Samstag den 11. November. N. 134.
uin Oberhessischer Anzeiger.
Vor — dach Ute Die Petitzeil 15 105 1 e Erscheint jeden dung ee 0 wird mit 11 Pfennig berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Dienstag, Donnerstag und Samstag. in arzt, 7 WINE r. denibrusten Amtlicher Theil. 5 J Friedberg den 7. November 1876.
Betreffend: Die den Gemeinden zukommenden Forststrafen von der I. und II. Periode 1876. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Nachstehend theilen wir Ihnen das Verzeichniß der Ihren Gemeinden von der 1. und 2. Periode von diesem Jahre zukommenden Forststrafen unter dem Auftrage mit, Einnahmedecretur zu ertheilen und für ordnungsmäßige Controlirung zu sorgen. Ter a pp.
ren dwochon,
„ aleimung., il. Von der 1. Periode. Von der 2. Periode. — Wassers und Assenheim— M. 35 Pf. Bad⸗Nauheim— M. 11 Pf. Bübdesheim 2 M. Assenheim— M. 21 Pf. Bad⸗Nauheim— M. 58 Pf. Bönstadt— M. Aeiscapotheke. 77 Pf. Burg ⸗Gräfenrod 2 M. 32 Pf. Fauer bach v. d. H.— M. 40 Pf. Gam⸗ 46 Pf. Büdesheim 3 M. 6 Pf. Burg⸗Gräsenrod 2 M. 31 Pf. Butzbach 2 M. Men i eng, bach— M. 14 Pf. Mark Griedel— M. 49 Pf. Groß ⸗Karben 2 M. 60 Pf. 94 Pf. Fauerbach v. d. H. 1 M. 86 Pf. Gambach— M. 60 Pf. Groß ⸗Karben * Heldenbergen 1 M. 3 Pl. Ilbenstadt— M. 21 Pf. Kirch⸗Göns— M. 40 Pf. 2 M. 10 Pf. Heldenbergen 2 M. 32 Pf. Hoch-Weisel 3 M. 86 Pf. Holzhausen r Flein⸗Karben 1 M. 85 Pf. Maibach 1 M. 31 Pf. Nieder⸗Florfadt 22 M.— Pf. 3 M. 13 Pf. Ilbenstadt 1 M. 28 Pi. Kirch⸗Göns— M. 80 Pf. Klein⸗Karben Nieder⸗Rosbach— M. 11 Pf. Nieder⸗Weisel— M. 50 Pf. Nieder⸗Wöllstabt— M.[5 M. 2 Pf. Langenhain— M. 78 Pf. Münster 1 M. 2 Pf. Nieder ⸗Florstadt
Niedet-Weisel 1 M. 66 Pf. Nieder⸗ Ober⸗ Mörlen 3 M. 31 Pf. Pohl⸗Göns— M. 14 Pf. Södel— M. 11 Pf. Vilbel 20 M.
Nieder-Rosbach— M. 50 Pf. Ober⸗Florstadt 2 M. 25 Pf. Pelterweil— M. 59 Pf.
29 Pf. Ober⸗Florstadt— M. 54 Pf. Ober⸗Mörlen 25 M. 70 Pf. — M. 39 Pf. Reichelsheim— M. 40 Pf. Vilbel 31 M. 25 Pf. Wohnbach— M. 14 Pf.
Ober⸗Rosbach Rodbeim v. d. H. 4 M. 54 Pf. Wölfersheim— M. 94 Pf.
15 M. 85 Pf. Wöllstadt— M. 42 Pf. Ober⸗Rosbach 1 M. 84 Pf. Reichelsheim 1 M. 85 Pf. Rodbeim v. d. H. 2 M. 38 Pf. Stammheim 3 M. 20 Pf. Mark Treis-Münzenberg 1 M. 31 Pf. 39 Pf. Wohnbach 1 M. 45 Pf.
An die Herren Bürgermeister derjenigen Gemeinden des früheren Kreises Vilbel, die dem dortigen Mathilden— stift beigetreten sind. Nach einer Mittheilung des Verwaltungsraths des Mathildenstifts des früheren Kreises Vilbel vom 9. November dieses Jahres(in heutiger Nummer) findet Donnerstag den 30. laufenden Monats, Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhause zu Vilbel die General versammlung dieser Sparkasse statt. Ich mache Sie hierauf noch besonders in der Erwartung, aufmerksam. Friedberg am 6. November 1876. f 1 Trapp, Geheimer Regierungsrath.
Betreffend: Darstellung des Zustandes der Volksschulen für die Jahre 18731876. Friedberg den 9. November 1876.
Die Großherzogliche Kreis-Schulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises.
Zur Fertigung der von uns der obersten Schulbehörde in Kürze einzusendenden summarischen Uebersicht über den Zustand der Schulen unseres Kreises haben wir Folgendes zu wissen nöthig: 1) Angabe des Geldbetrags der Schulstrafen und deren Verwendung in den betreffenden
Jahren. 2) Angabe der Kosten, welche in den betreffenden Jahren für Schulhausbauten und größere Reparaturen aufgewendet wurden. . Sie wollen uns diese Angaben unter Benehmen mit den Gemeindevorständen innerhalb acht Tagen machen. Trapp.
daß Sie und andere Mitglieder des Stistes sich an dieser Versammlung betheiligen,
Deutsches Reich. diesem Gebiete des„Culturkampfes“ ist noch gar
hingewiesen. Derselbe erwähnte ferner die theuere
Darmstadt. Nach einer neuerdings von dem Justiz⸗Ministerium zur Ausführung des Reichs CivileheGesetzes getroffenen Anordnung sollen die Funktionen eines Standesbeamten zwar im Allgemeinen von den Bürgermeistern, bezw. von deren Stellvertretern wahrgenommen werden; es verlangt aber für die Zukunft jene Behörde bei jedem nothwendig werdenden Wechsel in der Person des Standesbeamten oder dessen Stell— vertreters besondere Vorlage, um nach Befund desondere Beamte zu ernennen.
Berlin, 8. Nov. Der Reichstag überwies die allgemeine Reichshaushalts Rechnung pro 1872 an die Rechnungs-Commisston, genehmigte hierauf den Antrag behufs Einstellung des schwebenden Strafverfahrens gegen Hasselmann, Geib und Bahlteich und nahm in dritter Lesung die Ver— ordnung wegen Abänderung des Gesetzes, betr. bie Bezirks⸗Verwaltungen, Kreis Vertretungen und Wahlen zu Gemeinde-Räthen in Elsaß-Lothringen en. Die zweite Berathung des Etats wurde brtgesetzt. Beim Etat Reichsschuld monirte Bam- serger die noch nicht erfolgte Ausprägung gol- hener Fünf-Markstücke. Beim Post- und Tele- raphen-Etat wurde nach längerer Debatte der Antrag auf Wiederherstellung der früheren ersten Hone für Telegraphie Gebühren unter Beibehaltung ener 3 Pfennig⸗Gebühr pro Wort mittelst„Ham— nelsprung“ mit 114 gegen 91 Stimmen ange— rommen. Der General-Postmeister hatte sich gegen den Antrag ausgesprochen und bezüglich der Noth⸗ nendigkeit, den Tarif in jetziger Höhe zu erhalten, auf das frühere, durch die neue Organisation ver— ungerte Desiejt in der Telegraphen- Verwaltung
Telegraphen-Verbindung mit England und fügte hinzu, daß wegen Herabminderung derselben Ver— handlungen schwebten, bei welchen sich England sehr entgegenkommend zeigte. Auf eine Anfrage des Abgeordneten v. Schorlemer- Alst, die in Bromberg erfolgte Anfertigung von Facsimiles der Handschrift des Cardinals Ledochowski und die Weisung, von der Hand Ledochowski's adres— sirte Briefe an die Staatsanwaltschaft abzugeben, betreffend, erklärte der General- Posimeister, die Staatsanwaltschaft habe die Gesetzgebung zur 10 0 die Postverwaltung treffe kein Vorwurf,
es handle sich lediglich um eine Requisition des Staatsanwalts. Im Fortgange der Sitzung werden alle zur Plenarberathung gestellten Special— Etats in zweiter Lesung genehmigt. Naächste Sitzung am 15. November.
— Der Fürst zu Hohenlohe Langenburg hat einen von Mitgliedern aller liberalen Parteien unterstützten Gesetz- Entwurf über den Schutz nütz— licher Vögel eingebracht; derselbe verbietet das Abfangen, Tödten, Nester-Ausnehmen, sowie den gewerbsmäßigen Handel mit todten oder lebenden Vögeln von einigen 80 namhaft gemachten Arten, Außerdem ist dem Gesetz Entwurf eine Resolution beigefügt, nach welcher mit Oesterreich-Ungarn, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien, Por— tugal und Griechenland durch Staats-Verträge Vereinbarungen getroffen werden sollen, um sich gegenseitig zu ähnlichen Schutzmaßregeln für die nützlichen Vogel Arten zu verpflichten.— Die Regierung ihrerseits hat dem Reichstage ein dem obigen einigermaßen verwandtes Gesetz, betreffend
die Schon⸗Zeit der Robben, zugehen lassen. Auf
Vieles zu thun, um die Unterlassungs⸗Sünden einer indolenten Vergangenheit und die dadurch ver— anlaßten Schäden wieder gut zu machen.
— Fürst Bismarck wird, wie die„Post“ hört, Mitte dieses Monats hier wieder eintreffen. Das Befinden des Reichskanzlers sei gut, nur leide der— selbe immer noch an andauernder Schlaflosigkeit.
— 9. Nov. Dem Berliner„Tagebl.“ zufolge hätte der deutsche Botschafter in Paris, Fürst Hohenlohe, während seines Berliner Aufenthaltes bei der Reichsregierung die baldige Entscheidung der Frage wegen Beschickung der Pariser Welt- Aus- stellung angeregt. Fürst Hohenlohe habe in der Audienz beim Keiser die Beschickung der Aus- stellung besonders befürwortet. Die„National- Zeitung“ ist gegenüber dieser Meldung in der Lage, zu constatiren, daß Fürst Hohenlobe zu dieser Frage keinerlei persönliche Stellung genom- men hat, und daß auch diese Frage bei der dem Botschafter vom Kaiser ertheilten Audienz nicht berührt wurde. Fürst Hohenlohe kehrt heute Abend nach Paris zurück.
Essen. Für Krupp scheint die im Allge— meinen schlechte Zeit eine Goldgrube im Beson— deren zu sein, wie man wohl daraus schließen kann, daß derselbe eine ganze Anzahl Württem— berger Staats- Beamten mit hohen Gehalten für sein Elablissement angeworben hat. Seine neueste Acquisition ist die des Directors der staatlichen Eisen-Werke in Wasser-Alfingen, dem er nicht weniger als 30,000 M. Gehalt nebst freier Wohnung und Pensions⸗ Berechtigung gewährt. Ein noch höheres Angebot hatte die Firma Krupp dem Regierungs Präsidenten in Ludwigsburg,


