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1876.
Dienslag den 15. August.
. 90.
berhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die für die Vorsitzenden der Schulvorstände in Ausübung ihres Amtes enislehenden Kosten. Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an Auf mehrfache an uns gerichtete berichtlichen Anträge haben wir Großherzogl veranlassen, den Vorsitzenden im Schulvorstande entweder die Schreibmaterialien in natura zu liefern, oder statt dessen eine an dieselben auszuzahlende
Aversionalsumme in den Voranschlag aufzunehmen, welche auch in den kleinsten Orten nicht unter 5 Mark betragen möge. in Kenntniß mit dem Bemerken, daß es hierwegen keiner weiteren berichtli
Das Großherzogliche Kreis Unter Bezugnahme auf vorstehendes Ausschreiben tragen den Vorsitzenden der Schulvorstände nöthigen Schreibmaterialien, wenn Sie nicht vorziehen,
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chen Vorlage an uns bedarf.
amt Friedberg an die Großherzoglichen wir Ihnen auf, in den Gemeinde-Voranschlägen eine entsprechende Summe für die solche in natura denselben zu verabfolgen,
Erscheint jeden Dlenstag, Donnerstag und Samstag.
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Friedberg den 7. August 1876.
sämmtliche Schulvorstände des Kreises. iches Kreisamt Friedberg ersucht,
die Gemeindevorstände zu
Wir setzen Sie hiervon Ter a p p.
Bürgermeistereien.
vorzusehen.
Deutsches Reich. Friedberg. Um die für den Erlaß eines
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Weg Gesetzes erforderlichen Grundlagen zu ge⸗ winnen, sind Anordnungen getroffen worden, die Frequenz der Staats-, Provinzial- und Vicinal- Straßen festzustellen. Die Größe des Verkehrs auf den Vieinal-Wegen wird durch eine Zählung der Zugthiere ermittelt, die sich auf einer Straße bewegen; die Zählungen erstrecken sich vorerst auf die Dauer eines Jahres und finden am 1. und 14. jeden Monats vom September d. J. ab statt. An den verschiedenen Wegen werden auf Kosten der Gemeinden Zähler aufgestellt, welche die Zahl der passirenden Zugthiere an Fuhren in Zählkarten eintragen.
Darmstadt. Das Großherzogliche Regier⸗ ungsblatt Nr. 40 enthält:
1. Bekanntmachung, die Bestimmungen über die Führ⸗ ung des Musterregistets nach dem Reichsgesetze über das Urbeberrecht an Mustern und Modellen vom 11. Januar l. J. beireffend.
II. Uebersicht der für das Jahr 1870 genebmigten Umlagen von Communalbedürfnissen in den isr. Religions- gemeinden des Kreises Scholten betreffend.
III. Erteilung von Erfindungspatenten.
IV. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 22. Juli den Oberrechnungsrevisor Wagner zum Rechner der Landes- waisenanstalt mit der Verpflichtung, die Verwaltung der Schullehrer⸗Wiltwenkasse und des Provinzial⸗Schulsonds für Starkenburg zu übernehmen, zu ernennen, an dems. Tage dem evang. Pfarrer Deichert zu Grüningen die Pfacrstelle zu Groß- Buseck zu übertragen, am 24. Juli den Gerichts⸗Accessisten Dr. Räder aus Schimsheim, zum Substituten des Staatsprokurators in Alzey zu ernennen, an dems. Tage dem Schulverwalter Hillenbrand aus Bensheim die 2. Schulstelle zu Mosbach zu übertragen, an dems. Tage den Maschinenschlosser Knodt von Darm⸗ stadt zum Heizer bei der Main Neckar-Eisenbahn zu er⸗ nennen, am 27. Juli dem Schullehrer Zimmermann zu Lißberg bie 2. Schulstelle zu Lang⸗Göns, am 28. Juli dem Schulverwaller Kaiser aus Atzenhain die Schulstelle zu Oberau, am 29. Juli dem Brigadier Becker die erledigte Beschließerstelle im Ständehaus zu übertragen. Am 24. Juli wurde dem Geometer 2. Klasse Bergauer aus Butzbach das Patent als Geometer 1. Kl. f. d. Kr. Friedberg ertheilt.
V. Cbarakterertheilungen.
VI. Concurrenz⸗Erössnung. Erledigt ist die 2. Schul⸗ sielle zu Groß-Rohrheim, Gehalt 950 Mk., welcher sich durch Zulagen bis zum Betrage von 1400 Mark erböhl.
— Die Regierung bat eine Vorlage an die Stände gebracht, wonach diese sich damit einver- standen erklären sollen, daß die Stadt Mainz von den Einregistrirungs Gebühren, welche sie behufs Ucberschreibung des ihr durch den Vertrag mit dem Festungs-Gouvernement überlassenen Festungs⸗ Geländes auf ihren Namen zu entrichten haben würde, freigegeben werde, Es handelt sich dabei um die nicht unerhebliche Summe von etwa 10,000 Gulden. f
Berlin, 11. August. Kaiser Wilhelm ist heute Vormittag um 10 Ubr von Gastein ab- gereist. Bei der Abfahrt hatte sich ein sehr zahl.
reiches Publikum eingefunden, das den Kaiser mit enthustastischen Kundgebungen begrüßte. Der Kurort war festlich beflaggt. Der Kaiser verabschiedete sich in huldvollster Weise von dem Handelsminister Chlumetzkty, dem Fürsten Rohan, dem General Beper und mehreren anderen Persönlichkeiten.
— Der Pariser„Temps“ schreibt:„Mehrere Blätter sprechen von einem geheimen Vertrage,
welcher zwischen Preußen und Rußland abgeschlossen
worden wäre. Man bat sogar den 11. Juni
als das Datum bezeichnet, unter welchem dieser Auf
Vertrag in Ems unterschrieben worden. Grund von Erkundigungen, die an berufener Stelle eingezogen worden sind, können wir hier gegen versichern, daß ein solcher Vertrag nicht txistitt, Fürst Bismarck, der wegen eines solchen Projects sondirt worden ist, wollte davon gar nicht sprechen hören, da Preußen, wie er sagte, kein Interesse hätte, sich die Hände zu binden.“ München. Dienstag den 15. August langt der König von Württemberg im strengsten In- cognito als Graf von Berg hier an, besucht ausschließlich die Kunstgewerbe- Ausstellung, wird Mittags bei dem hiesigen kgl. württemb. Gesandten v. Soden diniren und Abends 11 Uhr mit dem Ulmer Schnellzuge nach Friedrichshafen zurückkehren. Bayreuth, 12. Aug. Der Kaiser ist heute Nachmittag hier eingetroffen und wurde am Bahn- hofe vom Großherzog von Weimar, vom Oberst⸗ stallmeister Graf Holnstein im Austrage des Königs
von Bayern, von den Spitzen der Bebörden, sowie
von Richard Wagner nebst dem Verwaltungsrathe des Bayreuther Opern- Unternehmens empfangen.
Der Kaiser gab seiner Befriedigung über den
günstigen Stand des nationalen Unternehmens Ausdruck und fuhr demnächst im ossenen Wagen nach der Eremitage, von dem dichtgedrängten Volk mit lebhaften Hochs begrüßt.
Straßburg. Die schon vor Monaten auf- getauchte Nachricht, daß der Kaiser beabsichtige, bei Gelegenheit der gegen Ende September im nördlichen Elsaß stattfindenden großen Cavalerie Manöver auch unsere Stadt, zum ersten Male selt ihrer Wiederzugehörigkeit zu Deutschland, zu be⸗ suchen, scheint sich bestätigen zu wollen. Wie man hört, werden bereits im hiesigen General-Commando die für hohen Besuch bestimmten Gemächer in Stand gesetzt, da der Kaiser beabsichtigen soll, bei dem commandirenden Gencral v. Fransecky Wohnsitz zu nehmen, wo auch sein Bruder, Prinz Karl von Preußen, bei seiner vorigjährigen Anwesenheit ab- gestiegen war.
Ausland.
Oesterreich⸗Ugarn. Wien. Die„Presse“ meldet: Ungarn erklärt die parlamentarische Ge- nehmigung der Trennung des Südbahn Netzes der
ungarischen Verfassung gemäß für nothwendig; Oesterreich ist jedoch der gegentbeiligen Ansicht, weil der Staatsschatz nicht belastet werde, auch erachte man Ungarn nicht berechtigt, die An- gelegenheit zu beeinflussen.
— Die Berliner„Nat.-Ztg.“ meldet von einer Seite, die sie für gut unterrichtet zu balten Grund hat, daß Rußland und Oesterreich bei der Reichstädter Entrevue übereingekommen seien, es solle der Türken nicht benommen sein, gegen eine Wiederholung des Angriffes Seitens Serbiens Garantien zu verlangen, es sollten aber diese Garantien nicht in der Wiederaufnahme des türkischen Besatzungsrechts bestehen.
Schweiz. Basel. Der Sypnodalrath bat die Consecration des alikatholischen Bischofs Herzog auf den 10. Sept. in Solothurn angeordnet.
Frankreich. Versailles, 10. August. Nachdem der Senat gestern den ersten Artikel des Municipal-⸗Gesetzes angenommen, genehmigte er heute den zweiten Artikel.— Die Deputirten- Kammer erledigte das Kriegs-Budget und trat in die Berathung des Budgets für die schönen Künste ein.
— 11. August. Der Senat bat in seiner heutigen Sitzung den Artikel III, des Municipal⸗ Gesetzes bezüglich der Erneuerung der Municipal Räthe, welcher von der Deputirten-Kammer ge⸗ nehmigt war, mit 159 gegen 131 Stimmen verworfen. Der Senat hat dann das ganze Municipal-Gesetz, mit Ausnahme des obigen Artikel III, angenommen.— Die Kammer der Deputirten hat das Municipal-Gesetz, sowie es am Nachmittag vom Senat angenommen worden, auch ihrerseits angenommen.
— 12. Aug. Die Deputirtenkammer hat das ganze Budget der schönen Künste genehmigt. Beide Kammern wurden heute vertagt; im Senat verlas Dusaure und in der Duputirtenkammer Marcere das Vertagungsdecret, ohne indeß den Anfangs- Termin der nächsten Session anzuzeigen.
Holland. Haag. Kappepne, Deputirter, von der Linken, hat nach einer Conserenz mit dem Cabinets-Director des Königs die Aufgabe über— nommen, ein liberales Ministerium zu bilden.
Großbritannien. London, 10. August. Im Unterhause erläuterte Hamilton das indische Budget, wobei er bemerkte, daß die Regierung binsichtlich der Silber-Entwerthung beschlossen habe, vorläusig keinerlei Schritte zu thun, weil vie vor⸗ geschlagenen Mittel voraussichtlich erfolglos sein würden. Im Falle, daß die Entwertbung des Silbers weiter fortschreite, werde die Regierung einige außerordentliche Staats-Bauten in Indien sistiren lassen. Die Regierung werde die Silber- frage nicht außer Augen lassen und sei jeder Zeit bereit, nützliche Vorschläge anzunehmen.


