Ausgabe 
12.8.1876
 
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seinen Fortgang nehmen, wenn das Ministerium am Ruder bleibt.

9. Aug. Officiell wird gemeldet: Tscher najeff wurde durch fürstliches Decret zum Ober- Commandanten der vereinigten Timok: und Morawa Armee ernannt. Es wurde eine neue Operations- Linie angenommen, und in Folge dessen Saitschar ohne Kampf verlassen. Die Linie Saitschar-Knjazewatz wurde nicht als stra⸗ tegische Linie betrachtet, indem dieselbe eine Zer- splitterung der Kräfte bedingt und keine leicht zu vertheidigenden Positionen besitzt. General Tscholak Antitsch hat Derwisch Pascha bei Sienitza ange- griffen, nach dreitägigem Kampfe einen Theil der türkischen Armee zerstreut, viele Gefangene gemacht und viele Waffen und Munition erbeutet.

Ristic bereitet eine Note an die Vertreter der europäischen Mächte in Belgrad vor, worin die türkischen Grausamkeiten in Serbien dargelegt werden and erklärt wird, daß der von den Türken besetzte Theil Serbiens vollkommen ruinirt sei.

Rumänien. Bukarest, 10. Aug. Seit- dem die Türken in Serbien eingedrungen sind, flüchten sehr viele serbische Familien auf ru mänischen Boden.

Rußland. Petersburg. Die mehrfach wiederkehrende Behauptung, daß Serbien die Vermittelung der Großmächte oder einer Groß macht angesprochen, wird von biesiger informirter Seite als unbegründet bezeichnet.

10. August. DerAgence Havas wird aus Bern vom heutigen Tage telegraphirt: Gestern Abend schoß eine Russin zweimal aus einem Revolver auf den russischen Gesandten, Fürsten Gortschakoff, ohne ihn zu treffen. Die Frau ist verhaftet.

Aus Stadt und Land.

(Offen dach, 9. Aug. Heute Nacht gegen 12 Ubr brach in dem Stunden entfernten Orte Lämmerspiel ein großer Brand aus, welcher drei Scheuern mit Frucht und einen Tanzsaal, der ebenfalls mit Frucht gefüllt war, einäscherte. Die Offenbacher Landspritze fuhr sofort nach Anzeige an den Ort des Unglücks. Ueber die Enistehungs⸗ ursache des Feuers verlautet noch nichts bestimmt Zuver lässiges. Nur einer der Beschädigten war versichert.

Allerlei.

Fürsten wald, 4. Aug. Gestern Nachmittag erstach

der ledige, 30 Jahre alte Ackermann Heinrich Meibert

mittelst sieben Messerstichen seinen 75 Jahre alten Vater. Der Mörder wurde sosort verhaftet und noch am selbigen Abend dem Amtsgericht Grebenstein überliefert. Veran⸗ laßung zur That soll ein Wortwechsel zwischen Vater und Sohn gewesen sein.

Amberg, 8. Aug. Ein furchtbarer Brand, welcher gestern in Neunburg v. W. ausgebrochen ist, setztie die weite Umgegend in Schrecken. Die Rauch ⸗Massen erblickte man schon in Amberg und konnte sie auch noch bei Regen stauf bemeiken. Das Feuer brach um 10 Uhr Morgens aus und verbreitete sich in Folge der großen Dürre so rasch, daß trotz der von allen Seiten herbeigeeilten Feuer⸗ wehren mehr als 40 Häuser und Neben⸗Gebäude einge⸗ äschert worden sind. Man glaubt, daß eine ruchlose Hand den Brand angestiftet hat.

Weißenburg, 4. Aug. Heute Vormittag 11 Uhr fand die feierliche Einweihung des von den Angehörigen der unter dem Befehle des Kronprinzen gestandenen III. deulschen Armee errichteten Denkmals für die Ge⸗ sallenen dieser Armee auf der höchsten Stelle des Gais berges siatt. Das herrlichste Wetter begünstigte die er⸗ vebende Feier, an der außer dem General und Brigade⸗ Commandeur v. d. Esche aus Straßburg eine ansehnliche Zahl höherer Offiziere, Deputationen verschiedener Truppen⸗ sheile, die Beamten des Kreises und der Stadt mit ihren Familien, sowie eine zahlreiche nach Hunderten zu zählende Menge der umliegenden Landbevölkerung sich beiheiligte.

Berlin. Zur Illustration der Siitengeschichte der Neuzeit dient folgendes dem Berliner Inkelligenzblatt ent⸗ nommene Inserat:Ein junger Mann, der 2000 Thaler

besitzt, kann sofort in's Comptoir eintreten, event. kann

sich derselbe mit der Tochter verbeirathen.

zu mildern und in einer großen Anzahl von Fällen be⸗ sonders schwer Betroffenen und hart Bedrängten eine sehr nambafte Unterstützung zu gewähren. Mit diesem Aus⸗ deucke unseres Dankes verbinden wir zugleich die Anzeige, daß wir unsere Sammlung nunmehr geschlossen haben, und etwa noch eingehende Gaben an Gemeinden uübersenden werden, welche durch die letzten Ueberschwemmungen des Ryheines gleichfalls sehr bedeutende Einbußen erlitten haben.

Nieder⸗ und Ober⸗Ingelheim, 4. August 1876.

Im Namen des Hülfs⸗Cemit's: Wilyelm von Erlanger. Hof.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 9. Aug. Der heutige Heu- und Stroh⸗ marki war ziemlich gut befahren, die Preise hatten wieder eiwas angezogen. Heu kostete per Centner je nach Qualität M. 5.5.50. Stroh per Centner M. 4.34.50. Butter im Großbandel das Pfund 1. Qual. 97 Pf., 2. Qual. 91 Pl. im Nieinhandel 1. Qual. M. 1.09, 2. Qual. M. 1.08. Eier dae Hundert M. 5.150. Gutken das Hundert M. 2.50. Bohnen in Folge der Trockenheit höchst rar. N

Manz, 10. Aug. Producten⸗Markt. Wanen per Nov. 20.30. Roggen per Nov. 15.20. Hafer per Nov. 15.50, Ruböl per October 35.10.

Marburg, 5. Aug. Wochenmarkt. Butter kostete per Psund 1 M. 1595 Pf. Eier pr. Stück 56 Pf. Käse per Stück 810 Pf. Tauben das Paar 6065 Pf. Häynchen per Slück 60-65 Pf. Kohlraben per Stück 45 Pi. Gurken 23 Stück 10 Pf. Bohnen per Korb 1 M. 70 Pf. bis 2 M. Kartoffel 2 Liter 20 Pf. Enten per Stück 1 M. 4070 Pf.

Bekanntmachung.

stachstehendes bringen wir unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß im Ganzen 5866 M. 13 Pf. eingingen, woron 5848 M. 58 Pf. baar abgesendet und 17 M. 55 Pf. zur Bestreitung von Druckkosten und Porto verwendet wurden.

Friedberg den 9. August 1876.

Nauens des Comils's zur Unterstützung der Wasser beschädigten von Heidesheim und Umgegend Klietsch, Fink,

Kreis-Assessor. Kreiskassen⸗Rechner.

Allen freundlichen Gebern, welche sich der am 2. April d. J. durch ein schreckliches Unwelter schwer heimgesuchten Gemeinden Groß-Winternbeim, Heidesheim, Nieder-Ingel⸗ heim, Ober⸗Ingelheim, Sauer⸗Schwabenheim und Wacker-n beim in helfender Nächstenliebe angenommen haben, sehen wir uns verpflichtet, öffentlich unseren herzlichsten, innigsten Dank zu sagen und sprechen diesen Dank mit um so größerer Freude aus, da die eingelaufenen Gaben, von welchen aus dem Keeise Friedberg allein 58848 M. 58 Pf. uns zukamen, die beträchtliche Höhe von 97,249 M. 57 Pf. erreichten und wir dadurch in den Stand gesetz! worden sind, die erwachsenen Verluste im Ganzen erheblich

Tagesordnung für die Sitzung des Gemeinderaths zu Friedberg, Montag den 14. August, Nachmittags 5 Uhr.

1. Prüfung der Kosten-Ueberschläge zum Voranschlag der Sladt Friedberg für das Jahr 1877. 2. Desgleichen zum Voranschlag des Augustiner⸗Schulfonds pro 1877. 3. Prüfung des Voranschlags der Realschule pro 1877. 4. Wahl einer Commisston zum Schutze der Felder gegen die Vertilgung der Kleeseide. 5. Baugesuch des Martin Scheibel.

Friedberg den 11. August 1876.

Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Foucar.

Geld⸗ Cours. Frankfurt am 10. August 1876.

Holländische fl. 10⸗- Stücke Mk. 16 65 G. Degg 8 5 9 5459 Ducaten al mare 4 9 5459 20⸗Frankenstücke 16 1923 Englische Sovereigns A 20 3742 Russische Imperiales 16 6974 Dollars in Gold. 2 8 45 4 16-19

Holz⸗Verstei Holz⸗Versteigerung. 2638 Donnerstag den 17. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Freiherrlich v. Rothschild'schen Walde Altenberg, unweit von der Chaussee, öffentlich meist⸗

bietend versteigert werden: 10 Raummeter Eichen⸗Schäl⸗Prügelholz, 9325 Stück Eichen⸗Schäl Prügel⸗ und Reisholzwellen. Okarben am 8. August 1876. Freiherrlicher Revierförster Hilgenreiner.

Oeffentlicher Impftermin.

2645 Der diesjährige öffentliche Impftermin für die Stadt Friedberg findet Montag den 14. August, Vor⸗ mittags 10 Uhr, auf hiesigem Rathhause statt. Zur Theilnahme an demselben sind berechtigt zunächst die in diesem Jahre impfpflichtigen Kinder(Jahrgänge 1864 und

und 1875), sowie überhaupt Alle, welche geimpft zu

werden wünschen. Die Impfung ist für Jedermann unentgeltlich. Friedberg den 8. August 1876 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Foucar.

Bekanntmachung.

2662 Die Güterbesitzer im Großwartfeld werden hier⸗ mit aufgefordert, das Ausschneiden der Gewannen bis den 14. d. Mts. zu bewerkstelligen, damit in dem betr. Feld ein⸗ und ausgefahren werden kann. Friedberg den 11. August 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Feen

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Arbeits-Versteigerung.

2652 Donnerstag den 17. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Vilbel nachbenannte Arbeiten öffentlich in Accord gegeben werden: Weißbinderarbeit, veranschlagt zu 1596 M. 15 Pf., Spenglerarbeit 7 Vilbel am 10. August 1876. Der Bezirksbauaufseher Brod.

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Lich den 10. August 1876.

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