Dieselbe hatte soeben ihre Toilleite beendet, als ihr ein Ring vom Finger fiel und zu Boden rollte. Um den Ring wieder aufzuheben, bückte sich die Dame. In diesem Augenblicke brach das am
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sogenannten Küraß-Corset angebrachte Blanchet, resp. die dünne Stahlstange und drang das eine Ende derselben der Dame berartig in die Brust, daß sie sofort bewußtlos zu Boden sank und ein Arzt gerufen werden mußte, der eine schwere, vielleicht sogar lebensgefährliche Verletzung constatirte. Das Unglück ist um so beklagenswerther, als die junge Dame sich in diesen Tagen verbeirathen wollte. Sigmaringen, 9. Nov. Ein gräßliches Unglück hat sich heute Mittag bei Schmeien auf der im Bau be—⸗ griffenen Bahnlinie von hier nach Ebingen zugetragen. Es finden dort viele Felsensprengungen statt und bei einer solchen verzähltle sich der die Arbeit leitende Ausseher um einen Schuß, gab also das Zeichen zum Wiederbeginn zu früb; als sich die Mannschaft dem Arbeiteplatze auf wenige Schritte genähert hatte, ging der letzte Schuß los, lödtete 3 Mann augenblicklich, verwundete 3 weitere sehr gefährlich, daß man an ihrem Aufkommen zweifelt, und außerdem sind noch 4 andere mehr oder minder verletzt. Von hier aus wurde sofort ärztliche und andere Hilfe abgesendet und begab sich der königliche Regierungs-Präsident gleich⸗ zeitig an Ort und Stelle, um das Exforderliche vorzu⸗ kehren. Die Verunglückten sind sämmtlich Italiener. Stolpe. In Nr. 264 des„Reichs-Anzeigers“ wird unter mehreren Reservisten und Landwehrmännern, welche ohne Erlaubniß ausgewandert sind, vom hiesigen Kreis— gericht durch öffentliche Vorladung verfolgt: Der Landwehr⸗ mann Wilhelm Jacob Kutschke aus Schönwald, geboren am 24. Januar 1847. Kutschke, Kulschke, wohin ist es mit Deinem Patriotismus gekommen und wo gedenkst Du in Zukunft„im Busch herumzukrauchen?“ Ist das wohl ein Benehmen für eine wellberühmte historische Persönlichkeit? Moskau, 14. Nov. Das heute verkündete Urtheil im Proceß Strousberg lautet wie folgt: Strousberg wird in's
Tomsk, Borissowsky nach Olonetz verbannt, Schumacher zu Gesängniß von einem Monat veruribeilt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 15. Nov. Waizen M. 24.—. Korn M. 19.—. Gerste M. 18.—. Hafer M. 15—20. Kar⸗ toffeln M. 3.—. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpfund.
Frankfurt, 13. Nov.(Viehmarkt.) Der heutige Markt war gut befahren. Angetrieben waren: 360 Ochsen, 270 Kühe und Rinder, 210 Kälber und 1270 Hämmel. Die Preise stellten sich per Ceniner: Ochsen 1. Qual. M. 66—68., 2. Qual. M. 60—64. Kühe und Rinder
1. Qual. M. 56—60., 2. Qual. M. 48-52. Kälber 1. Qual. M. 52—55., 2. Qual. M. 48—50. Hämmel 1. Qual. M. 50—52., 2. Qual. M. 38— 42. Schweine⸗
fleisch das Pfund 75 Pf.
Frankfurt, 13. Nov. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36., Nr. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28. Nr. 5 M. 22. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 26., do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen eff. bies. M. 24. 75., fremder je nach Qualität M. 19—22., Korn M. 17.25 bis 19.25., Gerste M. 18—19., Hafer M. 16-19. Kohlsamen M. 36., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 19., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 78. Die Preise verstehen sich, sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht— 100 Kilo.
Mainx, 13. Nov. Producten-Markt. Waizen per Nov. 21.50, per März 22.40. Korn per Nov. 16.50 per März 17.—. Hater per Nov. 17.45, per März 17.75. Rüböl per Mai 37.60.
Geld ⸗Cours. Frankfurt am 14. November 1876.
16 24—28 f
20-⸗Frankenstücke 9 805 Mk.
Englische Sovereigahng s„ 20 3338 Russische Imperiales„ 16 70-75 Holländische fl. 10 Stücke„ 16 65 G. r* 9 71—76 Dualen al mäare xn„ 9 67—72 Dollars in Gold. 2 4 16-19
Eine Parthie abgängige Obstbüume 3641 soll Donnerstag den 16. November d. J., Nach⸗ mittags 2 Uhr, öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Rathhaustreppchen. Friedberg den 13. November 1876.. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Fouc ar.
Obligations-Verloosung. 5 7 Bei der heute stattgefundenen Verloosung er al bil enen der Gemeinde Büdesheim, Kreis Friedberg, wurden die Nummern 39. 52. 54 und 71 4 171 Mark 43 Pf. zur Rückzahlung gezogen. Die In⸗ haber derselben werden hiermit aufgefort, den Betrag hierfür nebst Zinsen bis zum 31. Dezember d. J. bel hiesigem Gemeinde-Einnehmer in Empfang zu nehmen, da weitere Zinsen nicht bezahlt werden. Büdesheim den 10. November 1876. a Großherzogliche Bürgermeisterei Büdesheim. .
Wiesenba ch, Beigeordneter. Feinster Dorsch-Leberthran
1557 fast geruch- und geschmacklos in Flaschen mit gestempeitem Metallverschluss 2 60 Pfg. und à 1 Mark echt zu haben bei
J. A. Windecker, Hoflieferant in Friedberg. Ph. J. Weiss in Bad-Nauheim.
Vergebung von Bauarbeiten. 3643 Zur Herstellung des ehemaligen Militär-Lazareths zu Zwecken des Schullehrer-Seminars dahier sollen noch nachstehende Arbeiten und Lieferungen, veranschlagt
Dachdeckerarbeit zu 560 Mark, Schreinerarbeit zu 3448„ Gußwaaren-Lieferung e
bis Montag den 20. November l. J., Vormittags 11 Uhr,
an den Wenigstfordernden vergeben werden. Die Ab—
gebote haben in Prozenten zu geschehen und liegen Vor—
anschlag und Pläne zur Einsicht der Uebernahmslustigen
auf unterzeichnetem Büreau offen, woselbst auch die
Offerten bis zu obigem Termin einzureichen sind.
Friedberg den 14. November 1876. 0 Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. Re u ß.
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Holzversteigerung. 3655 Dienstag den 21. November, Nachmittags 2 Uhr, soll an dem runden Thurm der Burgmauer zu Friedberg eine dürre Tanne auf dem Stamm öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden.
Friedberg den 18. November 1876. 5 Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. R
e u ß. Eier
Frau Stöppler,
verkauft Kirchgasse.
3640
Poliklinik für Hautkranke.
3555 Für unbemittelte Hautkranke bin ich täg⸗ lich(Sonntags ausgenommen) von 12½—1 u½ unent⸗ geltlich zu sprechen: Friedberger Landstraße 57, 1 St.— Meine übrigen Sprechstunden wie bisher von 8—9 und 2—3, Jahnstraße 42. Frankfurt a. Main, November. 1876. (8133) Dr. Herxheimer.
3620 Für mein Tuch- und Modewaaren-Geschäft suche
ich einen Lehrling
mit guter Schulbildung.
Heinr. Kaeß in Gießen.
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Oeconomie-Verwalter gesucht auf ein größeres Gut in der Nähe von Frank-
furt am Main. Näheres durch die Expedition des Anzeigers. 3644


