Ausgabe 
10.2.1876
 
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1876.

vonnerstag den 10. Lebruar.

M. 18.

Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Erscheint jeden Dienstag, Dennerstag und Samstag.

Kreisblatt für den Artie Friedberg.

Betreffend: Die Statiflik der Taubstummen im Großherzogthum.

Friedberg den 7. Februar 1876.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Schulvorstände zu Griedel, Ilbenstadt, Kaichen, Kirch-Oöns, Kloppenheim, Langenhain, Ober-Mörlen, Weckes heim, Wölfersheim

Detreffend: Die Bewegung der Bevölkerung in 1875, hier die Sterbefälle.

und den katholischen Schulvorstand zu Vilbel. Wir erinnern Sie wiederholt an die in rubr. Betreff zu erstattenden Berichte binnen 8 Tagen.

Trapp.

Friedberg den 9. Februar 1876.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die evangelischen und katbolischen Pfarrämter und die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Sie wollen die Todeszeugnisse über die in 1875 vorgekommenen Sterbefälle dem betreffenden Großherzoglichen Kreismedicinalamt mit Vor

dehalt der Remission unverzüglich einsenden.

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Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Johannes Major IV. und Jakob

Molt von Bepenbeim wurden ale Beischüten der Gemarkung Bepenbeim ernannt und verpflichtet.

Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regiet ungsblatt Nr. 6 enthält: J. Uebersicht der im Jahre 1875 durch die Großher⸗

zogliche Gendarmerie gesche benen Arrestationen und Denun⸗ cialionen.

II. Bekanntmachung, die in den Provinzen Starken burg und Oberbessen legalisirten Grundbücher betreffend.

III. Uebersicht der für das Jahr 1876 genehmigten Umlagen in den istaelitischen Religienegemeinden des Kreises Friedberg.

IV. Ordensverleihungen.

V. Sierbefälle. Gestorben sind: am 6. Dec. 1875 det Schulletzrer Schmidt zu Brandau, am 18. Dec. der Schullehrer Martel zu Mainz; an demselden Tage der Landgetichtsdiener Türk zu Büdingen; am 28. Dec. der Schullehrer Pickenbach zu Wimpfen.

Darmstadt, 5. Febr. Pos Personalnach- richten. Angenommen sind: Der Abiturient Draudt in Butzbach als Posteleve, die Großh. Bürger- meister Hainbächer in Grebenau und Wilhelm in Bieber als Postagenten, der Postschreibergebilse Fischer in Lollar als Postgehilfe. Angestellt sind: Die Postassistenten Nanz in Vilbel und Stetter in Lindenfels als Postverwalter. Versetzt sind: Der Telegraphen⸗Rath Dr. Meyer von Frankfurt als Postrath nach Darmstadt, der Telegraphen Inspector Knauf von Malmö als Telegraphen⸗ Director nach Mainz, der Telegraphen Steretär Fuchs von Frankfurt als Oberpost. Secretär nach Darmstadt, die Post-Sectetäre Becker von Cöslin nach Gießen und Obermayer von Gießen nach Worms, der Telegraphen⸗Secretär Könnecke von Hannover als Telegraphen-Vorsteber nach Bingen, der Telegraphist Wiesner von Franksurt als Bureau beamter nach Darmstadt, der Telegraphist Elsbolz von Coblenz als Leitungsrevisor nach Darmstadt. Freiwillig sind ausgeschieden: Die Postagenten Heberer in Bieber und Södler in Grebenau. Mit Pensien in den Ruhestand getreten sind: Der Postsecretär Eser in Worme, der Burcauassistent Blenkner in Darmstadt, der Postverwalter Roßler in Lampertheim und der Postschaffner Müller in Mainz.

Sicherem Vernehmen nach findet in Hessen demnächst eine Einberufung von circa 3000 bis 4000 Mann Landwehr behufs Einübung mit dem neuen Mausergewehr statt. Ossiziere und Unter- ossiziere von welch' letzteren 8 pCt. einbtordert werden, treten einen Tag früher wie die Mann- schaften in Dienst. Von der deutschen Landwehr überhaupt sollen circa 145,000 Mann einberufen werden.

8. Febr. Heute tritt der Finanzausschuß iweller Kammer zur vorläufigen Fesistellung der Bubdgetberichte wieder zusammen.

Mainz. Der seitberige Sladitcommandant, zufolge eine aus sieben Gliedern bestehende Com- General-Licuttnant v. Medem ist um seinen Ab- mission das Bau-Project revidiren und ein getig- schied eingekommen. Unter dem 2. Februer wurde snetes Terrain in eingas central gelegenen Theile das Abschiedsgesuch durch den Kaiser genehmigt. der Stadt ermitteln soll. 8. Febr. Der Reichs⸗ Medem hat 4 Jahre lang als Stadttommandant tag erledigte beute in mehreren Schlußabstimmungen der Stadt, dem Staat und dem Militär die besten die erste bezw. zweite und dritte Lesung einer An- Dienste geleistet. Alle, die Gelegenheit batten, ihn zahl ven kleineren Gesetzrorlagen und nahm hierauf näher kennen zu lernen, beklagen sein Scheiden in dritter Berathung den- Gesetzentwurf, betreffend aus hiesiger Stadt und würnschen demselben für das Abänderung des Titels 8 der Gewerbeordnung, fernere Wohlergehen das Beste. Ein ebrenvolles an, wobei die darin vorkommenden Worteauf Andenken ist demselben gesichert. Zum Nachfolger Gegenseltigkeit überall gestrichen wurden. Schließ; des Frbrn. v. Medem ist der Commandeur derlich wurde das Hilfskassengesetz nach langer Debatte 60. Brigade, Oeneral-Major v. Lehmann ernannt. mit mebreren zu§ 6, 7, 15 und 29 beantragten

Berlin, 7. Febr. Reichstags Sitzung. Auf Aenderungen, sonst aber unverändert in dritter die Interpellation des elsässischen Deputirten Gerber Lesung genebmigt. 25 und Genossen, ob vie Reichs-Regierung in Straß In dem am 5. Febr. abgehaltenen Minister⸗ burg eine gesetzliche Gemeinde- Vertretung berstellen ratde sind der.Nordd. Allg. Zig. zusolge die und derselben den Vertrag über die Grund- Er- Gesetz Entwürse betresse der Spnodal-Ordnung werbung der Stadt in Folge des Festungs-Umbaues und der Verwaltung des katbolischen Diöcesan vorlegen wolle, erwiederte Ministerial- Director Vermögens zur Beratdung gekommen. Der beab⸗ Hertzog: die Regierung werde den Vertrag einer fssichligte Gesetzentwurf über die Abtretung der Communal-Bebörde von Straßburg nicht vorlegen, Picußischen Staats Eisenbahnen an das Reich soll nachdem sie ihn mit der städtischen Aussichts-Be- dagegen noch nicht zur Erörterung gekommen sein. börde abgeschlossen habe. In der nächsten Zeit In diner Brief-Kasten- Notiz erklärt die werde die Regierung noch nicht in der Lage sein,Gern, daß nach ibten Informationen Cardinal eine städtische Verttelung in Straßburg einzusetzen; Hobenlobe lediglich deßbalb nach Rom gexeist sei, den jetzigen Zustand sehe sie allerdings nicht als weil ibn der Pap dazu wiederholt, zuletzt in einen dauernden an und werde dereit sein, den] ziemlich ernster Form, babe aussordern lassen. normalen Zustand herzustellen, wenn die Hoffnung Fran furt. Der verantwortliche Redacteur gerechtfertigt erschiene, daß die städtischen Wahlen] derFrankfurter Zeitung, Eduard Sack, erhielt nicht zu politischen Demonstrationen benutzt würden. eint Vorladung auf den 9. Februar, um in Unter-

Auf den Antrag Sonnemann's knüpft sich bieran suchungs Sachen wegen Beleidigung des Fürsten Reichskanzlers durch Nr. 317 Morgen-Blatt und

eine Besprechung der Interpellation, in deren N N Nat Verlauf Feldmarschall Moltke betont, daß die Nr. 333 Abend-Blatt derFlanksurter Zeitung Reichsregierung bei Schließung des Vertrags] von dem Rügegericht vernommen zu werden.

München. DerCorresp. Hofmann zusolge wird der bavetische Landtag auf den 19. Februar einberufen werden.

Nürnberg, 7. Febr. Den Gruben-Strike in Stockbeim ist beendigt. Die Mehrzahl der Arbeiter ist mit einer Herabsetzung des Lohnes um zebu Procent zufrieden. Die Gendarmerie- Verstärkung ist abgezogen.

Würzburg. DieWürzb. Presse schretbt: Wie wir ersahren: wurde bereits an zwei Land- pfarrer in Unterfranken, darunter an Cinen, der durch seine Gelehrsamkeit, weit über die Grenzen unseres Landes bekannt ist, die Anfrage gestellt über die Annahme einer Wahl zum Bischof von Würzburg, aber ablehnend beantwortet.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Prag, 5. Febr.

Cardinal Ledochowskp ist gestern Abends mit dem

keintswetzs einseitig militärische Interessen verfolgt habe; die Juteressen der Stadt seien dabei von ebenso großem Gewicht gewesen. Auch andere Städte, wie zum Beispiel Stettin, bätten eben solche Opfer gebracht. Sodann erledigte das Haus in dem Fortgange der Sitzung den Ver waltungs⸗Bericht der Reichsschulden⸗ Com mission und die dritte Lesung mehrerer anderen Vorlagen, unter welchen eine Vorlage betr. die Abänderung des Gesetzes über die Verwaltung des Reichs- Invaliden-Fonds. Zu dem(letzteren wurde der Anttag der Abgg. Rickert, Holder und Wehren pfennig, betr. eine in Zukunft aufzustellende Bilanz und die Verwendung der künftigbin entbehrlichen Zinsen und Activ-Bestände, angenommen. Zu der Vorlage, betr. die Etrichtung des Reichstags Gebäudes auf dem Kroll'schen Grundstücke, wurde schließlich der Antrag Lucius angenommen, dem: