Ausgabe 
16.3.1876
 
Einzelbild herunterladen

r

ͤ ͤñ

dee

..

rern

4.

1

1

r

.

eee

Dieutsches Reich.

Darmstadt, 13. März. In heutiger Sitzung zweiter Kammer leistete der neu eingetretene Abg. Dittmar den verfassungsmäßigen Eid. Heinzerling empfahl dringend die Mangriffnahme der 4er forderlichen Arbeiten behufs besserer Ventilatson der Sitzungsräume, was die Regierung auch zu sagte. Der Gesetzentwurf die Ausgleichung der den Gemeinden in Folge des letzten Krieges für ihre Leistungen erwachsenen Lasten, wurde fast ohne Deballe genehmigt, ebenso dit theilweise Erwerbung des Kahlert'schen Hauses, sowie Ver- wendung des bereits früher bewilligten Credits für bauliche Hirstellungen im letzteren und dem ehemaligen Kriegsministerkolgebäude, wobin das Kreisamt, sowie die Lokale des Landesgewerbvereins verlegt werden sollen. Die Erwerbung des Gebaͤudes der Bank für Handel und Industrse um den Preis von 150,000 Mk. für Zwecke der dahin zu verlegenden Hauptstaatskasse rief eine lebhafte Debatte hervor. Die Abstimmung ergab Annahme der Vorlage mit allen gegen 3 Stimmen.

14. März. Die zweite Kammer genehmigte in ihrer gesirigen Sitzung noch ihren Etat für die laufende Finanzperiode im Betrag von 90,000 M. Ferner wurde die Vorlage des Finanzministe riums, wonach die Beamten der Main Neckar Bahn auch für die gegenwärtige Budgetperiode die stitherige Gehaltszulage von/ erhalten sollen, genthmigt. Der letzte Gegenstand, Antrag des Abg. Jöckel, die Wiederanwendbarkeit des in Folge der Rechtsprechung des Cassationshofs in der Praxis nicht mehr anwendbaren Art. 426 der Strasproceßordnung vom 13. Sept. 1865 betr., rief eine lebhafte Debatte hervor. Der Ausschuß biantragt einstimmig: die Gr. Staats- Regierung um die Vorlage eines Gesetzes zu er: suchen, durch welches 1) die Anwendbarkeit des Arlt. 426 der St.⸗P.-Ordnung auf das Vergehen der Beleidigung in denjenigen Fällen, in welchen eine Verweisung vor die Bezirksstrafgerichte nicht erfolgt ist, wiederhergestellt, und 2) bestimmt wird, daß bei Antragdelicten, wenn die Klage durch Verzicht des Anklägers aufgehoben wird, der Ankläger in die dem Staate verursachten Kosten von dem Untersuchungsrichter oder von dem erkennenden Gerichte zu verurtheilen sei; 3) eine Minorität des Ausschusses: die Groß- herzogliche Staatsregierung um die Vorlage eines Gesetzes des Inhalts zu ersuchen, daß Beleidig- ungen(14. Abschnitt des R.- St. Gesetzbuchs), abgesehen von einzelnen in der Gesetzvorlage näher zu bezeichnenden Fällen, in erster Jnstanz von den Landgerichten abzuurtheilen seien. Die Abstimmung ergab einstimmige Annahme der Ausschußanträge sub 1, 2, sub. 3, mit 20 gegen 17 Stimmen. Hierauf vertagte sich die Kammer, der es an Stoff gebricht(der Finanz Ausschuß hat den Budgetbericht noch nicht fertig gestellt wieder auf unbestimmte Zeit.

Darmstadt. Militär- Nachricht. Kepdel, Skc.⸗Lieut. vom 3. Großh. Infanterie Regiment (Leibregiment) Nr. 117, mit Pension nebst Aus sicht auf Anstellung im Civildienst der Abschied bewilligt. f

Berlin. Seitens des Abg. Petri steht eine Interpellation im Abgeordneten⸗Hause wegen des Cauber Berg ⸗Sturzes bevor.

Berlin, 13. März. Abgeordnetenhaus. Die von den Abgg. Dr. Frickhöffer und Dr. Petri und Genossen eingegangene Interpellation hat folgenden Wortlaut:Nach Mittheilungen des Bürgermtisters in Caub an die nassauischen Ab- geordneten sind durch den Berg⸗Sturz 9 Gebäude zerstört und 26 Menschen um's Leben gekommen. Wir fragen deßhalb an, 1) ob der Stagts- Re- gierung schon Mittheilungen hierüber zugegangen sind; 2) ob weitere Gefahren drohen; 3) ob Anordnungen getroffen sind zur Ueberwachung der

Bewegung der Berg⸗Massen; und 4) ob durch

polizeiliche Anordnung die bedrohten Gebäude geräumt worden sind? Das Haus setzte heute die Berathung über den Cultus Etat fort und vertagte um Uhr die weitere Berathung auf morgen. Das Centrum brachte abermals vielfache Beschwerden vor, denen die Regierungs-

Commissäre und der Cultus- Miulster entgegen Das Capitel über die Universitäten wird

traten. an die Budget-Commisston verwiesen.

München. Die Nachricht derAugsburger Posl-Zeitung, daß der Cultusminister von, Lutz ein Entlassungs⸗Gesuch eingereicht hahe, entbehrt, wie dieAllg. Ztg. versichert, vollständig der Begründung. ö

DieSüdd. R. Pr. schreibt: Nach glaubwürdiger Mittheilung haben sich die baye⸗ rischen Appellations- Gerichte, sowie die Ober⸗ Staatsanwälte an denselben gutachtlich überein; stimmend gegen die Einführung von Schöffen bei den Bezirks-Gerichten(künftig: Land- Gerichten)

ausgesprochen. 13. März. Sitzung der Kammer der Abgeordneten. Nach Erledigung der ersten Punkte

der Tagesordnung folgte Jörg's Initiativ- Antrag, das Landtags- Wahlgesetz betreffend. Jörg em⸗ pfiehlt seinen Antrag. Es folgt hierauf eine lebhafte, zuweilen erregte Debatte, woran sich Henle, v. Schauß, Ministerialrath Riedel für den dienstlich abwesenden Minister des Innern, ferner Rußwurm, Hauck, Marquardsen, Huhn und Völk betheiligen. Schließlich wird der Antrag, unter⸗ stütz ven einer ziemlich großen Mehrheit, auch von Seite der Liberalen, an eine Commissson von vierzehn Mitgliedern verwiesen.

5 Ausland.

Oesterreich Ungarn. Wien, 13. März. Bei Beginn der heutigen Sitzung des dalmatinischen Landtages verlas Abgeordneter Monti ein Schrift- stück, worin erklärt wird, daß, nachdem Präsident Ljubissa sich von dem Vo wurse bei Vergebung der Dalmatiner Bahnen ohne Gegenleistung eine Summe Geld empfangen zu haben, nicht ge⸗ reinigt, der Redner und seine Gesinungsgenossen an den Sitzungen des Landtages überhaupt, nicht Tbdeil nehmen werden, so lange sie nicht von dem Viceprästdenten oder einem andern von der Krone neu zu ernennenden Präsidenten berufen werden. Obwohl der Präsident auf Grund der Geschäftsordnung die Verlesung obiger Erklärung verbot und Monti das Wort entzog, so setzke dieser doch, wenn auch unter großem Lärm, die Verlesung fort, so daß schließlich der Präsident die Sitzung für geschlossen erklärte,

DerPol. Corr. zufolge wurde Ljubobralic am 10. d. bei Imoschi auf österreichischem Gebiet von einer österreichischen Patrouille angehalten und verhaftet. In feiner Begleitung befanden sich mehrere Insurgenlen- Offiziere seines Stabes, die Georg Pelcopsch, Balordich, Miscich und Cesari, und eine Holländerin, Namens Markus, welche ebenfalls verhaftet wurden. Ljubobratic sammt seiner Begleitung soll im Innern Oesterreichs internirt werden.

Frankreich. Paris. Eine Versammlung von 300 Deputirten und Senatoren der repu⸗ blikanischen Parteien hat beschlossen, an der früher beschlossenen Resolution festzuhalten, welche die Rothwendigkeit hervorbob, das Personal der Verwaltungs- Behörden, welches bis jetzt die Re- publikaner bekämpften, zu erneuern. Die dringende Nothwendigkeit dicses Personenwechsels wurde in einer von Gambetta gehaltenen Rede begründet; hinsichtlich des neuen Ministeriums dagegen, so führte Gambetta aue, müsse man die Thaten und Programme desselben obne Vertrauen und ohne Mißtrauen abwarten. Der Vorschlag einer allge⸗ meinen Amnestie für den Zeitraum seit dem Jahre 1870 wird im Senat von Victor Hugo, in der Deputirtenkammer von Raspail einge bracht werden.

Von jetzt ab bestehen zwei officielle Gruppen unter dem Namen: Linkes Centrum; ein linkes Centrum des Abgeordnetenhauses und ein linkes Centrum des Senats, nachdem der Vorschlag Picard's, die Senatoren dieser Schattirung sollten sich mit ihren Freunden vom Unterhause zu einer Gruppe verschmelzen, nicht durchgedrungen war. Der Vorstand des linken Centrums des Senats hat den Grafen Rampon zum Präsident, Laboulahe und Vertauld zu Vice-Präsidenten.

13. März. Die Kammer wählte Grévy

mit 462 von 468 Stimmen zum definitiven

gehörigen Ladmixault

Präsidenten. Der Senat wählte den Dergog

Audiffret-⸗Pasquier mit 203 Stimmen zum Präsi⸗ denten. Die Bonapartisten und Legitimisten haben sich der Abstimmung enthalten. Zu Nn wählte der Senat pr gemäßigten 110 an Mattel und Duclete und pe der Rechten

15 1 b Simon, welcher, von det Linken geben Kerdrel aufgestellt worden war, unterlag. Die Kammer wählte zu Vicc-Präsidenten Bethmont, Rameau, Lepére(Repu⸗ blikaner) und Durfort von der Rechten, den auch die Linke acceptirt hatte.

Der Finanzminsster Sah hat Villet, einen höheren Beamten des Finanzministeriums, auf unsch des Khedive nach Egypten geschickt.

den

umänien. Bukarest, 12. März. Die

Session der Kammern ist bis zum 22. März

Der Senat hat den geänderten Zoll- Die Kammer hat definitiv

verlängert. Tarif angenommen.

die provisorische Anleihe von 16 Millionen ange- Eisen⸗

nommen und den Emissions- Cours der bahn ⸗Anleibe von 42½ Mill. auf 80 festgesetzt.

Aus Stadt und Land. Friedberg. Von allen Seiten laufen Berichte über

die Verwüstungen ein, welche der Oikan am Sonntag Abend

angerichtet hal. Am ärssten hat derselbe, so weit bis jetzt zu übersehen, in dex Rheingegend von Mainz bis Cöln gewäthet, aber auch das übrige Mintel⸗ und Norddeuisch⸗ land ist nicht verschont geblieben. Auch aus dem Ausland wird ven hesligen Stürmen und deren Verheerungen be⸗ richte. So hat der Sturm die lelegraphische Verbindung zwischen London und dem Innern von Frankreich unkex⸗ brochen. Im nördlichen Frankreich hat er bie Telegraphen⸗ leitungen umgeworsen. In England taste der Orkan an vielen Orten; in London war er von gänzlicher Dunkel⸗ beit begleitet und hemmle allen Verkehr auf dem Fluß und zu Lande. Besonders arg raste er zu Windsor gekade zu der Zeit, als man die Ankunf! der Kaiserin von Oester⸗ reich eiwarlete. Es war eine solche Menge von Tele⸗ graphenstangen auf die, Bahn geworfen worden, daß der Zug ber Kaiserin anhalten mußte, bis der Weg ftei ge⸗ macht worden war.

L. M. Friedberg. Am Sonntag Abend fand in dem Saale des Hölel Trapp dahier zum Besten des hiesigen Bürger-Hospitals eine Aufstellung lebender Bilder stalt, welche, wie die damit verbundenen Gesangesleistungen in dem ganz besetzten Saale alle Anwesenden mit großer Befriedigung erfüllte. Außerdem hal die Dilettaneen⸗ Kapelle durch drei eingeschobene Musikstücke die Obrer auf's Neue davon überzeugt, wie sie etwas Tüchliges zu leisten verstezl. Durch die Gnade Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs war das Großherzogliche Hoftheater er⸗ mächtigt worden, zu den Tableaux aus der Garderobe⸗ Kammer das nöthige Kostüm zu liefern, und dadurch war es den Herren Hieronimus und Supp möglich ge⸗ worden, elwas uns ganz Ueberraschendes zu leisten. Die Einnahme belief sich auf 350 M. 80 Pf. und die Armen⸗ Commission kann es nicht unterlassen, hier noch einmal sämmtlichen Damen und Herren für Raih und That ihren herzlichen Dank auszusprechen. Es könnte auffallend er⸗ scheinen, daß für das biesige Bürger ⸗Hospilal in diesem Winter die öffentliche Woblthätigkell wiederhelt in An⸗ spruch genommen würde, zumal solches in früheren Jahren nicht vorgekommen ist, wenn wir davon absehen, daß in den 1850er Jahren mehrmals von Seilen der Siadikasse Zuschüsse zu seiner Unterhaltung geleistet worden sind. Wir erlauben uns aber daran zu erinnern. daß das Hospital ein Pflegkind eines 1778 hiet in das Leben ge⸗ tretenen Armenvereins, des sog. Armeninstiluts ist, welchet Berein kein eigenes Vermögen besaß und nur durch frei⸗ willige Beiträge der hiesigen Bürgerschaft sein Bestehen friftete. Durch die 1836 eingetretene Bereinigung des Armeninsittuts mit dem Hospitalsonds haben die ver⸗ einigten Armenfonds wohl die Verpflichtung übernommen, für das Bürger⸗Hospital einzutresen. Da aber mit dem Letzteren seit 1845 ein Krankenvertin verbunden ist, welcher Gewerbegehülfen, Gesellen, Lehrlingen und Dienfiboten im Falle ihrer Erkrankung unentgeltliche Verpflegung gewähsten will, wodurch das Hoepital zugleich eine wohlthälige An⸗ stall für die gewerbtreibende Bevölkerung wie für die Herrschaften geworden ist, so würde es sich nicht recht; sertigen lassen, wenn die Verwallunz des Armensondg. das biesige Armenvermögen in erhöhter Weise in Anspruch nebmen wollle, um eine inzwischen dringend nothwendig gewordene Reform im Hospital durchführen zu können. Bielmehe halten wir es für ganz angemessen, an den oft⸗ bewährten Wohlihäligkeitosinn unserer itbürger zu appel liren, um die mannichfachen Anschaffungen und

baulichen Veränderungen im Hospuale, welche den

lang, geheglen Wünschen der biesigen Bevölkerung enge prechen, bestteiten zu können. Zu bemeik.u ist noch, daß später nach vollendeter. Umgestaltung der Anstalt und wenn bei wachsendem Vertrauen die Beiheiligung an dem selben und insbesondere auch die Beitritte zum Kranken⸗ verein zahlreicher geworden sind, mit voller Zuversicht zu erwarten siebt, daß sie fast ganz durch ihre eigene Ein⸗ nahme erhalten werden kann. Schon jetzt ist ersichtlich, daß die eigentliche Verpflegung der Kranken im Vergleich mit früher entschieden billiger geworden ist. Nieder⸗Mörlen. Der Orkan vom Sonntag Abend hal in unserer Gemarkung großen Schaden angerichtet.

ö f lde utallt ea ge

abr ü. De

Buchen ber Lu und 2 ea babss ch i v. Kb ech b de hen Seh siugsan. Mater bend den Turm auf Spiegeleli dus Sang Slum ab Dächern u ind seht d Caub. ein, daß se shüttet wi Köln hal an vit

c 9 2

802 N im Hof! Abortsg Zinkblei gemacht bletende

Fri

seigerun

Fri