Ausgabe 
9.11.1876
 
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Rumänien. Bukarest, 4. Nov. Der Kammer wurde vom Kriegsminister eine Vorlage wegen eines Credits von 4 Millionen behufs Ver- vollständigung der Bewaffnung vorgelegt; ferner sollen 400,000 Frances zur Deckung der Ausgaben für die Einberufung der Reserven während des Octobers bewilligt werden. Die Vorlagen wur- den als dringliche den Sectionen überwiesen. In derselben Sitzung wählte die Kammer eine Com- mission zur Abfassung der Adresse auf die Thronrede.

Rußland. Petersburg, 7. Nov. Dem Golos zufolge reist das russische Kaiserpaar heute von Livadia ab und wird am 15. oder 16. November in Zarok-Selo erwartet. Der russische Botschafter, Fürst Orloff, reiste gestern von Paris nach Moskau ab, um daselbst während des Aufenthaltes des Kaisers zu verweilen. Der deutsche Botschafter, v. Schweinitz, verließ gestern Nalta und trifft Freitag in Petersburg ein.

Aus Stadt und Land.

Schlitz, 3. Nov. Heute Morgen brannte es auf dem Boden des Gartenarbeiiers Weber und des Ofen putzets Eltling, die ein Haus gemeinschaftlich besitzen. Zum Glück war Hülfe rasch bei der Hand und brannte darum nur das gemeinschaftliche Dachwerk nieder. Vor einiger Zeit sind Weber und Euling wegen eines wenige Fuß breiten Plätzchens streitig geworden und soll Weber geäußert haben! Wenn er das Plätzchen räumen müsse, so fange er ein Unglück an. Da man bei Betzinn des Brandes die Hausthüre verschlossen und nach dem Löschen Weber auf seinem Boden sodt und theilweise verkohlt fand, so liegt die Vermuthung nahe, daß Weber das Haus an gezündet, und dann sich selbst den Tod gegeben.

Dieburg. Letzten Mittwoch wurden dahier durch die Gendarmerie zwei berüchtigte Verbrecher eingebracht, welche der Justiz seiiher bereits viel zu schaffen gemacht haben und zur Zeit steckbrieflich verfolgt wurden. Vierzehn Dieb stähle, in verschiedenen Gegenden verübt, soll das neueste Sündenregister dieser beiden Strolche, wovon der Eine noch ein ziemlich junger Bursche ist, aufweisen.

Mainz, 4. Nov. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich heule Nacht abermals in unserer Stadt ereignet. Die Matrosen und das Heizerpersonal des DampfbootesStin nes II. wollten sich gestern Abend, da sie erst am Tage hier angekommen waren, an einem Glase Wein gütlich thun. Zu diesem Zwecke waren sie in eine Wirihschaft auf die Holzgasse gerathen und hatten darin so lange ver weilt, bis sie gegen 12 Uhr in der Nacht mit schweren Köpfen ihren Heimweg antreten wollten. Um nun auf einem kürzeren Weg nach dem Rheinufer zu kommen, beschlossen die Matrosen, über den Steg, welcher sich am Bahnhof der Ludwigsbahn befindet, zu gehen und die Thüren, durch welche derselbe am Abend abgeschlossen wird, zu übersteigen. Schon waren einige Matrosen, trotz der Weinlaune über die Thüre gekleitert, als der Stocherer Meth von Neudorf, der auch das Kunststück wagen wollte, das Uebergewicht bekam und in die Tiefe stürzte, dabei aber so unglücklich fiel, daß er mit dem Leib in dem eisernen Stacket, welches unten angebracht ist, slecken blieb. Das schreckliche Jammergeheul des unglücklichen, im wahren Sinne des Wortes aufgespießten Mannes, durchzitterte die Luft und alsbald eilten Leute herbei, die den Ver⸗ unglückten aus dieser gefährlichen Lage befreiten. Doch der Unterleib war so schwer verletzt, daß ihm die Därme sofort aus der Wunde traten und die sofortige Unter⸗ bringung in's Hospital für nothwendig erachiet wurde. Der herbeigerufene Arzt untersuchte die Wunde und fand dieselbe, da einige der Hauptdärme zerrissen waren, für absolut tödtlich. Der junge Mann fühlte auch, daß es mit ihm zu Ende gehe und mit vollständigem Bewußtsein, nachdem er vocher seinen Vater telegraphisch an sein Sterbe⸗ bett rufen ließ, bat er, daß man ihn ruhig sterben lasse. Heute gegen 9 Uhr Vormittags trat denn auch der Tod nach einem kurzen Kampfe ein. Als der Vater von Neu⸗

dorf herbeigeellt kam, konnten seine Thränen nur noch die Leiche seines Sohnes benetzen. Von den Schiffleuten ist aber auch noch ein Zweiter verunglückt. Dieselben hatten nämlich, um auf ihr Schiff zu gelangen, einen weiteren schmalen sogenannten Schiffmannssteg zu passiren. Hier⸗ bei fiel Einer derselben ins Wasser. Seine Kameraden zogen ihn zwar heraus und brachten ihn, in wollene Decken eingeschlagen, schleunigst zu Bette; allein ein nach einigen Stunden eingetretener Herzschlag setzte seinem Leben ein allzu frühes Ziel.

Mainz, 4. November. Gestern Abend wurde auf der Taunusbahn bei Castel einem anständig gekleideten ältlichen Manne, der sich offenbar in selbstmö derischer Absicht auf die Schienen legte, der Kopf abgefahren. Papiere trug derselbe nicht bei sich und konnte er, da das Gesicht völlig zerquetscht war, bis jetzt nicht recognoscirt werden.

Griesheim, 7. Nov. Gestern machte ein in den besten Verhältnissen stehender Mann seinem Leben durch Echängen ein Ende. Molive sind bis jetzt unbekannt.

Allerlei.

Stuttgart, 5. Nov. Der Afrikareisende v. Heuglin ist heute hier an der Lungenentzündung gestorben. Auch der langjährige Director der land- und forstwirihschaftlichen Academie zu Hohenheim, v. Walz, ist beute gestorben.

Dresden. Ein afrikanischer Negerkönig wurde dieser Tage von dem König Albert von Sachsen empfangen, dem er eine gewählte Sammlung von Kunst⸗ und Naturgegen⸗ ständen seines kleinen Reiches für das eihnographische Museum in Dresden überbrachte. Es ist der König der Orungu, über dessen KönigekrönungPetermanns Mit⸗ theilungen vor einiger Zeit höchst Ergötzliches meldeten, Sohn des Stadtrathes Dr. Schmieder in Döbeln, Rudolf Schmieder. Seit fünf Jahren Vorstand einer hamburgi schen Factorei an der Kuͤste von Guinea, ist er seit zwei Jahren, nach dem Tode des eingeborenen Fürsten, König der Orungu geworden.

Berlin. Der fliegende Engländer Mr. Ralph Scott wird nun wirklich weder fliegen, noch auch einen Versuch dazu machen, da ihn, wie wir von zuverlässiger Seite hören, die Polizei daran hindern wird. Nachdem es sich gezeigt hat, daß er den Mechanismus seiner Maschine nicht genügend erklären konnte, und als er die Voraus⸗ bezahlung ziemlich hoher Geldbeträge branspruchte, wurden Recherchen über seine Persönlichkeit in London angestellt. Diese ergaben für Mr. Scott kein günstiges Resultat. Sie stellten ihn nicht als Erfinder, sondern blos als Nach ahmer einer bereits vor mehreren Jahren angefertigten Flugmaschine dar, als deren Erfinder damals ein Mt. Degroof aus Brügge in Belgien auftrat und gründlich verunglückte.

Moskau, 5. Nov. Der Wahrspruch der Geschworenen lautet auf schuldig gegen Strousberg, Landau, Poljaneky. Letzterer erhielt Milderungsgründe bewilligt. Die Ver- waltungsraths-Mitglieder, welche dem Kaufmannsstande angehörten, wurden freigesprochen und nur Staalsrath Schmacher allein für schuldig erklärt. Die Festsetzung des Strafmaßes erfolgt morgen. 6. Nov. Vom Procurator wurde auch gegen Borissowsky ein Straf-Antrag gestellt. Die Verkündigung des Urtheils ist auf den 14. November vertagt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 8. Nov. Waizen M. 24.. Korn M. 19.. Gerste M. 18.. Hafer M. 15 20. Kar⸗ toffeln M. 3.. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund.

Frankfurt, 6. Nov.(Viehmarkt.) Der heutige Markt war gut befahren, jedoch war in guten Ochsen und Kühen wenig Auswabl. Kälber waren bedeutend billiger. Angetrieben waren: 360 Ochsen, 270 Kühe und Rinder, 270 Kälber und 980 Hämmel. Die Preise stellten sich per Centner: Ochsen 1. Qual. M. 6669., 2. Qual. M. 5460. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 56-60, 2. Qual. M. 4852. Kälber 1. Qual. M. 5860., 2. Qual. M. 5055. Hämmel 1. Qual. M. 5054., 2. Qual. M. 40 45.

Frankfurt, 6. Nov. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29.,

Wertbverhältnisse

Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 26., do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen eff. bies. M. 24.25. fremder je nach Qualität M. 1922., Korn M. 17.25 bis 19.25., Gerste M. 1819., Hafer M. 16.50 19. Kohlsamen M. 36., Erbsen M. 2124., Wicken M. 19., Linsen M. 2130., Rüböl M. 78. Die Preise verstehen sich sämmtlich ver 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.

Mainz, 6. Nov. Producten-Markt. Wanzen per Nov. 21.20, per März 22 15. Korn per Nov. 16.25, per März 17.. Hafer per Nov. 17.65, per März 17.85. Rüböl per Mai 37.70.

Wie schon in voriger Nummer des Anzeigers kurz mitgetheilt, gelten nach einem Beschluß des Bundesraths die Zweithaler-( Gulden-) Stücke und die Eindrittel⸗ Thalerstücke deutschen Gepräges vom 15. November 1876 ab nicht ferner als gesetzliches Zahlungsmittel. Es ist daher vom 15. November 1876 ab außer den mit der Einlösung beauftragten Cassen Niemand verpflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. Die im Umlauf befind⸗ lichen Zweithaler⸗(3½Gulden-) und Eindrittelthalerstücke deulschen Gepräges werden in der Zeit vom 15. Novem- ber 1876 bis 15. Februar 1877 von den durch die Landes⸗ centralbehörden zu bezeichnenden Landeekassen nach dem im Artikel 15 des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 festgesetzten für Rechnung des deutschen Reiches sowohl in Zablung genommen, als auch gegen Reichs⸗ oder Landesmünzen umgewechselt. Nach dem 15. Februar 1877 werden die Zweithaler- und Eindrittelthalerstücke deutschen Grpräges auch von diesen Cassen weber in Zaylung noch zur Umwechslung angenommen. Die Ver⸗ pflichtung zur Annahme und zum Umtausch findet auf ducchlöcherte und andere als durch den gewöhnlichen Um⸗ lauf im Gewicht verringerte, ingleichem auf verfälsch te Münzstücke keine Anwendung. Die hiesige Postkasse ist nun zwar nicht officiell als Einlösungsstelle bestimmt worden, wie man nach unserer Notiz glauben konnte, das Ein- fachste für uns Friedberger wird es aber factisch sein, daß wir Einzahlungen in obigen Münzsorten machen, oder uns Briefmarken ꝛc. für das betr. Geld holen.

Verloosung.

Schwedische 10-Thaler⸗Loose. Stockholm, 2. Novbr. Die 33. Ziehung schwedischer Prämien-Obli⸗ gationen nahm heute iten Anfang. Es wurden gezogen die Obligationen: Nr. 111792 mit 12,000 Thlr.(böchster Gewinn), Nr. 126015 mit 1000 Thlr., Nr. 39072 52539 55531 77629 169604 mit je 60 Tolr., Nr. 822 42068 71796 84020 88104 155705 177272 215286 236870 mit je 35 Thlr., Ne. 1480 15567 20426 30055 50531 50755 68655 85969 125216 135074 139756 161481 206207 234428 236657 236935 237215 mit je 25 Thlr.

Geld Cours. Frankfurt am 7. November 1876.

20⸗Frankenstücke Mk. 16 2428 Englische Sovereigns 2 20 33-38 Russische Imperiales 16 7378 Holländische fl. 10⸗Stucke16 65 G. Durgte n Ducaten al maren 9 6570 Dollars in Gold 8 4 16 19

Der Hilfsverein für die Unterstützung und Krauken⸗ pflege der Soldaten im Felde

wird wie in früheren Jahren auch in diesem Jahre während der Monate November und December durch einen Collecteur in den Orten des Kreises Friedberg freiwillige Gaben zur Förderung der Vereinszwecke sammeln lassen. Die Ein- nahmen des Vereins werden statutengemäß theils zur Unterstützung hilfsbedürfliger Invaliden und Hinterlassenen von im Kriege gefallenen Soldaten verwendet, theils an gesammelt, um in einem etwaigen Kriegsfall sofort ver⸗ sügvare Mittel bereit zu halten. Die erfolgreiche Witk⸗ samkeit des Vereins in dem letzten Kriege ist gewiß noch in Aller Gedächiniß, um auch jetzt wieder eine bereitwillige Unterstützung der Vereinszwecke von der Opferwilligkeit der Kreisangehörigen erwarten zu können. Der Borstand des Friedberger Zweig-Hülfsvereins.

Versteigerung eines Faselochseu.

3545 Donnerstag den 9. November l. J., Nachmittags 2 Uhr, soll in hiesigem Faselstall ein zum Schlachten geeigneter fetter Ochse nochmals öffentlich an den Meist⸗ bietenden versteigert werden. Friedberg den 2. November 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. J o ud a r.

Bekanntmachung. 3579 Samstag den 14. November l. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen im hiesigen Gemeindewald

200 Meter Buchen⸗Stockholz, 160 Stück Ginsternwellen öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist am Eingang des Waldes oberhalb Dillingen. Petterweil den 7. November 1876. Großherzogliche Bürgermelsterei Petterweil. Berg es.

3578 Ein Mann sucht Beschäftigung im Schreiben, als Magazinter oder Aufseher, auch im Austragen von Rechnungen ie. ꝛc. Näheres bei der Expedition des Anzeigers.

Martinimarkt zu Münzenberg. 3563 Der im Landkalender auf den 11. November ein

getragene hiesige Martinimarkt wird nicht an diesem Tage, sondern

Montag den 13. d. Mts.

abgehalten werden. Münzenberg den 4. November 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Münzenberg. ag een

Versteigerung. 3575 Unterzeichneter läßt Mittwoch den 15. d. Mts. seine Hofralthe nebst einem sehr ergiebigen Brunnen, 2 Gemüsegärten und eine zu jedem Geschäft sich eignende Werkstätte öffentlich auf dem Rathhause versteigern. Nieder Wöͤllstadt. Johs. Rahn.

3580 Aus meiner Baumschule sind Stämmchen von verschiedenen Sorten Stein- und Kern⸗Obst abzugeben. Thurn.

Holz- Versteigerung. 3573 Dienstag den 14. und Mittwoch den 15. d. M. soll im hiesigen Gemeindewald, in verschiedenen Distrikten, nachverzeichnetes Gehoͤlz versteigert werden: 112 Raummeter Nadel-⸗Scheitholz, 269 1 Prügelholz, 197 5 Stockholz, 19408 Stück Nadelholzwellen, 25 Nadelholzstämme= 6.84 Cubikmeter Inhalt, 7 Nadelholzstangen 0,97 5 5 Die Versteigerung beginnt jedesmal um 9 Uhr Vor⸗ mittags und zwar am ersten Tage im DistriktWann und am zweiten Tage im DistrikteAmelsenkopf. Zahlungstermin am 1. September 1877. Ober-Mörlen am 6. November 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober⸗Moͤrlen. n

Meparaturen

aller Systeme Nähmaschinen werden schnell und billig hergestellt.

Mechanische Werkstätte Fr. Fendtner,

3565 Vilbel bei Frankfurt a. M.