Ausgabe 
12.8.1876
 
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Samstag den 12. August.

V. 95.

berhessischer Anzeig

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden

Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Reclamationen gegen die directen Steuern für das Jahr 1876.

Friedberg am 10. August 1876.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Wir lassen Ihnen die von Großberzoglichem Steuer- Commissariate uns bis jetzt zugekommenen Verzeichnisse über gegen die directen Steuern zu bewilligende Nachlässe an evang. Kirchensteuern un unseres Ausschreibens vom 23. Mai dieses Jahres, Kreisblatt Nr. 63 am Schluß zu verfahren, resp. die Gemeinde-

arp.

Betreffend: Die Ausführung des Gesetzes vom 23. April 1875, über das Besteuerungsrecht der Kirchen- und Religionsgemeinschaften, insbesondere die Behandlung von Reclamationen gegen Beiziehung zu

kirchlichen Umlagen.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses d

ter Couvert mit dem Auftrage zugehen,

in Folge von Reclamationen mit denselben nach Maaßgabe Einnehmer verfahren zu lassen.

Friedberg am 10. August 1876.

es Kreises Friedberg

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Bauernheim, Bruchenbrücken, Dorn-Assenheim, Nieder⸗Eschbach, Nieder-Rosbach, Ober⸗Eschbach,

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Ober⸗Rosbach, Rödgen,

Sie wollen uns innerhalb 8 Tagen beri haben und an welchem Tage die Offenlegungsfrist

chtlich anzeigen, zu Ende gegangen ist.

Schwalheim, Weckesheim und Wölfersheim. an welchem Tag Sie die Erheblisten für die diesjährige Kirchensteuer offen gelegt

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Deutsches Reich. ö Darmstadt. Militärnachricht. Hintz, Vice- wachtmeister vom 2. Bat.(Worms), 4. Großh. Landw.-Regts. Nr. 118, wurde zum Sec. Lt. der Reserve des 1. bad. Leib Drag. Regts. Nr. 20 befördert.. Post-Personalnachricht. Der Postsekretär Brentano in Mainz ist in den Ruhestand getreten. Berlin. Aus Anlaß der Beendigung der Verhandlungen über die Vorfälle in Salonichi, bei welchen die Pforte in allen Punkten die Forderungen Deutschlands und Frankreichs erfüllt hat, enthält derReichs-Anz. eine Uebersicht des Ganges dieser Verhandlungen, an deren Schlusse es heißt: So weit ist diese Angelegenheit jetzt zu einem befriedigenden Abschluß geführt unter dem festen Zusammen wirken der beiden zunächst betheiligten Regierungen, sowie im gemeinsamen Interesse der übrigen bei der Sühne eines so schweren Verbrechens gleichzeitig interessirten Mächte. DieProv. Corr. schreibt: Nach der vorläufigen Absicht der Regierung sind für die Wahlen etwa die folgenden Termine in Aussicht genommen: Auflösung des preußischen Abgeordneten Hauses am 10. October, Wahl der Wahlmänner 17. Oct., Wahl der Abgeordueten 24. October, einige Tage darauf Eröffnung des bisherigen Reichstages, Dauer der Session desselben bis Mitte December, sodann Auflösung des Reichs- tages. Reichstags Wahlen 5. Januar 1877, Eröffnung des preußischen Landtags 8. Januar, worauf im Februar die Session des neugewählten Reichstags folgen würde. Die von einigen Zeitungen mitgetheilte Nachricht, daß die Rückkehr des deutschen Mittel

meer⸗Geschwaders angeordnet sei, ist unrichtig,

vielmehr ist bisher noch kein diesbezüglicher Befehl ergangen.

München. Der König hat, wie dieAllg. Ztg. vernimmt, sämmtlichen Ministern nach Be⸗ endigung der Landtags ⸗Session für ihre Vertretung des, Standpunktes der Regierung und für ihre nicht ermüdende, bingebende Ausdauer, womit sie ihres Amtes gewaltet, seine lebhafte Anerkennung ausgesprochen, und am Schlusse seines sehr gnädigen Handschreibens die Minister wiederholt des vollsten königlichen Vertrauens versichert.

Bayreuth. Von hier wird gemeldet, daß daselbst für den Kaiser von Brasilien nebst Gefolge für den 12. August Quartier bestellt ist.

9. Aug. Der König von Bayern reiste

Für den Empfang des deuschen Kaisers werden hier große Vorbereitungen getroffen; Sonnabend wird ein Fackelzug angeboten und Sonntag eine glänzende Beleuchtung veranstaltet werden. Pirmasens, 10. Aug. Bei der heutigen in Folge Cassation durch die Abgeordnetenkammer nöthig gewordenen Abgeordneten-Neuwahl wurden die drei liberalen Deputirten Ober Appellrath Schmidt, Bezirks-Amtmann Schmit und Bürger- meister Löhn mit 117 gegen 71 Stimmen wieder⸗ gewählt, ebenso wurden mit 118 gegen 67 Stimmen drei liberale Ersatzleute gewählt.

Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 7. Aug. DieAllg. Ztg. bringt folgende Depeschen:

Tisza ist von Andrassy plötzlich hierher berufen worden. Einer angeblich aus zuverlässiger Quelle stammenden Konstantinopeler Meldung zusolge soll der Sultan Murad unrettbar verloren sein. Der Director der hiesigen Privatirrenanstalt, Leides- dorf, wurde nach Konstantinopel berufen. Holland. Haag. Der Bischof von Roer- mond hat seine Zustimmung zur Stiftung zweier neuen Klöster obwohl die dazu nöthigen Ge bäude käuflich erworben waren verweigert, und zwar mit dem Bemerken, daß eine Vermehrung der bereits so zahlreich in der Provinz Aanenrg bestebenden Klöster weder erwünscht noch rathsam sei. Frankreich. Versailles, 8. August. In ber heutigen Sitzung des Senats verlas Parieu seinen Bericht über das Muuicipalgesetz, worin er die Annahme des Gesetzes mit Art. 3 befürwortet. Der Minister Marcére b antragt die Dringlichkeit. über wird bis morgen vertagt. Die Deputirten Kammer berieth über die Gesetz-Vorlage betr, die Bewilligung eines Credites von 2 Mill. Francs für die in Frankreich sich aufhaltenden carlistischen Flüchtlinge. Der Antrag der Commission, nur 1,300,000 Francs zu bewilligen, wurde mit dem Zusatze angenommen, daß die Unterstützungen der Carlisten Ende Sept. ganz aufhören sollen. Großbritannien. London, 8. August. Im Verlaufe der Sitzung des Unterhauses erklärte der Unterstaatssecretärx im auswärtigen Amte, Bourke, auf eine Anfrage von Torrens, daß be züglich des Gebrauchs der polnischen Sprache vor den Gerichten der Provinz Posen eine Verpflichtung Seitens der Mächte in dem Wiener Vertrage von 1815 nicht übernommen sei. Türkei. Konstantinopel. Die Besetzung

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heute Nacht wieder ab und begab sich gutem

Bernehmen nach zunächst nach Hohenschwangau.

Saitschars durch die türkischen Truppen ohne

Ausnahme des

Die Abstimmung bier

Schwertstreich wird durch Privat Depeschen aus Widdin vom 7. August bestätigt; danach habe Leschjanin mit seinem Corps Saitschar geräumt, weil er in Folge des türkisches Sieges bei Knja⸗ zevatz von verschiedenen Seiten angegriffen zu werden besorgte, und beabsichtige, sich dem Corps Tschernajeff's anzuschließen.

Die Miriditen(in Albanien), deren Wünschen die Pforte nachgekommen ist, leisten nunmehr Heeresfolge. Zum Miriditen-Lande ge bören gegenwärtig die fünf Stämme der Oreschi, Spalschi, Fandi, Kuschueni und Dlbri.

DiePol. Corr. meldet gegenüber einer Nachricht derN. Fr. Pr., die britische Flotte sei am 9. August zum Besuche Konstantinopels daselbst eingetroffen, daß lediglich Offiziere der englischen Flotte Konstantinopel besuchten und die Meldung derN. Fr. Pr. duf Irrthum beruhe.

Die Türken sommeln jetzt alle ihre Streit- kräfte bei Podgoritza(südlich von Montenegro), wohin auch alle bisher in der Krajna verwendeten Baschi⸗Bozuks dirigirt wurden. Alles deutet darauf hin, daß eine Offensiv-Operation gegen

Montenegro beabsichtigt wird.

Aus Zimony wird vom 9. Aug. gemeldet: Despotovic, welcher das Oberkommando der bos nischen Insurgepten übernommen hat, berichtet von Grahovopolje bei Grahovo: Sieben Schanzen sind von den bosnischen Insurgenten erstürmt und 50 Dörfer längs der Una von Kloster Eunanja bis Ticeva und Raznoglavie durch dieselben be⸗ setzt worden.

Montenegro. Cettinje, 10. August. Nach einem Telegramm desStandard aus Trebinje hätte Mukhtar Pascha am Dienstag bei Bilek seine Vereinigung mit einer Truppen Ab- theilung von 3000 Mann unter Mustafa Pascha bewerkstelligt. Die Montenegriner hätfen die Um⸗ gebungen von Bilek geräumt; ein Theil der mon- tenegrinischen Streitkräfte sei nach der Südgrenze Monkenegto's abgesendet. Auch Wiener Rach richten melden: Trebinje ist nicht mehr bernixrt. Ein Theil der Montenegriner ist nach Albanien abmarschirt. Mukhtar Pascha bat vorläufig sechs Bataillone aus Mitrowitz zur Verstärkung erhalten

und konnte gestern die Grenz-Forts mit Proviant und Wasser versehen. 0 N Serbien. Belgrad, 8. Augufl. Laut

Privat-Meldungen aus Belgrad wird die Lage Serbiens als sehr ernst aufgefaßt. Fürst Milan neige sich zum Frieden, aber das Ministerium, insbesondete Ristie, wolle den Kampf bis zum Aeußersten fortsetzen. Der Krieg werde somtt