Ausgabe 
16.9.1876
 
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gelegt und wird alsbald eine Neuwahl angeordnet werden.

Außer dem Landtagsabgeordneten Schaub, hat auch derjenige für den zehnten Wahl- Bezirk (Herbstein), Posthalter Habicht, sein Mandat niedergelegt. 0

Obgleich die 1874 vollzogenen Probe- Einschätzungen für die in Aussicht genommene Reform unseres directen Steuer-Wesens ein überaus schätz bares Material geliefert haben, so bedürfen doch noch verschiedene dunkele Punkte der Aufklärung. Hierzu gehört wohl in erster Linie eine vollständige Klarstellung der Belastung durch die Grund Steuer. Der Finanz⸗Ausschuß schlägt in dieser Beziehung eine Vergleichung der Grund⸗Steuer⸗Capitalien ent weder in den Normal- Gemarkungen oder gemarkungs- weise vor. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Regierung auch diesem Verlangen entsprechen wird.

Berlin. DieKreuz Zeitung berichtet: Nach glaubwürdigen Mitheilungen hat der Cultus- Minister durch Erlaß vom 19. August d. J. be stimmt, daß fortan unter Constituirung lediglich geographischer Bezirke die Kreis-Schul-Inspectoren die innerhalb ihrer Bezirke belegenen Volks Schulen säwmtlich, ohne Rücksicht auf deren confessionelle Scheidung, verwalten sollen.

DerReichsanzeiger veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, durch welchen der Monarch für die ihm im Laufe des Sommers sowohl aus Preußen wie aus allen Gauen des deutschen Reiches bei festlichen Veranlassungen, insbesondere am Sedantage zugegangenen Zurufe und Kundgebungen treuester Gesinnung für Kaiser, König und Reich seinen aufrichtigen Dank ausspricht und den Reichs

kanzler beauftragt, dies zur öffentlichen Kenntniß

zu bringen.

Münster. Endlich erfährt man aus einem

seiner ersten Sitzung begrüßte auf das wachsende Interesse für die Erforschung Afrika's hingewiesen und ausgeführt, daß Diesenigen, welche mit diesen Fragen beschäftigt wären, seit einiger Zeit der Ansicht seien, daß eine Vereinigung, deren Zweck sei, die Errichtung von eivilisatorischen Einrichtungen in Afrika zu beschleunigen, von großem Nutzen sein würde. Aus diesem Grunde habe er die gegenwärtige Versammlung berufen. Er, der König, werde dabei von keinen ehrgeizigen Ge sichtspunkten geleitet. Belgien eigne sich wegen seiner centralen Lage besonders für diese Vereinig ungen. Sodann ließ sich der König über specielle Fragen aus und hob dabei die Nothwendigkeit her vor, an den Grenzen unerforschter Gebiete Afrika's Stationen zu begründen für wissenschaftliche Zwecke und zum Obdache für Reisende. Für die Fortführung des Werkes sei ein internationales Comite zu bilden.

Großbritannien. London, 13. Sept. Die gegen die türkische Regierung gerichteten Kund- gebungen dauern fort. Lord Granville hat sich in einer veröffentlichten Zuschrift für Fortsetzung der Agitation ausgesprochen, welche unwiderstehlich werden müsse, damit die Regierung eine energische Politik einschlage; er hoffe, das Ministerium werde vor Allem die Wiederherstellung des europäischen Einverständnisses anstreben, da, im Falle dies nicht gelinge, die Schwierigkeiten der orientalischen Frage nur vermehrt würden.

Auf eine Vorstellung des Secretärs des Protestant Institute betreffs der kürzlich erlassenen Verordnung der spanischen Regierung in Bezug auf die dortigen Protestanten erwiederte Lord Derby, die Angelegenheit werde in Erwägung ge zogen und sei Gegenstand des Schriftwechsels mit

dem Gesandten in Madrid.

Lord Russel schlägt in einer an Lord

Briese, welchen derWesis. Merk. abdruckt, den Derby gerichteten veröffentlichten Zuschrift vor,

Aufenthaltsort des Bischofs Brinkmann, der be- den Botschaster Elliot von Constantinopel abzube⸗ kanntlich, um den Maßnahmen der preußischen rufen. Die Rückkehr Elliot's dürfe aber nicht Behörden zu entgehen, seine Diöcese Münster bereits por strengster Bestrafung der in Bulgarien verübten vor vielen Monaten verlassen hat. Er ist in Luzern Greuelthaten ersolgen.

in der Schweiz ITtalien. Rom. Die Regierung hat die

Sondersbausen, 7. Sept. Der Landtag Einfuhr von Wein Trauben und Bestandtheilen bat drei Gesetz Entwürfe: 1) betreffend die Aus- des Weinstocks verboten. Wie versichert wird, führung des Reichs-Gesetzes vom 7. April 1876 über werden die allgemeinen Wahlen am 27. und die eingeschriebenen Hülfs⸗Cassen, 2) betreffend die 29. October stattfinden. Der Kronprinz und

Neubegründung von Real-Lasten, 3) betreffend die der Kriegsminister werden die militärischen Uebungs Fischerei, die zwei letzten mit einigen Abänder- Lager besichtigen. ungen, angenommen; Staats-Minister v. Keyser Türkei

5 5 5 Constantinopel, 13. Sept

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e 75 1 Bien 95 en DiePol. Corresp. sagt in einer Redactions.

wurden viele Familien Väter ber Söhn N Bemerkung zu einem Petersburger Briefe, daß 0* E So 1 5 5 7 N

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drittes Bürgerrecht erlangt hatten und sich ee ee sterrarhe in einigen Punkten nicht

2 5 5 enn unwesentlich modificirt und die Mittheilung der is 1 5 befanden, zum daselbst ihre modificirten Friedens Bedingungen an die Ver Ferien zuzubringen, auf die Polizei geladen, wo treter der Großmächte in Constantinopel für gestern man ihnen anzeigte, ihre Kinder hätten binnen S 6. 75 drei Tagen das Gebiet von Elsaß Lothringen 6 eee ee de en Ringen 13. Sept. Englands neuerlichen Vorschlag

3 5 einer vierwöchigen Waffen Ruhe hat die Pforte Ausland. abermals zurückgewiesen, aber dafür die Friedens Oesterreich⸗UUngarn. Wien, 13. Sept. Bedingungen herabgesetzt. Die Pforte verlangt Bei Tuturkai wurde ein öserreichisches Postschiff, jetzt die Schleifung der serbischen Festungen oder auf dem 150 Russen als Passagiere fuhren, von das Besatzungs Recht und die Neu-Investitur Baschi-Bozuks beschossen. Verletzt wurde Niemand. Milan's. Anderem Vernehmen nach ist die Mit Schweiz. Basel. DenBaseler-Nach- theilung der Friedens- Bedingungen an die Ver richten wird aus Rheinfelden gemeldet: Die treter der Mächte abermals vertagt worden, und Consecration des altkatholischen Bischofs Herzog zwar angeblich auf Befehl des Sultans. Die durch Bischof Reinkens ist endgültig auf den diplomatischen Kreise deuten dies günstig im Sinne 18. September bestimmt und soll in der Pfarr- der Nachgiebigkeit Seitens der Pforte. kirche zu Rheinfelden stattfinden; Vertreter der 14. Sept. Von Seite Englands, Deutsch⸗ Altkatholiken Deutschlands und der Schweiz sind lands, Rußlands, Italiens und Frankreichs ist dazu eingeladen. an die Pforte die Ermahnung zur Annahme des Frankreich. Paris, 13. Sept. Mac bedingungslosen Waffen-Stillstands ergangen. Im Mahon ist gestern Abend in Begleitung der Her-[Fall der Weigerung machen die Mächte die Türkei zoge v. Aumale und Nemour in Besaugon einge- für die Folgen verantwortlich. troffen, wo man vor dem Bahnhof ihm zu Ehren Einer Depesche derDaily News zufolge eine eigene mit Blumen und Teppichen bedeckte nehmen die Türken in der Gegend von Tatarba Brücke angelegt hatte. Er wurde von dem Maire zardjik und Philippopel neuerlich eine drohende der Stadt, dem Senator Oudet, mit einer an Haltung gegen die Bulgaren an und sprechen von das Groteske streifenden Ansprache begrüßt. Die weiteren baldigen Niedermetzelungen der Christen. Stadt war illuminirt. Der Correspondent obiger Zeitung hat den britischen Belgien. Brüssel, 12. Sept. Wie die Botschafter in Constantinopel, Elliot, davon be

Indep. belge erfährt, hat der König in der nachrichtigt, daß die Muhamedaner bewaffnet, die Rede, womit er den geographischeu Congreß in! Christen dagegen wehrlos seien.

Mehrere Individuen, welche, wie in dem von

Blacque Bey erstatteten Bericht erwähnt war, sich an der Spitze von Milizen in Bulgarien grau same Handlungen hatten zu Schulden kommen lassen, sind unter Bedeckung zu ihrer Aburtheilung und Bestrafung hierher gebracht worden. Admiral Drummond hat sich nach der Flotten Station in der Besika⸗Bai zurückbegeben.

Montenegro. Cettinje, 13. September. Vorgestern überschritt Derwisch Pascha die Gebirgs- höhe Veljebrado und schlug zwischen dieser und Spuz ein Lager auf. In Folge des Anmarsches zweier starken Abtheilungen Montenegriner zog sich die türkische Armee gestern früh auf Podgoritza und Spuz zurück.

Rumänien. Bukarest. Zur Widerlegung einer gegentheiligen Nachricht erklärt dasAmts- blatt, daß der Großvezir die Thronbesteigung des Sultans durch ein in höflichen Ausdrücken abge⸗ saßtes Telegramm an den Fürsten notificirt habe,

Amerika. New⸗Nork. Der Schatz,Ä Secretär küpdigt die Einberufung weiterer 10 Mill, Dollars der Bonds von 1865 an.

Aus Stadt und Land.

Bad⸗ Nauheim, 13. Sept. Von der Aachener und Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft wurde vor einigen Tagen der Stad Nauheim eine zweite Druck-Feuerspritze zum Geschenk gemacht, welche fich bei der gestern vor⸗ genommenen Probe ausgezeichnet bewährte.

Darmstadt. Im verflossenen Jahre kamen im Groß herzogthum 322 Fälle wegen Thierquälerei zur Anzeige, wovon auf den hiesigen Kreis 73 entfallen. Meist handelte es sich um Mißhandlung von Hunden durch Fahren von mit ihnen bespannten Fuhrwerken, übermäßiges Schlagen oder Ueberladen von Pferden, Knebelung von Kälbern auf dem Transport u. s. w. Die höchste erkannte Geldstrase beirug 30 Mark, in 19 Fällen wurde auf Haft erkannt, in einem besonders schweren Fall auf 14 Tage.

Darmstadt. Die Industrieausstellungsloose sind nun mehr bis auf etwa 1500 Stück, welche sicherlich noch Abnehmer finden werden, an den Mann gebracht.

Mainz, 13. Sept. Das 50jährige Dienstjubiläum feierte heute der Obergerichtspräsident Dr. Knyn. Deputationen der verschiedenen Gerichte, der Anwälte und Notare u. s. w. brachten dem Jubilar ihre Gratulasionen dar.

Allerlei.

Leipzig. 7. Sept. Gestern hat die Gewalt eines furchtbaren Orkans die acht Centner schwere Statue der Siegesgöttin auf der Friedenssäule, welche 60 Ellen hoch stand herabgeworfen und gänzlich zerstört,

Bertin. Vor einigen Tagen ging der 1718 Jahre alte Sohn eines Berliner Predigers mit mehreren Kameraden nach dem Grunewald und lief sich eine Blase an den Füßen. Einem vielfach verbreiteten Gebrauch folgend, zog er sich einen Wattenfaden durch die Blase; in Folge dessen begann der Fuß anzuschwellen, und trotz aller ärztlichen Bemühungen starb der Knabe nach wenigen Tagen an Blutvergiftung. Wahrscheinlich war die Wolle durch Gift⸗ stoff enthaltende Farbe gefärbt.

Granz, 12. Sept. Graf Auersperg(Anastasius Grün) ist heute Abend gestorben.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 13. Sept. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete per Centner je nach Qualität M. 4.50 5.50, Strob per Centner M. 4.505. Butter 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1.25, 2. Qual. M. 1.18 im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.36 40, 2. Qual. M. 1.30, Eier das Hundert M. 5.

Mainz, 13. Sept. Productenmarkt. Wanzen per Nov. 20.70, Roggen per Nov. 15.40, per März 16.15, Hafer per Nov. 16., per März 16.50, Rüböl per Oct. 36.80,

Darmstadt. Im verflossenen Jahre wurden bei dem hiesigen Postamt nicht weniger als 192,168 Packet und Geld sendungen aufgegeben, während 182,826 Snsücke eingingen.

Mainz. Für laufende Reparaturkosten abgesehen von der gewöhnlichen Unterhaltung ihrer Locomotiven, Tender, Personen- und Güterwagen verausgabte die Hessische Ludwigsdahn im Vorjahr 405.852 Mk. Die eigentlichen Unterhaltungskosten beliefen sich in runder Summe auf 256,000 Mk.

Für die Abgebrannten in Brückenau gingen noch ferner ein: Von Director Dr. Schwabe 3 M., von Director Dr. Matthias 3 M., Ungenannt 1 M., Ad. Heß 2 M., Schwarz& Comp. in Reichelsheim 6 M. Um weiter Gaben bittet

die Exp. des Oberh. Anz.

Geld ⸗Cours. Frankfurt am 14. September 1876.

20 Fraukenstacke:[me, d Englische Sovereigan gs 20 37-42 Russische Imperiales 16 6974 Holländische fl. 10-Stücke. W ee Daudatsenn n 5 9 6772 Dueaten al maren, 1 9 5964 Dollars in Gold. 0 4 16 19