Ausgabe 
9.5.1876
 
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Modification daß beide Relchshälften an der Ressitutton für exportirten Zucker, Branntwein und Bler in dem Verbältnisse der jährlichen Brulto⸗ Eträgnisse der respectiven Steuern participiren. Die Regierungen erkannten sich gegenseitig dat Recht zu auf Wrrtchung einer selbsiftändigen Zetlelbank während der nächsten zehn Jahre, jedoch soll unter principleller Anerkennung der Einheit der Noten und der Bedeckung in beiden Ländergebieten zur ausschliehlichen Rotenausgabe nur eine Bankgesell schaft mit zwei toordinicten Bankanslalten in Wien und Pest und mit einem paritätisch zusammenge⸗ setzten Centralorgan ermächtigt werven. Die Bankanstalt in Wien erhält 70, dit in. Pest 30 pCt. der emitkirten Noken zur ausschließlichen Verwendung im Bankgeschäste. Die Regiergungen formulirten ein Programm zur Ausführung dieser principiellen Abmachungen, welches sie in den Verhandlungen mit der betreffenden Bankgesellschaft zur Geltung zu bringen bemäht sein werden. Das Programm enthält Punktationen über die Organi⸗ sation beider Bankdixrectionen, sowie eines Central-

organs über die örtliche Aufbewahrung des einheitl. Metallschatzes, über welchen nur das Centralorgan verfügt, sowie über die Bildung eines außerbalb der Bank stebenden Controlorgans zu Ueber wachung des Bestandes des Bedeckungsschatzes.

Schweiz Bern, 4. Mai. Die Commission

des Nationalraths für Berathung des, Fabrik- Gesetzes hat in zweiter Lesung den Normal- Arbeitstag auf 11 Stunden festgesetzt. Frankreich. Versailles, 5. Mai. Seitens des Deputirten Albert Grévy wurde der Budget Commission ein Bericht vorgelegt, worin verschiedene Reductionen des Budgets des aus- wärtigen Ministeriums vorgeschlagen werden; die Commission sprach sich jedoch nahezu einstimmig für dit unverkürzte Auftechtechaltung des Budgets aus. Paris. Im Nord Departement i

und in anderen katholischen Gegenden werden Unterschriften für eine an beide Häuser des Parlaments zu richtende Petition gesammelt, weche diese Köper schasten beschwört, dem Gesetzentwurf, welcher die erst kürzlich durch ein Gesetz zum Besten der höheren Unterrichts-Freiheit bestätigten Rechte bedroht, ihre Sanction nicht zu ertheilen.

Großbritannien. London, 5. Mai. Im Unterhause erklärte Disraeli, er fasse den von Sir Heng James gestellten Antrag bezüglich der Kaiser-Proclamation nicht nur als Kundgebung eines Tadels, sondern als Mißtrauensvotum auf; die Discussion über diesen Antrag wurde auf den 11. Mai fesgesetzt. Auf eine Bemerkung von Wolff erwiederte der Schatzkanzler Northcote, er halte eine Discusston über die Verwaltung des Suezcanals für unzeitg mäß Cochkane lenkte die Aufmerksamkeit des Hauses auf die Occupation Khokand's durch die Russen und beantragt die Vorlegung der bezüglichen Cocrespondenz. Nach- dem sich mehrere Mitglieder für eine thätigere Politik angesichts der russischen Ausbreitung in Centralasien, andere wiederum im entgegengesetzten Sinn ausgesprochen haben, erklärt Disraeli, er dege keine Besorgniß gegenüber Rußlauds Vor- gehen. Die von ihm(Disraeli) bei Berathung der Titelbill vor Kurzem gemachte Aeußerung sei von Rußland nicht als Drohung aufgefaßt wor- den. Rußland wisse, daß England die natürliche Entwicklung des russischen Reiches in Asien nicht mit Eisersucht betrachte, eben so sei es aber voll; kommen selbstverständlich, daß England entschlossen sei, sein indisches Reich und seinen Einfluß n Orient aufrecht zu erhalten. Rußland kenne diese Absichten und halte sie nicht für unverträglich mit dem guten Einvernehmen beider Länder, welches niemals besser war, als jetzt. mißbilligt eine Polisik, welche fortwährend grolle, ohne zu handeln;

Rußland aufrecht zu erhalten. eine große Mission im Orient. Die Eroberungen Ru ßlands in Centralasien seien für die dortige Bevölkerung eben so vortheilhaft, wie Englands

Eroberungen für die orientalische; Rußland habe

auch das gleiche Recht zu Eroberungen in Central- asten, wie England in Indien. Cochrane zieht hier-

ausgeübt. en die weribvollen Schätze des deusschen Volks- und Kuchen⸗

auf seinen Antrag zurück, Auf Austage Jehnston's erklärte Dlerdeli, die Pforte Montenegro zu besetzen, beslimmt in Abrede ge⸗ stellt, nicht vorgelegen,

Spanien. Mad id, 5, Mai. heutigen Sitzung der Cortes begründete bel Be⸗ rathung über die Religionsfrage Erminister Ortiz seinen Antrag, die darauf bezügliche Bestimmung der Constituflon von 1869 wieder herzussellen. Der Justizminister sprach sich für Gewissensfreiheit aus und frug die Ultramontanen, ob sie die jetzt vorhandenen 39 protestantischen Gotteshäuser wieder schließen und alle Protestanten gus Spanien ver- treiben wollten? Ferdinand Alvarez erwlederke, das sei allerdings hre Absscht. Auf eine Anfrage von Ortiz erklärte darauf der Justizminister, die Andersgläubigen sollten die nämlichen bürgerlichen

Rechte aben, wie die römischen Katholiken. Der

Antrag Ortiz wurde übrigens mit 190 getzen 33 Stimmen abgelehnt. Im Fortgange der Sitzung lebnte die Deputirtenkammer mit 163 gegen 12 Stimmev ein UAmendement zu Art. 11 der Constitution, wonach der Cultus von Nicht⸗ katholiken nicht öffentlich ausgeübt werden dürfe, ab.

Italien. Rom, 5. Mal. Nachdem die Deputirtenkammer beschlossen hatte, daß vor Allem die Baseler Convention und der Wiener Vertrag betreffs der Oberitalienischen Eisenbahnen geson⸗ dert von den übrigen Eisenbahnconpentionen seitens der Abtheilungen berathen werden sollten, haben sich letztere nunmehr constituirt und als Mitglieder ihrer Vorstände 16 Deputirte von der Rechten, 11 von der Linken gewählt.

Serbien. Belgrad, 5. Mai. Das neue Cabinet ist gebildet: Präsidium und Bauten Steweza, Aeußeres Ristic, Inneres und stellver⸗ tretenden Vossitz Milojkowic, Justiz Gruie, Finanzen Jopanovic, Krieg Tichomir Nicolie, Cultus Olinya Wassiboic. Der bezügliche Ukas

des Fürsten soll morgen erscheinen.

6. Maj. Das neue Cabinet hat heute die Geschäfle zwar übernommen, aber sogleich wieder seine Entlassung gegeben. Ueber die Gründe ver⸗ lautet Nichts.

Rumänien. Bukarest, 6. Mai. Das Ministerium Floresku bat seine Entlassung ge nommen; mit der Neubildung des Cabinets sind Manolachi, Costachi und Jepune ano betraut worden.

Türkei. Konstantinopel, 5. Mal. Abdul Kerim Pascha ist an Stelle von Derwisch Pascha zum Kriegsminister ernannt. Zu Tafar Bazardfik in Bulgarien sind in Folge eines Streites zwischen bulgarsschen Bauern und Muselmännern Unruhen

ausgebro ven, die indeß von keiner Bedeutung sind.

Aus Stadt und Land. Friedberg. Erkjubiläum. In den Pfingsiserien

des Jibres 1826 trat Ludwig Erk als Lehrer in das

Schullehrer⸗ Seminar zu Möis ein und hat seit dieser

Jeu als Seminar- Musiklebrer in Mörs und Berlin eine

keichgesegnete, die weitesten Kreise berührende Thätigkeit Mit ächtlem Forschersinn und Forschergeist hat

gesanges aufzufinden und dem gegenwärtigen Geschlech ie zugänglich zu machen gewußt. Sein Verdienst zu ehren, hal sich in Betlin ein Comué zur Errichtung einer Slist⸗ ung gebildet, die Erk's Namen tragen wird, und in Hessen, das Ludswin Eik zu seinen Landsleuten zählt, sein Valer ruht seit 1820 auf dem Friedbofe zu Dreieichenhain, seine Mutter zu ssel bei Darmstadt sind Männet aus den verschiedennen Berufskreisen und aus allen Theilen des Landes noch zu einem besonderen Comic zusammen⸗ getreten, um Beiträge zu einer Doiauion zu sammeln, dle dem Jubilar an seinem Ehrensage 10. Juni d. J. über recht werden oll. An die Lehrer, die Gesang⸗ vereine und alle Freunde des deuischen Gesanges und namennich des Voktsliedes, dessen, Wiedergufblühen und

Pflege in Schule, und Haus für immer unzertrennlich Di mu Ert's Namen verbunden sein werden, ergeht hiermit

israeli] die Büte sich an den Bestrebungen des Comics in Darm- stadt durch Geldbeiträge zus betheiligen. Die Herren Real eine freimüthige entschiedene

Politik sei besser, um das gute Einvernehmen mit

lehrer Blickhahn und Lehrer Dörr in Friedberg, Lehrer Fost in riedel, Lahrer Perron in Vel, Seminardstector Schäfer und Kleisschulinspector Schmidt in Feledberg sind bereit,

Rußland habe im Laufe duses Monalis Beitäge in Empfang zu nehmen.

Darmstadt. DasWolss'sche Büreau hatte an die Agentuc Havas telegraphirt:Herr Hofmann, Minister⸗ präsident von Hessen, gilt als Nachfolger Delbrück'g, Daraus ist nun in den französischen Blättern, Folgendes geworden: Berlin, 27. April. Herr Hofmann ist zum Präsidenten des Ministerrathes ernannt worden. Herr Hesse ist der wahrscheinliche Nachfolger des Herrn Delbrück.

vie Absicht, A sicht, heuigen fyruchtmarkte betragen: Walzen 11 M. 93 Pf.. 3

0

J der 2 M. 42 Pf.

M. 1721

Handel und Verkehr,

Grünberg, 6. Mal. Die Preise auf unserem

Korn 9 M. 20 Pf.; Gersie 8 M. 80 Pf. z Haser 9 M.

Die Nothwendiakeit, der Pserte irgend 8 Pf. Molier M. Pi. Ebsen 10 M. 60 Pl. welchen Rath anzubieten, habe

Linsen M. Pf; Samen 14 M. 15 Pf.; Kartoffeln Pie Preise versiehen sich smmilich per 50 Kilo= 100 Pfund.

Frauffuf t 4. Mai. Fruchtberlcht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37. Nr. 3 M. 33, Nr. 4, M. 29., Nr. 5 M. 23., Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 26., do. II.(Berliner Marke) M. 22., Waizenschalen M.. Waizen eff. hies. M. 24.50, Roggen M. 18., Gerste Hafer M. 18.30, Kohlsamen M., Erbsen M. 7124, Wicken M. 23 24, Linsen M. 21 bis 30, M. 74 im Detail. Die Preise verstehen sich sämmilich per 200 Pfd, Zoll⸗Gewicht z 100 Kilo.

Nrankfurt, 6. Mal. Der heulige Heu und Stroh⸗ markt war zwar gut befahren, doch ging das Geschäft flau. Heu kostete per Centner je nach Qualität M. 4.29 bis 5.. Sttoh! per Centner M. 485.50. Butter im Großpandel das Pfund 1. Qual. M. 1.31, 2. Qual. M. 1.26, im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.43, 2. Qual. M. 1.37, Taselbuster M.. Eier das Hundert M. 4.60 bis 5., Spargeln 90 Pf., bis 1. M. per Pfd.

Mainz, 6. Mai. Broducten⸗Markl. Walzen per Mai 21.10, per Juli 21.65, per Nov. 22.. Roggen per Mai 15.90, per Juli 15.95. Haser per Mai 18.10, per Juli 17.65. Rüdöl per Mal 34.10, pet Oclober 34.20.

Marburg, 6. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund 1 M. 20 Pf. bis 1 Mk. 30 Pf. Eier 910

Stück 40 Pf. Käse per Stück 810 Pf. Telegraphischer, Schiffsbericht. Miigelheilt von Cyr. Hecht! in Friedberg. Das Hamburger

Posidampsschiff Lessing, Cap. Meher, von ber Linie der Hamburg Amerikanischen Packesfahrt⸗Actien, Gesellschaft,

welches am 19. Aptil von Hamburg via Haore abging,

ist nach einet glücklichen Reise am 4. Mai, 2 Uhr Nach⸗ mitlags, woblbebalten in New⸗Monk angekommen.

Für die Verunglückten in Heidesheim gingen ferner ein von: Einer Frau und ihrem Sohn M. 5., Kammerdirektor Hüffel M. 3., N. N. M. 3., C. Venator M. 3., beim Abschluß eines Falelochsenverkauss in Steinfurtb M. 2, Taubstummenlehrer Rühl M 2., K anken⸗Unterstützungsverein Mathilde in Ober⸗Mörlen, durch den Präsidenten Scherer gesammelt M. 28.. Um weitere Gaben bittet

Die Exped. des Oberhessischen Anzeigers.

Für Schönebeck gingen noch nachträglich ein und wurden sosott von uns abgesandt: Von Ch. v. L. in N. durch die Expedition des Vilbeler Anzeigers 10. M.

Die Expediton des Oberbessischen Anzeigers.

Verloosung.

Braunschweiger 20 Thlr.⸗Loose om Jahre 1868. Ziehung am 1. Mal. Gezogene Serien: Nr. 135 189 197 367 554 797 906 920 1568 1710 1914 207 2145 2152 2354 2452 2695 2584 2909 3019 3289 3316 3424 3475 3541 3562 3582 4217 4337 4802 4884 5011 5255 5517 5588 5595 5686 59%6 6,81 6230 6330 6350 6357 605 6546 6736 7027 710t 7598 7743 7794 7844 7858 7908 8048 8091 8097 8329 8135 8604 8803 8858 8935 9037 9205 9723 9779 9838.

5p Ci. Oesterteichischefl. 500 Loose vom Jahre 1860. Gewinn ⸗Ziehung vom 1. Mai 1876. Heimzablung am 1. Auaust 1876. S. 1995 Nr. 13 fl. 300,000. S. 15989 Nr. 2 fl 50,000, S. 1508 Nr. 7 fl. 25,000. S. 3223 Nr. 4, S. 7918 Nr. 15 à fl. 10,000. S, 489 Nr. 1, S. 3223 Nr. 15, S. 3408 Nr. 3, S. 6397 Nr. 19, S. 6933 Nr. 14, S. 7451 Nr. 12, S. 8448 Nr. 5 8, S. 8483 Nr. 12, S. 13467 Nr. 4, S. 14222 Nr. 17, S. 15691 Nr. 7 S. 16788 Nr. 13, S. 18136 Nr. 17, S. 18227 Nr. 11 à. fl. 5000. S. 489 Nr. 6, S. 1581 Nr. 2, S. 1799 Nr. 15, S. 1987 Nr. 2, S. 3614 Nr. 12, S. 3992

Nt. 13, S. 4120 Nr. 16, S. 5653 Nr. 10, S. 6397

Nr. 5, S. 7918 Nr. 18, S. 8917 Nr. 18, S. 9406 Nr. 3.11, S. 12223 Nr. 18, S. 12436 Nr. 8 11, S. 12629 Nr. 16, S. 13517 Nr. 8, S. 13838, Nr. 1, S. 13957 Nr. 4, S. 14222 Nr. 12, S. 14660 Nr. 4, S. 15654 Nr. 6, S. 16734 Nr. 12, S. 17549 Ne. 11 16 18, S. 18982 Nr. 13, S. 19295 Nr. 17, S. 19819 Nr. 7 A fl. 1000. Alle übrigen Nummern in den am 15. Febr. 1876 gezogenen Serien erhalten den geringsten Gewinn von fl. 600. g

Auszug aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg.

Getraut:

Oeorg Goͤnner von Kaichen mit, Margarethe Briel von hier.

1. Mai.

2 Johann Heinrich Greb von Gelnhausen mit Katharina Margoretha Bechstein von hier. 2* Abraham Grünebaum von Büdingen mit Elise Stern von hier. Geboren; 29. April. Dem Kaufmann Eduard Grödel eine Tochter. J. Mas. Dem Fabrikaufseher Adam Schaaf ein Sohn. n Neallehrer Hermann Lang eine Tochter. 517 5 Seminarlehrer Friedrich Schmidt eine Tochter. Gestorben: a

2. Mal. Konrad Ernst, Taglöhner aus Fauerbach b. Fr., 42 Jahre alt. N

Joh. Hainbuch, Knecht aus Elm, 55 Jahre alt.

Ein uneheliches todtgeborenes Toͤchterchen.

n 5.

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