Ausgabe 
14.10.1876
 
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Betreffend: Das Landgestüt, bier die Untersuchung der in 1877 als Beschäler zu benutzenden Hengsiie f 0

von Privaspersonen.

Das Großh. Kreisamt Friedberg an

Sie werden bis 5. November anher berichten,

die Gr.

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Betreffend: Die Ueberwachung des Schulbesuchs von den dazu verpflichteten Kindern.

Die Großherzogliche Kreis-Schulcommi Es ist uns schon mehrfach zur Anzeige gekommen,

daß schulpflichtige Kinder durch Ueberzug

f ob und welche Privatpersonen Hengste zum Bedecken von Stut angeordnet werdenden Untersuchung unterwerfen wollen. Bei denjenigen, die bis dahin nicht berichten, nehmen wir an,

Friedberg am 12. October 1876. N

1 7 1 7* 7 7 77 5 E 0 Bürgermeistereien und den Gr. Polizeicommissär zu Wickstadt. en für 1876 verwenden und der daß solche nicht vorhanden sind. 0

Friedberg den 11. October 1876.

ssion Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises.

ihrer Eltern an einen andern Ort in eine andere

Schule eintraten, oder von den Eltern in eine Privat- oder öffentliche Schule gebracht wurden, ohne daß dem Schulvorstande ihres früheren Aufent-

haltes hiervon

bigendes Schulzeugniß erwirkt, welches er bei der Betragen, seinen Fleiß und seine Kenntnisse,

Schule straffällige Versäumnisse hat zu Schulden kommen lassen.

Versäumnißlisten Ihrer Schule eintragen zu lassen, der Eintrag erfolgt. Indem wir Sie beauftragen, schulen in Ihren Orten aufzufordern, daß

irgend welche Anzeige gemacht worden war. darauf zu achten, daß jeder nach einem andern Orte überziehender, bisherigen Aufenthaltes in geböriger Weise abgemeldet wird und ein von seinem bisherigen

sondern auch das ersehen können, ob sich das betre

Lehrer Aufnahme in die neue Schule vorzeigen muß und

Zur Verhütung derartiger Ungehörigkeiten sehen wir uns veranlaßt, Sie anzuweisen, oder in eine andere Schule eintretender Schüler bei

dem Schulvorstande seines auszustellendes und vom Vorsitzenden zu beglau⸗ woraus Schulvorstand und Lehrer nicht nur sein

ffende Schulkind bei dem Uebergang in eine andere Wenn Letzteres der Fall ist, dann haben Sie die Versäumnisse entweder selbst in die

oder dem bisherigen Schulvorstande hierüber nähere Mittheilungen zu machen, damit von diesem

Ihren Lehrern von diesem Ausschreiben

dieselben kein Kind ohne dieses Zeugniß in ihre Schule aufnehmen,

künftigen Anzeigen die Nichtbefolgung dieser Vorschriften mit Strenge ahnden werden.

Betreffend: Die Ueberwachung des Schulbesuchs von den dazu verpflichteten Kindern.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Unter Hinweis auf vorstehendes Ausschreiben fordern wir Sie auf, unterstützen und insbesondere die Eltern schulpflichtigen der schulpflichtigen Kinder bei dem betreffenden Schulvor

Versäumnissen zu warnen, sowie auch die Strafen

Betreffend: Lehrbücher für die Volksschulen.

Die Hroßherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg

Ministerium des Innern Abtheilung für

Großherzogliches Nr. M. d. J. S. 11336 in das Verzeichniß der

1) Das von Freiensehner neu herausgegebene

2) Deutsches Lesebuch für Volksschulen von In Folge erhaltenen Auftrags setzen wir

Kinder beim Wegzug aus Ihren Orten,

die Schulvorstände in Befolgung vorstehender oder beim Einzug in dieselben zur Ab- und Anmeldung stande und Lehrer und zur Einforderung eines Schulzeugnisses zu ermahnen für unerlaubte Versäumnisse mit aller Strenge beitreiben zu lassen.

Schulangelegenheiten hat durch

Kenntniß zu geben und insbesondere die Leiter von Privat-

bemerken wir Ihnen, daß wir bei T ri e

Friedberg den 11. October 1876.

Weisungen kräftigst zu

und vor straffälligen T gu, d N

Friedberg den 9. October 1816.

an sämmtliche Schulvorstände des Kreises.

Ausschreiben vom 27. vorigen Monats zu

in der Volksschule zuzulassenden Lehrbücher nachträglich noch folgende Lesebücher aufgenommen:

Freiensebner(Mainz, Kunzes Verlag, 1876). Sie hiermit von dieser Verfügung in Kenntniß.

Lesebuch für die Stufe der Anschauung von Curtman(Verlag von

Heinemann in Gießen) und

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Aus Stadt und Land.

Friedberg. Durch Gesetz vom 4. Sepiember 1874, welches mit dem 1. Januar 1875 in Kraft getreten ast, wurde die Hundesteuer auf 5 Mark erhöht und den Ge⸗ meinden gestattet eine Abgabe von Hunden von höchstens 5 Mark jährlich zu erheben. Nach einer Uebersicht über die Anzahl der Hunde und den Exttag der Hundesteuer im Jahre 1875 betrug die Zahl der Hunde im Groß⸗ herzogthum Hessen 27154 Stück, für welche 135900 Mark Steuer bezahlt wurden. Communalsteuer wurde 26237 M. für 6416 Stück Hunde bezahlt.

Friedberg. In unserem Lande gibt es dermalen 935 Gemeinden unter 2000 Seelen, und zwar in Ober⸗ bessen 422, in Starkenburg 347, in Ryeinhessen 166.

e- Friedberg. Mittwoch den 11. d. M. war dahier die Decanatssynode des evang. Decanats Friedberg ver⸗ sammelt. Nach einem Gottesdienst in der Burgkirche, wobei Prof. Dr. Diegel die Festpredigt hielt, wurden die Verhandlungen nach 11 Uhr im Rathhaussaale eröffnet, wo sie bis Uhr dauerten. Da der weltliche Abge⸗ geordnete des Decanales zur Landes-Synode, Prof.

Dr. Wascherschleben zu Gießen, wegen Geschäftsüberhäufung Sr. Kgl. Hoheit des Gioßhetzogs circa 15 1800 M.

die die darunter sehr ansehnliche Beiträge des Handelsvereins und

der Stadt zur Disposition. Nachmittags 2 Uhr werden die vorzüglichsten Beschäler des Landgestüts vorgeführt. Dem Comite sind ferner die Deckregister der letzten 5 Jahre zum Gebrauche übermitielt. Die Kaufgelegenheit ist also eine sehr günstige. Der neu erbaute große Stall ist bereits vollständig besetzt, der Marktplatz vorzüglich hergerichtet. Die Loose waren bereits am 1. d. Mls. vollständig ver⸗ griffen. Man erwartet einen sehr statken Besuch von In- leressenten. Derjenige von zalreichen renommirten Pferde⸗ händlern als Käufer und Berkäufer ist angemeldet.

Mainz. Wie dasM. T. hört, bat Stadtbau⸗ meister Kreißig den Auftrag erhalten, Voranschläge über den Wieder⸗Aufbau der Fruchthalle auszuarbeiten und den Stadtverordneten vorzulegen.

Allerlei.

Bockenheim, 13. Oct. Gestern Mittag passirte in der Portzelbschen Marmorsabrik ein großes Unglück. Beim Auseinandersägen eines etwa 50 Ceniner schweren Marmor⸗ block's stürzte derselbe um und 4 damit beschäftigte Arbeiter geriethen theils ganz, theils nut mit den Beinen und Armen unter denselben. Einer welcher Familienvater ist, verstarb schon nach 1 Uhr, die Uebrigen ollen nicht lebensgefährlich getroffen worden sein.

Marburg, 10. Oct. Heute kam vor der verstärkten Straskammer des hiesigen Kreisgerichts die Untersuchungs⸗ sache gegen die ledige Elisabeth Weithard aus Maul bach wegen Mords zur Verbandlung. Die Angeklagte war geständig, am 22. August d. J. gegen Abend, ihr unge⸗ fähr vier Monate altes Kind, um dasselbe zu tödten, vorsätzlich in die Lahn geworfen zu haben. Als Motiv gab dieselbe an, das Kind sei krank gewesen und habe sie geglaubt, es nicht unterbringen zu können, da sie selbst nicht in der Lage gewesen, für dasselbe zu sorgen. Der

sein Mandat niedergelegt hat und da gleichzeitig auch Stelle eines Ersatzmannes erledigt war, so mußten für beide Mandate Neuwahlen vorgenommen werden. Sie fielen auf Bürgermeister Schutt in Bad⸗Nauheim als Abgeordneter und Jakob Wleßler in Butzbuch als Ersatzmann. Im Namen des Decanats-Ausschusses erstattete sodann Prof. Dr. Köhler den vorgeschriebenen Jahresbericht über den kirchlichen Sland der Decanats Gemeinden. Derselbe verbreitete sich in eingehender Weise über die Theilnahme am Gotltesdienst und Abendmahl, die Katechismuslehre, die kirchliche Vereinsthätigkeit(Gustav⸗ Adolf⸗Verein und Mission) und die kachlichen und siit⸗ lichen Zustände im Allgemeinen dann die Einwirkungen kirchlich bedeutsamer Zeitereignisse wie die Reformen im Schulwesen, die Einführung der Eivilehe und der Kirchen steuer. Im 1. Halbjahr 1876 sind im Decanat Friedberg 100 kirchliche Copulationen und 7 blos bürgecliche Ehe⸗

schließungen vorgekommen, darunter 1 in Butzbach, 1 in

Dorheim und 5 in Friedberg. Bezüglich der Kirchensteuer konnte constatirt werden, daß sich eine Agitation nur ver⸗ einzelt und vorübergehend gezeigt habe. Den Haupt⸗ gegenftand der Verhandlung bildete die kirchliche Katechis muslehre, worüber ein Referat von Seminarlehrer Wahl und ein Cors referat von Pfarrer Baur in Friedberg vorlag. Ueber die Wichtigkeit des Instilutes und die Nothwendigkelt seiner Erhallung und Weiter⸗ bildung bestand allgemeines Einverständniß. Aenderungen in der Zeit der Kalechismuslehre und Dauer der Ver⸗ pflichtung zur Toeilnahme, welche von einigen Seiten vorgeschlagen wurden, wurden von anderer Seite wider- rathen und von der Versammlung nicht gutgeheißen. Als Mittel zur Echaltung der Theilnahme(welche übrigens in den meisten Gemeinden als gut bezeichnet wurde) kam, neben möglichst zweckmäßiger Einrichtung durch den under, richtenden Geistlichen und neben den moralischen Mitteln der Ermahnung und Belehrung durch Geistliche und

namentlich auch Kirchenvorsteher, auch die Anwendung von Strafen, wie solche dei der Fortbildungeschule statt⸗ finden, zur Sprache. Während solche von mehreren Seiten gefordert wurde, sprach man sich von anderen Seiten theils aus principiellen Gründen, ibeils aus Gründen der Zweckmäßigkeit weil nicht zu erwarten sei, daß der Staat seine hierzu nothwendige Beihilfe leihen werde, dagegen aus, diese Forderung aufzustellen. Leider mußte, da die Wahlhandlungen einen großen Theil der Zeit weggenommen hatten, die Verhandlung vor völliger Erschöpfung des Gegenstandes abgebrochen werden und konnten die übrigen noch auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände nicht mehr zur Berathung kommen.

Bad⸗Nauheim. Im Großherzogthum Hessen wur den im vorigen Jahr 46,049 Eir. Salz zu landwirth⸗ schaftlichen Zwecken(Viehsalz) steuerfrei verabfolgs, 5513 Ctr. weniger als im Jahr 1874.

Darmstadt. Die Aussichten für den am 17. October in Darmstadt statifindenden Fohlen- und Pferdemarkt sind die günstigsten. Es sind bereits mehrere hundert Fohlen und Pferde angemeldet. Der Preisrichter-Commission steyen zur Prämiirung auxer einem werthvollen Ehrenpreis

von den Betroffenen,

Antrag des Staatsanwalts ging dahin, die Angeklagte wegen Mords zum Tode zu verurtheilen. Der Gerichts⸗ hof erkannte demgemäß und wurde demnach die Ange- klagte zum Tode verurtheilt. Die Publikation dieses Urtheils schien auf dieselbe nicht den geringsten Eindruck zu machen. Würzburg, 10. Oct. Der Ende Juni in Bornheim verhaftete 36 Jahre alte Schneider⸗Geselle Peter Köhler von Nürnberg, welcher am 9. Mai l. J. auf der Straße zwischen Rohrbrunn und Esselbach den Schlächter⸗Gesellen Heinrich Kullmann von Osnabrück erschoß und beraubte, wurde heute von dem Schwur⸗Gerichte zur Todes⸗Sirafe verurtheilt. Auf den vom Vertheidiger gemachten Vor⸗ behalt wegen eines Gnaden-Gesuchs an den König erklärte der Verurtheilte, daß er eine Begnadigung nicht annehme. Köhler war schon im Jahr 1861 wegen Ermordung und Beraubung einer Frau vom Schwur⸗Gerichte zu Ans bach zum Tode verurtheilt worden. Er wurde damals zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt und im Jahre 1873 durch einen weileren Gnaden ⸗Act des Königs ganz aus der Haft entlassen.

Speyer. Nach dem Vorgehen anderer pfälzischer Städte, wie Neustadt, Kasserslaulern, Zweibrücken, ist auch hier eine Versammlung gegen die Wander- Lager und Wander⸗-Auctionen abgehalten worden. Dieselbe war von Handels⸗ und Gewerbe⸗Treibenden, sowie Privaten sehr zahlreich besucht. Es wurde ein Comité beauftragt, die geeigneten Schritte einzuleiten, und folgendes Resultat erzielt: 1) Die Stadt⸗Behörde hat beschlossen, die städtischen Localitäten nicht mehr zur Abhaltung von Waaren⸗Ver⸗ sieigerungen auswärtiger Geschäftsleute herzugeben; 2) die Local⸗Plesse weist derartige Publikationen zurück; 3) die Notare und Gerichtsvollzieher werden, soweit thunlich, das Zustandekommen solcher Geschäfte erschweren; 4) alle Rechts⸗Consulenten und Geschäfls⸗Agenten haben sich bereit erklärt, derartige Aufträge nicht anzunehmen; 5) sämmt⸗ liche Wirthe, etwa 50 an der Zahl, geben ihre Locale nicht mehr zu solchen Zwecken her.(Was thut Friedberg?

Die Red.)

Aachen.Unlängst fand hier in einem Hause des Frankenberger Stadttheiles eine Hochzeit statt, bei der die Urgroßmutter der Braut den Bräutigam zum Altare fübrie. Bei dem hohen Alter der noch immer rüstigen Malrone, 90 Jahre, dürfte dieser Fall als vereinzelt zu bezeichnen sein. Wie eine Brautjungfer im Flügelkleide, mit Blumen und Bändern geschmückt, schrilt die würdige Greisin, den Bräutigam stolz am Arme führend, zur heiligen Handlung. Mit der ausgesuchtesten Accurakesse halte sie ihre Toilette selbst gewählt und vestellt, um die manches junge Fräulein sie hätte beneiden können. Beim Hochzeitsmale declamirte sie ein 36 Strophen langes Fesigedicht und sang mit einer noch klangvollen Stimme ein Lied in französischer Sprache mit Clavierbegleitung.

körperlicher Frische. Petersburg. General Potapoff, der nach dem Kalser mächtigste Mann in Rußland, ist geisteskrank und

nach Wien zu dem berühmten Irrenarzte Prof. Leides

Bei 90 Jahren gewiß ein eclatantes Zeichen geistiger und

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